Privatanleger können für die Goldlagerung das eigenen Heim, ein Schließfach bei der Bank oder bei einem privaten Anbieter, ein Zollfreilager oder ein sogenanntes Metallkonto nutzen. Die verschiedenen Lagermöglichkeiten zeichnen sich durch unterschiedliche Vor- und Nachteile hinsichtlich der Sicherheit, der Kosten und der Zugriffsmöglichkeit auf das Gold aus.

Goldlagerung zuhause im Versteck

Die Goldlagerung in einem Versteck im eigenen Haus, der eigenen Wohnung oder auf dem eigenen Grundstück kann beim Besitz weniger Goldmünzen oder kleinerer Goldbarren mit einem überschaubaren Gesamtwert eine sinnvolle Wahl darstellen. Die Vorteile liegen in der absoluten Kostenfreiheit und Diskretion der Lagerung sowie der jederzeit unmittelbaren Zugriffsmöglichkeit auf das Gold.

Im Verlustfall ist allerdings bestenfalls von einer teilweisen Erstattung auszugehen. Die Entschädigung ist von den Haftpflichtversicherungen in den Basistarifen typischerweise auf 20 Prozent der Versicherungssumme sowie einen absoluten Höchstbetrag von 20.000 Euro begrenzt. Die Versicherung höherer Anteile beziehungsweise Summen werden bei einigen Anbietern in gesonderten Tarifen angeboten. Als Basis für die Entschädigung gilt grundsätzlich nicht der Kaufpreis, sondern der Wiederbeschaffungspreis, der vom aktuellen Goldpreis abhängt. Manche Versicherungen schließen die Entschädigung bei ungesicherter Lagerung von Gold zuhause auch vollständig aus.

Goldlagerung im Tresor

Die Goldlagerung zu Hause im Tresor bietet gegenüber der ungesicherten Lagerung weit höheren Schutz vor Einbruch oder Diebstahl und ermöglicht auch die Versicherung bedeutend höherer Goldwerte. Entscheidend für einen wirksamen Versicherungsschutz ist die Zertifizierung des Tresors nach den europäischen Normen EN 14450 für einfache Sicherheitsschränke und EN 1143-1 für Wertschutzschränke mit definiertem und typgeprüftem Einbruchsschutz. Die Zertifizierung wird durch die VdS Schadenverhütung GmbH sowie den European Certification Body (ECB) durchgeführt.

Die Plaketten dieser Prüfstellen müssen an den Innenseiten der Tresortüren angebracht sein. Tresore mit einem Gewicht von weniger als 1.000 kg verfügen meist über eine Verankerungseinrichtung. Die Verankerung sollte zum Schutz des Goldes und zur Wahrung des Versicherungsanspruchs in jedem Fall vorgenommen werden, am besten durch einen Fachmann. Der Abtransport eines kleinen bis mittelgroßen Tresors von 200 bis 500 Kilogramm ist einem Einbrecher theoretisch bereits mit einer besseren Sackkarre möglich.

Sicherheits- und Wertschutzschränke nach EN 14 450 und EN 1143-1

Sicherheitsstufe/ Widerstandsgrad Norm Versicherungssumme maximal
Sicherheitsstufe S1 EN 14 450 5.000 EUR
Sicherheitsstufe S2 20.000 EUR
Widerstandsgrad 0 EN 1143-1 40.000 EUR
Widerstandsgrad 1 65.000 EUR
Widerstandsgrad 2 100.000 EUR
Widerstandsgrad 3 200.000 EUR
Widerstandsgrad 4 400.000 EUR
Widerstandsgrad 4 KB 500.000 EUR
Wirkungsgrad 5 500.000 EUR
Wirkungsgrad 5 KB 750.000 EUR
Wirkungsgrad 6 750.000 EUR
Wirkungsgrad 6 KB 1.000.000 EUR

