Stand: 08.03.2018 0 Kommentare

Fälschungen von Goldbarren, Goldmünzen und Goldschmuck lassen sich mit einer Vielzahl von Methoden erkennen. Oft führt erst die Kombination verschiedener Testverfahren zu einem sicheren Ergebnis. Im Folgenden stellen wir Ihnen die wichtigsten Echtheitstests für Goldprodukte sowie sinnvolle Ergänzungstests vor.

Das Wichtigste in Kürze

  • Doppelt hält besser: Kombinieren Sie verschiedene Testmethoden.
  • Schalten Sie den gesunden Menschenverstand ein.
  • Anlagegold ist Mehrwertsteuer frei
  • Bei Unsicherheit bieten seriöse Händler Abhilfe.

Optische Prüfung bei Goldbarren und Goldmünzen

Goldbarren und Goldmünzen sind seriell hergestellte Produkte mit einem bekannten Design. Eine Vielzahl von minderwertigen Fälschungen lässt sich auch von Laien bereits durch eine einfache optische Prüfung mit bloßem Auge erkennen. Selbst geringfügige Abweichungen in der Gestaltung des Barrens oder dem Münzbild entlarven den Prüfling als Fake-Produkt.

Für den Vergleich sollten Sie Abbildungen aus seriösen Quellen verwenden, zum Beispiel die Webseite des Herstellers oder Gold.de.

Achten Sie bei der optischen Prüfung darauf, dass Sie nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

Viele bekannte Goldmünzen wie das australische „Känguru“, der chinesische „Panda“ oder die Goldmünze der australischen „Lunar Serie II“ zeichnen sich durch jährlich wechselnde Münzbilder aus. Auch das Design von Goldbarren kann sich zwischen verschiedenen Jahrgängen unterscheiden.

Die Färbung der Münze oder des Barrens ist für die Echtheitsprüfung eher ungeeignet. Das Display Ihres Handys oder Ihr Monitor gibt die Farbe nicht hundertprozentig korrekt wieder. Darüber hinaus ändern Goldprodukte aus Legierungen mit Kupferanteil im Laufe der Zeit ihre Farbe.

Zum Beispiel ist der rotgoldene Farbton des „Krügerrands“ mit einem Kupferanteil von 8,33 Prozent bei älteren Exemplaren ausgeprägter als bei Münzen des aktuellen Jahrgangs.

Wichtig

Die optische Prüfung ist lediglich ein erster Schritt, um die Echtheit von Goldbarren und Goldmünzen zu bestätigen und gibt Ihnen alleine noch keine Gewissheit.


Wiegen und Messen (Goldbarren und Goldmünzen)

Mapel Leaf wiegen

Maße und Gewichte von Goldbarren und Goldmünzen haben nur einen sehr geringen Toleranzbereich. Da Gold und Goldlegierungen über eine spezifische Dichte verfügen, stimmen Abmessungen und Gewicht von Fälschungen in den meisten Fällen nicht genau mit dem Original überein.

Das Rau- oder Gesamtgewicht kann sich bei verschiedenen Goldmünzen in derselben Stückelung unterscheiden. Das liegt daran, dass der als Feinheit bezeichnete Goldanteil nicht bei allen Münzen identisch ist. Der kanadische „Maple Leaf“ hat beispielsweise eine Feinheit von 99,99 Prozent.

Der südafrikanische Krügerrand besteht hingegen aus einer Goldlegierung mit einer Feinheit von 91,67 Prozent und einem Kupferanteil von 8,33 Prozent. Bei gleichem Fein- oder Goldgewicht von zum Beispiel 1 oz (eine Feinunze = ca. 31,103 g) ist der Krügerrand also etwas schwerer, da er zusätzlich zum Gold noch Kupfer enthält.

Bei handelsübliche Goldbarren am deutschen Markt ist das Gesamtgewicht bei gleicher Stückelung in nahezu allen Fällen identisch. Die Feinheit beträgt bei den Barren aller bekannten Hersteller 99,99 Prozent.

Um möglichst genaue Messergebnisse zu erhalten, empfiehlt es sich, einen Messschieber mit digitaler Anzeige sowie eine elektronische Feingoldwaage zu verwenden. Für Goldmünzen können Sie alternativ auch Münzschablonen mit integrierter Kippwaage verwenden.

