| GOLD | 4.390,92 $/oz | 3.806,75 €/oz | 122,39 €/g | 122.390 €/kg |
| SILBER | 65,23 $/oz | 56,55 €/oz | 1,82 €/g | 1.818,12 €/kg |

Wer nachhaltiges Gold kaufen möchte, sollte genau prüfen, welche Herkunfts-, Recycling- oder Zertifizierungsnachweise für ein konkretes Produkt vorliegen. Bei Goldbarren und Goldmünzen spielen vor allem Themen wie verantwortungsvolle Lieferketten, Recyclinggold, faire Förderbedingungen und transparente Herstellerangaben eine wichtige Rolle.
Viele namhafte Goldbarrenhersteller orientieren sich an Branchenstandards wie dem LBMA Responsible Sourcing Programme. Darüber hinaus gibt es verschiedene Zertifizierungen, Programme und Herstellerinitiativen, etwa Fairtrade Gold, Fairmined, Green Gold oder Auropelli Responsible Gold. Diese Begriffe stehen jedoch nicht automatisch für identische Kriterien. Entscheidend ist immer, worauf sich der jeweilige Nachweis konkret bezieht: auf die Mine, die Lieferkette, den Hersteller, den Feingoldanteil oder die Produktion.
Eine besondere Rolle spielt Recyclinggold. Einige Hersteller, darunter C. Hafner, bieten Goldbarren an, deren Feingoldanteil nach Herstellerangaben zu 100 % aus Recyclinggold stammt. Auch Angaben zur CO₂-Bilanz oder klimabezogenen Produktion sollten immer im Detail geprüft werden, insbesondere danach, ob sie auf tatsächlicher Emissionsvermeidung, Reduktion oder Kompensation beruhen.
Siegel und Zertifikate können Käufern beim Goldkauf als Orientierung dienen. Viele namhafte Hersteller von Goldbarren sind LBMA-zertifiziert. Die LBMA ist eine der wichtigsten Organisationen der Goldbranche. Ihr „Responsible Sourcing Programme” enthält Vorgaben für eine verantwortungsvolle Lieferkette.
Daneben gibt es weitere Siegel, Zertifizierungen und Herstellerinitiativen, die je nach Programm zusätzliche Kriterien berücksichtigen können. Die Vielzahl dieser Siegel und Programme kann den Vergleich für Käufer jedoch erschweren.
Ein „Zuviel“ an Siegeln kann aus Verbrauchersicht auch verwirrend sein.
Für Käufer ist wichtig, dass Kriterien, Prüfstelle und Geltungsbereich eines Siegels leicht nachvollziehbar sind. Wer Gold mit Nachhaltigkeitsnachweis kaufen möchte, sollte verschiedene Produkte vergleichen können, ohne zuvor komplexe Zertifizierungssysteme entschlüsseln zu müssen.
Begriffe wie „fair“, „green“, „sozial“, „konfliktfrei“, „responsible“, „nachhaltig“, „Öko“ oder „umweltverträglich“ sollten konkret erklärt und durch belastbare Nachweise gestützt werden.
Entscheidend ist, dass Aussagen zu zertifiziertem Gold konkret belegt und für Käufer nachvollziehbar sind. Wer für Gold mit Nachhaltigkeitsnachweis einen höheren Preis zahlt, sollte nachvollziehen können, wofür der Aufschlag verwendet wird und welche Anforderungen das Produkt erfüllt.
