Gold: 1.730,46 € +2,09 %
Silber: 21,06 € +8,45 %
Stand: 19.05.2022
Bankschließfach? Haustresor? Verstecken? Zollfreilager? Metallkonto? Gold sicher aufbewahren kann man auf viele Arten. GOLD.DE zeigt, was sich für wen empfiehlt.
Gold sicher lagern: Tipps & Empfehlungen
Das Wichtigste in Kürze
  • Bankschließfach: Hoher Schutz, aber auch Nachteile
  • Gute Alternative: Haustresor
  • Versteck ebenfalls gute Alternative, muss aber clever sein
  • Auch viele Edelmetallhändler bieten Goldlagerung an
  • Goldkonten und Zollfreilager mit spezifischen Regelungen
Lies hier:

Allgemeine Tipps zur Aufbewahrung

Eine sichere Goldlagerung umfasst immer zwei Aspekte: Schutz vor Diebstahl und Schutz des Materials vor äußeren Einflüssen. Hier bereitet Gold grundsätzlich wenig Probleme. Der Platzbedarf ist gering; dazu sind Münzen und Barren korrosionsbeständig. Silber kann mit der Zeit anlaufen; zudem ist der Platzbedarf bei Silber aufgrund der geringeren Wertdichte höher.

Edelmetallbesitzern bieten sich daher mehrere Optionen an. Letztlich geht es nur darum, die Lösung zu wählen, welche den individuellen Bedürfnissen am besten entspricht. Wer clever ist, verteilt seinen "Schatz" oder nutzt mehrere Lageroptionen gleichzeitig. Das mindert das Diebstahlrisiko nochmals.

Unabhängig von der Art des Edelmetalls empfehlen sich bei Münzen generell zusätzliche Schutzbehältnisse wie Münzboxen, Münzkapseln oder Münztubes.

Bankschließfach

Bankschließfächer sind sehr sicher, aber nicht zwingend anonym. Zwar wahren Banken grundsätzlich die Diskretion, allerdings können Behörden in bestimmten Fällen die Öffnung von Schließfächern veranlassen. Auch sollte man wissen, dass man unter Umständen auf Öffnungszeiten der Bank angewiesen ist.

Schließfach Preise können von Bank zu Bank erheblich variieren. Laut einer Untersuchung der Stiftung Warentest von 2021 liegen die jährlichen Bankschließfach Kosten zwischen 31 und mehreren Hundert Euro für ein kleines Fach. Oft wird nur an Bestandskunden vermietet, was einen Kostenvergleich erschwert. Auch muss nachgefragt werden, ob und in welcher Höhe Versicherungsschutz besteht.

VorteileNachteile
Sehr hohe SicherheitAnonymität nur bedingt
 Eingeschränkter Zugriff / Öffnungszeiten
 Oft nur für Bestandskunden

Händler und spezialisierte Dienstleister

Neben Banken bieten auch einige Edelmetallhändler und spezialisierte Dienstleister eine professionelle Goldverwahrung an. Die Vor- und Nachteile sind ähnlich denen eines Bankschließfaches.

Anbieter in Deutschland sind etwa Pro Aurum, Degussa Goldhandel oder Goldkontor. Die Kosten liegen zwischen 200 - 300 Euro pro Jahr.

Für viele Anleger ist auch eine Goldlagerung im Ausland interessant. Hier gibt es ebenfalls spezialisierte Dienstleister, etwa für eine Goldlagerung in der Schweiz, Liechtenstein oder Österreich.

VorteileNachteile
Sehr hohe SicherheitTeilweise nur für Bestandskunden
Bei Lagerung im Ausland: LänderdiversifikationEingeschränkter Zugriff / Öffnungszeiten

Haustresor

Ein Haustresor ist erst ab einer bestimmten Wertsumme nötig, denn kleinere Wertsummen sind in der Regel auch ohne Tresorlagerung über die Hausratversicherung versichert.

Bevor also ein Haussafe angeschafft wird, empfiehlt sich vorab das Gespräch mit der Versicherung. Dies gilt auch im Hinblick auf die technischen Spezifikationen. Denn entscheidend für den Versicherungsschutz ist die Zertifizierung des Safes nach bestimmten Normen. Dabei gilt: Je höher die Sicherheitsstufe, desto größer die versicherte Summe. Desto teuerer wird aber auch der Safe. Günstige Haustresore sind bereits für 100 Euro zu haben. Zertifizierungen werden ausgestellt durch die deutsche VdS Schadenverhütung GmbH oder die European Certification Body (ECB).

