Stand: 10.04.2019124 Kommentare
Schuldenuhr Deutschland
2.038.444.623.019 EUR
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Staatsverschuldung Deutschland: Wie ist der aktuelle Stand, wie hat sie sich entwickelt? Was heißt überhaupt Staatsverschuldung und wie entsteht sie? Wer profitiert davon, wer sind die Gläubiger, und was kann man dagegen tun?

Das Wichtigste in Kürze
  • Schuldenstand zum 31.12.2018: 1.914.261.000.000 Euro
  • Das sind über 1,9 Billionen
  • 2018 aber schon das 4. Jahr in Folge mit Schuldenabbau
  • Bundesanleihen wichtigstes Instrument der deutschen Staatsverschuldung

Entwicklung der Staatsverschuldung in Deutschland

Der Gesamtbetrag der deutschen Staatsverschuldung lag Ende 2018 knapp über 1,9 Billionen Euro. Um genau zu sein: 1.914.261.000.000 Euro zum Stichtag 31.12.2018 (1). So die vorläufigen Zahlen für 2018, die das statistische Bundesamt Ende März 2019 bekannt gab. Erfahrungsgemäß werden sich die endgültigen Schulden-Zahlen hiervon nicht wesentlich unterscheiden. Bei einer angenommenen Einwohnerzahl von 83 Millionen ergibt das über 23.000 Euro Schulden pro Einwohner. Zum Vergleich: Im Jahre 1990 belief sich die Schuldenhöhe noch auf rund 540 Milliarden Euro, die Pro-Kopf Verschuldung auf 8.500 Euro. Der bisherige Schulden-Höchststand wurde 2012 markiert mit 2.068.289 EUR.

Die Schuldenuhr ist aber nun schon im 4. Jahr in Folge rückläufig.

Staatsverschuldung in Deutschland aktuell
Quelle: Statistisches Bundesamt (1), Statista/deutsche Bundesbank(2)

Gold.de Meinung:

Auch wenn die deutschen Staatsschulden rückläufig sind: Über 1,9 Billionen Euro, das sind über 1900 Milliarden, sind eine unverstellbar hohe Zahl. 

Wem die möglichen Folgen für unser Währungs- und Finanzsystem zu unsicher sind, der sollte auch an Vermögensabsicherung denken. Hier empfehlen sich Sachwerte wie Aktien, Immobilien, und natürlich Gold. 

Gold ist Garant für Wertbeständigkeit in Krisenzeiten, und hat in der Geschichte noch immer seine Kaufkraft behalten.

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Aktuelle Verteilung und Zusammensetzung

Der größte Anteil an der Staatsverschuldung in Deutschland entfällt auf den Bund, gefolgt von den Ländern, den Gemeinden und der Sozialversicherung. Zum Stichtag 31.12.2018 setzten sich die deutschen Gesamtschulden von 1.914.261.000.000 Euro wie folgt zusammen:

Quelle: Statistisches Bundesamt (1)
Verschuldung nach Körperschaftsgruppen (in Mio EUR) (1)
 20182017Veränderung
- Bund1.213.4351.241.547- 2,3 %
- Länder570.708586.807- 2,4 %
- Gemeinden/Gemeindeverbände129.718137.477- 5,6 %
- Sozialversicherung400434- 8,8 %
GESAMT (Summe)1.914.2611.967.265- 2,7 %

Aktuelle Pro-Kopf Verschuldung nach Ländern

In absoluten Zahlen betrachtet hat bei den Ländern Nordrhein-Westfalen die meisten Schulden, Sachsen die wenigsten. Spannender ist aber ein Blick auf die pro Kopf Verschuldung in den einzelnen Bundesländern, wie die folgende Grafik zum Stichtag 31.12.2018 zeigt. Demnach haben die Bürger Bremens, wie schon in den Jahren zuvor, umgerechnet wieder die größte Schuldenlast zu tragen. Sachsen weist mit nur 346 Euro Schulden pro Einwohner die geringste Verschuldung auf:

Aktuelle Schulden Bundesländer pro Kopf
Quelle: Statistisches Bundesamt (1)

Mit Ausnahme von Bremen, Hamburg und Schleswig Holstein haben alle Bundesländer ihre Schulden 2018 verringert. Bayern, Sachsen und Thüringen haben sich besonders ausgezeichnet beim Schuldenabbau. Im Detail:

