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Silber: 19,53 € -1,72 %
Stand: 02.07.2021 von © Gold.de Redaktion AB/SH
Die große GOLD.DE Reihe "Sachwerte im direkten Vergleich": Wir lassen jeweils einen bestimmten Sparringspartner gegen Gold antreten, dann wird das Duell Runde für Runde nach vorgegebenen Kategorien analysiert. Wer punktet wo? Diesmal im Ring: Bitcoin.
Gold vs. Bitcoin: Der Vergleich
Das Wichtigste in Kürze
  • Duell der beiden Unbestechlichen
  • Battle fällt überraschend knapp aus
  • Bitcoin punktet vor allem mit Renditechancen
  • Unklare Zukunft aber großer Nachteil
  • Gold punktet mit Tradition & Sicherheit

Bitcoin als Geldanlage

Auch wenn Kryptowährungen nicht wirklich als Sachwert gelten, sondern als Nominalwert, so soll der Vergleich Bitcoin vs. Gold hier nicht fehlen. Warum? Nicht wenige sehen Gold und Kryptogeld als Brüder im Geiste. In beiden Communities finden sich in weiten Teilen ähnliche Ansichten, wie etwa die Kritik an einem als marode empfundenen Finanzsystem, der Wunsch nach einem unbestechlichen, nicht inflationierbarem Geld oder die Unabhängigkeit von Zentralbanken.

Der Bitcoin ist auch die bekannteste Kryptowährung. Eigentlich zunächst gedacht als alternatives Geld, ist Bitcoin schnell als Geldanlage ins öffentliche Interesse gerückt aufgrund teils sagenhafter Kursgewinne.

Mehr: Bitcoin ausführlich erklärt, Kurse, Charts, Hintergründe

Bitcoin vs. Gold: Der Vergleich

 Runde 1: Sicherheit

Die Geschichte zeigt: Bei Gold ist ein Totalverlust ausgeschlossen.

Anders bei Bitcoin: Kein Strom, kein Internet, keine Kryptowährung. Und was von Menschen programmiert ist, kann grundsätzlich durch Menschen manipuliert werden. Außerdem ist die Kryptowährung einfach zu jung, um einschätzen zu können wohin die Entwicklung geht.

Unser Fazit: Punkt für Gold

 Runde 2: Diebstahlrisiko

Schließfach, Versteck oder Tresor sind die Klassiker bei Gold. Ein Safe kann aufgebrochen, ein Versteck kann gefunden werden.

Das Bitcoin System selbst gilt als sicher. Doch Börsen oder Wallets können gehackt werden. Und was passiert, wenn man den Zettel verliert, auf dem der privaten Verschlüsselungscode notiert ist?

Unser Fazit: Unentschieden.

 Runde 3: Anonymität

Man kann Gold anonym kaufen, aber nur bis zu einem Betrag von 1.999,99 Euro.

Bei Bitcoin ist die Anonymität bei einer Transaktion zwischen A und B zu 100 % gewährleistet. Eine Obergrenze gibt es nicht.

Unser Fazit: Punkt für Bitcoin

 Runde 4: Kriminalität

Es lässt sich nicht leugnen: Anonymität bietet den Raum, den Kriminelle mögen.

Bei Gold kann man nichts ausschließen. Da Bitcoin aber in der Runde “Anonymität” gepunktet hat, sehen wir hier auch das höhere Kriminalitätspotential.

Unser Fazit: Punkt für Gold

 Runde 5: Alltagstauglichkeit als Zahlungsmittel

Ob der Friseur um die Ecke oder Onlineshopping: Für den Alltag taugt Gold nicht.

Bitcoin zwar auch noch nicht wirklich, hat aber klar Potential. Denn die Zahl der Onlineshops und Dienstleister, die Cybergeld akzeptieren, wächst. Außerdem wird sowieso immer mehr digital bezahlt.

Unser Fazit: Punkt für Bitcoin

 Runde 6: Renditechancen

Unser Chartvergleich beginnt 2011, also das Jahr wo Bitcoin bekannter wurde. Davor war Bitcoin in der breiteren Öffentlichkeit praktisch nicht existent. Grundlage unseres Vergleichs ist der Gold- und Bitcoinkurs jeweils zum Jahresende in Euro. Das Ergebnis ist eindeutig:

Vergleich Bitcoinkurs Goldpreis

Unser Fazit: Punkt für Bitcoin

 Runde 7: Volatilität / Kursrisiko

Volatilität meint die Stärke von Kursbewegungen nach beiden Seiten, also unten wie nach oben. Bitcoin hat enorme Kursausschläge. Vergleiche zur “Dotcom Blase” drängen sich geradezu auf. Wer schwache Nerven hat, der sollte zu besser Gold greifen.

