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Stand: 26.01.2026
Staatsverschuldung in Deutschland: Wie hoch ist sie aktuell, wie gefährlich ist sie wirklich und was bedeutet sie? Welche Entwicklungen gab es und welche Auswirkungen hat sie? Wer sind die Gläubiger, wer profitiert und wer trägt die Last? GOLD.DE erklärt.
GOLD.DE – Schuldenuhr Deutschland
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Schulden pro Kopf 31.740 
Das Wichtigste in Kürze
  • Schuldenstand Ende 2025: ca. 2.750 Mrd. EUR (= über 2,75 Billionen EUR)1
  • Tendenz Richtung 2,8 Billionen bzw. 2.800 Mrd. EUR
  • Somit wurde ein neuer historischer Rekordstand erreicht
  • Corona, Ukraine-Krieg, Zinsanstieg, Sondervermögen und Ausgabenanstieg verstärken das Schuldenwachstum massiv
Bitte Hinweise zur Berechnung* beachten.
Lies hier:

Aktuelle Staatsverschuldung Deutschlands

Zum Ende Mai 2026 (26.06.2026) betrug die Staatsverschuldung Deutschlands rund 2,75 Billionen Euro. Bei einer Bevölkerung von etwa 83,5 Millionen (Stand: 26.05.2026) entspricht das einer Pro-Kopf-Verschuldung von rund 32.934 Euro.

Diese Zahlen stammen vom Statistischen Bundesamt. Dabei werden die Schulden des öffentlichen Gesamthaushalts erfasst – ohne die Pensionsansprüche der Beamten. Der „nicht-öffentliche Bereich“ umfasst private Geldgeber, die dem Staat Kapital leihen. Hierzu zählen vor allem Banken, Unternehmen, Pensionsfonds und institutionelle Investoren im In- und Ausland. Auch Privatanleger, die deutsche Staatsanleihen halten, gehören zu den Gläubigern.

Update: Aufgrund der anhaltend schwachen Wirtschaftslage, verbunden mit steigenden Ausgaben (auch Zinszahlungen) und großen Haushaltslücken, wird die Staatsverschuldung Deutschlands voraussichtlich die Marke von 3 Billionen Euro überschreiten. Dies entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von etwa 36.000 Euro. Die Einführung eines Sondervermögens in Höhe von 500 Milliarden Euro für Investitionen in Infrastruktur und Klimaschutz sowie neue Ukraine-Hilfen in zweistelliger Milliardenhöhe erhöhen die Verbindlichkeiten der Bundesrepublik Deutschland massiv.

Entwicklung der Staatsverschuldung

Nach mehreren Jahren des Schuldenabbaus kehrte sich der Trend 2020 um, und die Staatsverschuldung stieg erneut an. Im Vergleich zum Jahresende 2024, als die Verschuldung bei etwa 2,51 Billionen Euro lag, ist ein Anstieg von rund 240 Milliarden Euro zu verzeichnen.

Die Hauptursachen für das Wachstum der Schulden sind die weiterhin hohen Ausgaben für Rüstung und Sozialleistungen. Unter anderem erhöhte das "Sondervermögen Bundeswehr" seine Verschuldung um 35 % oder 11,62 Milliarden Euro auf ca. 49 Milliarden Euro. Dadurch erreicht die Staatsverschuldung einen neuen historischen Höchststand:

Staatsverschuldung in Deutschland aktuellAktuelle Schulden Deutschlands und Entwicklung Stand: Ende 2025

Zum Vergleich: Im Jahre 1990 belief sich die Schuldenhöhe noch auf rund 540 Milliarden Euro, die Pro-Kopf-Verschuldung auf 8.500 Euro.

Aktuelle Verteilung und Zusammensetzung

Zum Stichtag 31. Dezember 2025 (letzte Verfügbare reale Daten) betrug die Gesamtverschuldung des öffentlichen Gesamthaushalts in Deutschland laut Statistischem Bundesamt in Wiesbaden 2,66 Bio. Euro oder 2.661.500.000.000 Euro.

Die Aufteilung dieser Schulden auf die verschiedenen Ebenen war wie folgt:

  • Bund: 1.840,6 Milliarden Euro (ca. 69,2 %)
  • Länder: 624,6 Milliarden Euro (23,5 %)
  • Gemeinden: 196,3 Milliarden Euro (ca. 7,3 Prozent)
  • Sozialversicherung: 9,4 Millionen Euro (praktisch 0 %)

Diese Zahlen verdeutlichen, dass der Bund den größten Anteil an der öffentlichen Verschuldung trägt, gefolgt von den Ländern und den Gemeinden.

