Gold bar kaufen ohne Nachweis der Identität, auch "anonymes Tafelgeschäft" genannt, ist in Deutschland möglich bis zu einer Obergrenze von 1.999,99 Euro. Hier alle Infos: Prozedere, Vorteile, Nachteile, Fallstricke, Tipps. Und wo man die besten Händler findet.
Gold anonym kaufen via Tafelgeschäft

Wo kann ich Gold anonym kaufen?

Da bar bezahlt wird, ist anonymer Goldkauf grundsätzlich bei jedem Edelmetallhändler möglich, der ein Ladengeschäft hat.
Am besten natürlich bei Edelmetallhändlern, die das "GOLD.DE-zertifiziert" Gütesiegel führen.
Diese Händler finden Sie hier über die GOLD.DE Umkreissuche:

GOLD.DE-zertifizierte Edelmetallhändler in der Nähe finden:

Ratgeber anonymer Goldkauf

Das Wichtigste in Kürze
  • Bis 1.999,99 EUR kann man Gold anonym kaufen
  • Nur möglich im Ladengeschäft: Gold gegen Bargeld, kein Ausweis nötig
  • Empfehlenswert: Händler mit dem "GOLD.DE-zertifiziert" Siegel
  • Anonymer Goldkauf hat auch Nachteile
  • Bis 31.12.2019 galt die alte Obergrenze von 9.999,99 Euro
Lesen Sie hier:

Was genau heißt anonymes Tafelgeschäft?

Ganz einfach: Cash gegen Ware. Alles andere, wie Kreditkarte, Überweisung oder Onlinekauf, hinterlässt ja Spuren. Bis zur der Obergrenze von 1.999,99 Euro ist der Händler nicht verpflichtet, die Identität des Käufers festzustellen.

Damit keine Missverständnisse entstehen: Selbstverständlich kann Gold hierzulande in beliebiger Menge gekauft werden! Wer für mehr als 1999,99 EUR Gold kaufen will, bei dem ist der Händler bei einem Tafelgeschäft zur Identitätsüberprüfung verpflichtet. Käufer brauchen also in diesem Fall einen Ausweis bei Barzahlung – oder es muss per Kreditkarte oder Banküberweisung bezahlt werden.

Der Begriff Tafelgeschäft kommt übrigens aus dem Bankwesen. Früher, als extra Kassenschalter noch nicht verbreitet waren, wurden Geldgeschäfte über einen großen Tisch hinweg (= die Tafel) getätigt. An diesem "Tafelschalter" wurde also Bargeld gegen Finanzprodukte getauscht.

Wie läuft anonymer Goldkauf im Detail ab?

Man zahlt bar am Kassenschalter, dann übergibt der Händler die gewünschten Münzen und Barren. Es wird keine Identität geprüft, es gibt keine Registrierung oder Ähnliches. Bei größeren Beträgen empfiehlt es sich, den Edelmetallhändler vorher zu kontaktieren und einen konkreten Termin zu vereinbaren. Ganz Vorsichtige achten darauf, auch hier auf email oder Telefon zu verzichten, da dies ebenfalls Spuren hinterlässt. In diesem Fall also alles persönlich, keine Namens- oder Adressnennungen.

Natürlich gibt es trotzdem eine ordnungsgemäße Abrechnung mit Datum, Ware und Kaufbetrag, den so genannten Barbeleg. Der Name steht aber nicht auf der Quittung.

Obergrenzen in Deutschland, Österreich und Schweiz

Deutschland

Aktuell gilt in Deutschland für anonymen Barkauf die Obergrenze von 1.999,99 EUR. Ab 2.000 EUR sind Händler gemäß Geldwäschegesetz verpflichtet, die Identität des Käufers festzustellen. Wer mehr Gold bar kaufen will, der braucht also Personalausweis oder Reisepass.

Bis zum 31.12.2019 galt in Deutschland noch die alte Obergrenze von 9.999,99 Euro. Die vollständige Dokumentation des Gesetzgebungsprozesses sowie eine Einschätzung finden Sie hier: Stirbt der anonyme Goldkauf?

