Ist mein Gold echt? Gibt es auch einfache Goldtests für zu Hause? Woran erkenne man Gold überhaupt? GOLD.DE stellt alle Prüfmethoden vor. Und räumt mit einigen Mythen auf.
Gold auf Echtheit prüfen

Dass einem Zweifel an der Echtheit von Gold kommen, ist gar nicht so abwegig. Da ist der Goldbarren, erstanden bei einer bekannten Internetauktionsplattform zu einem verdächtig günstigen Schnäppchenpreis. Die goldene Kette, gefunden in der U-Bahn. Oder war der Basar beim letzten Urlaub nicht doch etwas zweifelhaft, wo unbedingt das hübsche Goldschmuck Mitbringsel erstanden werden musste?

Erschwerend kommt hinzu: Gold ist nicht gleich Gold. So wird im Schmuckbereich viel mit Goldlegierungen gearbeitet, gekennzeichnet durch die jeweilige Angabe in Karat oder Feinheit. Auch viele Goldmünzen bestehen nicht aus reinem 999,9 Gold.

Nun will nicht jeder gleich den Gang ins Experten-Labor antreten, um Gold auf Echtheit zu prüfen. Welche Möglichkeiten hat also der Laie? Und mit welchen Prüfmethoden arbeiten die Experten?

Das Wichtigste in Kürze
  • Möglichkeiten für Laien nur begrenzt
  • Experten liefern mit aufwändigen Prüfmethoden exakte Ergebnisse
  • Am besten ist gesunder Menschenverstand vor dem Goldkauf
  • Anlagegold sicher kaufen bei Gold.de-zertifizierten Händlern
Gold Fälschungen auf Echtheit prüfen

Methoden für Laien - und was sie taugen

Gold testen zuhause - geht das überhaupt? Tatsächlich gibt es einige einfache Tests, die zwar keine 100% Sicherheit geben, aber durchaus Anhaltspunkte geben können, um falsches Gold von echtem Gold zu unterscheiden. GOLD.DE zeigt, welche Hausmethoden brauchbar sind, und welche eher Mythos. Tipp: Methoden kombinieren! Ergänzend empfehlen wir aber immer den Gang zum seriösen Edelmetallhändler oder Goldankäufer. Die können auch gleich ein Kaufangebot unterbreiten.

Experten findet man im GOLD.DE Ankäuferverzeichnis mit PLZ-Suche:

Der Gold-Beißtest

Wir alle kennen Westernfilme, wo ein kerniger Typ mal eben in eine Goldmünze beißt, um zu prüfen, ob es sich um echtes Gold handelt.

Richtig ist: Reines Gold ist sehr weich. Aber schon der Krügerrand hat einen Feingoldanteil von nur 916,6. Der Rest ist Kupfer.

Das bedeutet, dass diese Goldmünze ziemlich hart ist. Oder anders: Da beißt du dir die Zähne aus.

Außerdem: Wer will schon eine Goldmünze durch Beißspuren verunstalten.

Fazit: Wenig brauchbar. Mehr Mythos.

Einfache Magnetprüfung: Ist Gold magnetisch?

Reines Gold ist leicht diamagnetisch. Das bedeutet: Hält man einen starken Magneten an Gold, wird Gold abgestoßen. Bei Legierungen schwächt sich der Effekt ab. Der Test kann übrigens auch bei verpacktem Gold angewendet werden (Münzkapseln oder Blisterverpackungen).

Am besten auch den Magenten selbst vorher testen, ob er funktioniert. Magnete können nämlich durch bestimmte Umstände entmagnetisiert werden. Zieht der Magnet das Prüfstück an, besteht es in jedem Fall nicht aus aus reinem Gold.

Fazit: Brauchbar, wenn man einen starken Magneten zur Hand hat. Bei Legierungen wenig aussagekräftig.

Visuelle Prüfung

Das Probestück wird genau angeschaut. Gefälschte Goldmünzen haben minimale Abweichungen in der Prägung. Bei Goldschmuck nach der Punzierung suchen. Dies ist ein Prägestempel, der die Feinheit des Goldes in Karat oder Tausendteilen angibt.

Fazit: Für Laien wenig geeignet. Denn es setzt voraus, dass man genau weiß, wie die Originalmünze aussieht. Oder das Original parat hat zum direkten Vergleich. Ein Foto von Original hilft da auch nicht wirklich. Bei Barren wird es noch schwieriger.