Wichtig

Fälschungen aus Wolfram mit einer Goldbeschichtung lassen sich durch Abmessen und Wiegen nicht entlarven. Die Dichte von Gold (19,32 g/cm3) und Wolfram (19,25 g/cm3) ist nahezu identisch. Als Ergänzung bietet sich der Magnettest an.


Maße und Gewichte gängiger Goldmünzen

Goldmünze Durchmesser Dicke Gewicht
Krügerrand 1 oz 32,6 mm 2,75 mm 33,930 g
Maple Leaf 30,0 mm 2,87 mm 31,103 g
Wiener Philharmoniker 37,0 mm 2,00 mm 31,103 g
American Eagle 32,7 mm 2,75 mm 33,930 g

Wassertest (alle Goldprodukte)

Der Wassertest für die Echtheitsprüfung von Gold geht auf Archimedes von Syrakus (287 v. Chr. -212 v. Chr.) zurück. Der griechische Mathematiker, Physiker und Ingenieur entdeckte, dass Körper im Wasser scheinbar Gewicht verlieren. Der Gewichtsverlust entspricht genau dem Gewicht des durch den Körper verdrängten Wassers.

Das spezifische Gewicht (Gewicht relativ zum Volumen) von Wasser beträgt 1 g/cm3. Die Differenz zwischen dem Gewicht eines Prüflings und dem scheinbaren Gewicht des Prüflings im Wasser gibt also Aufschluss über das Volumen des Prüflings und damit mittelbar über sein spezifisches Gewicht. Verwenden Sie die folgende einfache Formel:


Gewicht des Prüflings / Gewichtsdifferenz des Prüflings im Wasser = spezifisches Gewicht

Karat und Punzzeichen auf Goldschmuck / Goldbarren / Goldmünzen

Um das errechnete Gewicht und das Sollgewicht miteinander zu vergleichen, müssen Sie die Feinheit sowie die genaue Zusammensetzung des Prüflings kennen. Angaben zur Feinheit finden Sie auf Schmuckstücken in Form von Punzen genannten Stempeln, entweder als Angabe in Karat oder in Promille und auf modernen Goldbarren und Goldmünzen grundsätzlich in Promille.

Die genaue Zusammensetzung des Prüflings ist Ihnen bei Goldschmuck in den meisten Fällen unbekannt. Um den Wassertest dennoch erfolgreich durchzuführen, können Sie sich an der folgenden Übersicht für Gewichtstoleranzen bei verschiedenen Feinheiten orientieren:


Spezifisches Gewicht: Toleranzen bei verschiedener Feinheit

Feinheit spez. Gewicht mindestens spez. Gewicht maximal
999/1000 (24 Karat) 19,32 g/cm3 19,32 g/cm3
916,67/1000 (22 Karat) 17.61 g/cm3 17,82 g/cm3
750/1000 (18 Karat) 14,96 g/cm3 15,45 g/cm3
585/1000 (14 Karat) 13,02 g/cm3 13,64 g/cm3
333/1000 (8 Karat) 10,87 g/cm3 11,58 g/cm3

Beispiel:

Sie möchten die Echtheit eines Schmuckstücks mit 15 g überprüfen. Gehen Sie wie folgt vor:

  1. Füllen Sie einen Becher mit Wasser, allerdings nicht randvoll. Der Prüfling muss sich eintauchen lassen, ohne dass Wasser überläuft.
  2. Stellen Sie das Glas auf eine Waage und tarieren Sie die Waage auf 0.
  3. Halten Sie den Ring an einem Bindfaden in das Wasser, ohne dass es den Boden des Glases berührt.
  4. Lesen Sie das angezeigte Gewicht ab. Dies entspricht der Gewichtsdifferenz des Prüflings im Wasser. Angenommen Sie bekommen 0,971 g angezeigt.
  5. Teilen Sie nun das Gewicht des Prüflings an der Luft (15 g) durch die angezeigte Gewichtsdifferenz im Wasser (0,971 g) und Sie erhalten ein spezifisches Gewicht des Prüflings von 15,448 g. Es handelt sich um echtes Gold mit der Feinheit von 750/1000.