Tipp: Das Gesetz untersagt nicht explizit, eine weitere Vertrauensperson oder einen Familienangehörigen zum Goldkauf mitzunehmen, solange jede Person selber Gold kauft bis zur erlaubten Obergrenze.

Österreich

In Österreich ist die Regelung für anonymen Goldkauf großzügiger als in Deutschland. Dort gilt aktuell noch die Obergrenze von 9.999,99 Euro. Bezüglich der Einreisebestimmungen von Österreich nach Deutschland haben wir bei der Generalzolldirektion angefragt und im Januar 2020 folgende Aussage bekommen - Zitat:

"Goldbarren als gleichgestelltes Zahlungsmittel sind ab einem Wert von 10.000 EUR oder mehr beim Grenzübertritt lediglich auf Befragen des Zolls mündlich anzuzeigen"

Laut Auskunft des Zolls gilt das auch für Anlage- und Sammler-/Gedenkmünzen (z.B. Krügerrand, Wiener Philharmoniker). Sie gelten zwar als "Barmittel" mit der Eigenschaft "Zahlungsmittel", aber da Österreich zur EU gehört, gilt hier dasselbe:

"Für Anlage- und Sammler-/Gedenkmünzen, die Barmittel sind (....) gilt: Für Einreisen aus einem Mitgliedstaat der EU (hier: Österreich) gilt ab einem Wert von 10.000 EUR oder mehr eine mündliche Anzeigepflicht auf Befragen der Kontrollbeamten des Zolls."

Schweiz

In der Schweiz kann man bis 15.000 CHF Gold anonym kaufen, also Barzahlung ohne Identitätsüberprüfung. Bezüglich der Einreisebestimmungen nach Deutschland haben wir auch hier bei der Generalzolldirektion angefragt und im Januar 2020 folgende Aussage bekommen - Zitat:

"Goldbarren als gleichgestelltes Zahlungsmittel sind ab einem Wert von 10.000 EUR oder mehr (...) beim Grenzübertritt aus der Schweiz lediglich auf Befragen des Zolls mündlich anzuzeigen (...) Im Fall von Anlage- und Sammler-/Gedenkmünzen (z.B. Krügerrand, Wiener Philharmoniker) ist das entscheidende Kriterium für die Einordnung als Barmittel, die Eigenschaft „Zahlungsmittel“. Sie sind in der Regel als Zahlungsmittel einzuordnen. Anlage- und Sammler-/Gedenkmünzen, die Barmittel sind und einen Wert von 10.000 EUR oder mehr haben, sind bei der Einreise aus einem Drittland (hier: Schweiz) schriftlich mit dem Vordruck 0400 bei der zuständigen Zollstelle anzumelden."

Anonymes Bargeschäft: Die Vorteile

Viele wollen einfach nicht, dass jemand Kenntnis hat vom Goldbesitz. Sei es aus Furcht vor Diebstahl, sei es aus Angst vor Goldverboten, also Phasen, wo der Staat versucht hat, privaten Goldbesitz zu konfiszieren. Auch die Diskussionen um eine mögliche Bargeldabschaffung mögen manche veranlassen, über einen anonymen Goldkauf nachzudenken. Diese Szenarien sind allerdings gegenwärtig nicht wahrscheinlich.

Wird das nicht für Geldwäsche oder Steuerhinterziehung genutzt?

Grundsätzlich ist anonymer Goldkauf überhaupt nichts Anrüchiges. Wer einen hochwertigen PC im Elektronik Markt in bar bezahlt, ist ja auch nicht automatisch ein Krimineller. Geldwäsche bedeutet ja, dass Geld, welches durch illegale Tätigkeiten verdient wurde, wie etwa Drogengeschäfte, Prostitution oder Schwarzgeld, so behandelt wird, dass die Herkunft nicht mehr nachvollzogen werden kann. Dann wird es in den legalen Finanzkreislauf zurückgeführt. Genau dem beugt der Gesetzgeber mit dem Geldwäschegesetz vor. Dies wird immer wieder neu angepasst. So war es etwa noch bis Juni 2017 möglich, bis zu 14.999,99 EUR Gold anonym kaufen zu können.

Im Unterschied dazu heißt Steuerhinterziehung, dass jemand legal verdientes Geld am Finanzamt vorbei schmuggelt und somit der Besteuerung vorenthält. Aber auch dieses Geld muss gewaschen werden, wenn es dem regulären Finanzkreislauf wieder zugeführt werden soll.

