Gold: 2.240,58 € 0,86 %
Silber: 29,70 € 2,56 %
Stand: 16.04.2024 von Jörg Bernhard
Während sich diesseits des Atlantiks die Inflation offensichtlich auf dem Rückzug befindet, fiel die US-Inflation höher als erwartet aus. Der Inflationsschutz Gold wird häufig als Seismograph bzw. Frühindikator für eine anstehende Inflationsphase interpretiert.
Goldpreis – neue Inflationswelle ante portas?

Gold schützt seit Generationen vor Inflation

Der Mitte 2020 weltweit einsetzende Inflationsschub war zwar in erster Linie durch Corona ausgelöst worden, mit dem Goldpreis ging es aber bereits im Sommer 2018 steil bergauf und er verteuerte sich innerhalb von lediglich zwei Jahren um über 900 Dollar.

In der gegenwärtigen Marktphase zeigt sich ein häufig zu beobachtendes Muster: Volkswirtschaften mit relativ starker Konjunktur weisen höher als erwartete Inflationsraten aus als wirtschaftlich schwache Länder (siehe Tabelle).

Aktuelle Inflationsraten der G20-Staaten

Land aktuell (%) Vormonat (%) Tendenz
Argentinien 288,00 277,00
Türkei 68,50 67,10
Russland 7,70 7,70
Südafrika 5,60 5,30
Indien 4,85 5,09
Mexiko 4,42 4,40
Australien 4,10 5,40
Brasilien 3,93 4,50
USA 3,50 3,20
Großbritannien 3,40 4,00
Südkorea 3,10 3,10
Indonesien 3,05 2,75
Kanada 2,80 2,90
Japan 2,80 2,20
Eurozone 2,40 2,60
Frankreich 2,30 3,00
Deutschland 2,20 2,50
Saudi-Arabien 1,60 1,80
Italien 1,26 0,75
China 0,10 0,70
Quelle: TradingEconomics; Stand: 15.04.2024

In der vergangenen Woche fiel zum Beispiel in den USA mit 3,50 Prozent p.a. die Teuerungsrate für den Monat März etwas höher als prognostiziert aus. Diese Entwicklung war auch bei der Kerninflation (aktuell: 3,80 Prozent p.a.) und den Produzentenpreisen (2,40 Prozent p.a.) zu beobachten.

Historisch niedrige Inflationsraten kann man derzeit hingegen in China (0,1 Prozent p.a.) beobachten.

In einigen G20- Staaten wie Argentinien (288,00 Prozent p.a.) oder der Türkei (68,50 Prozent p.a.) leiden die Bevölkerungen aufgrund von besonders unfähigen Regierungen noch stärker unter der massiven Entwertung ihrer Landeswährungen. Dort hat sich der Goldpreis (in Landeswährung) übrigens innerhalb von lediglich zwölf Monaten mehr als vervierfacht (Argentinien) bzw. ungefähr verdoppelt (Türkei).

Wer Geld auf lange Sicht vor inflationsbedingter und somit vorprogrammierter Entwertung bewahren möchte, dürfte mit dem Kauf von Gold weiterhin gut beraten sein, wenngleich der rekordhohe Goldpreis derzeit sicherlich etwas Mut erfordert und ein gewisses Timingrisiko in sich birgt.

Gold bietet mehr als wirksamen Inflationsschutz

Doch Gold schützt natürlich nicht nur vor steigenden Konsumentenpreisen, sondern hat einiges mehr zu bieten. So verfügt es bspw. über eine relativ niedrige Kursschwankungsintensität (Volatilität) und kann derzeit mit breit diversifizierten Aktienindizes wie dem DAX, dem Euro Stoxx 50 oder dem S&P-500 problemlos mithalten.

Besonders interessant: Wenn Aktien abstürzen, wird häufig in Gold umgeschichtet, wodurch sich sein Ruf als „sicherer Hafen“ oder „Stabilitätsanker“ begründet.

