Ein Goldsparplan dient dazu, durch regelmäßige Einzahlungen auf ein Konto Gold zu erwerben. Dazu ist in der Regel der Abschluss eines Sparplanvertrags nötig. Solche Sparpläne werden von Banken, manchen Edelmetallhändlern und auf die Lagerung von sogenanntem Tresorgold spezialisierten Unternehmen angeboten. Der Anbieter des Sparplans übernimmt die Lagerung des Goldes. Eine Auslieferung ist ebenfalls möglich. Die anvisierte Zielgruppe sind vor allem Kleinanleger, die Monat für Monat kleinere Geldbeträge zurücklegen und damit Gold kaufen möchten.

Für wen eignen sich Goldsparpläne?

Goldsparpläne richten sich in erste Linie an Kleinanleger, die Monat für Monat kleinere Geldbeträge zurücklegen und damit Gold kaufen möchten. Es handelt sich dabei trotz des des Begriffs "Sparplan? nicht um klassisches Sparen mit einer festen Verzinsung, sondern um regelmäßige Investitionen in Gold. Der "Sparer? profitiert von einer steigenden Goldpreisentwicklung, ist aber auch den Risiken eines fallenden Goldpreises ausgesetzt.

Grundsätzliches über Goldsparpläne

Die rechtlichen Hürden, um in Deutschland einen Goldsparplan anbieten zu dürfen, sind sehr niedrig. Neben seriösen Goldsparplänen finden sich daher leider viele Modelle am Markt, bei denen der Anleger mit unsinnig hohen Einrichtungsgebühren, Vermittlungsprovisionen, Preisaufschlägen oder Lagergebühren um sein Erspartes gebracht wird. Vorsicht und ein gesundes Misstrauen ist gerade bei allzu verlockend klingenden Angeboten also in jedem Fall geboten.

Modelle für Goldsparpläne

Die meisten Goldsparpläne beruhen auf dem Ansparmodell, dem anteiligen Erwerb von Goldbarren, dem Erwerb von Kleinstbarren oder einer Kombination dieser drei Modelle.

Das Ansparmodell: Der Anleger zahlt Monat für Monat eine feste oder flexible Sparrate auf ein Konto ein oder lässt die Rate vom Konto seiner Hausbank abbuchen. Sobald der angesparte Betrag ausreicht, um das gewählte Goldprodukt (zum Beispiel eine 1-oz-Goldmünze oder ein 50-g-Goldbarren) zu kaufen, wird eine Kauforder ausgelöst oder kann vom Anleger eingegeben werden.

Erwerb von Kleinstbarren: Goldbarren werden schon mit Gewichten von 1 g und sogar 0,5 g geprägt. Diese Kleinstbarren sind in absoluten Geldbeträgen gerechnet sehr günstig, relativ zu ihrem Gewicht allerdings sehr viel teurer als größere Goldbarren. Das Gold-Aufgeld, also die Differenz zwischen dem aktuellen Goldpreis pro Gramm und dem Verkaufspreis für einen 1-g-Goldbarren beträgt meist mehr als 25 Prozent. Goldsparpläne, bei denen ausschließlich solche Kleinstbarren erworben werden können, sollte der Anleger grundsätzlich meiden.

Anteiliger Erwerb von Goldbarren:  Bei diesem Modell erwirbt der Anleger keine ganzen Goldbarren oder Goldmünzen, sondern Anteile an Goldbarren. Auch kleinere Beträge können sofort investiert werden. Dieses Modell hat den zumindest möglichen Vorteil, dass der Anleger auch bei kleinen Sparraten von den niedrigeren Zusatzkosten beim Kauf großer Barren wie 1-kg-Goldbarren oder 400-oz-Goldbarren profitiert. Ob dieser Vorteil in einem Sparplan tatsächlich an den Anleger weitergereicht wird, liegt allerdings völlig im Ermessen des Anbieters.

12 Fragen und Antworten zum Goldsparplan

Eine sinnvolle Empfehlung für oder das Abraten von einem Goldparplan kann immer nur auf der Basis eines konkreten, aktuellen Sparplanvertrags beruhen. Statt "heißer Tipps" finden Sie deshalb im Folgenden die Antworten auf grundsätzlich wichtige Fragen rund um das Thema Goldsparpläne.

