Aktuelles Gold-Silber-Ratio (Verhältnis von Gold zu Silber) in US-Dollar

Gold in Dollar
je Feinunze (31,103 g)
1.224,17 USD
  
Gold Silber
Ratio aktuell
84,14
 
Silber in Dollar
je Feinunze (31,103 g)
14,55 USD
  

Letzter kurs

USDEUR
Goldpreis1.224,171.065,84
Silberpreis14,5512,67
Ratio (GSR)84,1484,14

Gold-Silber-Ratio Chart

Was ist das Gold Silber Ratio?

Das Gold Silber Ratio zeigt an, in welchem Verhältnis der Preis für Gold zum Preis für Silber steht. Für den Anleger kann diese Kennziffer hilfreich sein bei Kursprognosen: Welches der beiden Edelmetalle ist aktuell eher überbewertet, welches unterbewertet? Je deutlicher eine Über- bzw. Unterbewertung ausgeprägt ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass in Zukunft eine entsprechende Korrektur durch den Markt erfolgt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gold Silber Ratio ist einfach zu berechnen: Goldpreis dividiert durch Silberpreis
  • Kann helfen bei der Entscheidung "Gold oder Silber kaufen?"
  • Richtige Interpretation ist wichtig
  • Historische Charts sind lehrreich
  • Der Begriff "faires Gold Silber Ratio" ist relativ

Wie wird das Gold Silber Ratio berechnet?

Der Preis für eine Feinunze Gold wird geteilt durch den Preis für eine Feinunze Silber.

Beispiel:
Stünde der Goldpreis bei 1000 $/Unze und der Silberpreisgleichzeitig bei 20 $/Unze, so ergäbe dies ein Gold Silber Ratio von 50.

Berechnung:
1000 / 20 = 50

Was ist besser: Gold oder Silber?

Wer in Edelmetalle investieren möchte, steht ja oft vor der Frage, ob aktuell Gold oder Silber besser ist. Zwar gibt es auch andere Edelmetalle wie Platin oder Palladium, die für Anleger interessant sind, aber Gold und Silber sind die gefragtesten Edelmetalle. Hier hilft das Gold Silber Ratio. Aus der Kennziffer kann der Anleger Kauf- oder Verkaufssignale ableiten. Wie wird die zukünftige Silber- und Goldpreisentwicklung auf aktuelle Über- bzw. Unterbewertungen reagieren?
Aber auch für Anleger, die bereits investiert sind, kann das Gold Silber Ratio eine wertvolle Hilfe für Investitionsentscheidungen sein, etwa bei Umschichtungen in der Asset Allocation, oder bei Zukäufen.

Die Betonung liegt aber auf "kann”.

Gold oder Silber kaufen? Gold-Silber-Ratio richtig interpretieren

Nachfolgend sehen Sie die langfristige Entwicklung der Gold-Silber-Ratio für den Zeitraum 10.01.1973 - Februar 2018. Der Durchschnitt der letzten 46 Jahre lag bei etwa 58:

Gold-Silber-Ratio Entwicklung 1973-2018

Eine hohe Gold Silber Ratio (= hohe Zahl) bedeutet:

Bezogen auf den historischen Durchschnitt, ist Silber im Vergleich zu Gold aktuell unterbewertet. Silber wäre also, im Vergleich zu Gold, günstig. In der jüngeren Vergangenheit hat sich ein ein Ratio um 80 oder höher eher als Kaufsignal für Silber erwiesen, da die Silberpreise im Vergleich zu Gold sozusagen Nachholbedarf hatten.

Eine niedrige Gold Silber Ratio (= niedrige Zahl) bedeutet:

Bezogen auf den historischen Durchschnitt, ist Silber im Vergleich zu Gold aktuell überbewertet. Silber wäre also im Vergleich zu Gold relativ teuer. In der jüngeren Vergangenheit hat sich ein Ratio um 40 oder tiefer eher als Verkaufssignal für Silber erwiesen. Hier würde, etwa bei einer Akkumulation (=Zukauf von Edelmetallen), der Trend eher für Gold sprechen.

