Gold in Dollar
je Feinunze (31,103 g)
1.157,86 USD
  
Gold Silber
Ratio aktuell
68,67
 
Silber in Dollar
je Feinunze (31,103 g)
16,86 USD
  
USDEUR
Goldpreis1.157,861.096,25
Silberpreis16,8615,96
Ratio68,6768,67

Die Gold-Silber-Ratio drückt das Verhältnis des Goldpreises und Silberpreises zueinander aus. Wie viel Silber bekomme ich für 1 oz Gold? Genau diese Frage kann mit diesem Verhältniswert beantwortet werden. Konkret bedeutet dies, dass man für 1 oz Gold exakt so viele Unzen Silber erhält, wie oben als Wert beim Gold-Silber-Ratio angegeben ist.

Gold-Silber-Ratio Praktisches Hilfsmittel bei Investitionsentscheidungen

Wenn Sie in Edelmetalle investieren möchten, dann sollten Sie die Gold-Silber-Ratio beachten. Obwohl die Ratio bei der taktischen Asset Allocation - also der Entscheidung, wie das zur Verfügung stehende Kapital kurzfristig auf die verschiedenen Anlagemöglichkeiten verteilt werden sollte - große Hilfe leisten kann, ist diese Kennziffer vielen Investoren unbekannt. Wir zeigen, wie sich die Ratio in der Vergangenheit verhielt, welche Informationen man ihr entnehmen kann und weshalb man die oft postulierte, "natürliche" Ratio von 15 nicht übermäßig ernst nehmen sollte.

Charts

Einfach gestrickter Indikator mit genau einer wichtigen Aussage

Wenn Sie sich aber aufgrund anderer Informationen zu einer Edelmetallanlage entschieden haben, stehen Sie noch immer vor der Frage, wie Sie Ihr Kapital auf die einzelnen Metalle verteilen sollen. 50:50 auf Gold und Silber? Oder 25 % auf Gold und 75 % auf Silber, da Silber momentan in einem steilen Aufwärtstrend läuft? Bei dieser taktischen Asset Allocation hilft die Gold-Silber-Ratio. Denn je weniger Silber Sie für eine Unze Gold bekämen, desto höher ist Silber relativ zu Gold bewertet. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese relative Überbewertung in der Zukunft abgebaut wird, ist in diesem Fall hoch. Wie dieser Abbau vonstatten geht, ist allerdings offen. 

Denn eine Anpassung des Ratios muss nicht zwingend über Kursanstiege geschehen. Wenn Gold relativ zu Silber überbewertet ist, kann diese Überbewertung auch bei Kursverlusten abgebaut werden. Dazu reicht es, dass Silber in der Zukunft weniger stark fällt als Gold. Die Beachtung der Ratio schützt folglich keinesfalls vor Kursverlusten - es hilft Ihnen aber dabei, zum festgesetzten Kaufzeitpunkt möglichst viel Metall für Ihr Geld zu erhalten.

Was waren die typischen Wendepunkte in der Vergangenheit?

Wichtig ist es, in der Kurshistorie die typischen Trendwendepunkte zu identifizieren. Im Durchschnitt lag die Ratio in den vergangenen 60 Jahren bei 57,6 mit einer Standardabweichung von 17,3. Tiefer als 40 lag die Ratio in den vergangenen 35 Jahren nur an wenigen Tagen. Typische Trendwendepunkte waren in diesem Zeitraum Verhältnisse von 40 und 75 bis 80. 

Die Gold-Silber-Ratio pendelte in 35 Jahren hauptsächlich zwischen 40 und 80 Typische Wendepunkte der vergangenen 35 Jahre waren 40 und 75 bis 80

Momentan erscheint Silber relativ zu Gold überbewertet

2011 stand die Ratio kurzzeitig bei weniger als 37 - also auf einem aus historischer Sicht relativ niedrigen Niveau unterhalb wichtiger Trendwendepunkte. Es gab zwar durchaus Zeiträume, in denen die Ratio noch deutlich tiefer lag, zum Beispiel bei 20 oder gar nur 15 zur Zeit der Huntschen Silberspekulation, die ihren Höhepunkt 1980 erreichte,  - die Wahrscheinlichkeit für eine schnelle Umkehr eines solchen kurzfristigen Trends ist jedoch sehr hoch. Eine Übergewichtung von Gold erscheint manchem unter solchen Voraussetzungen unter Umständen chancenreich, denn man bekommt relativ zu Silber besonders viel Gold für sein Geld.

Es gibt keine "faire" Ratio

Doch was ist eine "faire", sozusagen natürliche Ratio, die man als Langfristziel anpeilen könnte? Viele meinen, 15-20 wäre eine solche faire Ratio. Sie beziehen sich damit wahlweise auf historische Gold-Silber-Verhältnisse der vergangenen Jahrhunderte oder auf die Verteilung beider Elemente in der Erdkruste. Silber ist etwa 20 Mal häufiger in der Erdkruste anzutreffen als Gold. 

Wir meinen, dass beide Fakten nicht als Orientierungspunkte geeignet sind und es keinen anzustrebenden "Endwert" gibt. Denn das Preisgefüge der Metalle richtet sich nicht nach historischen oder naturwissenschaftlichen Fakten, sondern ausschließlich nach Angebot und Nachfrage. Hier liegt auch schon das erste Problem: Während Gold oft alleiniges Ziel von Prospektion und Minenförderung ist, wird sehr viel Silber nur als Nebenprodukt gefördert. Nicht wenige große Minenbetreiber verkaufen bereits vor Produktionsaufnahme die gesamte erwartbare Silberförderung zu einem festen Preis und sichern sich so konstante, gut planbare Cashflows oder eine Vorfinanzierung der Minenerrichtung. Ein großer Mitspieler auf diesem Markt ist das Unternehmen Silver Wheaton.

