Stand: 29.09.2014  2 Kommentare

Mit dem Goldpreisrutsch des vergangenen Jahres konnten sich Anleger von vierstelligen Ankaufspreisen für eine Feinunze verabschieden, wenn sie ihr Gold zu Geld machen wollten. So mancher Anleger erlebt allerdings eine Überraschung, wenn er nach einem Vergleich der Ankaufspreise auf "gold.de" seine Schätze zum Verkauf anbietet: Einzelne Bullionprägungen rangieren deutlich über dem Spot-Preis für Gold.

Bis heute hat sich der Ankaufspreis für Krügerrand, Philharmoniker und Maple Leaf nicht erholt, zum Ende des Monats September 2014 pendelte er zwischen 950 und 970 Euro. Doch wer in den vergangenen Jahren bei der Auswahl seiner Gold-Anlagemünzen ein glückliches Händchen bewiesen hat, ist vom Wertverlust des Goldpreises nur bedingt betroffen. Ein Beispiel: Gleich mehrere Händler bezahlen für eine Unze der Lunar-Goldprägung aus Australien mit dem Prägejahr 2010 und dem Motiv "Tiger" rund 1250 Euro pro Stück und damit fast so viel wie eine normale Feinunze Gold während der Hochphase der Goldhausse. Bei Veröffentlichung der Münze kostete sie etwa 1050 Euro pro Stück. Wer seinen "Lunar" aus dem Jahr 2010 jetzt verkauft, hat also einen Gewinn von etwa 20 Prozent erzielt. Ähnlich sieht es mit den jüngeren Prägungen aus China aus: Der "Panda" wird von renommierten Edelmetallhändlern derzeit zu Preisen oberhalb der 1000 Euro pro Feinunze zurück genommen, wenn er drei oder mehr Jahre alt ist.

Bullionmünzen mit Sammlerwert: Von 15 auf 50 Euro in nur sechs Jahren

Und nicht nur goldene Bullionmünzen, die eigentlich nicht für den Sammlermarkt geprägt wurden und vorrangig dem Investment dienen sollten, sind zu gesuchten Sammlerstücken mit hohen Liebhaberpreisen geworden. Auch viele Anlagemünzen aus Silber werden mit deutlichen Aufschlägen auf den Silberpreis angekauft. Wer beispielsweise eine Feinunze Silber mit dem Motiv des Koala im Jahr 2008 gekauft hat, zahlte damals rund 15 Euro pro Feinunze. Mehrere Händler kaufen diese Münze heute für über 50 Euro pro Stück an - so hoch lag der Silberpreis pro Feinunze selbst zu Spitzenzeiten nie. Auch silberne Prägungen mit dem Kookaburra oder dem Lunar aus Australien oder dem Panda aus China werden deutlich über dem Silberpreis gehandelt.

Vorsicht beim Weiterverkauf: Hohe Preisunterschiede je nach Jahrgang

Für Edelmetall-Anleger bieten sich dank des Sammlermarktes, der sich inzwischen auch für Investment-Prägungen entwickelt hat, interessante Möglichkeiten: Wer sein Gold oder Silber demnächst verkaufen möchte, sollte unbedingt die Ankaufspreise vergleichen. Manche Händler nennen Pauschalpreise für die einzelnen Motive und vergüten nicht nach Jahrgängen - doch mit einem Ankaufspreis von 17 Euro für eine Feinunze Silber verschenken Anleger bares Geld, wenn sie Koalas oder Kookaburras seltener Jahrgänge besitzen. Hier hilft ein Preisvergleich der verschiedenen Händlerseiten, wie es z. B. von Gold.de angeboten wird. Neben den aktuellen Verkaufspreisen der Händler werden über einen Klick auf "Ankaufspreise" die Preise angezeigt, zu denen die genannten Münzen vom Händler angekauft werden. Auch kann der jeweilige Jahrgang angeklickt werden und so schnell der fairen Ankaufspreis für ihre Schätze ermittelt werden.