Verschuldung nach Bundesländer (in Mio EUR) (1)
 20182017Veränderung
Baden-Württemberg43.59545.658- 4,4 %
Bayern14.61516.974- 13,9 %
Brandenburg16.12216.837- 4,2 %
Hessen40.35940.993-1,5 %
Mecklenburg-Vorpommern7.6538.007- 4,4 %
Niedersachsen58.71859.614- 1,7 %
Nordrhein-Westfalen167.806174.967- 4,0 %
Rheinland-Pfalz30.63131.765- 3,2 %
Saarland13.81214.063- 7,1 %
Sachsen1.4091.555- 9,3 %
Sachsen-Anhalt19.93220.791- 4,1 %
Schleswig-Holstein30.92229.396+ 5,2 %
Thüringen14.67815.859- 7,4 %
Berlin54.40456.547- 4,8 %
Bremen21.62221.033+ 2,8 %
Hamburg34.39332.747+ 5,0 %
Verschuldung nach Bundesländern inkl. Gemeinden/Gemeindeverbänden (in Mio EUR) (1)
 20182017Veränderung
Baden-Württemberg51.65753.614- 3,6 %
Bayern27.34430.393- 10 %
Brandenburg17.99418.808- 4,3 %
Hessen52.94058.162- 9,0 %
Mecklenburg-Vorpommern9.3219.803- 4,9 %
Niedersachsen71.41072.153- 1,0 %
Nordrhein-Westfalen219.945228.509- 3,7 %
Rheinland-Pfalz43.01744.385- 3,1 %
Saarland17.31317.656- 2,0 %
Sachsen4.2394.666- 9,2 %
Sachsen-Anhalt22.57123.545- 4,1 %
Schleswig-Holstein35.17433.785+ 4,1 %
Thüringen17.08218.458-7,5 %

Staatsverschuldung einfach erklärt

Die wichtigsten Fragen schnell und einfach beantwortet!

Warum macht ein Staat überhaupt Schulden?

Wenn ein Staat zusätzlich Geld braucht, weil übliche Haushaltsmittel wie Steuereinnahmen nicht ausreichen, dann kann sich dieser Staat Geld von Dritten borgen. Der Staat verschuldet sich also.

Definition Staatsverschuldung

Als Staatsverschuldung allgemein bezeichnet man die Summe aller Verbindlichkeiten eines Staates gegenüber Dritten.

Was genau heißt Staatsverschuldung Deutschland?

Die deutsche Staatsverschuldung bzw. die Gesamtverschuldung der öffentlichen Haushalte setzt sich zusammen aus der Verschuldung von Bund, Länder, Gemeinden/Gemeindeverbände und der Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte. Die jährliche Ermittlung der Staatsverschuldung in Deutschland erfolgt durch die Deutsche Bundesbank und wird durch das Statistische Bundesamt publiziert.

Wie funktioniert Staatsverschuldung?

Das wichtigste Instrument hierfür sind Staatsanleihen. So nennt man Schuldverschreibungen, die ein Staat ausgibt. Dabei handelt es sich um Wertpapiere (auch Rentenpapiere genannt), die von Dritten gekauft werden. Das spült Geld in die Kasse des Staates. Diejenigen, die Anleihen kaufen, werden also zum Kreditgeber.

Wie bei einem Kredit üblich, muss der Staat für das geliehene Geld einen Preis an den Geldgeber zahlen. Das ist der Zins. Deshalb nennt man Anleihen auch verzinste Wertpapiere. Der Staat ist verpflichtet, das Geld nach Ablauf der vereinbarten Laufzeit an die Gläubiger zurück zu zahlen inklusive dieser Zinsen. Die Zinsen sind umso höher, je schlechter die Bonität, also die Zahlungsfähigkeit des betreffenden Staates eingeschätzt wird. Als Gläubiger hat man natürlich ein Interesse, nach Ende der Laufzeit das eingesetzte Geld inklusive Zinsen zurück zu bekommen, also dass der Staat nicht zahlungsunfähig wird.