Silberangebot ist unelastisch, die Preise schwanken daher stärker

Da Silber für viele Minenbetreiber nur ein Beiprodukt ist, hängt dessen Fördervolumen und damit Angebot nur indirekt von der Nachfrage ab. Steigt der Goldpreis, dann lohnt sich die Ausbeutung zusätzlicher Goldlagerstätten. Steigt der Silberpreis, dann wird keine Kupfermine ihren Ausstoß erhöhen, nur um die Produktion des Beiproduktes Silber anzukurbeln. Tendenziell ist also das Silberangebot unelastischer als das Goldangebot - also in geringerem Maß abhängig vom Preis. 

Dieser Fakt erklärt auch die höhere Volatilität des Silberpreises. Bei steigender Nachfrage kann nicht im gleichen Maß das Angebot erhöht werden: der Preis schießt durch die Decke. Bei sinkender Nachfrage wird das Angebot hingegen nicht nach unten angepasst und der Preis sackt in sich zusammen.

Derivatemarkt beeinflusst die Edelmetallpreise

Eine weitere Variable ist der Derivatemarkt. Die Edelmetallpreise bilden sich an den Terminbörsen, die heutzutage weitgehend zu reinen Derivatebörsen verkommen sind. Nur noch ein Bruchteil der gehandelten Volumina wird tatsächlich physisch ausgeliefert. Die Preise physischen Edelmetalls hängen also maßgeblich mit dem Preis praktisch beliebig vermehrbarer Derivate zusammen. Groß im Kommen ist der Markt für OTC-Derivate, die praktisch unreguliert sind.

Werden die Handelsvolumina börsengehandelter Terminkontrakte noch von staatlichen Stellen kontrolliert, gilt das für OTC-Derivate wie Swaps aber auch OTC-Futures nicht mehr. Diese Derivate sind unter Ausschaltung des physischen Marktes zwischen den Interessenten ausgehandelte Verträge. Ein Rohstofffonds, dessen Wert an den Goldpreis gekoppelt ist, könnte ohne den Kauf einer einzigen Unze Gold auskommen. Er müsste auch keine Goldfutures kaufen, die Einfluss nehmen auf den Goldpreis. Gängig ist die Modellierung dieser Fonds mittels Swaps. Diese Vertragskonstruktionen können eine beträchtliche Edelmetallnachfrage befriedigen, ohne den geringsten Einfluss auf die Edelmetallnotierungen zu nehmen.

Historische Verhältnisse sind untauglich für Zukunftsprognosen

Völlig untauglich als Orientierungswert sind auch historische Gold-Silber-Verhältnisse. Bei der deutschen Goldmark galt eine Ratio von 1 zu 15,5 - für ein Gramm Gold bekam man 15,5 g Silber. Diese mehr oder weniger willkürlich festgesetzten Verhältnisse funktionierten schon vor 100 Jahren nicht richtig. Da die Verhältnisse nicht weltweit vereinheitlicht wurden und oft auch nicht den Marktwert der Metalle korrekt widerspiegelten, gab es perse Möglichkeiten für Arbitragegeschäfte, die letztendlich auch den Untergang des Bimetallismus einleiteten.

Fundamentalanalyse offenbart Chancen für Silber

Auch wenn man kein Ratioziel angeben kann, so sind doch Gedanken über die potentielle Langfristentwicklung der Ratio möglich. Es ist bekannt, dass Gold gehortet und Silber mehrheitlich verbraucht wird. Silber wird in kleinsten Einheiten in Milliarden Produkten eingesetzt, die nach Ende der Produktlebenszeit als Müll enden. Die Silberbestandteile gehen zum beträchtlichen Teil verloren und werden nicht wiederverwertet. Somit sinkt die verfügbare Silbermenge Jahr für Jahr.

Silber wird verbraucht, Gold wird gehortet

Gold hingegen hat praktisch keine industriellen Anwendungsfelder und wird hauptsächlich als Schmuck und Anlagemetall verwendet. Beiden Verwendungsmöglichkeiten eigen ist die Tatsache, dass sie nicht materialverbrauchend sind. Kaputte Schmuckgegenstände werden großteils wiederverwertet, für Anlagemetalle gilt das gleiche. Die verfügbare Goldmenge steigt also tendenziell Jahr für Jahr. Überspitzt formuliert landet Silber auf der Müllhalde und Gold im Tresor. 

Die unterschiedliche Nutzung der Metalle hat langfristig auch Auswirkungen auf das Nachfrage-Angebots-Verhältnis. Das Silberangebot, wie oben dargestellt ohnehin preisunelastischer als das Goldangebot, wird immer unabhängiger vom Silberpreis. Da es weltweit kaum Lagerbestände gibt, ist der Silberpreis der einzige Ausgleichsmechanismus für das Angebot-Nachfrage-Verhältnis. Unelastisch ist beim Silber auch die Nachfrage. Silber wird oft nur in geringsten Mengen in Produkten eingesetzt und spielt keine wesentliche Rolle bei der Festsetzung des Produktverkaufspreises. Daraus folgt, dass die Industrie ihre Silbernachfrage auch bei stark steigenden Preisen aufrecht erhalten wird. 

Für die Goldnachfrage gilt das nicht. Bei steigenden Preisen kann man stets eine sinkende Schmuckgoldnachfrage beobachten. Aus der Analyse der Angebots-Nachfrage-Situation folgt, dass sich die Gold-Silber-Ratio langfristig deutlich in Richtung Silber verschieben kann. Eine faire Ratio lässt sich aber auf keinen Fall ermitteln.

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