Gibt es steuerliche Besonderheiten?

Grundsätzlich gelten dieselben Steuerregelungen wie bei jedem Edelmetallkauf. Auch wenn bar bezahlt wird, so ändert sich nichts an der Tatsache, dass der Käufer vom Händler eine Abrechnung erhält, auf der gegebenenfalls der betreffende Mehrwertsteuersatz ausgewiesen ist. In Kürze:

  • Der Kauf von Anlagegold ist immer mehrwertsteuerfrei
  • Als Anlagegold gelten Goldbarren und bekannte Anlagemünzen wie etwa Krügerrand
  • Der Kauf von historischen Goldmünzen ist mehrwertsteuerpflichtig (19 %)
  • Der Kauf von Silber- und anderen Edelmetallbarren ist mehrwertsteuerpflichtig (19 %)
  • Silber- und Platinmünzen oft mit günstiger Differenzbesteuerung

Weitere Details hier: Steuern und Edelmetalle

Wo kann man Gold anonym lagern?

Hier hilft nur der private Haustresor, oder man versteckt Gold. Ein Bankschließfach ist nicht wirklich anonym, da bei der Anmietung in der Regel ein Ausweis verlangt wird. Außerdem müssen Banken in Deutschland in bestimmten Fällen den Behörden Zugriff auf die Schließfächer erlauben.

Hat ein anonymes Tafelgeschäft auch Nachteile?

Wenn ein personalisierter Besitznachweis für Gold fehlt, kann dies bei Einbruch oder Diebstahl zu Problemen führen bei der Hausratversicherung. So wie es generell hilfreich ist, einen personalisierten Eigentumsnachweis zu haben, wenn Nachfragen seitens der Behörden kommen. Hier sind durchaus einige Szenarien denkbar.

Weiterer Nachteil: Der Zeitfaktor. Meist ist es so, dass man erst einen Termin beim Edelmetallhändler ausmacht, aber erst einige Tage später das Geschäft tätigt. Beim Onlinekauf dagegen kann der Zeitfaktor direkt genutzt werden. Man kann sofort auf Kursbewegungen reagieren und zum angezeigten Preis kaufen.

Auch ein Preisvergleich, wie er beim Onlinekauf schnell und bequem per Mausklick gemacht werden kann, ist im Ladengeschäft so nicht möglich. Der Barkauf im Ladengeschäft kommt daher unterm Strich manchmal etwas teurer.

Last, but not least: Bei großen Investitionen ist die knapp bemessene Obergrenze von 1.999,99 eher hinderlich. Und auch der Sicherheitsaspekt sollte nicht vernachlässigt werden. Man geht mit viel Bargeld in ein Geschäft, und verlässt es hinterher mit wertvollem Gold in der Tasche.

Was ist erlaubt, was nicht?

Die Obergrenze von 1.999,99 EUR gilt absolut und pro Person. Das Gesetz gibt aber keine Vorgaben, wie viele Vertrauenspersonen erlaubt sind, wenn diese ebenfalls Gold kaufen. Es ist also nicht verboten, wenn etwa volljährige Familienangehörige selber ebenfalls bis zu 1.999,99 EUR Gold anonym erwerben. Das ist gängige Praxis.

Bei Kindern bis 18 Jahren ist zu beachten, dass diese nur als "beschränkt geschäftsfähig" gelten. Das heißt, Rechtsgeschäfte - wozu jeder größerere Kauf gehört - sind grundsätzlich nur mit Einwilligung oder nachträglicher Genehmigung der Eltern möglich. Hier sollte also vorher mit dem Händler gesprochen werden.

Grundsätzlich gilt also: Nicht übertreiben. Wer glaubt, diese Obergrenze umgehen zu können, indem er gleich eine ganze Busladung voll mit "Cousins" zum nächsten Ladengeschäft karrt, der muss wissen, dass er nicht im Sinne des Gesetzes handelt.

Wie oft ist anonymer Goldkauf erlaubt?