Bis zum Ultimo des Jahres 2025 war es erneut der Bund, der vor allem für das Schuldenwachstum verantwortlich war. Die Schulden des Bundes stiegen zum Ende des Jahres 2025 gegenüber dem Jahresultimo 2024 um 107,9 Milliarden Euro (+6,2 %) auf 1.840,6 Milliarden Euro.

Die Länder waren zum Ende des Jahres 2025 mit 624,6 Milliarden Euro verschuldet, dies entspricht gegenüber Ende Dezember 2024 einem Zuwachs um 17,3 Milliarden Euro (+2,8 %).

Verteilung Staatsschulden Deutschland

Bei den Gemeinden und Gemeindeverbänden nahm die Verschuldung zum Ende des Jahres 2025 innerhalb von zwölf Monaten stark zu. Sie stieg um 25,8 Milliarden Euro (+15,1 %) auf 196,3 Milliarden Euro. In Zahlen ausgedrückt:

Verschuldung nach Körperschaftsgruppen (in Milliarden EUR)
Körperschaft31. Dezember 2025Veränderung zum Jahresultimo'2024
Bund 1.840,6 + 6,2 %
Länder 624,6 + 12,8 %
Gemeinden 196,3 + 15,1 %
Sozialversicherung 0,0094 - 6 % 
GESAMT 2.661,5 + 6,0 %
Werte gerundet | Quelle: Statista

Aktuelle Verschuldung nach Ländern

Auffällig: In absoluten Zahlen legte Baden-Württemberg mit +4,97 Mrd. Euro am stärksten zu. Prozentual war der Anstieg in Sachsen mit +16,5 Prozent am höchsten.

Rückgänge bei der Verschuldung gab es hingegen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland Pfalz und Berlin.

Dennoch weist das Bundesland Nordrhein-Westfalen mit 172,3 Mrd. Euro trotz eines Rückgangs um 1,81 Mrd. Euro bzw. -1 % die höchste absolute Verschuldung aller Bundesländer der BRD auf.

Verschuldung nach Bundesländer (in Milliarden EUR)*
LandUltimo 2024Ultimo 2025
Baden-Württemberg43,1148,08
Bayern17,8519,18
Brandenburg21,3222,29
Hessen44,5447,00
Mecklenburg-Vorpommern7,998,24
Niedersachsen56,3257,59
NRW174,53172,73
Rheinland-Pfalz29,0828,42
Saarland18,8714,04
Sachsen6,006,99
Sachsen-Anhalt21,7923,65
Schleswig-Holstein32,2432,67
Thüringen14,9715,18
Berlin66,7466,39
Bremen23,8026,33
Hamburg32,6435,85
* Schulden auf Länderebene (im nicht-öffentlichen Bereich). Stand: 31. Dezember 2025. Werte gerundet. Quelle: Destatis

Spannend ist auch der Blick auf die pro Kopf Verschuldung in den einzelnen Bundesländern. Wie die folgende Grafik zum Stichtag 31.12.2025 zeigt, haben die Bürger Bremens mit rund 37.335 Euro mit großem Abstand die höchste pro Kopf Verschuldung:

Aktuelle Schulden Bundesländer pro Kopf
Schulden pro Kopf nach Ländern (mit Gemeinden & Gemeindeverbände). Stand: 31.12.2025.

Aufgrund ihrer Doppelfunktion als Stadt und Bundesland weisen die Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin höhere Pro-Kopf-Verschuldungen auf:

Pro-Kopf-Verschuldung pro Bundesland
Land                   in Euro*
Baden-Württemberg                     5.910  
Bayern                     3.368  
Brandenburg                     9.419  
Hessen                   10.794  
Mecklenburg-Vorpommern                     6.827    
Niedersachsen                   10.131  
NRW                   13.643
Rheinland-Pfalz                     9.654  
Saarland                   16.759  
Sachsen                     2.796    
Sachsen-Anhalt                   11.855  
Schleswig-Holstein                   13.377  
Thüringen                     8.109  
Berlin                   17.980 
Bremen                   37.335  
Hamburg                   19.223  
* Pro-Kopf-Schulden auf Länderebene. Stand: Ultimo 2025. Werte gerundet. Quelle: Destatis

Die Bürger in Bremen müssen mit 37.335 Euro pro Kopf die größte Schuldenlast tragen. Diese liegt um fast das dreieinhalbfache höher als der Bundesdurchschnitt mit 9.833 Euro.

Ist der Schuldenberg gefährlich?