Wer Gold zuhause aufbewahrt, hat stets direkten Zugriff und volle Anonymität. Allerdings gilt auch: Der beste Safe nützt nichts, wenn man diesen unter Zwang öffnen muss.

VorteileNachteile
Uneingeschränkte VerfügbarkeitBei günstigen Modellen Schutz möglicherweise geringer
100 % AnonymitätAufwändiger Einbau bei größeren Modellen
Kosten rechnen sich im Laufe der JahreKeine Sicherheit bei Gewaltanwendung

Versteck

Gold verstecken bietet gleich mehrere Vorteile: Kostenfreiheit, vollständige Anonymität und Zugriff jederzeit. Die Sicherheit ist aber nur so gut wie das Versteck clever gewählt ist. Und es sollten Vorkehrungen getroffen werden für Vergesslichkeit oder Ableben.

VorteileNachteile
Keine oder geringe KostenNur gute Verstecke bieten Sicherheit
Uneingeschränkte VerfügbarkeitVersteck kann "vergessen" werden
100 % AnonymitätBei Verlust möglicherweise Problem mit Versicherung

Goldkonto, Goldsparplan, Zollfreilager

Die nachfolgenden Lagerungsarten sind insofern speziell, als ein Dienstleister zwar die professionelle Lagerung in einer Art Gold-Depot übernimmt, ein weitergehender Vertrag aber bestimmte Modalitäten über die Art des Goldbesitzes regelt. Dazu zählen sogenannte Gold- oder Metallkonten sowie Goldsparpläne. Je nach Vertrag können diese Regelungen sehr weitreichend sein bis hin zur Tatsache, dass man gar nicht Eigentümer von physischem Gold ist, sondern nur verbriefte Lieferansprüche auf das eingelagerte Gold hat. Auch ist die Auslieferung in der Regel mit erheblichen Zusatzkosten verbunden.

Bei Zollfreilagern erfolgt die Lagerung von Edelmetallen unter bestimmten zollrechtlichen Bestimmungen. Interessant sind sie vor allem für Silber, Platin oder Palladium, weil diese bei einem Kauf hierzulande der Mehrwertsteuer unterliegen. Diese lässt sich bei Lagerung in einem Zollfreilager legal einsparen. Goldaufbewahrung ist dort aber auch prinzipiell möglich.

Die britische Goldhandelsplattform Bullion Vault bietet Gold Aufbewahrung mit einer Besonderheit: Hier kann man über die Plattform zusätzlich auch Gold handeln. Das Gold lagert in Hochsicherheitstresoren in London, Zürich, New York, Singapur oder Toronto. Die Verwahrung kostet 0,12 Prozent des Goldwerts pro Jahr, mindestens aber 48 US-Dollar.

VorteileNachteile
Sehr hohe Sicherheit bei seriösen AnbieternTeils komplizierte vertragliche Details
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von Goldmarie | 15.04.2020, 07:49 Antworten

Es gibt (oder zumindest gab es das vor ein paar Jahren) in wohl seltenen Fällen Bankschließfächer, die von außen allein durch den Kunden erreichbar sind. So ähnlich wie Postfächer. Das war damals bei einer Sparkasse. Allerdings war der Zufall über den Eingangsbereich mit den Geldautomaten. Immerhin war man nicht an Öffnungszeiten gebunden.
Metallkonten, Lagerung bei Händlern (womöglich im Ausland) oder an anderen Lagerstätten sind meines Erachtens keine Alternative. Schon jetzt in der "Corona-Krise" mit vergleichsweise moderaten Beschränkungen, käme man da nicht gut dran. Im Ausland garnicht.
Das läuft dem Sinn physischen Goldbesitzes zuwider. Zumindest, wenn man den als Versicherung und nicht als Spekulationsobjekt betrachtet.

von Friedensreicher | 25.03.2020, 16:03 Antworten

Der Zugang zu Bankschließfächern kann AUF UNBESTIMMTE ZEIT verwehrt werden. So ergeht es uns aktuell wegen der Corona-Krise: Wir kommen nicht an unsere beiden Bankschließfächer bei zwei verschiedenen Commerzbankfilialen ran. Die Bankmitarbeiter können keine Aussage machen, wann der Zugang wieder möglich sein wird.