Angesichts der knappen Obergrenze könnten jetzt viele auf die Idee kommen, öfters ein anonymes Tafelgeschäft zu tätigen. Jeden Tag ein Goldkauf bis maximal 1.999,99 Euro, sozusagen. Wie oft also ist ein anonymes Tafelgeschäft möglich?

Nach uns vorliegenden Händlerinformationen gelten mehrere Käufe, die innerhalb kurzer Zeit getätigt werden, als ein (=1) Geschäftsvorfall, was durch die Händler auch so erfasst werden muss. Das Gesetz macht aber keine expliziten Vorgaben, was "innerhalb kurzer Zeit" bedeutet. Mehrere Goldkäufe innerhalb eines Jahres dürften aber nicht dem Sinn des Gesetz entsprechen.

Kann man Gold auch anonym verkaufen?

Händler sind verpflichtet, bei jeder Form von Goldankauf (Goldmünzen, Goldbarren, Altgold) die Identität des Anlieferers zu erfassen. Dies geschieht per Ausweis oder die Angabe einer Bankverbindung. Hintergrund: Damit wird sichergestellt, dass keine Hehlerware angekauft wird.

Wer also Gold anonym verkaufen möchte, kann das nur mit einer Privatperson tun, die das Gold gegen Cash abkauft. Mit etwas Fantasie gibt es aber auch hier keine Grenzen - im Sinne des Wortes: Gold ist klein, mobil, und auf der ganzen Welt begehrt.

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von Anton Goldzahn | 23.09.2020, 22:44 Antworten

Dann müssen wir halt in Zukunft solche Geschäfte nach Österreich oder in die Schweiz verlegen, was leider wieder zun Nachteil deutscher Händler wird. Ein weiterer Schritt in die Richtung, die Wirtschaft in Deutschland an die Wand zu fahren.

von Franz | 19.08.2020, 21:26 Antworten

Warum muss Deutschland das anonyme Tafelgeschäft für Kleinanleger derart regulieren? Die Österreicher sind in vielen Bereichen besser aufgestellt. Gilt auch für die staatliche Rente. Hier in Deutschland habe ich immer mehr das Gefühl das dem Bürger von staatlicher Seite nichts gegönnt wird.

von Leon | 20.07.2020, 11:26 Antworten

was passiert wenn gold im wert von 40.000€ gekauft wird, auf einmal.
Das Geld stammt aus Ersparnissen, aus dem normalen Steuerpflichtigen Job.
Wenn jmd. 60.000 netto im Jahr verdient und in der Lage ist, Geld zuhause zu sparen. Muss er das dem Finanzamt Rechtfertigern oder hat das niemanden zu interessieren ob ich mein Geld spare oder für sinnlose Sachen ausgeben?
Danke im voraus.

von 3rdDimension | 11.06.2020, 01:46 Antworten

Die Obergrenzen für Barkauf in Deutschland, Schweiz und Österreich sind jetzt klar.
Wie sieht´s aber mit Luxemburg, Frankreich oder Belgien aus?

1 Antwort an 3rdDimension anzeigen
von Dr. Frank Richter | 23.05.2020, 18:22 Antworten

Zitat "Nach uns vorliegenden Händlerinformationen gelten mehrere Käufe, die innerhalb kurzer Zeit getätigt werden, als ein (=1) Geschäftsvorfall, was durch die Händler auch so erfasst werden muss." Zitatende

Wenn doch keine Daten erfasst werden, bei einem anonymen Tafelgeschäft, wie will man dann mehrere Käufe zusammenbringen?

Zitat "Mehrere Goldkäufe innerhalb eines Jahres dürften aber nicht dem Sinn des Gesetz entsprechen. " Zitatende

Was möchte denn der Gesetzgeber noch alles? Wie oft ich mit meinem schon mehrfach versteuerten Geld Edelmetalle erwerbe, dürfte doch einfach meine eigene Entscheidung sein. Zudem gibt es in Deutschland mehrere Händler.

Durch diese ganzen Regelungen und Gängelungen treten die Mißstände der sog. "Eliten" wunderbar zu Tage.
Wenn es um Kriminalitätszweige geht, wo man ein Durchgreifen, hohe Strafen und ggf. härtere Gesetze wünscht, bleibt der gleiche Gesetzgeber ein zahnloser Tiger.

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