Bei Schmuck bedeutet eine fehlende Punzierung nicht zwangsläufig, dass es sich um Falschgold handelt. Zudem scheuen sich Betrüger auch nicht, falsche Punzierungen am Schmuck anzubringen.

Wiegen und Messen von Gold

Bei allen gängigen Goldmünzen, wie etwa dem Krügerrand, liegen Informationen zu Größe und Gewicht vor. Diese Angaben lassen sich recherchieren, z.B. auch hier auf GOLD.DE. Weicht die Probe deutlich ab, sind Zweifel angebracht.

Hier Daten einiger gängiger Bullionmünzen:

Goldmünze Durchmesser Dicke Gewicht
Krügerrand 1 oz 32,6 mm 2,75 mm 33,930 g
Maple Leaf 30,0 mm 2,87 mm 31,103 g
Wiener Philharmoniker 37,0 mm 2,00 mm 31,103 g
American Eagle 32,7 mm 2,75 mm 33,930 g

Fazit: Für gängige Bullionmünzen durchaus geeignet. Benötigt wird ein feiner Messschieber mit digitaler Anzeige oder eine elektronische Feinwaage. Ungeeignet für falsches Gold mit einem Kern aus Wolfram, da Wolfram in etwa genauso schwer ist wie Gold.

Gold-Wassertest

Hierzu wird ein halbvolles Glas Wasser und eine feine Waage mit Digitalanzeige benötigt. Der Wassertest, auch Tauchwägung genannt, beruht auf einer Entdeckung von Archimedes, wonach sich aus der Menge verdrängten Wassers das spezifische Gewicht eines Körpers ermitteln lässt. Hat man das spezifische Gewicht, dann weiß man auch, um welches Material es sich handeln muss.

Und so geht der Gold-Wassertest:

  1. Goldstück genau wiegen und Gewicht notieren. Beispielhaft nennen wir diesen Wert "A"
  2. Glas mit Wasser auf die Waage stellen, dann Waage auf "0" tarieren
  3. Goldprobe an einen Bindfaden hängen und in das Glas eintauchen. Dabei Wände nicht berühren.
  4. Die Waage zeigt nun einen Wert an. Diesen Wert ebenfalls notieren. Beispielhaft nennen wir diesen Wert "B"
  5. Wir dividieren "A" durch "B" (=A/B) und erhalten einen neuen Wert "C". Diesen Wert "C" nehmen wir als spezifisches Gewicht in Gramm
  6. Wir vergleichen "C" mit der folgenden Tabelle. Je nachdem, welchem Wert C (näherungsweise) entspricht, wissen wir ob es Gold ist, und sogar, welche Feinheit das Gold hat.
spez. Gewicht (min - max) Feinheit
19,32 g/cm3 999/1000 (24 Karat)
17,61 g/cm3 - 17,82 g/cm3 916,67/1000 (22 Karat)
14,96 g/cm3 - 15,45 g/cm3 750/1000 (18 Karat)
13,02 g/cm3 - 13,64 g/cm3 585/1000 (14 Karat)
10,87 g/cm3 - 11,58 g/cm3 333/1000 (8 Karat)

Beispiele:

  • Ist "C" ein Wert von annähernd 19,3, dann ist es 999,9 Gold, also reines Gold
  • Ist "C" ein Wert annähernd zwischen 13,0 - 13,6, dann ist es 585er Gold oder 14 Karat
  • Ist "C" ein Wert deutlich unter 10,8, ist es wahrscheinlich kein Gold

Unschärfen beim Wert C sind bedingt durch das zusätzliche Volumen des Fadens, Luftbläschen oder Luftanhaftungen bei unregelmäßigen Oberflächen. Für diesen einfachen Test aber praktisch vernachlässigbar.

Fazit: In der Theorie richtig. In der Praxis nur geeignet für massive Körper mit möglichst glatten Oberflächen. Ungeeignet für Goldfälschungen aus Wolfram, oder Schmuckstücke, die innen hohl sind und somit viele Lufteinschlüsse haben.

Gold Klangtest

Die Goldmünze mit einem anderen metallischen Gegenstand kurz anschnipsen. Gold "singt", Fälschungen klingen dumpf.