Schulden und Vermögen sind zwei Seiten derselben Medaille, denn jeder Schuld steht immer 1:1 dieselbe Forderung gegenüber. Aussagen, die einseitig Schulden als gefährlich darstellen, sind daher verkürzt. Denn genauso gut könnte man sagen: "Die Vermögen sind gefährlich hoch".

Gleichwohl sind Schulden zum Zwecke von Zukunftsinvestitionen in Bildung, Forschung, Infrastruktur und die Aufrechterhaltung des "Geschäftsmodells" einer Volkswirtschaft nachhaltiger als rein konsumtive Ausgaben, die lediglich ein kurzfristiges Konjunkturstrohfeuer auslösen, aber langfristige Zins- und Tilgungszahlungen zur Folge haben.

Hinzukommt, dass sich die Forderungen in den Händen weniger superreicher Anleger oder staatlicher Akteure (Zentralbanken, Staats-Fonds etc.) befinden.

Die Gesamtschulden, also die Summe aller privaten und öffentlichen Haushalte, verteilen sich hingegen auf die Mehrheit der Bevölkerung. Somit geht die Wohlstandsschere bei steigenden Gesamtschulden weiter auseinander.

Zurzeit ist die Erwartung eines „Crashs” als Folge hoher Staatsverschuldung noch reine Spekulation. Obwohl er seit Jahren von einigen Meinungsmachern prophezeit wird, ist er in Deutschland bisher nicht eingetreten. Das könnte sich mit den zuletzt rasant steigenden Zinsen, dem Schleifen der Schuldenbremse und hohen Kosten für die Unterstützung der Ukraine aber schnell ändern. Wenn der Kapitalmarkt erst einmal das Vertrauen in die Schuldentragfähigkeit eines Landes verloren hat, ist es mühsam, dieses Vertrauen wieder zurückzuerlangen. Gute Beispiele sind dafür die Türkei, Japan und Großbritannien.

Die weltweite Rekord-Verschuldung birgt enorme Risiken, da sie die Gefahr von Inflation und Vertrauensverlusten an den Kapitalmärkten, einhergehend mit höheren Kreditkosten bis hin zum Staatsbankrott eskalieren kann.

So stand bspw. Griechenland im Jahr 2010 faktisch vor einem Staatsbankrott, der nur durch Rettungspakete der Europäischen Union, der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) knapp abgewendet werden konnte.

Die Schulden-Krise begann 2010 und führte zu drastischen Sparmaßnahmen, umfangreichen Reformen und einer langen Rezession. Griechenland konnte erst 2018 den letzten Rettungsschirm verlassen.

Anders sieht es in Deutschland aus, wo in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) die Verschuldung zum Stichtag 31.12.2025 bei lediglich 63,5 Prozent (Staatsschuldenquote) befand. Das liegt zwar mehr als drei Prozentpunkte über den Maastricht-Kriterien (EU-Stabilitätspakt), gilt aber als unproblematisch in Sachen Schuldentragfähigkeit.

Allerdings

wurden in 2026 mit der Verfassungsänderung zur quasi Abschaffung der Schuldenobergrenze, dem Sonderprogramm für die Rüstungsindustrie, den kreditfinanzierten Ukraine-Hilfen sowie dem "Sondervermögen" für die Infrastruktur massive, z. T. rein konsumtive Neuverschuldungsprozesse in Gang gesetzt, die in Zukunft zu einer signifikanten Erhöhung der Schuldenlast bei gleichzeitig eingeschränktem fiskalischem Handlungsspielraum führen werden.

Die Empirie belegt zwar keinen monokausalen Zusammenhang zwischen hoher Staatsverschuldung und einem Crash. Japan hat seit 30 Jahren die weltweit höchste Verschuldung, ohne dass hier je etwas passiert wäre. Aber die jüngsten Entwicklungen in Japan mit stark ansteigenden Kapitalmarktrenditen und einem deutlich abwertenden Yen zeigen die Risiken, sobald der Kapitalmarkt das Vertrauen in den Gläubiger Staat verliert (Finanz- und Währungskrise bis hin zum Staatsbankrot oder extrem laxer Geldpolitik mit dem Risiko unkontrollierter Inflation).

Entscheidend sind die Kreditkosten, also die Zinsen. Diese bewegen sich nach wie vor real (nach Abzug der Inflation) auf historisch niedrigem Niveau, sind aber zuletzt in Frankreich, Großbritannien, Japan und den USA v. a. wegen Kreditrisiken (Frankreich) und Inflationsängsten (USA) deutlich auf die Niveaus der Weltfinanzkrise von 2008 angestiegen. Sogar in Deutschland beginnen die Renditen wegen der stark gestiegenen Neuverschuldung und den existierenden Haushaltslöchern zu steigen.

