Gold: 1.874,17 € 0,07 %
Silber: 21,33 € 0,19 %
Stand: 12.02.2024 von Hannes Zipfel
Aus dem Reich der Mitte kommen in dieser Woche erneut keine Daten, da das chinesische Neujahr, das Jahr des Drachen, noch bis Freitag gefeiert wird. Auch der Karneval sorgt für eine relativ dünne Datenlage.
ZEW-Index, Euro-BIP, US-Inflation & Bitcoin

Für Deutschland und die Euro-Zone stehen am Dienstag das wichtige ZEW-Konjunkturbarometer auf der Agenda und aus den USA werden die Inflationsdaten (Dienstag) sowie die Einzelhandelsumsätze (Donnerstag) für den Januar vermeldet. Zur Mitte der Woche stehen die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt für die Euro-Zone zur Veröffentlichung an.

Ausgesuchte kursrelevante Termine für Gold, Silber & Co. in der siebenten Börsenwoche 2024:

  • Montag: Feiertage - China, Singapur u. Hongkong (Neujahrsfest); Brasilien (Karneval); Japan (Nationalfeiertag), Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Philip R. Lane, äußert sich zu Konjunktur, Inflation und Geldpolitik im Euroraum (14:15 Uhr).
  • Dienstag: Feiertage - China, Singapur u. Hongkong (Neujahrsfest); Brasilien (Karneval), ZEW Konjunkturerwartungen Deutschland für Februar (11:00 Uhr | e: -79,0 | Jan.: -77,3), ZEW Konjunkturerwartungen Euroraum für Februar (11:00 Uhr | e: 20,1 | Jan.: 22,7), US-Verbraucherpreise im Januar auf Jahresbasis (14:30 Uhr MEZ | e: 2,9 % | Jan.: 3,4 %).
  • Mittwoch: Feiertage - China, Singapur u. Hongkong (Neujahrsfest); Brasilien (Aschermittwoch), Bruttoinlandsprodukt Euro-Zone Q4’23 ggü. Vorjahresquartal (11:00 Uhr | 0,1 % | 0,0 %).
  • Donnerstag: Feiertage - China, Singapur u. Hongkong (Neujahrsfest), US-Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung (14:30 Uhr | e: 271k | KW 6: 218k), US-Einzelhandelsumsätze Januar ggü. Dezember (14:30 Uhr MEZ | e: -0,2 % | Dez.: 0,6 %).
  • Freitag: Feiertag – China (Neujahrsfest), Erzeugerpreise USA im Januar auf Jahresbasis (14:30 Uhr | e: 0,7 % | Dez.: 1,0 %), Terminmarktdaten der US-Aufsichtsbehörde CFTC für Gold und Silber („COT-Report“ | 22:30 Uhr MEZ).

Details zu den Daten, Prognosen sowie historische Zeitreihen finden Sie hier.

Goldpreis tendiert weiter abwärts

Nach wie vor belasten gesunkene Zinssenkungserwartungen in den USA und im Eroraum, ein relativ starker US-Dollar sowie der Fokus der Anleger auf Tech-Aktien mit KI-Fantasie die Kurse des gelben Edelmetalls.

Ein Preisrücksetzer bis auf die psychologisch wichtige Marke von 2.000 US-Dollar pro Feinunze (31,1g) am Spot-Markt erscheint nun realistisch, nachdem der Kurs des gelben Edelmetalls zuletzt die 50-Tage gleitende Durchschnittslinie (SMA 50) sowie den kurzfristigen Aufwärtstrend aktuell nach unten durchbrochen hat (rote gestrichelte Linie in der Nähe des aktuellen Kursniveaus).

Momentan notiert der Goldpreis zum Wochenauftakt mit 2.020,60 US-Dollar pro Unze leicht schwächer als am Freitag zum Börsenschluss.

Goldpreis in US-Dollar pro Feinunze

Eine weitere horizontale Unterstützungslinie liegt bei ca. 1.980 US-Dollar pro Unze. So könnte unterhalb der 2.000er-Marke eine Bären-Falle bilden (für Wetten auf weiter fallende Notierungen), zumal einige preisrelevante Faktoren, u. a. die Terminmarktstruktur, sich bereits verbessert haben.