Die Verschuldung des deutschen Staates läuft vor allem über Bundesanleihen, Kommunalanleihen oder Bundesschatzbriefe. Der Unterschied zwischen Anleihen und Schatzbriefen besteht darin, dass Anleihen auch vor Fälligkeit über die Börse gehandelt werden können. Sie unterliegen also einem Kursrisiko.

Wo hat Deutschland Schulden?

Jeder, der eine Bundesanleihe oder einen Bundesschatzbrief besitzt, gewährt im Prinzip einen Kredit und wird somit Gläubiger des deutschen Staates. Gläubiger kann jeder sein, Privatpersonen wie Banken oder institutionelle Anleger, im Ausland wie im Inland. Ein großer Teil der deutschen Schulden steht bei Banken zu Buche. Aber auch Lebensversicherer oder Pensionskassen halten große Positionen. Jeder dieser Gläubiger finanziert mit seinem Teil die deutsche Staatsverschuldung.

Was spricht für Staatsverschuldung, was dagegen?

Befürworter argumentieren, dass den Schulden reale Gegenwerte gegenüberstehen. Der Bau neuer Straßen, Schulen oder Krankenhäuser sei eine Investition in die Zukunft und würde nachfolgende Generationen sogar noch reicher machen.

Gegner sehen bei einer übermäßigen Staatsverschuldung eine unzulässige Belastung zukünftiger Generationen bis hin zum Risiko einer kompletten Zahlungsunfähigkeit des Staates mit all seinen Konsequenzen für die Renten- und Sozialsysteme.

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Kann ein Staat überhaupt pleitegehen?

Die Frage ist nicht so einfach zu beantworten, denn ein Staat unterscheidet sich in wesentlichen Dingen von einer Privatperson oder einem Unternehmen. So erklärt sich auch die umgangssprachliche Redeart: "Nicht der Staat geht pleite, sondern seine Bürger."

Zum einen ist ein Staat "souverän". Das bedeutet, er ist sich selbst die höchste Instanz. Völkerrechtlich betrachtet kann daher kein Staat einem Insolvenzverfahren unterworfen sein, es gibt auch kein internationales Insolvenzrecht, das auf Staaten anwendbar wäre. Theoretisch böte nur ein Krieg die Möglichkeit der "Zwangsvollstreckung."

Zum anderen haben Staaten Steuerhoheit und Währungshoheit. Theoretisch sind das unendliche Ressourcen. Ein Staat kann per Gesetz seine Einnahmen erhöhen, oder er kann sein eigenes Geld drucken. Letzteres ist im Falle des Euros allerdings relativ, da hier die EZB als Zentralinstanz aller EU-Staaten quasi über den Dingen steht.

Gleichwohl kann ein Staat natürlich formell seine Zahlungsunfähigkeit erklären, also dass er seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommt. So betrachtet, kann man schon von Staatsinsolvenz oder Staatsbankrott sprechen. Im übrigen zeigt die Geschichte, dass in Zeiten klammer Staatskassen viel Phantasie entwickelt wird, um die Vermögenswerte der Bürger zu belasten.

Staatsschuldenquote Deutschland: Warum ist diese Kennzahl auch wichtig?

Für viele Ökonomen ist die Staatsschuldenquote eines Landes viel aussagekräftiger als die absolute Verschuldung, da hier die Schulden ins Verhältnis setzt werden zur gesamten Wirtschaftskraft, dem Bruttoinlandsprodukt (=BIP). Nachvollziehbar, denn beispielsweise sind 10.000 Euro Schulden viel Geld für jemand, der monatlich nur 1000 Euro verdient, aber ein Klacks für jemand, der im Monat 20.000 Euro verdient. Die Staatsschuldenquote ist also definiert als Gesamtverschuldung / BIP, berechnet in Prozent. Im weltweiten Vergleich kann sich Deutschland hier durchaus sehen lassen:

Staatsschuldenquote DeutschlandDeutsche Staatsschuldenquote im weltweiten Vergleich

1992 wurde in den EU-Konvergenzkriterien des Maastricht-Vertrags für die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union eine zulässige Obergrenze von 60% festgesetzt. Diese wurde in den Folgejahren allerdings von nahezu allen Ländern deutlich überschritten. In Deutschland erreichte die Staatsschuldenquote ihren Höchststand mit über 80 % im Jahr 2010.

