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Stand: 28.11.2022 von Hannes Zipfel
Neben wichtigen Ansprachen der EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Montag und des US-Notenbankchefs Jerome Powell am Mittwoch werden vor allem die frischen Inflationsdaten aus Deutschland für November sowie die Arbeitsmarktdaten aus den USA am Freitag auf großes Interesse bei den Edelmetall-Anlegern stoßen.
Inflationsrate Deutschland für November & US-Arbeitsmarkdaten

Spannend dürften am Donnerstag auch die Umsätze im deutschen Einzelhandel für Oktober werden, die auf Jahres- und Monatsbasis sogar nominal signifikant rückläufig sein sollen.

  • Montag: Verfallstag für Future-Kontrakte an der COMEX für Gold nach Börsenschluss
  • Dienstag: Entwicklung der Verbraucherpreise in Deutschland auf Jahresbasis im Nov. (e: 10,4 % | Okt.: 10,4 %)
  • Mittwoch: Veränderung der Arbeitslosigkeit Deutschland im Nov. (e: 13k | Okt.: 8k)
  • Donnerstag: Einzelhandelsumsätze Deutschland für Oktober auf Jahresbasis (e: -2,8 % | Sept.: -0,9 %)
  • Freitag: US-Beschäftigte außerhalb der Landwirtschaft im Nov. (+200k | +261k)

Inflationsrate in Deutschland unverändert über 10 Prozent

Am Dienstag um 14:00 Uhr MEZ werden die Bundesstatistiker aus Wiesbaden mit den neuen Preisveränderungsdaten für Verbraucher (VPI) aufwarten. Eine Entspannung ist hier nicht in Sicht. Auch im Oktober sollen die Preise gegenüber dem Vorjahresmonat wie schon im September 2022 um 10,4 Prozent angestiegen sein.

Gemäß der europäisch harmonisierten Inflationsberechnungsmethode (HVPI) sollen die Preise sogar um 11,3 Prozent auf Jahresbasis klettern. Der Leitzins zur Inflationsbekämpfung der Europäischen Zentralbank EZB liegt aktuell bei 2,0 Prozent p. a.

Veränderungsrate der deutschen Verbraucherpreis Index

Vor allem Nahrungsmittel, fossile Energieträger und Waren des täglichen Bedarfs sollen erneut die Preise im Jahresvergleich nach oben getrieben haben.

Interessant werden am Dienstag, den 29. November auch die Daten zu den monatlichen Preisentwicklungen von Bestandsimmobilien in den USA. Hier schwächelt der Markt wegen der massiven Zinserhöhungen seit einigen Monaten.

Nun fallen die Preise recht schnell.

In dieser speziellen Statistik sind die Einfamilienhäuser erfasst, die bei den halbstaatlichen Hypothekenbanken Fannie Mae oder Freddie Mac finanziert wurden (zusammen 62 Prozent Marktanteil). Beide Banken kaufen Hypotheken von anderen Banken auf. Der Bericht bietet daher einen umfassenden Einblick in den US-amerikanischen Häusermarkt.

Erwartet wird ein Rückgang im September gegenüber August 2022 um 1,2 Prozent. Das wäre der größte monatliche Preiseinbruch seit April 2012. Bereits im Vormonat sanken die Häuser um 0,7 Prozent im Wert (Quelle: Federal Housing Finance Agency):

USA - Hauspreis-Index

Einzelhandelsumsatz Deutschland äußerst schwach

Wenn trotz einer zweistelligen Inflationsrate auf Vierzigjahreshoch der Einzelhandel mit Rückgängen auf nominaler Ebene zu kämpfen hat, dann kann man vermuten, wie schlecht es der Branche derzeit geht – kein gutes Omen fürs Weihnachtsgeschäft.

Dabei ist das vierte Quartal für ca. 40 Prozent des Gesamtjahresumsatzes verantwortlich.

Trotz einer Inflationsrate von 10,4 Prozent im Oktober sollen die Einzelhandelsumsätze in Deutschland im gleichen Zeitraum um 2,8 Prozent gefallen sein. Bereits im Vormonat gab es eine Kontraktion um 0,9 Prozent. Dabei kommen weitere finanziellen Härten trotz Entlastungsanstrengungen der Bundesregierung auf die deutschen Konsumenten erst noch zu (u. a. höhere Wohnnebenkosten etc.).

Konjunkturzahl der Woche

Nachdem die US-Notenbanker ihre aktuelle restriktive Geldpolitik mit historisch stark steigenden Zinsen und einer Verknappung der Liquidität primär mit dem robusten Arbeitsmarkt begründen, die Anleger aber bereits auf eine Trendwende der Geldpolitik setzen, steht kaum eine Konjunkturzahl so stark im Fokus der Anleger, wie die "großen" monatlichen Arbeitsmarktdaten in den Vereinigten Staaten, den sogenannten „Non-Farm-Pay-Rolls“ (NFPR).

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Die US-Arbeitslosenquote wird unverändert bei niedrigen 3,7 Prozent erwartet. Niveaus unter 5 Prozent gelten als Vollbeschäftigung. Von dieser Seite hätte die Fed also noch Spielraum für eine weitere geldpolitische Straffung.

Gleichwohl soll sich der Anstieg der Stundenlöhne von 4,7 Prozent im Oktober auf 4,6 Prozent im November abgeschwächt haben.

Damit bleibt auch in den USA die Entwicklung der Löhne real stark negativ, was die Kaufkraft enorm belastet.

Schlechtere Arbeitsmarktzahlen wären in diesem Fall gute Zahlen für die Aktien-, Anleihe- aber auch die Edelmetallmärkte, da sie das Ende des jetzigen Zinserhöhungszyklus zeitlich nach vorn verschieben könnten.

Wegen des Feiertags „Thanksgiving“ am vergangenen Donnerstag und dem eingeschränkten Handelstag am letzten Freitag erfolgt die Veröffentlichung der Terminmarktdaten für Gold (COT-Daten) erst am heutigen Montag nach Börsenschluss. Andere COT-Daten wurden bereits publiziert.

Weitere wichtige Daten-Termine, Details und Prognosen und historischen Zeitreihen finden Sie hier.

Autor: Hannes Zipfel
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