Welche Preise für Gold sind angemessen?

Beim Kauf physischer Goldmünzen und Goldbarren setzt sich der Verkaufspreis aus dem aktuellen Goldpreis und dem Aufgeld zusammen. Günstige Edelmetallhändler schneiden dabei deutlich besser ab als Banken. Der Aufgeldvergleich seriöser Händler bietet also einen guten Anhaltspunkt für die Beurteilung der im Goldsparplan verlangten Preise. Der Vergleich ist nur dann sinnvoll, wenn er sich auf gleiche Produkte, also 1-oz-Goldbarren, 1-kg-Goldbarren etc. bezieht. Darüber hinaus müssen Kosten für Lagerung und Versicherung einbezogen werden.

Den günstigsten Anbietern von Goldsparplänen gelingt es, die Kosten für Lagerung und Versicherung zusammen auf 1 Prozent des Edelmetallwerts und teilweise noch weniger zu begrenzen. Es gibt sogar Anbieter, die gar keine Gebühren für Lagerung und Versicherung erheben, dafür dann aber meist einen höheren Verkaufspreis verlangen. Entscheidend sind immer die Gesamtkosten, die dem Anleger entstehen.

Was ist ein Spread?

Als Spread bezeichnet man die Differenz zwischen An- und Verkaufskursen. Wenn Sie keine Lieferung Ihres Goldes planen, sondern es später an den Anbieter verkaufen und sich das Geld auszahlen lassen möchten, sollten Sie den üblichen Spread des Anbieters für die verschiedenen Produkte kennen. Als Richtwert für angemessene Spreads können Ihnen die An- und Verkaufskurse seriöser Händler dienen. Hier drei Beispiele für 1-oz-Goldbarren, 50-g-Goldbarren und 100-g-Goldbarren.

Was ist eine Einrichtungsgebühr?

Manche Anbieter von Goldsparplänen erheben Einrichtungsgebühren, die teilweise eine abenteuerliche Höhe erreichen. Anleger sollte einen Goldsparplanvertrag, der eine solche Einrichtungsgebühr verlangt, nicht unterschreiben. Es gibt genügend seriöse Unternehmen, die auf diese Art der Geldbeschaffung zu Lasten ihrer Kunden verzichten.

Welche Mindestvertragslaufzeiten und Kündigungsfristen sind akzeptabel?

Goldsparpläne ohne Mindestvertragslaufzeit sind am Markt unschwer zu finden. Es besteht also kein Grund, sich für ein Angebot mit einer solchen unter Umständen sogar sehr langfristigen Festlegung zu entscheiden. Die Kündigung sollte entweder jederzeit oder mit einer Frist von maximal drei Monaten möglich sein.

Sind Mindestsparraten üblich?

Manche Anbieter legen für einen Goldsparplan eine monatliche Mindestsparrate fest, die dann meist zwischen 20 Euro und 50 Euro, teilweise aber auch nur bei einem einzigen Euro liegt. Sofern nicht gleichzeitig eine Mindestvertragslaufzeit festgelegt wird, spricht nichts dagegen, eine solche Vertragsbedingung zu akzeptieren.

Welchen Vorteil bietet Gold als Sondervermögen?

Wenn der Anbieter des Sparplans ihr eingelagertes Gold als Sondervermögen im Kundeneigentum führt, ist es rechtlich und räumlich vom Firmeneigentum getrennt. Der wichtige Vorteil: Im Fall einer Insolvenz fließt das Gold nicht in die Insolvenzmasse ein. Wird das Gold nicht als Sondervermögen geführt, handelt es sich rechtlich gesehen gar nicht um ihr Gold, sondern um das Eigentum des Anbieters, auf das Gläubiger einen vorrangigen Anspruch haben. Sie werden bestenfalls anteilig entschädigt.

Ist das Gold versichert?

Gold, das für Sie verwahrt wird, sollte selbstverständlich versichert sein und der Anbieter sollte zumindest registrierten Kunden auch einen entsprechenden Versicherungsbeweis liefern können.

Ist die Auslieferung des Goldes möglich?