Doch seit einigen Jahren ist auch die deutsche Staatsschuldenquote rückläufig. Experten zufolge ist dies begründet in einer brummenden Konjunktur, Nullzinsen und damit verbunden fallenden Zinsausgaben, sowie gesamtstaatlichen Haushaltsüberschüssen. Manche Schätzungen gehen davon aus, dass Deutschland in 2019 die zulässige Quote von 60 % sogar deutlich unterschreiten könnte. Zum Vergleich: Unter den EU-Ländern hatte 2018 Griechenland die höchste Staatsschuldenquote mit über 188 %, gefolgt von Italien mit über 130%.

Entwicklung deutsche Staatsschuldenquote seit 2002
JahrStaatsschuldenquote
200259,4 %
200363,1 %
200464,8 %
200567,0 %
200666,5 %
200763,7 %
200865,2 %
200972,6 %
201081,0 %
201178,6 %
201279,9 %
201377,4 %
201474,5 %
201570,8 %
201667,9 %
201763,9 %
201861,0 %

Verschuldung von Deutschland gemäß Maastricht-Vertrag in Prozent des BIP. Zahlen nach: Deutschen Bundesbank / Statista

Explizite und implizite Staatsverschuldung

Die veröffentlichte explizite Verschuldung beschreibt den tatsächlich aufgelaufenen Schuldenstand. Die implizite Verschuldung, auch verdeckte Staatsverschuldung, genannt, stellt künftige mögliche Zahlungsverpflichtungen des Staates in Rechnung.

Langfristige Projektionen der Verschuldung auf Grundlage der heutigen aktuellen Verschuldung sind allerdings problematisch, weil Faktoren wie Zinsbelastungen, Bevölkerungsverteilung oder die Zusammensetzung der Sozialsysteme häufig Veränderungen unterworfen sind, und auch nicht alle zukünftige Entwicklungen vorhersehbar sind.

So haben manche Ökonomen angesichts der Geldpolitik der EZB die Befürchtung, dass auch das Euro-System sich zu einer Schuldenfalle für Deutschland entwickeln könnte, und zwar bei Zahlungsunfähigkeit oder Euro-Austritt eines wirtschaftlich schwachen EU-Landes. Dann würden nämlich dessen Schulden vergemeinschaftet, sprich: Deutschland als wirtschaftlich starkes Gläubiger-Land innerhalb der EU würde auf der Zeche sitzen bleiben und so weitere Schulden anhäufen.

Welche Rolle spielen Ratings?

Das wichtigste Instrument für die Verschuldung von Staaten sind Staatsanleihen. Diese Anleihen sind aber nicht gedeckt, also nicht durch konkrete Vermögenswerte abgesichert. Entscheidend für die Risikobewertung beim Kauf der Anleihen ist daher die Bonität des ausgebenden Staates.

Um diese Bonität einzuschätzen gibt es die sogenannten Ratings. Diese werden von Ratingagenturen vorgenommen. Weltweit führend sind dabei die drei US-amerikanischen Agenturen Standard & Poor‘s (USA), Moody’s (USA) und Fitch (USA/UK). Deutschland erhält im abgestuften Bewertungssystem der Ausfallwahrscheinlichkeit von allen drei Agenturen die Bestbewertung „AAA“, meist gesprochen als „Triple A“.

Neben der Einschätzung der Bonität bieten die Rating-Agenturen auch eine Einschätzung der zukünftigen Bonität an und unterscheiden dabei negativen Ausblick, stabilen Ausblick und positiven Ausblick. Der Ausblick für Deutschland wird von den drei Agenturen mit Stand vom September 2016 als stabil eingeschätzt.

Was ist die „Schuldenbremse“?
Schuldenhöhe im Vergleich zum Monddurchmesser

Als Schuldenbremse wird eine Regelung der deutschen Föderalismuskommission aus dem Jahr 2009 bezeichnet, die dem Bund und den Ländern beginnend mit dem Jahr 2011 verbindliche Ziele für die Absenkung der Haushaltsdefizite machte. Die Nettokreditaufnahme des Bundes durfte ab 2016 maximal 0,35% des BIP betragen. Die Länder dürfen ab 2020 überhaupt keine neuen Schulden mehr aufnehmen. Der Bund hat diese Vorgaben bereits im Jahr 2014 erreicht und die Nettokreditaufnahme auf null gesenkt.