Zu guter Letzt sollte man zudem bedenken, dass physischer Goldbesitz kein Kontrahentenrisiko aufweist und in der Vergangenheit noch nie einen Totalverlust erlitten hat. Dies kann man von Fiat-Währungen, Anleihen oder Aktien eher nicht behaupten.

Deren Risiken scheinen angesichts explodierender Geldmengen und Schuldenberge bzw. aufgrund der geopolitischen Krisenherde aktuell eher zu- als abzunehmen.

Gold verleiht somit jedem Portfolio sowohl Glanz als auch Charme.

Ausblick für die laufende Woche

Die Krisenwährung Gold scheint trotz des iranischen Angriffs auf Israel erst einmal eine Atempause einzulegen. Dies dürfte vor allem auf die erfolgreiche Luftabwehr und die bislang ausgebliebene Eskalation zurückzuführen sein. Eine Garantie, dass die Lage der beiden befeindeten Länder ruhig bleiben wird, gibt es allerdings nicht.

Aus charttechnischer Sicht überwiegen derzeit zwar noch die positiven Aspekte, bei einem Absacker würden jedoch vermehrte Verkaufssignale drohen.

Viele technische Indikatoren stehen derzeit auf „Kaufen“.

Auf der Charttechnik-Website Tradingview legen zum Beispiel von den insgesamt 26 erfassten Parametern gegenwärtig 14 das „Kaufen“, neun das „Halten“ und drei das „Verkaufen“ von Gold nahe. Mit Blick auf den Konjunkturkalender dürfte die Flut an chinesischen Konjunktur-indikatoren (Dienstag) für erhöhte Aufmerksamkeit sorgen.

Wichtige Konjunkturdaten aus den USA stehen mit dem Fed-Konjunkturbericht „Beige Book“ (Mittwoch) sowie den wöchentlichen Erstanträgen auf US-Arbeitslosenhilfe und dem Konjunkturausblick der Philadelphia Fed (beide Donnerstag) ebenfalls zur Bekanntgabe an.

Außerdem sollten Investoren in dieser Woche aktuelle Inflationsdaten aus Europa unbedingt im Blick behalten. Fallen diese höher als erwartet aus, wäre dies als weiteres Kaufargument für Gold anzusehen.

Autor: Jörg Bernhard
Freier Wirtschaftsjournalist
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von Goldfinger | 16.04.2024, 11:56 Uhr Antworten

Lieber Herr Bernhard,
was mich wirklich einmal interessieren würde: Schreiben Sie diese "Artikel" eigentlich selbst, oder lassen Sie dies durch eine KI erledigen?

MfG

1 Antwort an Goldfinger anzeigen
von solider Anleger | 17.04.2024, 14:56 Uhr Antworten

Habe gerade meine Buchhaltungsbelege von vor 10 Jahren dem Schredder zugeführt.
Alte Bewirtungsbelege im gleichen Gaststätten jetzt im Preis + 100% ab Bier bis zum Essen. Das entspricht 8%/a mit Zinseszins und damit der durchschnittlichen Wertentwicklung von Gold.
Gold damit kein Spekulationsobjekt, aber guter Wertspeicher. Der MSCI-World ist besser wie auch manche Aktie, aber Au ist nach einem Jahr steuerfrei und ganz „ruhig und unsichtbar“. Viel Freude damit!

von Mr.Silver | 16.04.2024, 10:26 Uhr Antworten

Nach den Ausbruch über die 2080 USD hat der Goldpreis die neue Preisspanne festgelegt.
Sie liegt bei 2080 bis 2430 USD. Ich hatte mit 2480 bis 2500 gerechnet, Doch starke Gewinnmitnahmen zeigten wohl das Ende der Anstiegsphase. Solange der Goldpreis seitwärts läuft entspannt sich die Lage, und er kann ab Oktober wieder zu neuen Höhen ansteigen. Die 2080 USD müssen halten. Fällt der Goldpreis unter diesem Kurs, sieht es nicht gut aus.

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