Die im unteren Bereich des Gold-Preis-Charts dargestellten Oszillatoren (Stochastik und Relative Stärke; RSI) bewegen sich schon wieder im „überverkauften“ Bereich. Konstruktiv ist auch zu werten, dass der SMA 50 (Simple Moving Average 50 Days) seit Anfang Dezember nach wie vor über dem längerfristigen SMA 200 notiert – ein Zeichen für einen im übergeordneten Bild intakten Aufwärtstrend.

Offene Kontrakte am Gold-Terminmarkt auf 5-Jahres-Tief

Wie desinteressiert die großen und kleinen Spekulanten und Anleger momentan v. a. in den USA an dem Thema Gold sind, zeigen nicht nur die Abflüsse aus den weltweiten größten Gold-Fonds (ETFs = Exchange Traded Funds):

Bestandsveränderung der weltweit größten Gold-ETFs nach Regionen

Sondern auch die Anzahl der offenen Kontrakte am nach wie vor wichtigsten Terminmarkt für Gold weltweit in den USA (COMEX) passen in dieses Muster: Die Anzahl aller offenen Kontrakte ist auf ein Fünfjahrestief von 419.121 Stück gefallen. Jeder Termin-Kontrakt (Future) umfasst 100 Unzen des edlen Metalls.

COT-Terminmarkt-Report für Gold

Der als Timing-Instrument durchaus hilfreiche „COT Index“ (rote Linie in der Mitte der Grafik) steht aktuell mit 38 Punkten noch im „Verkaufen“-Bereich.

Eine weitere Bereinigung der Terminmärkte, einhergehend mit zunächst tieferen Kursen erscheint daher wahrscheinlich. Dies hier gezeigten Daten stammen vom 6. Februar und werden am Freitag um 22:30 Uhr MEZ von der US-Terminmarkt-Aufsichtsbehörde CFTC aktualisiert.

Bitcoin in Euro auf Mehrjahreshoch

Ganz anders stellt sich das Bild beim sogenannten „digitalen Gold“, dem Bitcoin (BTC) und diversen Altcoins (z. B. Ethereum, Solana, Monero etc.) dar.

Die Genehmigung von „physischen“ Bitcoin-ETFs durch die US-Börsenaufsicht SEC vor genau einem Monat hatte bereits im Vorfeld bei den Anhängern der Block-Chain-Technologie Euphorie ausgelöst und die Preise der digitalen Token massiv nach oben getrieben.

Danach kam es, wie so oft an der Börse, zunächst zu Gewinnmitnahmen. Mittlerweile haben sich die Kurse aber wieder erholt und konnten in US-Dollar, aber auch in Euro auf die höchsten Stände seit Ende 2021 ansteigen.

Bitcoin (BTC) in Euro

Mittlerweile kostet ein Bitcoin wieder 44.521 Euro – Tendenz weiter steigend. 

Damit beträgt der Abstand zum Allzeithoch vom 10. November 2021 bei in der Spitze 59.704 Euro noch gut ein Drittel (34 Prozent).

Und das nächste kurstreibende Event, das den Preis des Bitcoins neben den Zuflüssen in die neuen BTC-ETFs auf neue Allzeithöchststände bringen könnte, steht in diesem Jahr erneut an: das sogenannte „Halving“.

Bitcoin-„Halving“

Eines der wichtigsten Ereignisse in der Bitcoin-Blockchain ist die Halbierung der Emissionsmenge (Halving). Seit dem Jahr 2020 erhalten die Netzwerkteilnehmer, die Transaktionen validieren, 6,25 Bitcoins (BTC) für jeden erfolgreich digital „geschürften“ Bitcoin. Diese „Belohnung“ wird sich dann halbieren, was das Angebot an Bitcoin weiter verknappt. Die nächste Halbierung wird voraussichtlich Ende April dieses Jahres erfolgen und wirkt bereits positiv auf die Stimmung der Bitcoin-Anleger.

Zwar handelt es sich bei Bitcoin im Vergleich zu Gold um ein digitales Asset, die Vorteile gegenüber ungedeckten und beliebig vermehrbaren Währungen sind gleichwohl ähnlich, weshalb viele Edelmetallanleger aus vergleichbaren Gründen auch zu den Haltern von digitalen Währungen zählen. Die monetären Eigenschaften von Bitcoin und Gold ergänzen sich sehr gut, wie dieser ausführliche Vergleich zeigt.

Autor: Hannes Zipfel
Ökonom
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