Unser Fazit: Punkt für Gold

 Runde 8: Gebrauchswert

Hat eine Geldanlage zusätzlich noch einen realen Gebrauchswert, dann ist das ein Extraplus. Gold ist nicht nur ein Wertspeicher, sondern wird auch in der Industrie und der Schmuckbranche benötigt. Das sorgt für zusätzliche Begehrlichkeiten.

Der Wert von Bitcoin ist dagegen rein nominaler Natur.

Unser Fazit: Punkt für Gold

 Runde 9: Steuerung und Transparenz

Gesellschaftlich relevante Systeme brauchen Leitlinien, egal ob es sich um ein Wirtschaftssystem, ein Unternehmen, einen Staat, eine Währung oder künstliche Intelligenz handelt. Das wirft die Frage auf, wer diese aufstellt, welches Gremium deren Ausführung überwacht und wer letztlich verantwortlich ist.

Im Idealfall sind die entsprechenden Organe transparent und demokratisch legitimiert. Im schlechten Fall dominieren mächtige Interessengruppen, wird verschleiert oder betrogen.

Nun operiert beim Blockchain Konzept ein automatisiertes Rechnernetzwerk, erschaffen von einem gewissen Satoshi Nakamoto, von dem bis heute niemand genau weiß, wer sich hinter dem Pseudonym verbirgt. Wer oder was steuert also bei einem Bitcoin Crash? Wer hat die Verantwortung, wer greift regulierend ein, wie ist das mit Schadensersatz?

Aber auch die Goldbranche gilt nicht gerade als besonders transparent. Marktmanipulationen, Umweltsünden, ungeklärte Herkunft von Goldbeständen, Blutgold - auch Gold hat seine dunklen Seiten.

Unser Fazit: Unentschieden.

 Runde 10: Regelmäßige Erträge

Weder Gold noch Bitcoins werfen Zinsen ab oder liefern sonst irgendwelche regelmäßigen Erträge. Einzig in den Kursbewegungen liegt die Möglichkeit für einen Zugewinn.

Unser Fazit: Unentschieden.

 Runde 11: Zukunft

Es gibt nicht DIE Kryptowährung. Stattdessen konkurrieren eine Vielzahl von Kryptowährungen auf dem Markt. Fast täglich schießen neue Systeme wie Pilze aus dem Boden, andere verschwinden. Wie wird sich Bitcoin entwickeln?

Gold dagegen ist - Gold. Bekannt seit Jahrtausenden. So banal das klingt, aber genau darin liegt seine Stärke.

Unser Fazit: Punkt für Gold

 Runde 12: Unabhängigkeit von Interessen

Es gibt ein Argument, das von Anhängern beider Lager immer wieder beschworen wird: Die Unabhängigkeit von staatlichen oder zentralistischen Instanzen.

Dennoch darf man nicht blauäugig sein. Auf beiden Märkten gibt es mächtige Interessengruppen, Manipulationsversuche und Einflussnahmen. Banken, Zentralbanken oder Staaten haben Macht, und die kann durch Gesetze, Regelungen, Verbote oder als reine Marktmacht auch ausgeübt werden. Hierzu äußerte sich Oliver Flaskämper von www.bitcoin.de bereits 2017 uns gegenüber wie folgt:


“Mittelfristig muss man damit rechnen, dass wir noch mal eine Verbotsdebatte bekommen werden, weil die Zentral- und Notenbanken es mit der Angst zu tun bekommen werden, wenn Kryptowährungen eine gewisse Marktkapitalisierung haben werden. Aber: Gutes Geld lässt sich nicht wirksam verbieten und Kryptowährungen lassen sich schon rein technisch nicht verbieten. Dafür müsste man das Internet abschalten oder aber zumindest Verschlüsselung innerhalb des Internet kontrollieren können."


Aktuelle Entwicklungen und Diskussionen bringen uns aber zu der Annahme, dass Staaten wie Notenbanken eher versuchen werden auf Bitcoin Einfluss zu nehmen als auf Gold.

Unser Fazit: Punkt für Gold

 Runde 13: Einfachheit

Gold versteht jedes Kind. Der Nerdfaktor bei Bitcoin ist dagegen hoch.

Unser Fazit: Punkt für Gold

 Runde 14: Energieverbrauch / Umweltverträglichkeit

Auch wenn sich in der Goldbranche zunehmend ein Umweltbewusstsein durchsetzt: Die Goldförderung ist energieintensiv und belastet die Umwelt in erheblichem Maße.