Die angegebenen Versicherungssummen stellen Empfehlungen der Zertifizierungsstellen an die Versicherer dar. Bei der Ausstattung des Tresors mit einer VdS-anerkannten Einbruchmeldeanlage erhöht sich der empfohlene Betrag auf das jeweils Doppelte. Die tatsächliche maximale Deckung kann von diesen Empfehlungen abweichen. Ab der Klasse/dem Wirkungsgrad 4 KB sind individuelle Absprachen zwischen Versicherten und Versicherern üblich. Der Zusatz "KB" bei Tresoren der Wirkungsgrade 4 bis 6 bezieht sich auf zusätzlichen Kronbohrschutz des Tresors. Grundsätzlich erfolgt eine Entschädigung nur bei Nachweis der Eigentümerschaft in Form von Kaufbelegen.

Wie bei der ungesicherten Lagerung im Versteck bietet die Lagerung im Tresor dem Goldbesitzer uneingeschränkten, sofortigen Zugriff auf sein Gold. Der hohen Sicherheit und besseren rechtlichen Position im Schadensfall stehen die vergleichsweise hohen Anschaffungen eines Tresors sowie bei Modellen unter 1.000 kg der Eingriff in die Bausubstanz des Hauses gegenüber.

Bankschließfach

Bankschließfächer stellen eine sinnvolle und oft genutzte Alternative zur Goldlagerung im eigenen Heim dar. Der Inhalt eines Schließfachs ist der Bank unbekannt, sodass die Wahrung der Diskretion gegeben ist. Die Zugriffsmöglichkeit ist auf die Öffnungszeiten der Bank beschränkt. Die Verfügbarkeit von Bankschließfächern ist im Allgemeinen gut. Allerdings kann es bei einzelnen Filialen vorkommen, dass alle Fächer vermietet sind und sich der Interessent auf eine Warteliste setzen lassen muss.

Darüber hinaus bieten zum Beispiel die Deutsche Bank und die Commerzbank Schließfächer nur für Bestandskunden an. Manche Banken legen für die Nutzung eines Fachs eine Mindestmietdauer fest, die dann für gewöhnlich zwischen einem Monat und einem Jahr liegt. Größe und Abmessungen von Bankschließfächern sind nicht genormt. Der Preisvergleich sollte sich deshalb auf das kleinste verfügbare Fach beziehen, das die eigenen Anforderungen erfüllt.

Dabei ist außerdem darauf zu achten, ob und in welcher Höhe der eingelagerte Inhalt versichert ist. Liegt kein Versicherungsschutz vor, wird dieser von der Bank meist als separate Leistung angeboten. Eine private Absicherung über die eigene Hausratversicherung ist durch Abschluss spezieller Policen oft ebenfalls möglich. Die Kosten und Leistungen von Bank zu Bank unterscheiden sich erheblich. Das Spektrum reicht (für das jeweils kleinste Schließfach) von einer Miete von nur 30 Euro pro Jahr mit 100.000 Euro Versicherungsschutz bis zu mehr als doppelt so hohen Mieten ohne Versicherungsschutz.

Metallkonten

Ein Metallkonto ist ein Anlagekonto für die Edelmetalle Gold, Silber, Platin oder Palladium, das nicht in einer Währung, sondern in Unzen oder Gramm geführt wird. Metallkonten für Privatkunden werden von Banken in der Schweiz, Luxemburg, Liechtenstein und einigen anderen Ländern angeboten. Wer ein solches Konto eröffnet, kann anschließend eine bestimmte Menge an Edelmetall aufbuchen lassen, ohne das Edelmetall selbst physisch besessen zu haben. Der Kontoinhaber erwirbt rechtlich gesehen kein Gold, Silber, Platin oder Palladium, sondern Lieferansprüche auf das Edelmetall. Diese Lieferansprüche können beliebig lange gehalten und bei Bedarf wieder verkauft werden.

