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Stand: 30.10.2023 von Hannes Zipfel
Die mit Abstand wichtigsten Termine für Edelmetall-Anleger neben den Entwicklungen rund um den Nahostkonflikt werden in dieser Woche die US-Notenbanksitzung am Mittwoch sowie die "großen" US-Arbeitsmarktdaten am Freitag sein. Aus Deutschland kommen negative BIP-Zahlen und leicht rückläufig prognostizierte Daten zur Inflationsrate.
US-Zinsentscheid, Inflation und deutsches BIP

Weitere wichtige Datentermine in der KW 43, die für Edelmetalle kursrelevant werden könnten:

  • Sonntag: Umstellung v. Sommerzeit auf Winterzeit/Normalzeit (in den USA erst am 5. 11.)
  • Montag: BIP-Deutschland 3. Quartal’23 ggü. Vorjahresquartal (akt.: -0,3 % | Q2’23: -0,1%), Verbraucherpreisindex (VPI) Deutschland für Oktober auf Jahresbasis (14:00 Uhr | e: 4,0 % | Sept.: 4,5 %), Verbrauchervertrauen Euro-Zone für Oktober (11:00 Uhr | e: -17,9 | Sept.: -17,8)
  • Dienstag: Verbraucherpreisindex (VPI) Eurozone (VPI) für Oktober auf Jahresbasis (11:00 Uhr | e: 4,2 % | Sept.: 4,3 %), Zinsentscheidung der Bank of Japan (3:30 Uhr MEZ |e: -0,1 % | akt.: -0,1 %), US-Verbrauchervertrauen für Oktober (15:00 Uhr MEZ | e: 100 | Sept. 103)
  • Mittwoch: Zinsentscheid der US-Notenbank (19:00 Uhr MEZ | Target Range | e: 45,25 – 5,50 % p. a. | akt.: 5,25 -5,50 % p. a.), Pressekonferenz mit Notenbankchef Jerome Powell (19:30 Uhr MEZ), Offene Stellen USA (JOLTs) für Oktober in Mio. (e: 9,27 | Sep.: 9,21)
  • Donnerstag: Arbeitslosenzahl Deutschland für Oktober (9:55 Uhr | +15k | Sept.: +10 k), Arbeitslosenquote Deutschland im Oktober (9:55 Uhr | 5,8 % | Sept.: 5,7 %)
  • Freitag: US-Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft (NFP) für Oktober (13:30 Uhr MEZ | e: +145k | +263k), Terminmarktdaten der US-Aufsichtsbehörde CFTC für Gold und Silber; „COT-Report“ | 22:30 Uhr MESZ)

Weitere Daten-Termine, Details zu den Prognosen sowie historische Zeitreihen finden hier.

Goldpreis in Euro erreicht neuen Rekordstand

Die Ausweitung des militärischen Konflikts im Nahen Osten in Reaktion auf die Terroranschläge vom 7. Oktober durch die Hamas auf Israel hat den Goldpreis in Euro am Freitag auf ein neues Allzeithoch auf Tages- und Wochenschlusskursbasis getrieben. Aktuell notiert der Goldpreis am Spot-Markt leicht unter den Ständen von Freitagabend bei 1.886 Euro pro Feinunze (31,1g) bzw. 1.997 US-Dollar pro Feinunze (Stand: 11: 30 Uhr). Am Freitag hatten die Notierungen in US-Dollar bei 2.006 US-Dollar pro Unze geschlossen, in Euro bei 1899,10.

Goldpreis in Euro pro Unse


Damit notiert das gelbe Edelmetall seit Jahresbeginn mit 10,7 Prozent im Plus. Auf US-Dollar-Basis beträgt der Wertzuwachs 9,55 Prozent.

Was macht die US-Notenbank?

Mit besonderer Spannung werden die Aussagen des Notenbank-Chefs Jerome Powell erwartet. Mit einer Änderung des Zinsniveaus auf dieser Sitzung wird nicht gerechnet. Interessant wird aber der Ausblick der Geldpolitiker und die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage sowie der Teuerungsentwicklung in den USA.