Die Auslieferung Ihres Goldes ist bei den meisten Goldsparplänen möglich. Wenn Sie zum Beispiel im Zuge des Ansparmodells 1-oz-Goldbarren erworben haben, dann sollten Ihnen auf Wunsch auch 1-oz-Goldbarren ausgehändigt werden. Anders verhält es sich beim Miteigentum. Haben Sie in 400-oz-Goldbarren investiert und wünschen eine Auslieferung, nachdem Sie 10 oz Gold erworben haben, kommen nur Ersatzlieferungen kleinerer Barren in Frage. Dabei können neben den Lieferkosten auch bedeutende Zusatzgebühren erhoben werden. Das Miteigentum an sehr großen und teuren Goldbarren ist deshalb eher für Anleger geeignet, die keine Auslieferung des Goldes wünschen.

Wo wird das Gold gelagert?

Das Gold sollte in jedem Fall in einer gesicherten Tresoranlage und an einem Ihnen bekannten Standort gelagert werden. Häufig genutzte Lagerstandorte im In- und Ausland befinden sind zum Beispiel Frankfurt, Zürich, London, Hong Kong und Singapur. Verlangen Sie vom Anbieter des Sparplans konkret Auskunft darüber, wo und wie das Gold eingelagert und versichert wird. Möchten Sie grundsätzlich auf die Auslieferung verzichten, spricht nichts gegen die Lagerung in einem Sicherheitstresor im Ausland. Manche Anleger, die sich gegen einen möglichen Zugriff des Staates auf ihr Gold absichern möchten, bevorzugen sogar die ausländische Lagerung.

Was passiert wenn der Goldpreis steigt oder fällt?

Wer Geld in einen Goldsparplan investiert, nutzt die Chancen der Goldpreisentwicklung, ist aber auch deren Risiken ausgesetzt. Steigt der Goldpreis, dann steigt auch der Wert des eingelagerten Goldes. Fällt der Goldpreis, sinkt der Wert entsprechend. Beim regelmäßigen Erwerb der Münzen, Barren oder Anteilen von Barren wird der aktuelle Goldpreis zugrunde gelegt. Für dieselbe Summe erhält der Anleger also nicht immer dieselbe Menge Gold.

Fällt beim Goldsparplan Mehrwertsteuer an?

Bei Gold, das Sie über einen Sparplan erwerben, muss es sich grundsätzlich um Anlagegold handeln. Als Anlagegold gelten Goldbarren mit einem Goldgehalt von mindestens 995/1000 und Goldmünzen mit einem Goldgehalt von mindestens 900/1000. Beim Kauf oder Verkauf von Anlegegold fällt keine Mehrwertsteuer an.

Müssen Gewinne aus dem Goldsparplan versteuert werden?

Gewinne aus einem Goldsparplan sind nach einem Jahr Haltedauer des Goldes steuerfrei. Bei einer Haltefrist von weniger als einem Jahr gelten Gewinne als Einkünfte aus einem privaten Veräußerungsgeschäft und müssen versteuert werden. Für private Veräußerungsgeschäfte gilt nach § 23 des Einkommenssteuergesetzes eine Freigrenze von 600 Euro.

Goldsparplan und Goldkauf beim Händler im Vergleich

Wer einen Teil seiner finanziellen Rücklagen regelmäßig in Gold anlegen möchte, benötigt dazu keinen Goldsparplan. Der Kostenvergleich fällt bei den meisten Sparplänen gegenüber dem direkten Kauf bei einem günstigen Händler negativ aus, weil entweder einzelne Gebühren oder die Aufgelder unverhältnismäßig hoch sind.

Selbst mit kleinen Sparbeträgen, lassen sich vielleicht nicht in jedem Fall monatlich, aber doch zumindest mehrmals pro Jahr Goldmünzen oder Goldbarren mit einem niedrigen Aufgeld von 2 Prozent und teilweise deutlich weniger kaufen. Mit dem bereits erwähnten Aufgeldvergleich haben Sie ein sehr gutes und einfaches Instrument zur Hand, um jederzeit, die aktuell günstigsten Goldprodukte zu finden. Wenn Sie die Möglichkeit haben, das Gold beim Händler abzuholen, können Sie auch die Lieferkosten sparen.

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