Die Krise im Jahr 2008 wurde primär durch zu hohe private Schulden und einer geplatzten Immobilienblase ausgehend von den USA verursacht und kann als Warnung dienen. In der Folge kam es zu einer Kettenreaktion, die auch zur Euro-Krise führte, die bis heute nachhallt (italienische Bankenkrise und ganz aktuell die französische Schuldenkrise).

Schulden und Inflation

Hohe Schulden (="Geld drucken") allein führen nicht automatisch zu hoher Inflation. Eine steigende Geldmenge, sofern sie nachfragewirksam wird (steigende Geldumlaufgeschwindigkeit), kann jedoch sowohl die Produzenten- als auch die Konsumentenpreise in die Höhe treiben.

Seit der Weltfinanzkrise waren die Inflationswerte in Deutschland und in vielen anderen wichtigen Industriestaaten niedrig - trotz hoher Staatsverschuldung. In weiten Phasen sogar niedriger als zu D-Mark Zeiten, wo die Staatsverschuldung weitaus geringer war.

Erst in jüngster Zeit schnellte die Verschuldung und die Inflation nach oben. Gründe waren zunächst die Folgen der Corona-Pandemie und dann der Ukrainekrieg, die verfehlte Energiepolitik der geplatzten Ampelkoalition sowie seit Ende Februar 2026 der Irankrieg und die damit verbundene weltweite Energie- und Ölderivate- sowie Gas-Versorgungskrise durch die nahezu vollständige Sperrung der Straße von Hormus.

Hier werden zum einen Lieferketten gestört, was das Angebot verknappt und gleichzeitig wirkte das massenhaft "gedruckte" Geld durch Rettungspakete, explodierende Energiepreise und hohe Rüstungsausgaben und auch aktuell wieder expansive Geldpolitik im Sinne von Ausweiten der US-Notenbankbilanz und Interventionen der Bank of Japan preistreibend.

Letztendlich hängt die Frage, ob die Schulden zu hoch sind, von den Kreditkosten, der wirtschaftlichen Stärke eines Landes und dem Vertrauen der Gläubiger ab.

Kritisiert wird die aktuelle Schuldenpolitik vor allem von Ökonomen aus dem konservativen Lager wie Monetaristen, neoliberalen Vertretern marktradikaler Wirtschaftstheorien oder Anhängern der Österreichischen Schule.

Demgegenüber stehen Meinungen, welche den Schuldenstand als unproblematisch erachten und sogar davor warnen, dass man sich auch totsparen könne.

Mehr noch, diese Schulden seien Resultat eines Umbaus der Gesellschaft zugunsten besitzender Gesellschaftsschichten. Deren Vermögen wurde immer größer. Dieses Geld wollte angelegt werden. Somit stieg auch die Nachfrage nach Staatsanleihen. Das beschleunigt das Auseinanderdriften des Wohlstandsgefüges.

Diesbezüglich aufschlussreich sind die Zahlen zum privaten Vermögen: So betrug das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland Ende des vierten Quartals 2025 rund 9,504 Billionen Euro. Die Studie der Deutschen Bundesbank belegt, dass zehn Prozent der Haushalte über 58 Prozent des Gesamtvermögens verfügen.

In fast keinem anderen Land in Europa sind Vermögen so ungleich verteilt wie in Deutschland.

Dass das Thema so kontrovers diskutiert wird, liegt auch daran, dass die Schulden eines Staates nicht vergleichbar sind mit den Schulden eines Unternehmens oder Bürgers. Ein Staat kann - in der Theorie - niemals pleite gehen, da er souverän ist und beliebig Geld digital "drucken" kann.

Dennoch können Staaten auch Pleite gehen, wenn das "Weginflationieren" der Schulden zu einem Währungskollaps führt.

Allein Griechenland hat seit dem neunzehnten Jahrhundert bereits fünf Staatspleiten erlebt, Venezuela ging in dieser Zeit sogar elf Mal bankrott.

Staatseinnahmen und Staatsvermögen

Wer seriös einschätzen will, ob Schulden zu hoch sind, muss auch die Einnahmen und Vermögen betrachten. So ermittelte die Deutsche Bundesbank nach den Maastricht-Kriterien zum Jahresende 2025 einen Staatsschuldenstand von rund 2,67 Billionen Euro, denen im selben Jahr rund 2,14 Billionen Euro (+3,5 Prozent) an staatlichen Einnahmen gegenüberstanden. Als Staatseinnahmen gelten Steuern, Gebühren, Beiträge, Verkaufserlöse oder Erträge aus Vermögen.