Aber auch der Stromverbrauch für das Bitcoin Mining ist immens. Schätzungen gehen davon aus, dass der Stromverbrauch aller Bitcoin-Rechnerfarmen zusammen dem der Niederlande entspricht. Dennoch sehen wir diese Runde bei Bitcoin. Zumindest in der Theorie lässt sich Strom nachhaltig erzeugen.

Unser Fazit: Punkt für Bitcoin

 Runde 15: Anlagekosten

Hierunter fallen Kosten, die nötig sind, um in die Anlageform zu investieren, sie zu erhalten, zu lagern und zu verkaufen.

Für Gold gibt es einen kleinen Handelsaufschlag. Dazu benötigt Gold etwas Platz und Sicherheitsvorkehrungen wie etwa einen Safe.

Bei Bitcoins sind Kosten und Gebühren geringer. Und Bitcoins brauchen gar keinen Platz.

Unser Fazit: Punkt für Bitcoin

 Runde 16: Währungsrisiko

Da der Goldpreis in Dollar notiert, gibt es zumindest in der Theorie ein Währungsrisiko, auch wenn es in der Praxis für Anleger irrelevant ist, solange sie beim Kauf und Verkauf in der Währung Euro bleiben.

Bitcoins sind dagegen eine digitale Währung, werden also in keiner Referenz-Währung notiert.

Unser Fazit: Punkt für Bitcoin

 Runde 17: Steuer

Die steuerlichen Regelungen bei Anlagegold sind einfach, klar geregelt und für Anleger vorteilhaft: Gewinne aus dem Verkauf sind nach einer Mindesthaltedauer von einem Jahr steuerfrei.

Dasselbe gilt derzeit auch bei Kryptowährungen. "Die Grenze gilt meines Wissen auch bei Bitcoin", so Mark Preuss von BTC-Echo, Deutschlands führender Medienplattform für digitale Währungen.

Das Thema ist aber noch jung. Unter der Annahme, dass die steuerliche Bewertung für Bitcoin so bleibt, geben wir beiden einen Punkt.

Unser Fazit: Unentschieden.

 Runde 18: Verfügbarkeit & Mobilität

Gold ist klein, überall akzeptiert und somit hoch mobil. Aber es muss physisch übergeben oder transportiert werden. Da ist das grenzenlose Cybergeld doch schneller. Und man braucht auch beim Zoll nichts zu erklären.

Unser Fazit: Punkt für Bitcoin

 Runde 19: Fungibilität

Fungibilität bedeutet, wie leicht ein Wert auch in großen Mengen handelbar ist.

Gold ist auf der ganzen Welt akzeptiert und leicht handelbar, zur Not auch Nachts im tiefsten Dschungel ohne Strom. Dazu ist die Marktkapitalisierung bei Gold um ein Vielfaches höher als bei Bitcoin. Gold hat, Stand Stand Juli 2021, eine Marktkapitalisierung von über 11 Billionen Dollar.

Demgegenüber steht eine Bitcoin Marktkapitalisierung von grob 580 Milliarden USD (Stand Juli 2021). Allerdings ist dies der Buchwert einer Idee, die kaum mehr als 10 Jahre alt ist. Dafür spricht für Bitcoin die leichte und schnelle Handelbarkeit im Internet.

Unser Fazit: Unentschieden. Wir vergeben für beide einen Punkt

 Runde 20: Vertrauen & Akzeptanz

Eng mit Fungibilität verbunden ist Akzeptanz und Vertrauen. Man akzeptiert nur dann etwas, wenn genug Vertrauen besteht, dass das, was heute eingetauscht wird, auch morgen noch von Wert ist.

Das Vertrauen in Gold und dessen Funktion als Wertspeicher funktioniert seit Anbeginn menschlicher Aufzeichnungen.

Bitcoin hat (noch) keine Tradition, aus der sich ein Vertrauen ableiten lässt.

Unser Fazit: Punkt für Gold

 Runde 21: Emotionale Sicherheit

Der Glanz und die Wärme von Gold ist sinnlich. Man kann Gold anfassen und es gehört einem. Diese Art der emotionalen Sicherheit sollte nicht unterschätzt werden.

Da kann eine virtuelle Währung nicht mithalten.

Unser Fazit: Punkt für Gold

 Runde 22: Korrelation mit anderen Anlageklassen

Korrelation meint: Eine Anlageform hängt direkt mit der Entwicklung einer anderen Anlageform zusammen. Dies gilt im positiven wie im negativen Sinn.

