Stand: 18.09.2018 0 Kommentare

Wie erkenne ich Gold? Dass einem diese Frage durch den Kopf geht, ist gar nicht so abwegig. Da ist der hübsche Goldschmuck, erstanden im letzten Urlaub. Der Goldbarren bei eBay, gekauft zu einem Schnäppchenpreis. Oder die goldene Kette, geerbt von Oma. Wer Zweifel hat, will Gewissheit. Wir stellen alle Prüfmethoden vor. Dabei räumen wir auch mit einigen Mythen auf.

Echtes Gold erkennen: Das Wichtigste in Kürze

  • Möglichkeiten für Laien nur begrenzt
  • Experten liefern mit aufwändigen Prüfmethoden exakte Ergebnisse
  • Am besten ist gesunder Menschenverstand vor dem Goldkauf
  • GOLD.DE listet nur zertifizierte Händler

Die Methoden im Überblick

Einfache Goldtests für Laien:

  • Beißtest: Mehr
  • Magnetprüfung: Mehr
  • Visuelle Prüfung: Mehr
  • Größe und Gewicht: Mehr
  • Wassertest: Mehr
  • Klangtest: Mehr

Prüfmethoden der Experten:

  • Säuretest: Mehr
  • Münzfische: Mehr
  • Röntgenfluoreszenzanalyse: Mehr
  • Ultraschallanalyse: Mehr
  • Leitfähigkeitsanalyse: Mehr
  • Magnetwaage: Mehr

Methoden für Laien - und was sie taugen

Gold testen zuhause: Tatsächlich gibt es einige einfache Tests, die jeder zuhause selber durchführen kann. Sie ersetzen zwar nicht den Gang zum Experten, können aber erste Anhaltspunkte liefern, um falsches Gold von echtem Gold zu unterscheiden. Manche Methoden sind recht brauchbar, andere dagegen eher Mythos. Wir stellen sie nachfolgend vor. Tipp: Methoden kombinieren!

Der Beißtest

Wir alle kennen Westernfilme, wo ein kerniger Typ mal eben in eine Goldmünze beißt, um zu prüfen, ob es sich um echtes Gold handelt. Richtig ist: Reines Gold ist sehr weich. Aber schon der Krügerrand hat einen Feingoldanteil von nur 916,6. Der Rest ist Kupfer. Das bedeutet, dass diese Goldmünze ziemlich hart ist. Oder anders: Da beißt Du dir die Zähne aus. Außerdem: Wer will schon eine Goldmünze durch Beißspuren verunstalten.

Fazit: Wenig brauchbar. Mehr Mythos.

Die einfache Magnetprüfung

Reines Gold ist diamagnetisch. Hält man einen Magneten an Gold, wird das Gold abgestoßen. Alles andere sollte skeptisch machen. Der Test kann übrigens auch bei verpacktem Gold angewendet werden (Münzkapseln oder Blisterverpackungen).

Fazit: Für reines Gold brauchbarer Schnelltest. Bei Legierungen wenig aussagekräftig

Visuelle Prüfung

Das Probestück wird genau angeschaut. Gefälschte Goldmünzen haben minimale Abweichungen in der Prägung. Bei Goldschmuck nach der Punzierung suchen. Dies ist ein Prägestempel, der die Feinheit des Goldes in Karat oder Tausendteilen angibt.

Fazit: Setzt voraus, dass eine Original Goldmünze oder ein gutes Foto davon zum direkten Vergleich da ist. Bei Barren wird es schon schwieriger. Bei Schmuck bedeutet eine fehlende Punzierung nicht zwangsläufig, dass es sich um Falschgold handelt. Zudem scheuen sich Betrüger auch nicht, falsche Punzierungen am Schmuck anzubringen.

Wiegen und Messen

Bei allen gängigen Goldmünzen, wie etwa dem Krügerrand, liegen Informationen zu Größe und Gewicht vor. Diese Angaben lassen sich recherchieren, z.B. auch hier auf Gold.de. Weicht die Probe deutlich ab, sind Zweifel angebracht. Hier Daten einiger gängiger Bullionmünzen:

Goldmünze Durchmesser Dicke Gewicht
Krügerrand 1 oz 32,6 mm 2,75 mm 33,930 g
Maple Leaf 30,0 mm 2,87 mm 31,103 g
Wiener Philharmoniker 37,0 mm 2,00 mm 31,103 g
American Eagle 32,7 mm 2,75 mm 33,930 g

Fazit: Nur für gängige Bullionmünzen geeignet. Benötigt wird ein feiner Messschieber mit digitaler Anzeige sowie eine elektronische Feinwaage. Ungeeignet für falsches Gold mit einem Kern aus Wolfram, da Wolfram genauso schwer ist wie Gold.