Leitzins USA


Im Rahmen der Reduzierung der Bilanzsumme der US-Fed werden monatlich für ca. 60 Mrd. US-Dollar Staatsanleihen und für ca. 35 US-Dollar hypothekenbesicherte Anleihen (MBS) am Kapitalmarkt veräußert. Auch diesbezüglich wird auf der Notenbanksitzung am Mittwoch keine Veränderung erwartet.


Bilanzsumme der US-Notenbank


Sowohl die Kreditvergabe als auch die Aktienmärkte und im besonderen Maße die Kurse für US-Staatsanleihen leiden bereits unter dem Liquiditätsentzug.

In Anbetracht der schwierigen geopolitischen Lage und der hohen Verschuldung, gepaart mit historisch hohen Kreditkosten, warten viele Anleger auf ein Signal der Fed, wie es bei der Bilanzreduzierung weiter gehen soll.

Zuletzt hatte sich der US-Notenbankchef Jerome Powell dahingehend geäußert, die Anleiheverkäufe auf „Autopilot“ weiterzuführen. Eine ähnliche Formulierung hatte im Herbst 2018 zu einem Crash an den Aktienmärkten geführt.

Was macht die US-Notenbank?

Bereits am Montagmorgen veröffentlichte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden (DeStatis) die Daten zur Veränderung des Bruttoinlandprodukts (BIP) in Deutschland für das dritten Quartal 2023.

Gegenüber dem Vorjahresquartal schrumpfte das deutsche BIP nach vorläufigen Daten um 0,3 Prozent nach -0,2 Prozent im Vorquartal. Auf Quartalsebene belief sich der BIP-Rück auf 0,1 Prozent nach 0,0 Prozent im zweiten Quartal. Zunächst wurden die Daten zur Jahresveränderung von der Nachrichtenagentur Reuters deutlich schlechter (-0,8 %) vermeldet und 30 Minuten später auf -0,3 Prozent nach oben geändert, womit die Prognose von -0,7 Prozent übertroffen werden konnte. Ein ungewöhnlicher Vorgang, aber immer noch eine Kontraktion:

Deutschland: Veränderungsrate des BIP


In dieses makroökonomische Bild passt auch die Erwartung einer ansteigenden Arbeitslosenzahl in Deutschland im Oktober, die am Donnerstag um 9:55 Uhr von der Arbeitsagentur in Nürnberg veröffentlicht wird.

Erwartet wird ein Anstieg um 15.000 Arbeitslose nach +10.000 im September. Die Arbeitslosenquote soll Prognosen zufolge von 5,7 % im September auf 5,8 % im Oktober ansteigen.

Inflationsrate weiter rückläufig erwartet

Im Zuge der wirtschaftlichen Abkühlung soll auch die am Montag um 14:00 Uhr zur Veröffentlichung anstehende Preisinflation für Deutschland (VPI) weiter sinken. Erwartet wird eine Jahresinflationsrate von 4,5 Prozent im Vormonat auf 4,0 Prozent:

Deutschland: Veränderungsrate des Verbraucherpreisindex


Aufgrund der dynamischen Eskalation des Nahostkonflikts kann es auch in dieser Woche zu ungewöhnlichen Marktbewegungen bei den Edelmetallen und an den Finanzmärkten generell kommen. Die genannten Wirtschaftsdaten können durch die Entwicklung an der Nachrichtenfront schnell überlagert werden können.

Autor: Hannes Zipfel
Ökonom
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von Peter L Ustig | 31.10.2023, 22:42 Uhr Antworten

Nur mal so in den Raum gefragt:

"Füllt Amerika meinen Kühlschrank mit ausreichend guten Lebensmitteln,oder bin ich selbst dafür verantwortlich ? "

Existenzieller ist es doch,was sich vore unserer direkten Haustüre abspielt und zukünftig für uns vor Ort bereithält oder etwa nicht ???

Sicherlich ist es wirtschaftlich nicht unerheblich, jedoch wird das "Hauptmenü" besser am heimischen Herd zubereitet.

Guten Appetit

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