![]() | LBMALBMA steht für London Bullion Market Association, eine Vereinigung, die den Goldhandel am größten außerbörslichen Handelsplatz für physisches Gold koordiniert. Zugelassen zum Handel sind nur Goldbarren von Herstellern, die von der LBMA zertifiziert sind. Als Teil dieser Zertifizierung gilt die Einhaltung der Standards des LBMA Responsible Sourcing Program. Das LBMA Responsible Sourcing Program ist kein spezifisches Hersteller-Zertifikat, sondern ein Branchenstandard. Daher sind nahezu alle namhaften Barrenhersteller LBMA-zertifiziert. Sie finden in allen GOLD.DE Preisvergleichen an entsprechender Stelle einen Hinweis. Mehr: LBMA Responsible Resourcing |
![]() | Fairtrade GoldDas Fairtrade-Siegel dürfte vielen bekannt sein, denn das Siegel gibt es für diverse Produkte und Branchen wie etwa Textil oder Kaffee. Das Fairtrade Siegel Gold wird vergeben von der Fairtrade Labelling Organizations International (FLO), dem Dachverband der Fairtrade Organisation. Die Einhaltung der Fairtrade Standards wird geprüft durch die Zertifizierungsgesellschaft FLOCERT. Die Interessen von Fairtrade in Deutschland vertritt Transfair e.V. Fairtrade setzt sich für den Schutz von Mensch und Umwelt im kleingewerblichen Bergbau ein. Dies umfasst sowohl die finanzielle wie auch die soziale Situation der Minenarbeiter. Wesentlicher Bestandteil sind dabei garantierte Mindestpreise sowie spezielle Fairtrade Prämien. Details: Fairtrade Gold |
![]() | Auropelli Responsible GoldEntstanden ist diese Marke als Kooperation zwischen der Schweizer Scheideanstalt Valcambi und der deutschen ESG Scheideanstalt. Unter der Markenbezeichnung Auropelli Responsible Gold sind Goldbarren erhältlich in Gewichtsklassen von 1 - 100 Gramm erhältlich. Erwähnenswert ist, dass laut Informationen der ESG Scheideanstalt dieses Gold nicht aus einem sogenannten "Entwicklungsland" stammt, sondern aus traditionellen Goldabbaugebieten in den USA. Details: Auropelli Responsible Gold |
![]() | Green GoldSo lautet die Markenbezeichnung der renommierten Schweizer Scheideanstalt Valcambi für Gold aus nachhaltiger Förderung. Erwähnenswert ist, dass der gesamte Herstellungsprozess komplett abgetrennt ist von den übrigen, nicht zertifizierten Produktionsprozessen. Valcambi spricht hier von einer "Green Gold Supply Chain". Für Privatanleger interessant sind vor allem die Goldbarren von 1 -100 Gramm. Hergestellt werden aber auch 1kg Goldbarren, Goldgranulat, sowie Standard Goldbarren gemäß LBMA Richtlinien. Details: Valcambi |
![]() | Fairmined ZertifizierungHinter diesem Siegel steckt die gemeinnützige Alliance for Responsible Mining (ARM), eine Organisation mit Hauptsitz in Kolumbien. Eine Besonderheit ist die hohe Sozial-Prämie von 4.000 bis 6.000 US-$ je kg Gold. Offiziell autorisierter Anbieter von Fairmined-zertifiziertem Gold und Silber in Deutschland ist das in Leipzig ansässige Unternehmen Fairever, das sowohl Münzen und Barren wie auch Vorprodukte für die Schmuckindustrie aus nachhaltigem Goldabbau vertreibt. Details: |
![]() | 100% recyceltes Gold von C. HafnerDies ist kein Siegel. Da aber der deutsche Hersteller C. Hafner aus Pforzheim Wimsheim laut eigenen Angaben die weltweit erste Juni 2026), soll dies hier extra erwähnt werden. Zudem bestehen die Barren von C. Hafner explizit zu 100% aus Recyclinggold. Der Gedanke dahinter: Für diese Barren muss kein Gramm Gold neu aus Minen gefördert werden. Der Energieeinsatz bei der Gold-Neuförderung beträgt schließlich ein Vielfaches im Vergleich zur Goldgewinnung aus Recycling, von tiefgreifenden Eingriffen in die Natur ganz zu schweigen. Man hat sich also bei Hafner ganz dem Recycling von Altgold aus Handys oder Elektroschrott verschrieben. Man nennt diese Art der nachhaltigen Rohstoffgewinnung auch Urban Mining. Andere Barrenhersteller sind da weniger eindeutig. So bezeichnet etwa der belgische Umicore-Konzern den Anteil an Recyclinggold in seinen Barren nur als "überwiegend" – eine sehr dehnbare Definition. Details: C. Hafner: Barren ausschließlich aus Recyclinggold |