Die tatsächliche physische Auslieferung ist bei den meisten Metallkonten gegen Gebühr möglich. Bei der Auslieferung von Silber, Platin fällt neben der Auslieferungsgebühr auch Mehrwertsteuer an, während der Kauf und Verkauf der Lieferansprüche ohne physischen Bezug für alle Edelmetalle mehrwertsteuerfrei ist. Metallkonten werden vor allem von Anlegern genutzt, die auf den physischen Besitz verzichten und das Edelmetall beziehungsweise die Lieferansprüche aktiv handeln möchten.

Zugeordnete und nicht zugeordnete Metallkonten

Metallkonten können als nicht zugeordnete Konten (unallocated accounts) mit Sammelverwahrung oder als zugeordnete Konten (allocated accounts) mit Einzelverwahrung geführt werden. Beim nicht zugeordneten Konto mit Sammelverwahrung erwirbt der Kontoinhaber keinen Lieferanspruch auf konkrete Barren.

Stattdessen entspricht das Kontoguthaben einem Miteigentumsanteil am Gesamtbestand des jeweiligen Edelmetalls der Bank. Im Insolvenzfall wird das Guthaben der Insolvenzmasse zugeführt. Für ein solches Konto verlangt zum Beispiel die Credit Suisse 0,6 Prozent des Einlagerungswerts, mindestens aber 100 Schweizer Franken als Gebühr pro Jahr. Wer als Anleger eine Bankenkrise fürchtet, sollte von der Eröffnung eines solchen Kontos allerdings absehen.

Beim zugeordneten Konto oder Depot mit Einzelverwahrung beziehen sich die Lieferansprüche hingegen auf eindeutig identifizierte Barren, die sich nicht im Eigentum der Bank befinden. Dieser Kontotyp ist insolvenzsicher, erfordert für die Eröffnung allerdings oft hohe Anlagesummen und ist mit höheren Gebühren verbunden.

Goldlagerung bei Edelmetallhändlern

Neben Banken bieten Privatunternehmen die Goldverwahrung in Schließfächern an, darunter auch Münz- und Edelmetallhändler wie Pro Aurum, Degussa Goldhandel oder Goldkontor. Für ein kleines Schließfach mit einer Versicherungssumme von 30.000 Euro sind Kosten zwischen 200 und 300 Euro pro Jahr zu veranschlagen. Günstiger als die Lagerung bei einem deutschen Goldhändler ist die britische Goldhandelsplattform Bullion Vault, die Gold in Hochsicherheitstresoren in London und Zürich lagert. Die Verwahrung kostet 0,12 Prozent des Goldwerts, mindestens aber 48 US-Dollar pro Jahr. Die physische Lieferung ist bei allen Händlern oder Handelsplattformen mit zusätzlichen Kosten verbunden.

Goldlagerung im Zollfreilager

Wie Metallkonten bieten auch Zollfreilager den größten Vorteil beim Besitz der weißen Edelmetalle Silber, Platin und Palladium, da Erwerb, Lagerung und Verkauf innerhalb des Zollfreilagers mehrwertsteuerfrei möglich sind. Für Besitzer von ohnehin mehrwertsteuerfrei gehandeltem Gold sind Zollfreilager hinsichtlich der Länderdiversifikation interessant. Neben den Zollfreilagern in Ländern wie der Schweiz und Luxemburg kommen dafür außerhalb Europas auch Hong Kong und Singapur als geeignete Standorte in Frage.

Die Einlagerung in einem Zollfreilager kann über einige Edelmetallhändler wie Pro Aurum, Geiger Edelmetalle und Argentum oder über darauf spezialisierte Unternehmen wie die Elemetum Deutschland GmbH durchgeführt werden. Bei der Lagerung ist die Sammelverwahrung üblich, die teurere Einzelverwahrung aber teilweise ebenfalls möglich. Der Goldhändler Pro Aurum berechnet beispielsweise für die Lagerung von Gold in Sammelverwahrung bis 100.000 Euro 0,75 Prozent des Goldwerts. Die Lagerung in Einzelverwahrung ist erst ab 100.000 Euro möglich und kostet bis zu einem Goldwert von 1 Million Euro 1,25 Prozent im Jahr.

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