Fazit: Nur geeignet, wer den Klang von Gold bereits kennt, oder zumindest ein Original für einen direkten Vergleich zur Hand hat.

Gold prüfen: So testen die Experten

Goldankäufer, Edelmetallhändler und Scheideanstalten stehen mehrere Prüfverfahren zur Verfügung, um Gold zu testen. Die Methoden reichen vom einfachen Säuretest, der in jedem Ladengeschäft schnell durchführbar ist, bis hin zu aufwändigen Röntgenfloureszenanalyse in großen Labors. Welche Prüfmethode zum Einsatz kommt hängt davon ab, was der Test beweisen soll.

Gold Säuretest

Edelmetalle zeichnen sich durch eine hohe Resistenz gegenüber der Einwirkung von Säuren aus. Gold und Platin zeigen die höchster Widerstandskraft und lösen sich nur in „Königswasser“ auf, eine Mischung aus Salzsäure und Salpetersäure. Diese Resistenz macht sich der Säuretest zunutze.

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Dieser Säuretest für kleines Geld umfasst ein Set von mehren Säuren zum Prüfen von 8 Karat, 14 Karat, 18 Karat und 21 Karat Gold.
Inklusive Anleitung.

Prüfsäuren- Säuretest-Set

Der Säuretest, auch Strichprobe genannt, wird vor allem zum Testen von Goldschmuck verwendet. Die Prüfsäuren für Gold gibt es daher meist als Set für verschiedene Feinheiten wie etwa 8 Karat (Gold 333), 14 Karat (Gold 585) oder 18 (Gold 750). Dazu gehört noch ein Prüfstein, meist eine kleine Schiefertafel. Nun reibt man den Prüfling auf dem Prüfstein, sodass ein deutlicher Prüfstrich zurückbleibt. 

Dann wird die entsprechende Säure auf den Abrieb geträufelt. Verblasst der Prüfstrich, handelt es sich vermutlich um eine Fälschung. Zeigt der Abrieb keine farbliche Veränderung, ist es echtes Gold. Nur zur Oberflächenprüfung geeignet.

Tifoo Prüfsäureset - Gold & Silber testen

4 x 20 ml Prüfsäuren für 8, 14, 18, 21 Karat Gold (333, 585, 750, 900), 1 Prüfstein, 5 ml Pflegemittel für den Prüfstein

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Münzfische

Münzfische sind genormte Schablonen, mit denen sich Größe, Dicke oder Gewicht einer Goldmünze schnell überprüfen lassen. Für jede gängige Anlagemünzen gibt es den passenden Münzfisch.

Gold Röntgenfluoreszenz-Analyse (RFA)

High-Tech Goldtester für professionelle Labors. Die Röntgenfluoreszenzanalyse ist ein Goldprüfgerät in Gestalt eines Röntgenfluoreszenzspektrometer. Der Prüfling im Spektrometer wird Röntgenstrahlung ausgesetzt und reflektiert Röntgenfluoreszenzstrahlung. Eine Analyse dieser Strahlung gestattet nicht nur die Bestätigung der Echtheit, sondern die exakte metallische Zusammensetzung des Prüflings.

Die Röntgenfluoreszenzanalyse ist ein zuverlässiger und relativ schneller Goldtest. Er kann auch für mehrere Metalle angewendet werden.

Nachteil: Die Goldprüfung ist begrenzt auf die dünne obere Schicht der Probe. Oder anders: Vergoldete Proben mit einer sehr dicken Gold-Schicht sind schwer zu testen. Ansonsten sind Beschädigungen der Oberfläche notwendig. Beim Prüfen von Zahngold und anderem Altgold in der Scheideanstalt spielt dieser Nachteil jedoch keine Rolle, da die einzelnen Edelmetallbestandteile ohnehin getrennt werden.

Ultraschallanalyse von Gold

Hierbei wird ein Schallwelle durch die Probe geschickt. Je nach Material ist die Schalllaufzeit unterschiedlich. Dies macht sich die Ultraschallanalyse für die Echtheitsprüfung von Gold zunutze. Aber auch andere Edelmetalle wie Silber oder Platin können mit einem Ultraschall-Messgerät getestet werden. 

