Stand: 25.02.2016  0 Kommentare

Die vermutlich älteste Goldmünze der Welt hat vergangene Woche den Besitzer gewechselt. Das extrem seltene Stück soll noch unter König Krösus geprägt worden sein.

Der texanische Edelmetallhändler ARCI (Austin Rare Coins and Bullion) hat sich am Donnerstag (18.02.16) vergangener Woche von einem extrem seltenen Goldstater getrennt. Experten sind sich weitgehend einig, dass es sich bei dieser Goldmünze um eine der ersten handelt, die in der Menschheitsgeschichte geprägt worden sind.

Goldmünze ein "wichtiges Stück der Menschheitsgeschichte"

Wie der Edelmetallhändler über den Pressedienst PRNewswire noch am gleichen Tag bekannt machte, wurde das mehr als 2.500 Jahre alte Goldstück, das sich in einem "nahezu prägefrischen Zustand" befinden soll, für einen sechsstelligen Betrag an einen privaten Sammler aus der Stadt Austin im US-Bundesstaat Texas abgegeben. Nach dem Verkauf der seltenen Goldmünze werde man bei ARCI voraussichtlich nie wieder ein vergleichbares Stück zu Gesicht bekommen, hieß es laut Mitteilung. Demnach sagte der Geschäftsführer von ARCI, Ryan Denby, über die Transaktion:

"Es ist wahrlich eine Ehre, ein solch wichtiges Stück der Menschheitsgeschichte zu handeln, welches die Anfänge von Geld, wie wir es heute kennen, verkörpert".

Den Angaben zufolge fällt das Prägedatum der als "Prototype Heavy Stater" bezeichneten Münze aus purem Gold in die Regierungszeit des einstigen lydischen Königs Krösus, dessen Name auch heute noch als Referenz für Reichtum und Wohlstand verwendet wird. Krösus regierte spätestens ab dem Jahr 555 v. Chr. bis 541 v. Christus über das in der heutigen Türkei gelegene Lydien und gilt als Erfinder von Goldmünzen aus purem Gold.

Pures Gold und Silber lösen Elektron für Münzgeld ab

Die Vorderseite der vor so langer Zeit geprägten Goldmünze zeigt die für lydische Münzen so typischen Köpfe eines Löwen und eines Bullen, die jeweils für Stärke und Manneskraft gestanden haben sollen. Die Rückseite wird von doppelt eingestanzten Kerben gekennzeichnet, die bei der Prägung dieser Goldmünze entstanden waren. Zwar wurden nach bisherigem Kenntnisstand die ersten Münzen der Weltgeschichte bereits rund 100 Jahre vor Krösus' Zeit ebenfalls im Reich der Lyder gefertigt. Doch bei diesen frühen Münzen handelte es sich zunächst um bildlose und wohl eher unförmige Brocken. Bildhafte Darstellungen auf lydischen Münzen tauchten erstmals zu Beginn des 6. Jahrhunderts v. Chr. auf. Die ersten Münzen wurden zudem aus Elektron, einer natürlich vorkommenden Legierung aus Gold und Silber, gefertigt. Deshalb könnte anderen Quellen zufolge das Abbild des Löwen auf der Münze auch für Gold, und der Stier für Silber stehen. Auch diese Deutung erscheint nicht abwegig, da das erste bimetallische Münzgeld der Welt eben aus diesen beiden Metallen in Form von Elektron hergestellt wurde. Elektron kam besonders häufig im damaligen Hoheitsgebiet der Lyder vor.

Kroiseide: Die Goldmünzen des Krösus

Mit der Regentschaft des Krösus änderte sich die damals noch junge Finanzwelt jedoch nahezu abrupt. Nicht nur ließ der Herrscher erstmals Münzen in reinem Gold und Silber anfertigen. Die neuen Goldmünzen und Silbermünzen überzeugten auch schon bald die meisten Prägestätten im damaligen Griechenland und Persien. Da der lydische König auch heute noch als Erfinder des neuen Geldes gilt, sind die unter ihm geprägten Münzen bei Sammlern äußerst beliebt und nachgefragt. Noch heute werden alte lydische Goldmünzen nach dessen Erfinder Krösus auch "Kroiseide" genannt. Die Erfindung von Münzgeld im Allgemeinen ließ den Handel von Lydien erblühen, womit sich unter anderem auch der (zumindest) legendäre Reichtum des Krösus erklären ließe. Die jetzt verkaufte Goldmünze war wahrscheinlich ein Prototyp einer Prägeserie von so genannten Statern. Deshalb lassen sich heute weltweit nur extrem wenige Einzelstücke dieser Gewichtsmünzen finden.

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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"