Welche Aussagekraft hat das Gold Silber Ratio?

Das Gold Silber Ratio sollte niemals allein als Grundlage für eine Investitionsentscheidunggenommen werden. Bei der Frage, ob Gold oder Silber aktuell die bessere Wahl ist, spielen viele weitere Faktoren eine Rolle. Wie Preisanpassungen auf den Märkten vonstattengehen, ist eine komplexe Angelegenheit. 

So muss eine Anpassung des Ratios nicht zwingend über Kursanstiege geschehen. Wenn etwa Gold relativ zu Silber überbewertet ist, kann diese Überbewertung auch bei Kursverlusten abgebaut werden. Dazu reicht es, dass die Silberpreisentwicklung in der Zukunft weniger stark rückläufig ist als die als Goldpreisentwicklung. Die Beachtung des Preisverhältnisses schützt folglich nicht vor Kursverlusten.

Wendepunkte im Gold Silber Ratio Chart erkennen

Werden Trend-Wendepunkte richtig identifiziert, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, für das entsprechende Edelmetall eine richtige Zukunftsprognose zu treffen. Ein Blick auf die jüngere Gold Silber Ratio Geschichte zeigt solche typischen Wendepunkte. Wer etwa Mitte 2003 oder im Herbst 2008 das Kaufsignal für Silber richtig erkannt hatte, der konnte von satten Wertzuwächsen bei der Silberpreisentwicklung profitieren:

Gold Silber Ratio Chart: beispielhafte TrendwendepunkteGold Silber Ratio Chart: beispielhafte Trendwendepunkte (Stand 02/2018)

Umgekehrt zeigt ein Blick in dieselbe jüngere Gold Silber Ratio Kurshistorie, dass 2011 der Wert kurzzeitig bei weniger als 37 stand. Also auf einem aus historischer Sicht relativ niedrigen Niveau unterhalb wichtiger Trendwendepunkte.

Wie der nächste Chart zeigt, hat Silber hat in der Folge seine Überbewertung gegenüber Gold stark abgebaut. Der Abbau dieser Überbewertung erfolgte allerdings im Rahmen von allgemeinen Kursverlusten, d.h. auch der Goldpreis ging in diesem Zeitraum zurück:

Gold Silber Ratio Chart: Abbau einer Silber-Überbewertung im Umfeld allgemein fallender PreiseGold Silber Ratio Chart: Abbau einer Silber-Überbewertung im Umfeld allgemein fallender Preise (Stand 02/2018)

Da der Goldpreis aber insgesamt weniger stark fiel als der Silberpreis, lässt sich trotzdem sagen: Gold hat sich in obigem Beispiel im Vergleich zu Silber besser entwickelt.

Historischer Gold Silber Ratio Chart

Aus der griechischen Antike gibt es Überlieferungen, die besagen, dass das Gold Silber Ratio bei ungefähr 10 stand. Im 5. Jahrhundert n. Chr. stieg der Wert etwas und verharrte dann viele Jahrhunderte lang um den Wert 15. Erst Ende des 19. Jahrhunderts zeigen sich im Kursverlauf markante Dynamiken und Trendpunkte, wie ein Blick in die Gold Silber Ratio Geschichte zeigt. Erwähnenswert in der jüngeren Vergangenheit ist der Tiefpunkt Anfang 1980, als die spekulative Silberblase der Gebrüder Hunt platzte und das Ratio einen Wert unter 15 markierte.

Historischer Verlauf Gold Silber RatioHistorischer Verlauf Gold Silber Ratio (Stand 02/2018). Darstellung dieses langfristigen Gold Silber Ratio Chart stark vereinfacht

Es gibt kein "faires" Ratio

Doch was ist ein "faires", sozusagen natürliches Ratio, was man als Langfristziel anpeilen könnte? Viele meinen, 15-20 wäre ein solch faires Ratio. Sie beziehen sich damit wahlweise auf historische Gold-Silber-Verhältnisse der vergangenen Jahrhunderte, oder auf die Verteilung beider Elemente in der Erdkruste. Silber ist etwa 15-20 Mal häufiger in der Erdkruste anzutreffen als Gold.