![]() | CO2-neutrale Goldbarren von PAMP (Carbon Trust zertifiziert)Im Frühjahr 2023 brachte der schweizer Barrenhersteller PAMP die laut eigenen Angaben "ersten kohlendioxidneutralen geprägten Goldbarren mit Carbon Trust-Zertifizierung" auf den Markt. Für Privatanleger interessant vor allem der "PAMP 1oz Lady Fortuna" Goldbarren. Dazu brachte PAMP auch 1 kg und 12,5 kg Goldbarren mit dem Carbon Trust Label auf den Markt. Das Label Carbon Trust wurde 2006 in Großbritannien entwickelt und gilt als das erste CO2 Label überhaupt. Unternehmen, die sich kohlendioxidneutral zertifzieren wollen, müssen einen strengen Zertifizierungsprozess durchlaufen. Verbleibende Emissionen werden dann im Rahmen der sogenannten freiwilligen Klimakompensation durch Umweltprojekte kompensiert. Hier unterstützt PAMP ein Solarprojekt in Indien. Mehr: |
Es ist nicht alles Gold, was glänzt: Immer wieder werden bei der Goldförderung auch negative Auswüchse bekannt, wie illegale Abholzung von Regenwäldern, schwere Umweltbelastungen durch den Einsatz von giftigen Chemikalien, Hungerlöhne, mangelhafte Sozialsysteme, Korruption, intransparente Geldströme in Bürgerkriegsregionen oder gar Kinderarbeit.
Allerdings macht Gold da keine Ausnahme. In vielen anderen Branchen kommt es ebenfalls häufig vor, dass diejenigen, die am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, auch diejenigen sind, die am wenigsten vom großen Kuchen haben. Dies sind vornehmlich Arbeiter oder Bauern in Ländern des sogenannten "Globalen Südens". Globale Arbeitsteilung heißt dann nichts anderes, als dass die Profite in die Taschen von Aufkäufern oder großen Konzernen wandern und letztlich den Wohlstand der industrialisierten Staaten dieser Erde begründen.
Doch man muss differenzieren. Als problematisch gilt vor allem Gold aus dem ASGM-Sektor (= artisanal and small-scale gold mining). Damit ist gemeint der kleine, vorwiegend handwerklich betriebene Goldabbau. Dieser Sektor gilt als wenig kontrolliert. Hierunter fallen all die kleinen Glücksritter-Trupps, die irgendwo illegal ein Stück Regenwald roden oder eine kleine Mine ohne jeden Standard betreiben. Eine Entwicklung, die sich insbesondere im südamerikanischen Regenwald mit dem Anziehen des Goldpreises verstärkt hat. (2)
Mit gerade mal 10 % Anteil an der gesamten Goldfördermenge ist der ASGM-Sektor klein. Gemessen an Arbeitskräften ist dieser Sektor aber groß. Schätzungen besagen, dass 10 - 20 Millionen Menschen weltweit im unregulierten Kleinbergbau arbeiten.(3).
80 - 90 % der weltweiten Goldproduktion kommt aber aus großen Minen von Konzernen. Und die arbeiten nach internationalen Standards. Teilweise liegen deren Goldminen sogar direkt in industrialisierten westlichen Ländern, wie USA, Kanada oder Australien. Gold, welches kein Nachhaltigkeits-Siegel trägt, ist also nicht automatisch schmutziges Gold.
Ein Freibrief für Nachhaltigkeit ist der Goldabbau durch große Konzerne freilich auch nicht, wie die Geschichte der Grasberg Goldmine in Westpapua zeigt, heute betrieben von Freeport-McMoRan (4).
Man sollte seine Möglichkeiten als Endkunde oder Käufer nicht unterschätzen. Märkte reagieren auf Nachfragen wie auch den Druck der öffentlichen Meinung. Das zeigt der Markt für Bio-Lebensmittel. Anfangs belächelt, wartet er seit Jahren mit großen Zuwachsraten auf.
