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Stand: 28.03.2023 von Jörg Bernhard
Es gibt Neues von der Liechtensteiner Vermögensverwaltung Incrementum AG: Die beiden Autoren der jährlichen Goldstudie „In Gold we Trust“ Ronald-Peter Stöferle und Mark Valek haben in der vergangenen Woche ihr kostenloses „Chartbook“ veröffentlicht.
Incrementum AG: Aktuelles Chartbook vom „In Gold we Trust“-Team

Nützliche Expertise auf über 90 Seiten

Auf der Website des Vermögensverwalters Incrementum AG kann man sich die Publikation herunterladen. Wieder einmal haben die beiden Autoren (auf Englisch) besonders interessante und sehenswerte Charts zusammengetragen, die zur Bewertung der aktuellen Lage des globalen Finanzsystems und des Goldpreises ausgesprochen nützlich sind. Insgesamt enthält das Werk 62 Charts bzw. Tabellen.

Aufgeteilt in sieben Kapitel werden in dem Chartbook folgende Aspekte intensiv unter die Lupe genommen:

  • Inflation – zweite Welle voraus?
  • In Erwartung einer Rezession
  • Weltwirtschaftliche Ordnung löst sich auf
  • Der Staus Quo von Gold
  • Silber
  • Minenaktien
  • Wohin wird das führen?

Nachfolgend habe ich exemplarisch fünf besonders interessante Charts ausgesucht, welche mir besonders aussagekräftig erscheinen und allesamt für Gold sprechen:

Gold bleibt weiterhin ein absolutes Must-Have-Investment

Grafik 1 zeigt an, seit wie vielen Monaten sich die jährliche US-Inflationsrate über der Marke von drei Prozent bewegt. Zur Erinnerung: Sowohl die US-Notenbank Fed als auch die Europäische Zentralbank sehen eine Teuerungsrate im Bereich von zwei Prozent p.a. als wünschenswert an.

Längste Inflationshochphase seit 30 Jahren

Grafik 2 zeigt die hohe Wahrscheinlichkeit für eine Rezession an. Seit dem Jahr 1860 blieb während eines Zinserhöhungszyklus lediglich dreimal ein wirtschaftlicher Abschwung aus, 17mal stellte sich hingegen eine Rezession ein. Vor über 60 Jahren, vor ungefähr 40 Jahren und vor rund 30 Jahren gab es trotz steigender Leitzinsen keine Rezession.

Verschärfung durch weitere Zyklen - Rezession droht

Grafik 3 bringt zum Ausdruck, wie sich in den vergangenen drei Jahrzehnten die Stellenstreichungen (Quelle: Challengerbericht) entwickelt haben. Aktuell bewegen wir uns übrigens meilenweit unter dem Niveau der pandemiebedingten Jobvernichtung im Frühjahr 2021.

jüngste Entlassunsgwelle erst der Anfang

Grafik 4 zeigt die Nettokäufe der Notenbanken im Jahr 2022 auf. Mit 1.136 Tonnen haben sie extrem viel Gold erworben, wenn dies kein Omen ist! Anleger sollten daher unbedingt auf die stabilisierende Wirkung von Gold innerhalb eines Portfolios vertrauen, schließlich hat sich die Fähigkeit Vermögen zu schützen, seit Generationen bewährt.

ATH: Zentralbanken entdecken Gold wieder

Grafik 5 stellt das letzte Exemplar des diesjährigen „Chartbook“ dar und dürfte vielen Goldbesitzern gefallen. Diese Grafik zeigt die Wahrscheinlichkeiten an, wo der Goldpreis am Ende des Jahrzehnts nach Ansicht von Stöferle und Valek stehen könnte.

Fazit: Am wahrscheinlichsten gilt das Erreichen der Bandbreite 4.000 bis 5.000 Dollar (18,6 Prozent), gefolgt von 3.000 bis 4.000 Dollar (18,1 Prozent), 2.000 bis 3.000 Dollar (15,0 Prozent) und 5.000 bis 6.000 Dollar (13,5 Prozent).

Ende der Dekade soll der Goldpreis deutlich steigen

Ausblick für die laufende Woche

Obwohl in der vergangenen Woche in den USA, Großbritannien und in der Schweiz die Leitzinsen erhöht wurden, präsentierte sich der Goldpreis ausgesprochen robust. An der psychologisch wichtigen Marke von 2.000 Dollar ist er zwar zweimal gescheitert, im ETF-Sektor sowie an den Terminmärkten herrscht aber weiterhin Kauflaune.

Allein in den vergangenen beiden Wochen verzeichnete der weltgrößte Gold-ETF SPDR Gold Shares Zuflüsse in Höhe von 2,89 Tonnen. Die Probleme im Bankensektor haben einen ganz großen Vorteil von Gold auf eindrucksvolle Weise ins Gedächtnis gerufen:

das nicht vorhandene Kontrahentenrisiko.

Das Motto lautet: Wer Gold hat, hat immer Geld. Bankguthaben, kann schneller als gedacht gefährdet sein, wie die Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit (Silicon Valley Bank, Signature Bank, First Republic Bank oder Credit Suisse) gezeigt haben.

Derzeit deutet nichts darauf hin, dass sich die zahlreichen Risiken für die globalen Finanzsysteme in Wohlgefallen auflösen werden. Mag sein, dass Gewinnmitnahmen den Goldpreis immer wieder etwas nach unten drücken werden, ein nachhaltiger Wechsel vom Aufwärts- in den Abwärtsmodus kann jedoch als relativ unwahrscheinlich eingestuft werden.

Auch die anhaltend hohen Teuerungsraten dürften den Inflationsschutz Gold weiterhin attraktiv machen. Aktuelle Inflationsraten stehen übrigens am Donnerstag (Deutschland) und Freitag (Eurozone) zur Bekanntgabe an.

Autor: Jörg Bernhard
Freier Wirtschaftsjournalist
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