Die Schuldenbremse zeigte ab 2011 Wirkung, nachdem die Staatsschuldenquote im Jahr 2010 einen Höchststand von 81% erreicht hatte. Auch hinsichtlich der Entwicklung der Verschuldung ohne Bezug zum BIP zeigte sich die Schuldenbremse erfolgreich. Seit 4 Jahren gehen die deutschen Schulden kontinuierlich zurück.

Nebenstehende Abbildung zeigt anschaulich den Schuldenstand Deutschlands zum Zeitpunkt des Höchststandes im Jahr 2012. Angenommen, man rechnet diese Staatsschulden in Gold-Philharmoniker um und stapelt die Goldmünzen aufeinander - der Stapel wäre annähernd so groß wie der mittlere Durchmesser des Mondes.

Die Kehrseite des Kampfs gegen die Staatsverschuldung

Der Erfolg im Kampf gegen die ansteigende Staatsverschuldung war und ist maßgeblich abhängig von einem extrem niedrigen Zinsumfeld, in dem für bundesdeutsche Staatspapiere mit Stand vom September 2016 sogar negative Zinsen gezahlt werden.

Damit ist Deutschland nach Japan ein weiteres Industrieland, in dem das Prinzip der positiven Verzinsung von verliehenem Kapital buchstäblich auf den Kopf gestellt wurde.

Nun sind große Abnehmer deutscher Anleihen nicht Privatanleger, sondern Versicherer und Pensionsfonds, die sogar gesetzlich verpflichtet sind, einen Teil ihres Kapitals in Staatspapiere anzulegen. Die Negativverzinsung macht sich also auch Bevölkerungsschichten, die selbst keine Anleihen halten, negativ bemerkbar. Nämlich indirekt, etwa in Form fallender Garantiezinsen für Renten- und Lebensversicherungen.

Staatsbankrott in Deutschland möglich?

Glaubt man den Rating-Agenturen ist die Zahlungsfähigkeit bzw. der Staatsbankrott Deutschlands nach wie vor exzellent und die Gefahr eines Staatsbankrotts ist ein zu vernachlässigendes Szenario. Die sinkende Staatsschuldenquote und die positiven Effekte der Schuldenbremse machen die Zahlungsunfähigkeit in absehbarer Zukunft unwahrscheinlich.

Allerdings ist die negative Anleihenverzinsung ein historisch einmaliger Vorgang. Schulden des Staates werden ja nicht nachhaltig reduziert, sondern es verbilligen sich nur die Kosten der Schulden. Dank der Negativzinsen bringt die Verschuldung dem Staat also Geld, statt ihn Geld zu kosten.

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Quellen
(1) Verschuldungen im nicht-öffentlichen Bereich, Stichtag 31.12.2018. Quelle: Statistisches Bundesamt. Die Zahlen für 2018 sind noch auf vorläufiger Basis, erfahrungsgemäß werden sich die endgültigen Zahlen aber nur unwesentlich unterscheiden.
(2) Zahlen der deutschen Bundesbank, veröffentlicht nach Statista

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Kommentare [124]
  • von Hr. Unhold | 05.04.2019, 17:04 Antworten

    Was ich hier noch interessant fände, wäre der Vergleich zu den anderen Euro Staaten als Tabelle oder Grafik

  • von Uwe | 27.03.2019, 06:51 Antworten

    Kennedy die wollte die Macht der Banken und konzerne brechen .Deshalb wurde er ermordet . Anfang 1970 fing dann der schuldenwahnsinn an . Und die Zahlreichen Kriege . Und die verarmung der Weltbevölkerung . und Bevölkerungsexplosion .auch durch die Uno verursacht . Händler der Armut . Illuminati Club

  • von heinz schroeder | 19.03.2019, 23:08 Antworten

    man hat aus der Vergangenheit nicht gelernt.

  • von Manfred Wesp | 11.03.2019, 08:09 Antworten

    Was ist denn mit den Schulden pro Kopf los? Da passiert ja schon lange nichts mehr.Die müssen doch auch weniger werden

    • von Ich | 25.03.2019, 10:06 Antworten

      Du hast recht, wenn man die 83 Millionen Einwohner nimmt, sollten da etwa 40€ weniger pro Kopf stehen.

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