Stand: 22.06.2017 5 Kommentare

Wer Gold anonym kaufen möchte, kann dies in Deutschland und anderen EU-Ländern bei einem Händler bis zu einer Obergrenze von 9.999 Euro (Stand:26.06.2017) tun. Die Obergrenze in der Schweiz liegt bei 25.000 Schweizer Franken. Der anonyme Goldkauf von privat ist grundsätzlich möglich, birgt aber für den Käufer erhebliche Risiken.

Das Wichtigste in Kürze

  • Keine anonymen Tafelgeschäfte beim Gold verkaufen
  • Anonymer Goldbesitz schützt vor Konfiszierung von Gold
  • Anlagegold ist Mehrwertsteuer frei
  • Anonymer Goldkauf privat für Käufer risikoreich

Anonymes Tafelgeschäft

Der Goldkauf vor Ort ohne Identifizierung des Käufers bei einem gewerblichen Verkäufer wird als anonymes Tafelgeschäft bezeichnet. Anonyme Tafelgeschäfte sind seit 26.06.2017 für Privatpersonen bis zu einer Höhe von 9.999 Euro möglich.

Der Ablauf des Tafelgeschäfts: Sie wählen beim Edelmetallhändler vor Ort Goldbarren oder Goldmünzen aus, bezahlen bar und verlassen das Geschäft. Sie erhalten einen Kaufbeleg, allerdings keine Rechnung mit Ihrem Namen. Ein Rechtsanspruch des Käufers auf ein anonymes Tafelgeschäft besteht nicht.

Die gesetzliche Grundlage für anonyme Tafelgeschäfte findet sich im deutsche Geldwäschegesetz, das für die Gruppe der sogenannten Verpflichteten gilt. Zu dieser Gruppe zählen auch Edelmetallhändler.

Die Verpflichteten müssen bei Barzahlung ab einer Höhe von 10.000 Euro eine Reihe von geldwäscherechtlichen Sorgfaltspflichten nachkommen. Dazu zählt unter anderem die Identifizierung des Käufers durch den Personalausweis.

Einige Online-Shops bieten zusätzlich oder ausschließlich die Möglichkeit an, Tafelgeschäfte mit einer telefonischen oder Online-Vorbestellung zu kombinieren. Dabei müssen Sie aber mindestens ihre Namen, Ihre Telefonnummer und E-Mail-Adresse preisgeben.

Erscheinen Sie dann zum vereinbarten Termin, erfolgt in der Regel die Identifikation durch den Personalausweis, um sicherzustellen, dass Sie tatsächlich derjenige sind, der die Reservierung getätigt hat. Anonymität ist bei einer solchen Prozedur offensichtlich nicht gegeben.

Kein anonymes Tafelgeschäft beim Goldverkauf

Anonyme Tafelgeschäfte mit Gold sind grundsätzlich nur beim Kauf, nicht aber beim Verkauf möglich. Edelmetallhändler müssen in der Lage sein, die Herkunft ihres ihren Bestandes an Barren und Münzen jederzeit nachweisen zu können.

Durch die Verpflichtung zur Identifikation soll der Ankauf von Hehlerware ausgeschlossen werden. Bei anonymen Ankäufen wäre ein solcher Nachweis nicht möglich. Rechtliche Grundlage für die Aufzeichnungspflicht des Händlers beim Wareneingang ist § 143 der Abgabenordnung.

Gold anonym kaufen und verkaufen privat

Verkauft ein Besitzer von Barren oder Münzen sein Gold privat, handelt es sich um ein privates Veräußerungsgeschäft nach § 23 des Einkommensteuergesetzes. Findet der Austausch Gold gegen bar statt, kann die Anonymität des Käufers und Verkäufers gewahrt bleiben.

Der Verkäufer ist allerdings verpflichtet, Gewinne beim Gold Verkauf dem Finanzamt mitzuteilen, wenn die Haltefrist weniger als zwölf Monate beträgt und der Gewinn 600 Euro übersteigt.

Der private Verkäufer ist anders als der gewerbliche Verkäufer kein Verpflichteter im Sinne des Geldwäschegesetzes. Er unterliegt deshalb keinen geldwäscherechtlichen Sorgfaltspflichten und muss die Identität des Käufers nicht überprüfen und dokumentieren.

Ein privater anonymer Goldkauf stellt für Käufer immer ein Risiko dar, wenn dabei auch der Verkäufer anonym bleibt. Das gilt in besonders hohem Maße für „Autobahngold“-Edelmetall, das in eher ungewöhnlichen Umständen, zum Beispiel auf einer Autobahnraststätte, erworben wird und sich später als Fälschung erweist.

