Stand: 23.07.2017 von Barbara Kettl-Römer 0 Kommentare

Für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter finden Großeltern, Paten und andere Verwandte meist leicht eine Geschenkidee. Für die ganz Kleinen und die Größeren ist die Auswahl schwieriger. Teenager freuen sich meist mehr über Geld als über ein gut gemeintes Sachgeschenk, das nicht ihren Geschmack trifft. Manchmal ist auch Gold eine gute Alternative.

Schenkanlass Geburt oder Taufe

Zur Geburt oder Taufe sind dem Kind selbst Geschenke noch herzlich gleichgültig. Sicher freuen sich die meisten Eltern über einen Zuschuss zur Ausstattung für das Baby bzw. über ein entsprechendes Sachgeschenk. Aber was, wenn Kinderwagen, Strampelanzug & Co. bereits angeschafft sind?

Paten, Onkel, Tanten oder Großeltern, die von Anfang an etwas Nachhaltiges für das Kind tun wollen, können dann einen Grundstein für dessen finanzielle Absicherung legen. Bitte nicht in Form irgendeiner speziellen Kinderversicherung, auch wenn die einen hübschen Namen trägt oder ganz seriös als „Ausbildungsversicherung“ oder „Startkapitalversicherung“ daherkommt. Denn das sind mehr oder weniger abgewandelte Varianten von Lebensversicherungen und als solche vielleicht für die Versicherer ein gutes Geschäft, aber nicht für das Kind.

Geschenk mit Langfristwirkung

Wenn Sie wirklich etwas für die finanzielle Zukunft des Kindes tun wollen, schließen Sie lieber einen Aktienfonds-Sparplan für es ab. Dafür empfiehlt sich ein Fonds, der nicht aktiv gemanagt wird, sondern automatisch einen Aktienindex (z. B. den DAX) nachbildet. Das spart Gebühren und streut das Risiko. Diese Art von Indexfonds heißt Exchange Traded Fund, kurz ETF. ETF-Sparpläne gibt es bei Direktbanken kostengünstig und schon für Sparraten ab 10 Euro im Monat (wobei 25 oder 50 Euro im Monat natürlich mehr bringen).

Glänzendes Geschenk: Gold

Wenn Sie sich nicht gleich so langfristig binden, sondern einmalig etwas schenken wollen, ist Gold eine gute Alternative. Zwar wirft Gold keine Zinsen ab und es unterliegt durchaus Wertschwankungen, aber es wird immer einen Wert haben und nie völlig wertlos sein. Zudem hat ein Goldgeschenk (z. B. Gold-Geschenkbarren) auch eine hohe Symbolkraft: Nicht umsonst heißt es, jemand habe „ein Herz aus Gold“ oder er sei „treu wie Gold“.

Mein Tipp: Hübsch anzusehen sind Geschenkeditionen von Goldbarren. Der Vorteil: Sie sind schon in sehr kleiner Stückelung für ein, zwei, fünf oder zehn Gramm erhältlich, und zwar als kleines Plättchen, eingeschweißt in eine Plastikverpackung. Darin befindet sich auch ein oft sehr dekorativ aufgemachtes Echtheits-Zertifikat. Bei größeren Barren (ab ca. 100 Gramm Gold) gibt es auch Geschenkeditionen mit Gravur. So zum Beispiel die Sommer-Edition („Following Nature“) von Heraeus, auf die ein Bündel mit drei Ähren eingraviert ist.

Mir persönlich gefallen die Fairtrade-Barren von Argor-Heraeus besonders gut. Erstens optisch, denn die auf dem Echtheitszertifikat aufgeprägten Goldkörnchen hübsch aus. Zweitens vom Fairnessgedanken her: Mit diesen Barren unterstützt Fairtrade kleine Minen vor allem in Südamerika, die dank der fairen Bezahlung in die Sicherheit, Ausbildung und Gesundheit ihrer Mitarbeiter investieren können.

Meine zweite Empfehlung sind Goldmünzen: Hier sollten Sie besser keine Sammlermünzen wie den Goldeuro kaufen, sondern lieber klassische Anlagemünzen wie den südafrikanischen Krügerrand, den kanadischen Maple Leaf oder den Wiener Philharmoniker. All diese Münzen sind optisch ansprechend und auch in Stückelungen unter einer Feinunze (31,103 Gramm) erhältlich.

Die Kosten für diese Goldgeschenke hängen vom Feingewicht und dem Goldpreis ab. Zum reinen Materialwert kommt ein bestimmter Preisaufschlag für Produktion und Handel. Dieses Aufgeld ist bei Barren fast immer kleiner als bei Münzen, da letztere aufwendiger zu produzieren sind. Ein 1-Gramm-Goldbarren kostet derzeit (Juli 2017) 40 bis 45 €. Für einen Wiener Philharmoniker, der 1/25 Feinunze wiegt, zahlen Sie 55 bis 65 €. Wenn Sie mehr ausgeben möchten, dann wählen Sie einfach ein höheres Feingewicht.