Wichtig

Der Wassertest nicht geeignet, um Fälschungen aus Wolfram mit einer Goldbeschichtung zu entlarven. Der Magnettest bietet sich als sinnvolle Ergänzung an.


Säuretest (Goldschmuck)

Prüfsäuren um Gold auf die Feinheitzu testen

Edelmetalle zeichnen sich durch eine hohe Resistenz gegenüber der Einwirkung von Säuren aus. Gold und Platin zeigen die höchster Widerstandskraft und lösen sich nur in „Königswasser“ - einer eine Mischung aus Salzsäure und Salpetersäure - auf. Diese Resistenz kann man sich zur Echtheitsüberprüfung mit dem Säuretest zunutze machen.

Die Prüfsäuren sind für Gold mit verschiedenen Feinheiten wie 8 Karat (Gold 333), 14 Karat (Gold 585) oder 18 (Gold 750) im Set erhältlich, dem ein Prüfstein - meist eine kleine Schiefertafel - beiliegt. Reiben Sie den Prüfling auf dem Prüfstein, sodass ein deutlicher Prüfstrich zurückbleibt. Geben Sie dann ein wenig von der zur Feinheit die passende Säure auf den Abrieb.

Verblasst der Prüfstrich und nimmt schließlich die Farbe der Schiefertafel an, handelt es sich bei dem Prüfling um eine Fälschung. Zeigt der Abrieb keine farbliche Veränderung, halten Sie vermutlich echtes Gold in der Hand.

Wichtig

Die Säure reagiert mit dem Abrieb von der Oberfläche. Ein nur vergoldetes Objekt kann durch Prüfsäuren fälschlicherweise als echt bestätigt werden.Wiegen und Messen oder der Wassertest bieten sich als sinnvolle Ergänzung an.


Röntgenfluoreszenzanalyse (für private Goldbesitzer ungeeignet)

Die Röntgenfluoreszenzanalyse ist ein sehr zuverlässiger Goldtest mit einem Röntgenfluoreszenzspektrometer. Der Prüfling im Spektrometer wird Röntgenstrahlung ausgesetzt und reflektiert Röntgenfluoreszenzstrahlung. Eine Analyse dieser Strahlung gestattet nicht nur die Bestätigung der Echtheit, sondern die exakte metallische Zusammensetzung des Prüflings.

Die hohe Verlässlichkeit der Röntgenfluoreszenzanalyse stößt allerdings bei einer Stärke des Prüflings von 1 mm oder mehr an ihre Grenzen, sodass Beschädigungen der Oberfläche notwendig werden. Beim Prüfen von Zahngold und anderem Altgold in der Scheideanstalt ist dieser Nachteil keine Rolle, da die einzelnen Edelmetallbestandteile später ohnehin getrennt werden.

Für den privaten Besitzer von Barren, Münzen und Schmuck ist ein Röntgenfluoreszenzspektrometer keine sinnvolle Anschaffung - nicht zuletzt auch wegen des hohen Preises dieser professionellen Geräte.


Ultraschallanalyse (Goldbarren und Goldmünzen)

Die Ultraschallanalyse macht sich die unterschiedliche Schallgeschwindigkeit in verschiedenen Metallen für die Echtheitsprüfung von Gold zunutze. Bei der Untersuchung im Ultraschall-Messgerät wird nicht nur die oberflächliche Schicht, sondern das gesamte Volumen des Prüflings untersucht.

Auch Fälschungen mit einer nahezu identischen Dichte aus Wolfram, die bei einer Gewichtsmessung oder beim Wassertest keinerlei Auffälligkeiten zeigen, lassen sich mit der Ultraschallprüfung eindeutig entlarven.


Schallgeschwindigkeit in verschiedenen Metallen

Metall Schallgeschwindigkeit in m/s bei 20°C
Gold 3240
Silber 3600
Kupfer 4660
Wolfram 5180
Messing 3500
Eisen 5170

Ultraschall-Testgeräte sind auch für Privatanleger erhältlich. Hochwertige Modelle verfügen über eine Vielzahl vorab eingestellter Feinheiten, die das gängiger Spektrum von 90 Prozent bis 99,99 Prozent abdeckt.