Wassertest

Hierzu wird ein halbvolles Glas Wasser und eine feine Waage mit Digitalanzeige benötigt. Der Wassertest, auch Tauchwägung genannt, beruht auf einer Entdeckung von Archimedes, wonach sich aus der Menge verdrängten Wassers das spezifische Gewicht eines Körpers ermitteln lässt. Hat man das spezifische Gewicht, dann weiß man auch, um welches Material es sich handeln muss. Und so geht der Wassertest:

1. Schritt: Spezifisches Gewicht der Probe recherchieren und notieren. Jede Goldlegierung hat ihr eigenes spezifisches Gewicht. Diese Zahlen sind bekannt. Den Wert brauchen wir für den späteren Abgleich. Beispiel: Haben wir einen Goldring mit 585er Punzierung, so liegt das spezifische Gewicht je nach Legierungsart irgendwo zwischen 13,02 g/cm3 und 13,64 g/cm3. Nachfolgend Angaben zum spezifischen Gewicht für einige ausgewählte Goldlegierungen:

Feinheit spez. Gewicht mindestens spez. Gewicht maximal
999/1000 (24 Karat) 19,32 g/cm3 19,32 g/cm3
916,67/1000 (22 Karat) 17.61 g/cm3 17,82 g/cm3
750/1000 (18 Karat) 14,96 g/cm3 15,45 g/cm3
585/1000 (14 Karat) 13,02 g/cm3 13,64 g/cm3
333/1000 (8 Karat) 10,87 g/cm3 11,58 g/cm3

2. Schritt: Probe mit einer feinen Waage wiegen und das Ergebnis (=Gewicht in Gramm) notieren
3. Schritt: Glas mit Wasser auf eine Waage stellen und auf "0" tarieren
4. Schritt: Probe an einem Bindfaden in das Wasserglas eintauchen. Das Wasser darf nicht überlaufen
5. Schritt: Das neue Gewicht (Glas + eingetauchte Probe) ablesen
6. Schritt: Berechnung: Gewicht der Probe dividiert durch Gewicht des Wasserglases mit eingetauchter Probe.
7. Schritt: Das Ergebnis muss den bekannten Werten für das jeweilige spezifisches Gewicht entsprechen. Ansonsten handelt es sich um falsches Gold.

Fazit: In der Theorie richtig. In der Praxis musst Du aber genau arbeiten, um ein belastbares Ergebnis zu bekommen. Ungeeignet für Goldfälschungen aus Wolfram, oder Schmuckstücke, die innen hohl sind bzw. Lufteinschlüsse haben.

Klangtest

Die Goldmünze mit einem anderen metallischen Gegenstand kurz anschnipsen. Gold "singt", Fälschungen klingen dumpf.

Fazit: Nur geeignet, wer den Klang von Gold bereits kennt, oder zumindest ein Original für einen direkten Vergleich zur Hand hat.

Gold prüfen: So testen die Experten

Goldankäufer, Edelmetallhändler und Scheideanstalten stehen mehrere Prüfverfahren zur Verfügung, um Gold zu testen. Die Methoden reichen vom einfachen Säuretest, der in jedem Ladengeschäft schnell durchführbar ist, bis hin zu aufwändigen Röntgenfloureszenanalyse in großen Labors. Welche Prüfmethode zum Einsatz kommt hängt davon ab, was der Test beweisen soll. Gold ist nicht gleich Gold. So wird im Schmuckbereich viel mit Goldlegierungen gearbeitet, gekennzeichnet durch die jeweilige Angabe in Karat oder Feinheit. Hier ist Nachweis, welche Edelmetalle in welchem Anteilsverhältnis vorhanden sind, aufwändig. Demgegenüber bestehen Goldbarren aus reinem Gold.
Nachfolgend die Prüfverfahren der Profis.

Säuretest

Edelmetalle zeichnen sich durch eine hohe Resistenz gegenüber der Einwirkung von Säuren aus. Gold und Platin zeigen die höchster Widerstandskraft und lösen sich nur in „Königswasser“ auf, eine Mischung aus Salzsäure und Salpetersäure. Diese Resistenz macht sich der Säuretest zunutze.