Wir meinen, dass beide Fakten nicht als Orientierungspunkte geeignet sind und es keinen anzustrebenden "Endwert" gibt. Denn das Preisgefüge der Metalle richtet sich nicht nach historischen oder naturwissenschaftlichen Fakten, sondern in der Regel nach Angebot und Nachfrage.

Hier liegt auch schon das erste Problem: Während Gold oft alleiniges Ziel von Prospektion und Minenförderung ist, wird Silber meist nur als Nebenprodukt gefördert. Nicht wenige große Minenbetreiber verkaufen bereits vor Produktionsaufnahme die gesamte erwartbare Silberförderung zu einem festen Preis und sichern sich so konstante, gut planbare Cashflows oder eine Vorfinanzierung der Förderkosten. Ein großer Mitspieler auf diesem Markt ist das Unternehmen Wheaton Precious Metals, bis zur Umfirmierung im Mai 2017 noch bekannt unter den Namen "Silver Wheaton”.

Allerdings gibt es auch Unternehmen, die hauptsächlich Silberminen betreiben, wie etwa die kanadische Minengesellschaft First Majestic Silver.  

Silberangebot ist unelastisch, die Preise schwanken daher stärker

Da Silber für viele Minenbetreiber nur ein Beiprodukt ist, hängt dessen Fördervolumen und damit Angebot nur indirekt von der Nachfrage ab. Steigt der Goldpreis, dann lohnt sich die Ausbeutung zusätzlicher Goldlagerstätten. Steigt umgekehrt der Silberpreis, dann wird keine Kupfermine ihren Ausstoß erhöhen, nur um die Produktion des Beiproduktes Silber anzukurbeln. Tendenziell ist also das Silberangebot unelastischer als das Goldangebot, also in geringerem Maß abhängig vom Preis.

Dieser Fakt erklärt auch die höhere Volatilität des Silberpreises. Bei steigender Nachfrage kann nicht im gleichen Maß das Angebot erhöht werden, der Preis schießt durch die Decke. Bei sinkender Nachfrage wird das Angebot hingegen nicht nach unten angepasst und der Preis sackt in sich zusammen.

Derivatemarkt beeinflusst die Edelmetallpreise

Eine weitere Variable ist der Derivatemarkt. Die Edelmetallpreise bilden sich an den Terminbörsen, die heutzutage weitgehend zu reinen Derivatebörsen verkommen sind. Nur noch ein Bruchteil der gehandelten Volumina wird tatsächlich physisch ausgeliefert. Die Preise physischen Edelmetalls hängen also maßgeblich mit dem Preis praktisch beliebig vermehrbarer Derivate zusammen.

Werden die Handelsvolumina börsengehandelter Terminkontrakte noch von staatlichen Stellen kontrolliert, gilt das für OTC-Derivate wie Swaps aber auch OTC-Futures nicht mehr. Diese Derivate sind unter Ausschaltung des physischen Marktes zwischen den Interessenten ausgehandelte Verträge.

Ein Rohstofffonds, dessen Wert an den Goldpreis gekoppelt ist, könnte ohne den Kauf einer einzigen Unze Gold auskommen. Er müsste auch keine Goldfutures kaufen, die Einfluss nehmen auf den Goldpreis. Gängig ist die Modellierung dieser Fonds mittels Swaps. Diese Vertragskonstruktionen können eine beträchtliche Edelmetallnachfrage befriedigen, ohne den geringsten Einfluss auf die Edelmetallnotierungen zu nehmen.

Historische Verhältnisse sind untauglich für Zukunftsprognosen

Völlig untauglich als Orientierungswert sind auch historische Gold-Silber-Verhältnisse. Bei der deutschen Goldmark (Kaiserreich) galt eine Ratio von 1 zu 15,5 - für ein Gramm Gold bekam man 15,5 g Silber. 

Diese mehr oder weniger willkürlich festgesetzten Verhältnisse funktionierten schon vor 100 Jahren nicht richtig. Da die Verhältnisse nicht weltweit vereinheitlicht wurden und oft auch nicht den Marktwert der Metalle korrekt widerspiegelten, gab es perse Möglichkeiten für Arbitragegeschäfte, die letztendlich auch den Untergang des Bimetallismus einleiteten.