Ebenfalls relativierend ist der Blick auf das Finanzvermögen von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen: Es belief sich zum Jahresende 2024 auf über 1,13 Billionen Euro (letzte verfügbare Daten von Destatis im Mai 2026).8

Schuldenquote Deutschland

Für viele Ökonomen ist daher die Staatsschuldenquote eines Landes viel aussagekräftiger als die absolute Verschuldung, gemessen in einer nominalen Zahl. Denn bei der Staatsschuldenquote werden die Schulden ins Verhältnis zur gesamten Wirtschaftskraft gesetzt, dem Bruttoinlandsprodukt (=BIP).

Das ist nachvollziehbar, denn beispielsweise sind 10.000 Euro Schulden viel Geld für jemanden, der monatlich nur 2.000 Euro verdient. Für jemanden, der hingegen im Monat 20.000 Euro verdient, ist diese Schuldensumme ein "Klacks".

Die Staatsschuldenquote, verkürzt auch Schuldenquote genannt, ist definiert als Gesamtverschuldung dividiert durch das BIP, berechnet in Prozent (Deutschland: 64 Prozent).

Die aktuelle deutsche Staatsschuldenquote liegt Stand 31.12.2025 bei ca. 63,5 Prozent. Damit hat sich die Kennzahl gegenüber dem Ultimo des Jahres 2024 (62,2 Prozent) leicht erhöht. Im weltweiten Vergleich belegt Deutschland damit einen Platz im Mittelfeld (noch; Gründe sieh oben):

Staatsschuldenquote DeutschlandDeutsche Staatsschuldenquote 2025 im internationalen Vergleich 9

Die Liste der G20-Länder mit der höchsten Schuldenquote weltweit führt seit Jahrzehnten Japan an, mit einer Schuldenquote von 248,4 Prozent.10 Mit Italien, Frankreich und Spanien befinden sich auch drei EU-Staaten unter den Top 10 der am höchsten verschuldeten Länder.

In der EU ist die Schuldenquote geregelt. 1992 wurden als zulässige Obergrenze 60 Prozent definiert (= EU-Konvergenzkriterien, Maastricht-Vertrag). Dieser Wert wurde in den Folgejahren allerdings von nahezu allen Ländern deutlich überschritten. In Deutschland erreichte die Staatsschuldenquote ihren Höchststand mit über 80 Prozent im Jahr 2010 im Zuge der Weltfinanz- und Euro-Krise.

Entwicklung deutsche Staatsschuldenquote

JahrStaatsschuldenquote
200259,8 %

200363,3 %

200465,0 %

200567,1 %

200666,4 %

200763,7 %

200865,2 %

200972,4 %

201081,0 %

201178,5 %

201279,8 %

201377,5 %

201474,5 %

201571,2 %

201668,3 %

201764,0 %

201860,8 %

201958,7 %

202068,0 %

202167,9 %

202264,4 %

202362,3 %

202462,2 %

202563,5 %

Verschuldung von Deutschland gemäß Maastricht-Vertrag in Prozent des BIP. Zahlen: Deutsche Bundesbank / Statista

Folgen hoher Staatsverschuldung

Bei hoher Staatsverschuldung besteht ein gewisses politisches Interesse, das allgemeine Zinsniveau niedrig zu halten. Warum? Niedrige Zinsen begünstigen Schuldner, weil auch die Kosten für geliehenes Geld niedrig sind (= Kredit-Zins).

So führte die jahrelange Niedrigzins-Politik der EZB dazu, dass bundesdeutsche Staatspapiere lange Zeit teils negativ verzinst waren. Das bedeutete, dass der Staat als Schuldner nicht nur keine Zinsen bezahlen musste dafür, dass er sich Geld lieh, im Gegenteil: Er verdiente sogar damit. Es profitierte also das Gemeinwohl, somit wir alle. Aber auch private Kreditnehmer profitieren von niedrigen Schuldzinsen.

Auf der anderen Seiten benachteiligen niedrige Zinsen Gläubiger, Sparer oder allgemein Anleger in Zinsprodukten. Dies allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die Inflation höher ist als der Zins, was in der Zeit von 2010 bis 2023 der Fall war (Quelle: Statista).

Man spricht von realem Kaufkraftverlust, wenn die Lohn-, Gehalts-, Pensions-, Renten-, Zins- und sonstigen Einkünfte sowie Transferleistungen des Staates weniger stark steigen als die allgemeine Teuerungsrate.

