Stand: 12.04.2021 von Jörg Bernhard
Es ist wieder so weit: Die Münze Deutschland, die als offizielle Verkaufsstelle für Sammlermünzen der Bundesrepublik Deutschland fungiert, bietet Anlegern zum Festpreis von 809,35 Euro (zzgl. Versandkosten) die 100-Euro-Goldmünze "Recht" an und verschickt diese Anfang Oktober.
Goldeuro: Recht 2021 - Bestellphase läuft!

Insbesondere für Sammler interessant

Vor einem Jahr wurde das erste Exemplar („Einigkeit“) der dreiteiligen 100-Euro-Goldmünzenserie „Säulen der Demokratie“ angeboten und im Herbst 2020 ausgeliefert.

Bis zum 17. Mai können interessierte Anleger nun das zweite Exemplar bestellen und nach weniger als fünf Monaten in Empfang nehmen.

Das Motiv der Münze stellt das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe dar und wurde vom Künstler Bastian Prillwitz entworfen. In der Tabelle erfahren Sie, wieviel die in den Jahren zuvor von der Bundesrepublik Deutschland vertriebenen aktuell kosten.

Soviel kosten Goldmünzen "Made in Germany" aktuell

Name der Goldeuro Ausgabejahr Preis * Aufgeld vs. Krügerrand
Recht 2021 809,35 € 3,37 %
Einigkeit 2020 794,00 € 1,40 %
Dom zu Speyer 2019 825,00 € 5,36 %
Augustusburg Falkenlust 2018 907,65 € 15,92 %
Luthergedenkstätten 2017 845,00 € 7,92 %
Regensburg 2016 945,00 € 20,69 %
Oberes Mittelrheintal 2015 885,72 € 13,12 %
Kloster Lorsch 2014 819,84 € 4,70 %
Dessau-Wörlitz 2013 829,00 € 5,87 %
Aachen 2012 812,52 € 3,77 %
Quelle: gold.de; Stand: 12.04.2021; * günstigster Anbieter zzgl. Versandkosten

Auf www.gold.de finden Sie sämtliche Jahrgänge in der Goldmünzen-Unterkategorie „Goldeuro“.

Über eines sollte man sich vor einer Bestellung aber unbedingt im Klaren sein:

  • Punkt 1: Wer die Münze mit einem Feingewicht von einer halben Unze zum Festpreis von 809,35 Euro (zzgl. Versandkosten) im Onlineshop der Münze Deutschland bestellt, muss aufgrund der für Anfang Oktober terminierten Auslieferung ein Preisrisiko akzeptieren.

Sollte sich nämlich der Goldpreis bis dahin signifikant ermäßigen, muss der Festpreis dennoch bezahlt und die bestellte Münzmenge abgenommen werden.

  • Punkt 2: Falls die Nachfrage das Angebot übersteigen sollte, könnte möglicherweise eine Rationierung bzw. eine Zuteilung via Losverfahren erfolgen.

Da die 100-Euro-Goldmünze "Recht" als Kapitalanlagegold gilt, muss keine Mehrwertsteuer auf das Edelmetall entrichtet werden. Weiterer interessanter Steueraspekt:

Wird die Goldmünze mindestens zwölf Monate gehalten, dürfen (nach derzeitiger Rechtslage) etwaige Kursgewinne steuerfrei realisiert werden.

Als Besitzer einer solchen Münze muss man allerdings bei der Handelbarkeit Abstriche machen. Exemplare wie der Krügerrand, der Maple Leaf oder der Wiener Philharmoniker werden aller Voraussicht nach einen liquideren Handel aufweisen als die Halbunzenmünze "Recht".

Hier zu Lande dürfte das Exemplar aufgrund seiner hohen Bekanntheit aber relativ rege gehandelt werden.

Folgende Strategie denkbar

Für Anleger mit langfristigem Anlagehorizont und dem Wunsch nach einer substanzhaltigen Alternativwährung zum Euro, macht der Kauf des Goldeuros „Recht“ besonders viel Sinn, falls sich der Goldpreis während der Bestellphase (bis 17. Mai) deutlich verteuern sollte.

Dann bestünde nämlich die Chance auf einen Discount gegenüber dem „Krügerrand“ mit identischem Feingewicht.

Deshalb bietet sich an, bis Mitte Mai abzuwarten, um dann zu entscheiden. 

Wer für sein Geld möglichst viel Gold erhalten möchte und auf den ästhetischen und ideellen Mehrwert der „Säulen der Demokratie“ verzichten kann, sollte indes den Krügerrand bevorzugen – und am besten in der Ein-Unzen-Version.

Dieser globale Bestseller zeichnet sich nämlich durch hohe Rücknahmepreise und geringe Geld/Brief-Spannen aus.

Ausblick für die laufende Woche

Der Goldpreis befindet sich aktuell in einer ausgesprochen spannenden Phase. In der vergangenen Woche ging er zum Beispiel auf Tuchfühlung mit der im Bereich von 1.750 Dollar angesiedelten Widerstandszone und scheiterte daran. Unter fundamentalen Aspekten sorgen aktuell diverse Konjunkturindikatoren für erhöhte Aufmerksamkeit.

Am Dienstag steht bspw. die US-Inflationsrate für den Monat März zur Bekanntgabe an. Laut einer von Trading Economics veröffentlichten Umfrage unter Analysten soll sich diese von 1,7 auf 2,5 Prozent p.a. kräftig beschleunigt haben und damit den von der US-Notenbank Fed seit Jahren kommunizierten Zielkorridor von zwei Prozent markant überwinden.

Mit einer restriktiven Geldpolitik ist aber weiterhin nicht zu rechnen.

Das FedWatch-Tool des Terminbörsenbetreibers CME Group zeigt dies eindrucksvoll auf, schließlich wird derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von über 94 Prozent angezeigt, dass wir auf der Fed-Sitzung im Dezember keinen Zinsschritt nach oben sehen werde.

Und selbst bei höheren Zinsen muss man nicht zwangsläufig Gold verkaufen, da steigende Zinsen stets als Indiz für ein gestiegenes Risiko anzusehen sind. Und wenn Risiken zunehmen, wächst vor allem das Schutzbedürfnis – und somit das Interesse an Gold.

Autor: Jörg Bernhard
Freier Wirtschaftsjournalist
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von Pelle | 15.04.2021, 15:55 Antworten

Was passieren kann, falls der Goldpreis zu weit steigt: Die Menge wird massiv reduziert und die meisten Münzen wieder eingeschmolzen. Man bekommt nämlich keine verbindliche Zusage. Das Risiko liegt hier also ganz beim Kunden. Fällt der Goldpreis, muss der Preis trotzdem gezahlt werden, steigt der Goldpreis kriegt man nichts. Wäre nicht das erste Mal, dass Gedenkmünzen wieder zurückgezogen und/oder wieder eingeschmolzen werden. Zum Beispiel die EM-Silbermünzen aus dem letzten Jahr.

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