Münzen mit welchselnden Motiven haben oft Sammlerwert-Potential

Doch nicht nur beim Verkauf von Gold und Silber, sondern auch bei der Planung von zukünftigen Käufen entscheidet die Auswahl der Münzmotive (z. B. Münzmotive 2015 ) über den späteren Investment-Erfolg: Die klassischen Bullionmünzen wie Wiener Philharmoniker aus Österreich, Maple Leaf aus Kanada oder Krügerrand aus Südafrika werden nah am jeweiligen Spotpreis gehandelt, während bei Koala, Kookaburra oder Lunar aus Australien sowie dem Panda aus China ein leichter Aufschlag fällig wird. Dieser kann sich aber auszahlen: Die Sammlerwerte dieser Münzen bewegen sich oftmals bereits nach einem Jahr vom eigentlichen Metallpreis weg und legen um mehrere Euro zu. Und wer die Münzen ein paar Jahre liegen lässt, kann sich über Wertzuwächse freuen, die sich teils vom reinen Gold- oder Silberwert völlig abgekoppeln. Hier einige ausgesuchte Beispiele mit deutlicher, teils extremer Wertentwicklung als Momentaufnahme:

Münze Einheit Günstigster Händlerpreis* Reiner Materialwert*
Gold Lunar II Tiger 2010 1 oz 1327,00 EUR 960,83 EUR
Goldeuro Dt. Wald 2014 (Eiche) 1/8 oz 299,00 EUR 120,30 EUR
Silber China Panda 2006 1 oz 69,22 EUR 13,85 EUR
Silber Lunar II Maus 2 oz 320,00 EUR 27,70 EUR
Silber Koala 2008 1 oz 74,00 EUR 13,85 EUR
Silber Kookaburra 2004 1 oz 45,00 EUR 13,85 EUR
Silber Känguru 2007 1 oz 128,26 EUR 13,85 EUR

*Abgerufen am: 29.09.2014


Ankauf von Bullionmünzen mit Sammlerwert: Höchstmengen, Belege, Transport beachten

Beim Ankauf von Gold und Silber sollten Investoren einige Details beachten, damit der Wert ihrer Schätze nicht durch eine unbedachte Entscheidung zunichte gemacht wird: Neben dem Preisvergleich gilt es, die konkreten Ankaufsmodalitäten des Händlers genau unter die Lupe zu nehmen - einige Händler nehmen Gold- und Silberprägungen eines bestimmten Jahrgangs nur bis zur Bedarfsdeckung ab, die manchmal auch nur bei wenigen Stück liegt. Es kann daher auch vorkommen, dass der Ankaufspreis für eine bestimmte Münze nur bis zur Bedarfsdeckung gilt und für alle weiteren Münzen ein schlechterer Ankaufspreis genannt wird. Bevor Anleger also hunderte Silbermünzen einpacken und sich auf den Weg zum Goldhändler machen, sollten sie ihre Münzen schriftlich anbieten und den Handel bereits vorab bestätigen lassen. Die Ware kann teilweise auch per Kurierdienst auf Kosten des Händlers abgeholt werden und wird dann nach Wareneingang per Überweisung vergütet.

Außerdem bringen Bullionmünzen mit Sammlerwert nur gute Preise, wenn alles vollständig und unversehrt ist - Kratzer, Verunreinigungen, gebrochene Originalkapseln etc. mindern den Wert, weshalb die Münzen unbedingt in der jeweiligen Originalverpackung (beispielsweise der Panda aus China, der gekapselt in Plastikfolie verschweißt geliefert wird) belassen werden sollten.

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Kommentare [2]
  • von Mr.Silver | 04.10.2014, 08:52 Antworten

    So ist das im Sammlermarkt, Wenn man eine Münze hat, die gestiegen ist sollte man seinen Gewinn durch Verkauf realisieren. Gerade bei hohen Preisen läßt sich der Artikel sehr träge verkaufen, so das die Spanne sehr hoch sein muss. Man sieht es an den Ankaufspreisen.
    Ich mache das jetzt schon 25 Jahre, und alles was gestiegen ist, ist auch wieder gefallen. Und dann hört man die Stimmen sagen:" Hätte ich doch bloß damals verkauft.

  • von a.stertzenb. | 30.09.2014, 08:57 Antworten

    Hallo,
    je mehr Motive geprägt werden, desto geringer werden langfristig die Sammleraufschläge werden. Wenn jedes Jahr neue Motive herauskommen und die Zahl der Jahre zunimmt, werden wir eine Entwicklung sehen, wie damals bei Telefonkarten. Sammleraufschläge werden verschwinden. Man darf nicht vergessen, dass Sammler ohnehin nicht zu massenweise produzierten Produkten greifen.

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