Daher zählen bei negativen Realzinsen auch Versicherungen, Krankenkassen (Kapitalrückstellungen), Rententräger und Pensionsfonds zu den Verlierern, da sie gesetzlich verpflichtet sind, einen Teil ihres Kapitals in verzinste Finanzprodukte anzulegen.

Die Antwort auf die Frage, ob eine hohe Staatsverschuldung von Vorteil oder von Nachteil ist, lautet also: Es kommt darauf an, ob die Schulden verkonsumiert oder nachhaltig in die Zukunft eines Landes investiert werden.

Schuldenschnitt als Ausweg?

Nach dem Motto "Wer hat, der gibt, wer nicht hat, der bekommt" versteht man unter einem Schuldenschnitt allgemein eine Vereinbarung zwischen Schuldner und Gläubiger, dass Schulden ersatzlos gestrichen werden, teilweise oder vollständig.

Ausgehend von der Erkenntnis, dass ein bestehendes Ungleichgewicht durch Wirtschaftskraft allein nicht mehr aufgelöst werden kann, soll so eine Situation herbeigeführt werden, die hinterher für beide Seiten besser und vor allem wieder tragbar ist.

Ob ein Schuldenerlass sinnvoll ist, wird daher genauso kontrovers diskutiert wie die Frage, ob die Staatsschulden zu hoch sind.

Auch hier geht es letztlich um Interessenspolitik. Gläubiger haben ein ureigenes Interesse daran, dass sie nicht auf ihren Forderungen sitzen bleiben. Im Euroraum berührt ein Schuldenerlass zudem viele (wirtschafts-) politische und rechtliche Fragen.

Staatsverschuldung einfach erklärt

Definition Staatsverschuldung: Als Staatsverschuldung allgemein bezeichnet man die Summe aller Verbindlichkeiten eines Staates gegenüber Dritten.

Was heißt deutsche Staatsverschuldung im Detail?

Die deutsche Staatsverschuldung meint die Gesamtverschuldung aller öffentlichen Haushalte. Sie setzt sich zusammen aus der Verschuldung von Bund, Länder, Gemeinden/Gemeindeverbänden und der Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte.

Bei der sogenannten "Impliziten Staatsverschuldung" werden zusätzlich finanzielle Verpflichtungen des Staates resultierend aus der Sozialversicherung, Pensionen, Renten oder Gesundheitsversorgung hinzugerechnet.

Per Definition sind Staatsschulden, welche öffentlichen Haushalte beim "nicht-öffentlichen Bereich" haben, also bei Banken, Privatunternehmen oder sonstigen privaten Geldgebern im In-und Ausland.

Warum macht der Staat Schulden?

Dass Schulden und Wohlstand zusammen gehören, darüber herrscht unter Ökonomen Einigkeit. Kein Staat, kein Unternehmen, kein Privatmensch kann größere Investitionen immer aus eigener Tasche tätigen. Ohne Schulden gäbe es keine Investitionen und somit keine Zukunft.

Eine Alternative und die Grundlage der Industrialisierung, beginnend im späten neunzehnten Jahrhundert, bildet die Aktiengesellschaft, bei der sich viele Einzelinvestoren zusammenschließen, um große Investitionsprojekte zu bewältigen.

Der Staat hat aber weitaus mehr Aufgaben zu erfüllen als ein erwerbswirtschaftlich orientiertes Unternehmen.

Er muss für Sicherheit, Verteidigung, Infrastruktur, sozialen Ausgleich und ordnungspolitische Aufgaben aufkommen.

Reichen die üblichen Haushaltsmittel wie Steuereinnahmen nicht aus, dann borgt sich der Staat das Geld von Dritten aus. Er verschuldet sich also.

Schulden für den Bau neuer Verkehrswege, Schulen oder Kommunikationsinfrastruktur gelten als gute Schulden, da sie eine Investition in die Zukunft sind. Sie machen - in der Theorie - nachfolgende Generationen sozusagen noch reicher und können später um ein Vielfaches wieder zurückgezahlt werden.

Heikel gelten Schulden, die nur für Konsumzwecke gemacht werden. Ebenfalls als heikel gilt, wenn Schulden nur deshalb aufgenommen werden, um alte Schulden zu tilgen oder zu begleichen. Ein Zeichen für Überschuldung ist die Kreditaufnahme des Staates zur Zahlung von Kreditzinsen. Ab diesem Punkt kann eine unkontrollierbare Schuldenspirale beginnen.

Wie funktioniert Staatsverschuldung?