Magnettest (Goldbarren und Goldmünzen)

Der Magnettest bietet eine kostengünstige Alternative zur Ultraschallanalyse, um Fälschungen von Goldmünzen oder Goldbarren aus Wolfram zu erkennen. Gold ist diamagnetisch. Das bedeutet, es wird aus einem Magnetfeld herausgedrängt. Wolfram ist paramagnetisch und wandert in ein Magnetfeld hinein.

Sie benötigen für den Magnettest einen starken Magneten (Neodymmagneten), einen Bindfaden und ein Stück Klebeband. Fixieren Sie ein Stück Bindfaden über einer offenen Fläche, zum Beispiel an der Kante Ihres Schreibtischs. Am unteren Ende des Bindfadens befestigen Sie die Münze oder den Barren. Münzkapseln oder Blisterverpackung haben auf die Prüfung keinen nachteiligen Effekt, müssen also nicht geöffnet oder beschädigt werden.

Warten Sie bis der Prüfling vollständig zur Ruhe gekommen ist und führen Sie den Neodymmagneten seitlich heran. Handelt es sich um echtes Gold, wird der Prüfling deutlich von den Magneten abgestoßen. Eine Wolframfälschung schwingt dem Magneten entgegen.

Wichtig

Der Magnettest erkennt keine Fälschungen, die andere diamagnetischen Metalle wie Kupfer oder Silber enthalten. Der Wassertest oder Wiegen und Messen bietet sich als sinnvolle Ergänzung an.


Analyse der elektrischen Leitfähigkeit (alle Goldprodukte)

Leitfähigkeitsmessgeräte ermöglichen eine zügige und zuverlässige Analyse der elektrischen Leitfähigkeit von Produkten aus allen Edelmetallen oder Edelmetalllegierungen. Abweichungen von der materialtypischen Leitfähigkeit lassen eindeutig darauf schließen, dass es sich bei dem Prüfling um eine Fälschung handelt.

Die Prüfung von gekapselten Goldünzen oder Goldbarren in einer Blisterverpackung ist mit einem Leitfähigkeitsmessgerät problemlos möglich. Hochwertige Modelle, die auch für Privatanleger erhältlich sind, überprüfen das gesamte Volumen des Prüflings, nicht nur die Oberfläche. Mit Gold beschichtete Fälschungen lassen sich so zuverlässig erkennen.

Wichtig

Die Leitfähigkeit von Feingoldmünzen oder Goldbarren aus Feingold weicht erheblich von Goldmünzen aus einer Kupfer-Gold-Legierung ab. Stellen Sie vor dem Kauf eines Messgeräts also sicher, dass sich die gewünschte Feinheit einstellen lässt.


verschiedenen möglichkeiten Gold auf Echtheit zu Prüfen


„Echtheitstest“ per gesundem Menschenverstand

Kein Test im strengen Sinn Wortes, aber eine sinnvolle Möglichkeit offensichtliche Fälschungen schon vor dem Kauf zu erkennen bietet Ihnen der Verkaufspreis. Ist ein Angebot zu schön um wahr zu sein, dann ist es in der Regel auch nicht wahr.

Beispiel: Der aktuelle Goldpreis beträgt 1.500 Euro Ein Goldbarren mit einem Gewicht von 1 oz kostet beim günstigsten Händler in unserem Preisvergleich 1.515 Euro. Sie stoßen auf ein Angebot für einen solchen Goldbarren für 1.000 Euro.

An diesem Punkt können Sie den „Echtheitstest“ bereits beenden.

Es besteht für einen Verkäufer schlichtweg kein Grund, Ihnen einen Preisnachlass von über 50 Prozent zu bieten, wenn seriöse Händler einen Aufschlag von 1 Prozent oder mehr verlangen.

Wenn Sie sich die eigenständige Prüfung nicht zutrauen oder keine größeren Summen für die Anschaffung professioneller Testgeräte ausgeben möchten, fragen Sie Ihren Edelmetallhändler, mit welchen Testverfahren er Ihnen die Echtheit garantiert.

Seriöse Anbieter wie die auf Gold.de gelisteten Händler werden Ihnen gerne Auskunft geben.

THEMA INHALTE:
Gold: Echtheit prüfen
Echtheit von Gold mit Prüfsäuren prüfen
Mit Prüfsäuren kann die Echtheit von Gold geprüft und die Goldlegierung bestimmt werden
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