Als Goldschmuggel wird die illegale oder zumindest nicht deklarierte Einfuhr von Gold bezeichnet, die vor allem in Ländern mit einer starken Goldnachfrage und hohen Kosten für die Einfuhr (Zölle, Steuern) in großem Umfang stattfindet. Das meiste Gold wird weltweit nach Indien eingeschmuggelt. Die Schmuggler gehen dabei manchmal mit durchaus ungewöhnlichen Methoden vor.

Ursachen für Goldschmuggel

Goldschmuggel kann verschiedene Ursachen haben. Historisch waren Länder, in denen der private Goldbesitz vollständig verboten war, besonders betroffen. Goldverbote bestanden zum Beispiel in den USA zwischen 1933 und 1974, in Großbritannien zwischen 1966 und 1971 und in Frankreich für kurze Zeit in den Jahren 1936 und 1937. In diesen Ländern bildete sich meist rasch ein Schwarzmarkt für Gold, der dann durch organisierten Goldschmuggel bedient wurde.

Heute spielt das staatliche Verbot privaten Goldbesitzes als Ursache für den Goldschmuggel keine Rolle mehr, die Gründe sind eher in hohen Zöllen und Einfuhrsteuern zu suchen. Zwar sind oft geringe Mengen steuerfrei einzuführen, in Deutschland zum Beispiel Gold im Wert von 430 Euro. Allerdings ist dieser Freibetrag angesichts der hohen Goldpreise sehr schnell erreicht. Seit 2010 hat Gold die Marke von 1.000 Dollar nicht mehr unterschritten und im Jahr 2011 sogar ein Hoch von über 1.900 Dollar je Feinunze (ca. 31,1 g) erreicht.

Einen zweiten wichtigen Anreiz, der auch regelmäßig organisierten Goldschmuggel in großem Stil auf den Plan ruft, sind regionale unterschiedliche Goldpreise. In Indien und China, die beiden mit weitem Abstand größten Märkte für Goldschmuck Gold, liegt der Goldpreis häufig bedeutend über dem Weltmarktpreis, der in London festgesetzt wird. Die illegale Einfuhr und der anschließende Verkauf des Goldes in diesen Ländern verspricht leicht zu realisierende Gewinne.

Indien: "Weltmeister" beim Goldschmuggel

Das Land, das weltweit die größten Probleme mit Goldschmuggel hat, ist Indien. Die indische Regierung und Zentralbank führen eine Art Dauerkampf gegen zu hohe Goldimporte, die immer wieder die Außenhandelsbilanz des Landes stark belasten. Gold ist nach Öl der zweitwichtigste Importartikel des südasiatischen Landes. Die Abwehrmaßnahmen - darunter hohe Importzölle für das Edelmetall - ändern jedoch nichts an der traditionell hohen Wertschätzung von Gold in Indien.

Der private Goldbesitz soll sich auf 22.000 Tonnen belaufen. Das ist mehr Gold als die sechs größten staatlichen Goldreserven (USA, Deutschland, IWF, Italien Frankreich China) zusammengenommen.  Die illegale Einfuhr des Edelmetalls ist die anscheinend unvermeidliche Folge der Kombination von indischem Goldhunger, Differenzen zwischen dem Weltmarktpreis und dem indischen Goldpreis sowie erschwerten Importbedingungen ist.

In den letzten Schätzungen von 2014 geht der World Gold Council davon aus, das jährlich etwa 174 Tonnen Gold nach Indien geschmuggelt werden. Die Herkunft des Goldes liegt häufig im arabischen Raum, insbesondere in Dubai, aber auch in asiatischen Ländern wie dem Stadtstaat Singapur oder der chinesischen Sonderverwaltungszone Hong Kong.

Die starke indische Nachfrage führt auch in Ländern, die selbst keine klassischen Zielländer für das Edelmetall sind, zu steigendem Goldschmuggel. Zu diesen Zwischenstationen gehört zum Beispiel Bangladesch im Osten und Nepal im Norden Indiens.

Goldschmuggel in Deutschland

Deutschland ist zwar nicht gerade ein internationales Zentrum des Goldschmuggels, andererseits ist aber auch hierzulande die illegale Einfuhr keine Seltenheit. Meist handelt es sich bei den entdeckten Fällen um Gold, das von Urlauber aus arabischen Ländern oder aus der Türkei mitgebracht wurde.

Die "Schmuggler" sind dabei häufig keine abgebrühten Kriminellen, sondern selber Opfer von Trickbetrügern. So ging im Jahr 2013 ein Fall durch die Medien, in denen ältere deutsche Urlauber in der Türkei zu Goldkäufen ermuntert wurden und dabei stark überhöhte Preise bezahlten. Zugleich wurde den Senioren versichert, dass alle Zollformalitäten bereits erledigt seien.

Die ahnungslosen Goldbesitzer deklarierten das Edelmetall folglich nicht und mussten dann überrascht feststellen, dass sie ohne es zu wollen, zu Schmugglern geworden waren. Der Köder, mit dem die Trickbetrüger ihre Opfer geangelt hatten, war ein extrem günstiges Urlaubsangebot für nur 100 Euro gewesen.

Bizarre Formen des Goldschmuggels

Die Methoden zu denen manche Goldschmuggler greifen, sind durchaus ausgefallen und gelegentlich sogar gefährlich. Im März 2014 hatte ein Inder in Singapur zwölf Goldbarren kurzerhand hinuntergeschluckt und das Edelmetall unbemerkt in sein Heimatland gebracht. Die Hilfe eines Chirurgen aus Neu-Delhi war nötig, um das Gold wieder ans Tageslicht zu bringen.

Weniger wagemutige Schmuggler wählen lieber gleich den Allerwertesten als Versteck für das Edelmetall. Auch Batteriefächer, zum Beispiel von Handys, Tablets oder Laptops, sind häufig genutzte, denn Zollfahndern allerdings inzwischen wohlvertraute Verstecke.

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