Der Säuretest, auch Strichprobe genannt, wird vor allem zum Testen von Goldschmuck verwendet. Die Prüfsäuren für Gold gibt es daher meist als Set für verschiedene Feinheiten wie etwa 8 Karat (Gold 333), 14 Karat (Gold 585) oder 18 (Gold 750). Dazu gehört noch ein Prüfstein, meist eine kleine Schiefertafel. Nun reibt man den Prüfling auf dem Prüfstein, sodass ein deutlicher Prüfstrich zurückbleibt. Dann wird die entsprechende Säure auf den Abrieb geträufelt. Verblasst der Prüfstrich, handelt es sich vermutlich um eine Fälschung. Zeigt der Abrieb keine farbliche Veränderung, ist es echtes Gold.

Nur zur Oberflächenprüfung geeignet.

Münzfische

Münzfische werden zur Überprüfung von Goldmünzen benutzt. Es sind genormte Schablonen, mit denen sich Größe, Dicke oder Gewicht einer Goldmünze schnell überprüfen lassen. Für jede gängige Anlagemünzen gibt es den passenden Münzfisch.

Röntgenfluoreszenz-Analyse (RFA)

High-Tech Goldtester für professionelle Labors. Die Röntgenfluoreszenzanalyse ist ein Goldprüfgerät in Gestalt eines Röntgenfluoreszenzspektrometer. Der Prüfling im Spektrometer wird Röntgenstrahlung ausgesetzt und reflektiert Röntgenfluoreszenzstrahlung. Eine Analyse dieser Strahlung gestattet nicht nur die Bestätigung der Echtheit, sondern die exakte metallische Zusammensetzung des Prüflings.

Die Röntgenfluoreszenzanalyse ist ein zuverlässiger und relativ schneller Goldtest. Er kann auch für mehrere Metalle angewendet werden. Nachteil: Die Goldprüfung ist begrenzt auf die dünne obere Schicht der Probe. Oder anders: Vergoldete Proben mit einer sehr dicken Gold-Schicht sind schwer zu testen. Ansonsten sind Beschädigungen der Oberfläche notwendig. Beim Prüfen von Zahngold und anderem Altgold in der Scheideanstalt spielt dieser Nachteil jedoch keine Rolle, da die einzelnen Edelmetallbestandteile ohnehin getrennt werden.

Ultraschallanalyse

Hierbei wird ein Schallwelle durch die Probe geschickt. Je nach Material ist die Schalllaufzeit unterschiedlich. Dies macht sich die Ultraschallanalyse für die Echtheitsprüfung von Gold zunutze. Aber auch andere Edelmetalle wie Silber oder Platin können mit einem Ultraschall-Messgerät getestet werden. Bei der Prüfung wird nicht nur die oberflächliche Schicht, sondern das gesamte Volumen der Probe untersucht. Auch Fälschungen mit einer nahezu identischen Dichte lassen sich mit der Ultraschallprüfung eindeutig entlarven. Die Methode arbeitet zerstörungsfrei.

Leitfähigkeitsanalyse

Leitfähigkeitsmessgeräte messen die elektrischen Leitfähigkeit von Edelmetallen oder Edelmetalllegierungen. Abweichungen von der materialtypischen Leitfähigkeit lassen eindeutig darauf schließen, dass es sich bei dem Prüfling um ein Goldimitat handelt. Die Prüfung von gekapselten Goldünzen oder Goldbarren in einer Blisterverpackung ist mit einem Leitfähigkeitsmessgerät problemlos möglich. Mit der Leitfähigkeitsanalyse lässt sich das gesamte Volumen des Prüflings untersuchen, und nicht nur die Oberfläche. Mit Gold beschichtete Fälschungen lassen sich daher zuverlässig erkennen.

Magnetwaage

Gold und Silber verhalten sich diamagnetisch, d.h. sie werden von einem Magneten abgestoßen. Wolfram und andere Metalle verhalten sich paramagnetisch, d.h. sie werden von Magneten angezogen. Diese Tatsache macht sich eine Magnetwaage zunutze. Durch die Ermittlung der Gewichtsdifferenz lässt sich sagen, ob die Probe eine Fälschung ist oder nicht. Die Methode ist ebenfalls zerstörungsfrei und funktioniert durch Verpackungen (Blister) hindurch.

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