Bei der Prüfung wird nicht nur die oberflächliche Schicht, sondern das gesamte Volumen der Probe untersucht. Auch Fälschungen mit einer nahezu identischen Dichte lassen sich mit der Ultraschallprüfung eindeutig entlarven. Die Methode arbeitet zerstörungsfrei.

Leitfähigkeitsanalyse

Leitfähigkeitsmessgeräte messen die elektrischen Leitfähigkeit von Edelmetallen oder Edelmetalllegierungen. Abweichungen von der materialtypischen Leitfähigkeit lassen eindeutig darauf schließen, dass es sich bei dem Prüfling um ein Goldimitat handelt. 

Die Prüfung von gekapselten Goldünzen oder Goldbarren in einer Blisterverpackung ist mit einem Leitfähigkeitsmessgerät problemlos möglich. Mit der Leitfähigkeitsanalyse lässt sich das gesamte Volumen des Prüflings untersuchen, und nicht nur die Oberfläche. Mit Gold beschichtete Fälschungen lassen sich daher zuverlässig erkennen.

Goldprüfgerät digital für Gold & Platin

GemOro AuRACLE® AGT-3 - mit dem Goldprüfgerät Feinheit bestimmen

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Magnetwaage

Gold und Silber verhalten sich diamagnetisch, d. h. sie werden von einem Magneten abgestoßen. Wolfram und andere Metalle verhalten sich paramagnetisch, d. h. sie werden von Magneten angezogen. Diese Tatsache macht sich eine Magnetwaage zunutze. Die Anstoßung oder Anziehung verursacht eine bestimmte Gewichtsdifferenz. Diese wird als numerischer Wert auf dem Display angezeigt. So lässt sich sagen, ob die Probe eine Fälschung ist oder nicht. Die Methode ist ebenfalls zerstörungsfrei und funktioniert durch Verpackungen (Blister) hindurch.

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von Eugen B | 10.02.2020, 18:36 Antworten

der Gold-Wassertest ist so wie hier beschrieben leider Unfug. Man misst so nur die Summe aus Gewicht des Wassers + Gewicht des Prüflings. Es muss aber die Dicht bestimmt werden.
Dazu muss man zusätzlich noch das Volumen des verdrängten Wassers bestimmen. Das Gewicht des Prüflings (z.B. Münze) teilt man dann durch dass verdrängte Volumen.

1 Antwort an Eugen B anzeigen
von Gisbert | 20.08.2020, 22:32 Antworten

Es wäre vielleicht mal eine Idee bei der Bewertung von Edelmetallhändlern auch Stichproben einzubeziehen in Bezug auf die Echtheit der Angebote. Der normale Kunde kann sich doch nur auf die Referenzen verlassen wie hier von Gold.de und z.B. die Nummer auf dem Blister. In jedem Fall vielen Dank für diese Aufstellung der verschiedenen Prüfmöglichkeiten!

von Albert | 31.01.2020, 13:29 Antworten

Alles ganz tolle Informationen und Prüfmethoden. Leider für den Laien zu kompliziert oder zu unwirtschaftlich. Besser wäre professionelle Anlaufstellen in ganz Deutschland (bzw. dem entsprechenden Land) zu nennen die gegen eine vernünftige Gebühr und in Beisein des Inhabers (!) die Edelmetalle mit den guten aber teuren Methoden überprüft. Also ich kenne hier im näheren Umfeld von Osnabrück keine Anlaufstelle die mir wirklich vertrauenswürdig erscheint. Wäre vielleicht eine interessante Geschäftsidee. Dann lohnt sich auch ein teures Prüfgerät. Viele Grüße!!

von Werner | 12.11.2019, 21:21 Antworten

Sehr geehrte Damen und Herren,
könntet ihr mir BITTE ein günstiges Leitfähigkeitsanalysegerät empfehlen??!

Vielen Danke
mfg. Werner/Tirol

von Lupe | 26.06.2019, 07:27 Antworten

Sehr geehrte Redaktion,
Sie schreiben: "Reines Gold ist diamagnetisch. Hält man einen Magneten an Gold, wird das Gold abgestoßen. Alles andere sollte skeptisch machen".
Meine Goldmünzen (die sind alle echt!) werden weder angezogen noch abgestossen. DIe verhalten sich neutral, es passiert NICHTS!
Ich bitte um eine Erklärung.

3 Antworten an Lupe anzeigen

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