Gold beispielsweise hat, Ausnahmen bestätigen die Regel, eine negative Korrelation mit Aktien.

Bitcoin zeigen praktisch gar keine Korrelationen, somit eine ungewöhnlich hohe Unabhängigkeit von allen anderen Assetklassen.

Unser Fazit: Punkt für Bitcoin

Fazit

Vergleich Bitcoin Gold

Unser Vergleich fällt mit 11:10 für Gold knapp aus. Hat Bitcoin also das Zeug zum Gold 2.0?

Vielleicht sollte man bei der Beantwortung dieser Frage nicht in Gegensätzen denken, sondern in Ergänzungen. Mögliche Ansätze: Bitcoin mit Golddeckung. Oder: Bitcoin für Transfers, Gold für Vertrauen, Beständigkeit, Akzeptanz und Preise?

Der Hauptpunkt ist, dass Bitcoin keine Tradition hat. Deshalb stehen Punkte wie Zukunft, Vertrauen oder Sicherheit unter einem großen Fragezeichen. Das sind aber wesentliche Aspekte für Zahlungsmittel oder Geldanlagen. Es bleibt spannend.

Weitere Sachwert-Vergleiche

Hier die anderen Battles aus der GOLD.DE-Reihe:

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von prokrypto | 06.11.2021, 21:20 Antworten

Hat sich mal irgendjemand Gedanken darüber gemacht, wie die Zukunft von Gold aussieht, wenn in nicht allzu ferner Zukunft angefangen wird, den Weltraum zur Materialgewinnung zu nutzen? Wenn die Aussagen auch nur zum Teil stimmen, dass ein einziger Meteorit mehr Gold enthalten könnte als es insgesamt auf der ganzen Erde vorhanden ist, dann werden wir mit Gold überflutet werden! Und selbst der Mond, der ja in gleichem Maße aus demselben Material wie die Erde besteht, wird uns in Zukunft als Lieferant für Rohstoffe dienen. Auch wenn dieser Schritt (der Rohstoffgewinnung auf Meteoren) vielleicht erst in 20 oder 30 Jahren realisiert wird, dann wird kein Gold der Erde noch einen "sicheren Hafen" darstellen. Aktuell ist Gold doch schon lange kein Gegenwert mehr für (herkömmliche) Währungen, deren Gesamtvolumen schon mehr als das 10fache dessen ausmacht. Es wird je nach Lust und Laune oder nach Situation ungehemmt immer mehr Geld (sprich "Fiat"-Währung) produziert!

Was im Übrigen noch den Umweltaspekt betrifft: Wenn man den Gesamtenergieaufwand der "Fiat"-Währungen - also von der Produktion jedes einzelnen Scheines (inkl. Rodung, Farbherstellung etc.) bis hin zu den Serverfarmen, die die Gelder weltweit bewegen, jede Bank, jede Börse und jeder Angestellte dieses Wirtschaftszweigs "Geld" - mal kumuliert, dann ist die Energiebilanz ein tausendfaches dessen, wofür die Krypto-Scene fast täglich in den Medien angeklagt wird...

[SARKASMUS /AN] In diesem Sinne: kauft ruhig Gold... ist ja schließlich jetzt (und für alle Zeiten) der sichere Hafen und sein "Geld" wert! [SARKASMUS /AUS]

Ich bin im Übrigen kein Gegner von Gold! Auch ich liebe dieses Metall, sein Aussehen und die Schönheit dieses Edelmetalls. Aber der Wert der insgesamt etwas über 183 Tonnen Gold (2021 weltweit) steht in keiner Relation mehr zum existierenden Gesamtwert des Geldes (etwa 80 Billionen USD, wobei in Derivaten noch ein vielfaches mehr gebunden ist!). Trotzdem ist es toll, welches zu Besitzen, selbst wenn es irgendwann (!!!) kaum noch was wert ist...

Ich hoffe, Gold.de verzeiht mir meinen Standpunkt! Aber ich sehe diesen Artikel zu Gold-optimistisch und vertrete nur meine Meinung.

1 Antwort an prokrypto anzeigen
von tomas | 16.09.2021, 10:56 Antworten

Sehe Gold dennoch etwas deutlicher vorn.
Bitcoin ist eher trendy - Gold ist mehr der Ruhepol insofern 12:10 bei mir

von Zampano1960 | 04.04.2019, 18:48 Antworten

Bitcoin ist nur Schmu, hier verdient nur der Provider bzw. der Herausgeber, alle anderen Anleger werden ausgenommen und verarscht!

2 Antworten an Zampano1960 anzeigen

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