Es gibt also Möglichkeiten zu handeln. Durch den Kauf entsprechender Goldprodukte oder sei es nur, dass beim Händler der Wahl mal genauer nachgefragt wird.
Nicht umsonst ist Nachhaltigkeit seit Jahren ein Megatrend, den übrigens auch Juweliere und Goldschmiede zunehmend spüren.
Aber wie bei den Bio-Lebensmitteln ist auch bei "Grünem Gold" ein signifikanter Preisaufschlag üblich.
Industrielle Rohstoff-Förderung geht nicht ohne Eingriffe in die Natur. Das gilt für Gold wie für jeden anderen Rohstoff. Man kann aber Goldabbau nachhaltig gestalten. Darunter fällt Umweltverträglichkeit genauso wie Sozialverträglichkeit.
Eine interessante Studie stellte Anfang 2019 die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) vor mit dem Titel Der Goldsektor in Deutschland - Marktstudie für verantwortungsvolles Gold aus dem Kleinbergbau. Untersucht wurde die Frage, wie hoch die aktuelle und potentielle Nachfrage nach zertifiziertem Gold ist und welche Faktoren die Nachfrage nach Gold aus verantwortungsvollen Kleinbergbau begünstigen oder verhindern.
Fazit - Zitat:
Der deutsche Markt für dieses Gold ist momentan vergleichsweise eher klein, aber das Wachstumspotential scheint groß. Hindernisse wie bürokratischer Aufwand, ungenügendes oder instabiles Angebot von verantwortungsvollem Gold aus dem Kleinbergbau und fehlende Verankerung der Zertifizierungsorganisationen in Deutschland sind Faktoren, welche eine Weiterentwicklung des Sektors in Deutschland momentan bremsen. Der Aufbau eines stärkeren Netzes an zertifizierten Kleinbergbau-Organisationen und mehr Sensibilisierung und Unterstützung von Unternehmen und Endkunden können dazu beitragen, den Markt für verantwortungsvolles Gold aus dem Kleinbergbau in Deutschland zu stärken
Für Interessierte steht die Studie im nachfolgenden Service-Bereich als Download-Link zur Verfügung
| Anbieter / Organisation / Angebot | Link |
|---|---|
| Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) | Marktstudie: Verantwortungsvolles Gold aus dem Kleinbergbau |
| Fairever GmbH: In Leipzig ansässiges Unternehmen, das nachhaltiges Gold der Label "Fairtrade" und "Fairmined" vertreibt | www.fairever.gold |
| Swiss Better Gold Association (SBGA, Schweizer Initiative) | www.swissbettergold.ch |
| Naturgold: Waschgold aus dem Rhein, Fairtrade Gold, Schmuck, Beratung und Exkursionen | www.naturgold.de |
| C. Hafner: Beitrag von Dr. Philipp Reisert mit dem Titel "Sekundärgold mit überzeugender Ökobilanz". | blog.c-hafner.de |
| "Responsible Jewelry Council" (RJC), Initiative im Schmuckbereich | www.responsiblejewellery.com |
| "Association for fair and responsible gold" (Afrg), Initiative in Österreich | www.fairesgold.org |
| "Artisanal Gold Council" (AGC), Initiative in Kanada | www.artisanalgold.org |
| "Responsible Minerals Initiative" (RMI, USA) | www.responsiblemineralsinitiative.org |
| "Conflict-Free Gold Standard" des World Gold Council (WGC) | www.gold.org |
Quellen:
(1) Fairer Handel mit gutem Gewissen, Verbraucherzentrale
(2) Regenwald zahlt hohen Preis für Gold aus Amazonien, Tagesspiegel 29.06.2020
(3) Studie: Der Bezug von Gold aus dem Kleinbergbau, Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit, 2016
(4) Herausforderungen für die für die staatliche Integrität Indonesiens, Marc Frings / Konrad Adenauer Stiftung
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