Schenkanlass Geburtstag

Kindergarten- und Grundschulkinder freuen sich meiner Erfahrung nach nicht besonders über Geldgeschenke. Sie möchten keinen Umschlag mit einem Schein darin, sondern etwas Schönes zum Auspacken haben. Wenn Ihnen kein passendes Geschenk einfällt und auch um der „Geschenkeschwemme“ vorzubeugen, der manche Kinder ausgesetzt sind, sollten Sie bei den Eltern nachfragen, ob Sie sich an der Erfüllung eines größeren Wunsches finanziell beteiligen können.

Teenager haben dagegen ziemlich genaue Vorstellungen davon, was sie mögen und was nicht. Hier kann man mit Sachgeschenken besonders leicht danebenliegen. Außerdem werden die Wünsche mit dem Alter größer – das neue Smartphone oder die Spielekonsole kosten eben mehr als eine Packung Playmobil. Viele Teenager wünschen sich deswegen ausdrücklich Geld, um sich damit ein teureren Wunsch erfüllen zu können. Diesen Wunsch sollten Sie respektieren.

Mein Rat: Trotzdem freuen sich auch 14- oder 15-Jährige noch, wenn sie etwas zum Auspacken bekommen. Eine persönliche Karte und ein kleines Sachgeschenk – und seien es nur ein paar Süßigkeiten oder eine Kinokarte – sollten Sie dem Geldpräsent daher immer beilegen.

Schenkanlass Erstkommunion

In vielen katholisch geprägten Gegenden ist die Feier der ersten Heiligen Kommunion immer noch ein wichtiges Fest und ein Anlass für großzügige (Geld-)Geschenke. Ich persönlich finde es nicht so schön, wenn die Kinder anschließend zusammenrechnen, welche Summen zusammengekommen sind, und sie mit den Geldgeschenken der anderen Kinder vergleichen, wie ich das oft erlebt habe.

Da die Erstkommunion ein religiöses Fest ist, habe ich dazu immer auch religiös geprägte Dinge verschenkt, etwa ein Gotteslob mit Goldschnitt, einen Gebetswürfel oder ein Gold- oder Silberkettchen mit einem Kreuz daran.

Wer mit dem christlichen Inhalt des Festes nichts anfangen kann, wird sich eher für ein Geldgeschenk entscheiden. Auch hier kann eine Goldmünze eine Alternative sein. Kinder im „Kommunionalter“ freuen sich darüber, weil sie wissen, dass Gold etwas Wertvolles ist und dass sie demjenigen, der ihnen Gold schenkt, wohl auch viel wert sind.

Schenkanlass Firmung, Konfirmation, Jugendweihe

Wenn die Kinder eines dieser Feste feiern, sind sie bereits Teenager. Für sie gelten also grundsätzlich dieselben Überlegungen zum Schenken wie beim Geburtstag. Andererseits ist eine Firmung oder Konfirmation immer noch ein religiöses Fest, bei dem die Paten eine wichtige Rolle spielen. Ein Geldgeschenk wirkt da sehr unpersönlich und ist dieser Rolle nicht angemessen.

Meine älteste Tochter bekam von ihrer Firmpatin beispielsweise eine schöne Halskette geschenkt, über die sie sich sehr gefreut hat. Meiner zweiten Tochter schenkte deren Firmpatin Karten für den Cirque de Soleil – davon schwärmt sie heute noch. Auch deswegen, weil ihre Patin sich für sie Zeit nahm und mit ihr nach München fuhr, um die Vorstellung zu besuchen. Die Zuneigung und Wertschätzung, die sich in diesen Geschenken ausdrückte, war beiden sehr wichtig.

Ich denke, dass das bei Teenagern, die eine Jugendweihe feiern, nicht anders ist.

Falls ein Schmuckstück oder ein gemeinsam besuchtes Event nicht möglich oder nicht erwünscht ist, ist auch hier eine Goldmünze eine Alternative. Sie vermittelt neben dem Kaufpreis einen zusätzlichen symbolischen Wert als „Goldschatz“, den ein Geldschein nicht hat.

Journalistin und Autorin Barbara Kettl-Römer
kettl-roemer.de


Geld- und Goldgeschenke für Kinder: Was ist sinnvoll?
Barbara Kettl-Römer - Barbara Kettl-Römer ist Diplomkauffrau und schreibt als Fachautorin „einfach gute Texte“ zu Wirtschafts- und Finanzthemen. Sie ist Autorin mehrerer Ratgeber, zuletzt erschienen ist „Niemals pleite! Alles über die ersten eigenen Finanzen“ (FinanzBuch Verlag 2017, Co-Autorin Cordula Natusch).
Webseite des Autors:
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