Das wichtigste Instrument hierfür sind Staatsanleihen. So nennt man Schuldverschreibungen, die ein Staat ausgibt. Dabei handelt es sich um Wertpapiere (auch Rentenpapiere genannt), die von Dritten gekauft werden.

Das spült Geld in die Kasse des Staates. Diejenigen, die Anleihen kaufen, werden also Kreditgeber. Umgekehrt wird der Staat Kreditnehmer. Er hat also nun Schulden.

Die Verschuldung des deutschen Staates läuft vor allem über Bundesanleihen, Kommunalanleihen oder Bundesschatzbriefe.

Der Unterschied zwischen Anleihen und Schatzbriefen besteht darin, dass Anleihen auch vor Fälligkeit über die Börse gehandelt werden können. Sie unterliegen also einem Kursrisiko während der Kreditlaufzeit.

Wie bei einem Kredit üblich, muss der Staat für das geliehene Geld einen Preis an den Geldgeber zahlen. Das ist der Zins. Deshalb nennt man Anleihen auch verzinste Wertpapiere.

Der Staat ist verpflichtet, das Geld nach Ablauf der vereinbarten Laufzeit an die Gläubiger zurückzuzahlen inklusive dieser Zinsen. Die Zinsen sind umso höher, je schlechter die Bonität, also die Zahlungsfähigkeit des betreffenden Staates eingeschätzt wird.

Als Gläubiger hat man natürlich ein Interesse, nach Ende der Laufzeit das eingesetzte Geld inklusive Zinsen zurückzubekommen, also dass der Staat nicht zahlungsunfähig wird.

Um die Bonität einzuschätzen, gibt es die sogenannten Ratings. Weltweit führend sind dabei die drei US-amerikanischen Rating-Agenturen Standard: Poor‘s (USA), Moody’s (USA) und Fitch (USA/GB).

Deutschland erhält nach wie vor im abgestuften Bewertungssystem der Ausfallwahrscheinlichkeit von allen drei Agenturen die Bestbewertung „AAA“, meist gesprochen als „Triple A“.

Daher pochen viel Politiker in Deutschland auf die Schuldenbremse, da diese sicherstellt, dass Deutschland nicht in die gleiche Schuldenfalle tappt wie Frankreich. Mit der Grundgesetzänderung vom Anfang des Jahres 2025 ist die Schuldenbremse jedoch de facto tot.

Dies könnte in Zukunft das Top-Rating Deutschland gefährden. Frankreich wurde im September 2025 von der Agentur Fitch Ratings von AA- auf A+ abgestuft und muss am Kapitalmarkt deutlich höhere Zinsen für seine Staatsschulden bezahlen als Deutschland.

Wo hat Deutschland Schulden?

Jeder, der eine Bundesanleihe oder einen Bundesschatzbrief besitzt, gewährt im Prinzip einen Kredit und wird somit Gläubiger des deutschen Staates. Gläubiger kann jeder sein, Privatpersonen wie Banken oder institutionelle Anleger im Ausland wie im Inland. 

Ein großer Teil der deutschen Schulden steht bei Banken zu Buche. Aber auch Zentralbanken, Lebensversicherer oder Pensionskassen halten große Positionen. Jeder dieser Gläubiger finanziert mit seinem Teil die deutsche Staatsverschuldung.

Was ist die „Schuldenbremse“?

Dies ist eine bundesdeutsche Regelung aus dem Jahr 2009, welche die Nettokreditaufnahme des Bundes auf maximal 0,35 Prozent des BIP begrenzt und in Artikel 109 sowie 115 des Grundgesetzes verankert ist.

Wichtig zu wissen: Im März 2025 hat die neue Bundesregierung umfassende Maßnahmen beschlossen, um die Finanzierung von Verteidigung und Infrastruktur zu erleichtern. Dazu wurden Änderungen am Grundgesetz vorgenommen, um die Schuldenbremse gezielt zu lockern und ein neues Sondervermögen zu schaffen. Künftig werden Verteidigungsausgaben des Bundes, die über ein Prozent des nominalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) hinausgehen, nicht mehr auf die Schuldenbremse angerechnet. Dies betrifft auch Ausgaben für Zivil- und Bevölkerungsschutz, Nachrichtendienste, den Schutz informationstechnischer Systeme sowie Hilfen für völkerrechtswidrig angegriffene Staaten. Diese Regelung ermöglicht es, zusätzliche Mittel für sicherheitspolitische Aufgaben bereitzustellen, ohne die bisherigen Verschuldungsgrenzen zu verletzen.