Silber und Gold als Rohstoff

Was die Verwendung dieser Ressourcen angeht, so kann man überspitzt formulieren:

Silber landet auf der Müllhalde, Gold im Tresor.

Somit sind Gedanken über die potentielle Langfristentwicklung der Ratio durchaus möglich, auch wenn man kein explizites Ratioziel angeben kann. Silber wird in Milliarden Produkten eingesetzt, endet aber nach Ende der Produktlebenszeit oft als Müll. Denn im Gegensatz zu Gold wird Silber weniger recycelt, da es weniger lukrativ ist. Silberbestandteile gehen also zum beträchtlichen Teil verloren. Somit sinkt die verfügbare Silbermenge Jahr für Jahr.

Gold hat zwar auch industrielle Anwendungsfelder, wird aber hauptsächlich als Schmuck und Anlagemetall verwendet. Beiden Verwendungsmöglichkeiten eigen ist die Tatsache, dass sie nicht materialverbrauchend sind. Kaputte Schmuckgegenstände werden großteils wiederverwertet, für Anlagegold gilt das gleiche. Die verfügbare Goldmenge steigt also tendenziell Jahr für Jahr.

Fundamentalanalyse offenbart Chancen für Silber

Diese unterschiedliche Nutzung der Metalle hat langfristig auch Auswirkungen auf das Nachfrage-Angebots-Verhältnis. Da das Silberangebot preisunelastischer ist als das Goldangebot, wird es immer unabhängiger vom Silberpreis. Zudem gibt es weltweit kaum Lagerbestände. Der Silberpreis ist daher der einzige Ausgleichsmechanismus für das Angebot-Nachfrage-Verhältnis. Unelastisch ist beim Silber auch die Nachfrage. Silber wird oft nur in geringsten Mengen in Produkten eingesetzt und spielt keine wesentliche Rolle bei der Festsetzung des Produktverkaufspreises. Daraus folgt, dass die Industrie ihre Silbernachfrage auch bei stark steigenden Preisen aufrecht erhalten wird.

Für die Goldnachfrage gilt das nicht. Bei steigenden Preisen kann man stets eine sinkende Schmuckgoldnachfrage beobachten. Aus der Analyse der Angebots-Nachfrage-Situation folgt, dass sich die Gold-Silber-Ratio langfristig eher in Richtung Silber verschiebt. Eine faire Ratio lässt sich aber auf keinen Fall ermitteln.

Wertverhältnis als ökonomischer Indikator

Das Gold Silber Ratio ist nicht der einzige Indikator, der durch die Division zweier Werte gebildet wird. Unter Ökonomen ist es eine übliche Methode, zwei Werte in Relation zu setzen, um so eine aussagekräftige Kennzahl zu gewinnen oder Charts zu generieren.

Bekannt sind unter anderem das Gold Platin Ratio, das Gold Öl Ratio oder das Dow Gold Ratio. Ihre Berechnung wie auch ihr Nutzen als Orientierungshilfe für Zukunftsprognosen sind entsprechend. Beim Gold Platin Ratio werden die jeweiligen Preise pro Feinunzen ins Verhältnis gesetzt. Das Gold Öl Ratio wird gebildet, indem der Goldpreis pro Unze durch den Ölpreis pro Barrel geteilt wird. Beim Dow Gold Ratio wird der Indexwert des Dow Jones Wert in Punkten durch den Goldpreis pro Unze dividiert.

Neue Beiträge zum Gold / Silber Ratio

Gold lief seinem "kleinen Bruder" Silber 2016 eindeutig davon und hat sich mit plus 14,9 Prozent seit dem Jahres-wechsel um über sechs Prozentpunkte besser entwickelt. Für Silber

Zum Jahresende 2014 hat die Gold-Silber-Ratio ein Fünfjahreshoch erreicht. Eine Unze Gold kostet derzeit rund 75 Unzen Silber. Dies könnte ein Trendwendepunkt darstellen

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