von Huber Dipl. Betriebswirt | 27.10.2019, 20:28 Antworten

Da ich bereits den vorherigen Ratgeber schwer bemängeln musste, muss ich auch diesen wieder in Teilen bemängeln.
Da ich in der Versicherungsbranche tätig bin für vermögende Privat und Firmenkunden, muss ich folgendes bei Lagerung zuhause korrigieren.
1. es versichert nicht die Haftpflichtversicherung sondern die Hausratversicherung.
2. die meisten Hausratversicherungen versichern 20.000€ bis 30.000€ an Gold, Schmuck.. Bargeld liegt meist bei max 1500€ bis 3500€ ohne Tresor !! Einige wenige gar nichts dergleichen, von diesen Versicherern ist abzuraten !
3. es gibt Hausratversicherungen die auch OHNE Tresor abhängig von der Gesamtversicherungssumme (mind.100.000€ Hausratversicherungssumme) bis 50.000€ Gold Silber... versichern, dies sind aber nur einige wenige Versicherer.
4. zu den Prüfnormen bei Tresoren ist zu sagen, die Versicherer bevorzugen immer die VDS Richtlinie diese ist auch vom Prüfaufwand als höherwertiger anzusehen als die Europäische Zertifizierung manche erkennen auch nur die VDS Richtlinie an oder erkennen für die Europäische Richtlinie nur geringere Versicherungssummen an. Der Tresorkäufer sollte daher immer die VDS Klasse bevorzugen.
5. Ein Tresor ist versicherungstechnisch erst ab VDS Klasse 1 und 200 kg Mindestgewicht für die Versicherung relevant, die Beste Lösung bietet ein Tresor mit VDS Klasse 3 und Mindestgewicht 300 kg. Diese sind ab 1300€ aufwärts je nach Hersteller zu haben. Versicherungsabhängig ist ab dieser Spezifikation keine Verankerung mehr notwendig, empfehlenwert ist diese dennoch. Darauf ist daher zu achten denn in Mietwohnungen können Sie nicht einfach Löcher durch den Estrich in Betondecken zur Verankerung bohren. Oder die Bausubstanz ist unzureichend für eine fachgerechte versicherungstechnisch anerkannte Verankerung. Diese ist schwer zu erfüllen im Regelfall zählt nur Verankerung in Stahlbeton.
6. Bei schwereren Tresoren ist zu bedenken ob die Tragfähigkeit der Bausubstanz und der Weg dorthin ausreichend tragfähig ist (Treppen, Decken..).
7. Mit einer normalen Sackkarre werden Sie keinen Tresor um die 200kg mit Inhalt so leicht transportieren mit Sicherheit nicht über eine Treppe, und einen 300kg Tresor ohne elektrischen Antrieb und Treppensteiger schon gar nicht. Zumindest ist dies sehr auffallend wegen des benötigten Spezialequipments und auch zeitaufwändig. Ausserdem benötigen Sie im Regelfall bei einem 300kg + Tresor einen LKW mit Hebebühne zum Abtransport.
8. Die Tabelle mit den Höchstversicherungssummen oben bezieht sich bereits auf Tresore mit Alarmanlage ansonsten sind die oben genannten Summen im Regelfall 50% davon. VDS Klasse 3 ist mit Alarmanlage bei max. 200.000€ ansonsten nur 100.000€.
9. Ab Werten von 100.000€ Versicherungswert wird es kritisch es wird ein Tresor mit VDS Klasse 3 verlangt und eine VDS Klasse 1 Alarmanlage mit Aufschaltung zum Sicherheitsdienst. Es gibt auch Abweichungen davon diese sind dann individuell oder/und auch sehr teuer.
Man sollte aber immer bedenken, eine Aufbewahrung von derart wertvollen beweglichen Vermögensgegenständen birgt immer das Risiko eines u.U. bewaffneten Überfalls je höher diese Summen sind, und damit eine Gefahr für das eigene Leben. Der beste Tresor nützt nichts wenn Sie gezwungen werden diesen zu öffnen, daher ist die Versicherung der Vermögenswerte immer notwendig, und Sie sollten für sich immer überlegen was und wie viel Sie zuhause aufbewahren möchten und welches Risiko Sie damit eingehen und ob Sie diese Risiko tragen möchten.
MfG Huber

2 Antworten an Huber Dipl. Betriebswirt anzeigen

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