Gold anonym kaufen


Anonymes Tafelgeschäft in Österreich und anderen EU-Ländern

Die Obergrenze für anonyme Tafelgeschäfte von 9.999,99 Euro muss laut der 4. Geldwäscherichtlinie der Europäischen Union bis zum 21. Juni 2017 in nationales Recht übersetzt werden. Ab diesem Datum gilt die Obergrenze theoretisch EU-weit. Faktisch setzen einzelne EU-Staaten wie Österreich die Richtlinie erst mit zeitlicher Verzögerung um. Mit einer langen „Schonfrist“ ist allerdings nicht zu rechnen.

Anonymes Tafelgeschäft in der Schweiz

Die Schweiz bietet Ihren Bürgern mit einer Obergrenze von 25.000 Schweizer Franken (23.032 Euro, Stand Juni 2016) eine großzügige Regelung bei anonymen Tafelgeschäften. Deutscher Goldbesitzer, die Ihr Edelmetall in der Schweiz erworben haben müssen das eingeführte Gold allerdings beim Zoll anmelden, wenn es nach Deutschland überführt wird.

Anonyme Tafelgeschäfte: Vor- und Nachteile

Der Besitz des Goldes ist den staatlichen Behörden garantiert nicht bekannt. Sie sind vor staatliche Konfiszierungen von Gold sowie vor einer möglichen Besteuerung des Goldbesitzes geschützt. Beide Szenarien sind allerdings gegenwärtig nicht wahrscheinlich.

Der Besitz des Goldes ist dem Händler und sonstigen Unternehmen unbekannt. Seriöse Händler werden allerdings ohne Ihr Wissen ohnehin keine personalisierten Daten an Dritte weitergeben.

Wenn Sie Goldbarren oder Goldmünzen anonym vor Ort beim Händler kaufen, sparen Sie die Kosten für den versicherten Versand. Gerade beim Erwerb kleinerer Mengen können Versandkosten durchaus negativ ins Gewicht fallen.


Ihnen fehlt der personalisierte Besitznachweis für Ihr Gold. Kommt es zum Verlust durch Einbruch oder Diebstahl, befinden Sie sich gegenüber Ihrer Haftpflichtversicherung in einer ungünstigen Lage.

Der Wiederverkauf des Goldes kann sich schwieriger gestalten.

Durch die Obergrenze von 9.000 Euro können Sie keine größeren Mengen Gold auf einmal erwerben. Wer beispielsweise 250.000 Euro investieren in „Krügerrand“, „Maple Leaf“ oder Goldbarren investieren möchte, müsste 25 einzelne Tafelgeschäfte tätigen.

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Kommentare [5]
  • von Christian | 28.04.2017, 21:06 Antworten

    Habe gerüchteweise gehört, dass nach den BT-Wahlen 2017 eine Optimierung des GWG erfolgen soll, wonach jede Transaktion über 1k Euro eine Käuferidentifikation voraussetzt.

    Jedes Goldstück/Barren, das/der dann mehr als 30 Gram wiegt wäre somit nicht mehr anonym zu kaufen.

    Ist da was dran, oder ist das nur ein gerücht?

  • von werner B. | 15.05.2017, 06:45 Antworten

    gut dass der staat noch nicht alles ausspähen will

  • von blo-rakane | 15.05.2017, 08:18 Antworten

    RE Werner B. “gut dass der staat noch nicht alles ausspähen will „ Hallo Werner, Ich würde eher die These aufstellen.. „ die Administration will uns die Illusion verkauft bzw. im Glauben lassen, dass sie nicht alles ausspähen bzw. überwachen will“
    Ich denke mit meiner These liege ich um einiges näher an der Wirklichkeit. Wahrheiten werden
    in diesen System zu viel angeboten. Wer sich die Frage schon mal gestellt hat, warum Anlagegold von der Mehrwertsteuer noch befreit ist, soll jeder selber mal seine Gedanken darüber machen.

  • von Elfriede | 12.06.2017, 23:22 Antworten

    nach dem 26. 6. 17 gilt das EU Geldwäschegesetz. Dann beträgt die Obergrenze für anonyme Kaufe nur noch 9999,99 Euro.
    Der Artikel ist nicht aktuell. Da tut sich Gewaltiges!

  • von Nathanael | 28.06.2017, 15:37 Antworten

    Wo kann man den heutzutage in Europa Gold für bis zu 250.000€ Kaufen.
    Wo ist den da die Freiheit. 9.999€ ist Lächerlich Zu Zeiten wie diesen wo man 1000€ am Tag Augeben kann. Wünschte man hätte die Freiheit bis zu 50.000€ privat

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