Außerdem wurde ein neues „Sondervermögen“ mit einem Volumen von bis zu 500 Milliarden Euro geschaffen, um bis 2045 zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur und zur Erreichung der Klimaneutralität zu finanzieren. Dieses Sondervermögen ist im neu eingefügten Artikel 143h des Grundgesetzes verankert und erstreckt sich über einen Zeitraum von zwölf Jahren. Die Mittel sollen zusätzlich zum regulären Bundeshaushalt eingesetzt werden und sind von der Schuldenbremse ausgenommen.

So unterschiedlich die Positionen sind bei der Frage, wie viel Schulden der Staat machen soll, so unterschiedlich sind auch die Meinungen zur Schuldenbremse. Vor allem seit Corona und dem Russland-Ukraine-Krieg gibt es wieder verstärkt Diskussionen, ob die Schuldenbremse zu hoch, zu niedrig oder ganz entbehrlich sei.

Dazu kommt seit 2. Quartal 2026 die Aufstockung der Ukraine-Hilfe um 90 Mrd. Euro, die von den EU-Staaten, also auch Deutschland, anteilig getragen wird. Die Ukraine hat bereits eine weitere Tranche in gleicher Höhe angemahnt. Deutschland ist seit 2026 der Hauptfinanzier der Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland.

Explizite und implizite Staatsverschuldung

Die veröffentlichte explizite Verschuldung beschreibt den tatsächlich aufgelaufenen Schuldenstand. Die implizite Verschuldung, auch verdeckte Staatsverschuldung genannt, stellt künftige mögliche Zahlungsverpflichtungen des Staates in Rechnung.

Langfristige Projektionen sind allerdings problematisch, weil Faktoren wie Zinsbelastungen, Bevölkerungsverteilung oder die Zusammensetzung der Sozialsysteme nur geschätzt werden können.

*Schuldenuhr Deutschland: Hinweis zur Berechnung
Grundsätzlich gibt es keine „richtige“ Schuldenuhr, die exakt auf die Sekunde tickt. Das sagt einem schon der gesunde Menschenverstand. Das gilt für alle Schuldenuhren – natürlich auch für die von GOLD.DE. Schuldenuhren sind lediglich eine Veranschaulichung auf Basis mathematischer Näherungswerte. Auch diese Werte unterscheiden sich abhängig von der Art der gewählten Berechnung.

Unschärfen ergeben sich dadurch, dass bei der Berechnung ein aktueller Wert auf einen zurückliegenden Wert in der Vergangenheit extrapoliert werden muss. Denn bei einer Schuldenuhr handelt es sich um einen dynamischen Wert, der laufend ausgegeben wird.

Im Gegensatz hierzu stehen fixe Werte, die zu bestimmten Terminen wie etwa Haushaltsbeschlüssen oder Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamts periodisch veröffentlicht werden.

Deshalb kann ein kurzfristiger Trend von einem langfristigen Trend abweichen, was auch gelegentliche „Hüpfer” und „Sprünge” erklärt. So können die Schulden in einem Quartal durchaus vorübergehend anwachsen und am Jahresende steht trotzdem ein Schuldenabbau zu Buche – und umgekehrt.

Quellen

  1. Bund der Steuerzahler (BdSt): Schuldenuhr Deutschland; eigene Berechnungen auf Basis amtlicher Haushaltsdaten von Bund, Ländern und Kommunen, inkl. ausgewählter Sondervermögen und Extrahaushalte; laufende Hochrechnung der Nettokreditaufnahme.
  2. Statistisches Bundesamt
  3. Eurostat / destatis
  4. IMF / Statista:
  5. Bundesbank: "Geldvermögensbildung der privaten Haushalte in Deutschland"
  6. Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB): "Sozialbericht 2024" November 2024
  7. Bundesbank
  8. Destatis: Öffentliches Finanzvermögen 2024
  9. Eurostat , TradingEconomics.com
  10. TradingEconomics.com
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von Dirk Suchantke | 03.06.2026, 14:03 Uhr Antworten

Aus Verschuldung kommt Deutschland nicht mehr Raus

von Ralf.Thomas | 01.04.2025, 22:19 Uhr Antworten

Ein sehr interessanter, lehrreicher und informativer Artikel....Danke.

MfG

von Protze Josef | 26.03.2025, 15:58 Uhr Antworten

Für Politiker muss ein Sondergesetz geschaffen werden. Jeder von diesen Menschen muss wissen, wenn diese neue Billion Schulden wieder im Politikersumpf versickert , dann gibt es Knast bis zu 10 Jahren! Politiker sind die schlechtesten Wirtschafter weil sie keine Verantwortung tragen!

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