Gold: 2.240,02 € 0,83 %
Silber: 29,59 € 2,18 %
Stand: 15.04.2024 von Hannes Zipfel
Eine Ausweitung des Konflikts im Nahen Osten, zusätzliche Sanktionen und noch mehr Unsicherheit bestimmen die globale Agenda. Die sicheren Häfen, wie die Edelmetalle, bleiben damit weiterhin wichtige Bausteine im Vermögensmix.
Geopolitische Eskalation & Edelmetalle

In der Folge erreicht Gold in verschiedenen Währungen neue Allzeithöchststände und Silber touchiert erstmals seit Januar 2021 die 30-US-Dollar-Marke.

Ausgesuchte kursrelevante Termine für Gold, Silber & Co. in der 16. Börsenwoche 2024:

  • Montag: Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu intern. Fragen, z. B. zum Weltwirtschaftswachstum (11:00 MESZ bis Freitag), Industrieproduktion Euro-Zone im Februar auf Jahresbasis (11:00 Uhr | akt.: -6,4 % | -6,6%), US-Einzelhandelsumsätze im März ggü. Feb. (14:30 Uhr MESZ | e: 0,4 % | Feb.: 0,6 %),
  • Dienstag: Chinesische Immobilienpreise im März ggü. Vorjahresmonat (3:30 Uhr MESZ | e: k.A: | Feb.: -1,4 %), Bruttoinlandsprodukt (BIP) China im 1. Quartal 2024 auf Jahresbasis (4:00 Uhr MESZ | e: 4,8% | Q4’23: 5,2 %), ZEW-Konjunkturerwartungen Deutschland im April (11:00 Uhr | e: 35,1 | März: 31,7), ZEW-Konjunkturerwartungen Euro-Zone für April (11:00 Uhr | e: 37,2 | März: 32,5), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank zur Geld-, Finanz- und Wirtschaftspolitik in Deutschland (12:00 Uhr) mit anschließender Rede (16:30 Uhr) des Bundesbank-Präsidenten Joachim Nagel, Rede von US-Notenbankpräsident Jerome Powell zur Inflation, Konjunktur und Geldpolitik (19:15 Uhr MESZ).
  • Mittwoch: Verbraucherpreisindex Eurozone im März (VPI) im Jahresvergleich (11:00 Uhr | e: 2,4 % | Feb.: 2,6 %), Treffen der Staats- und Regierungschefs der EU (12:00 Uhr) mit anschließender Pressekonferenz, US-Konjunkturbericht „Beige Book“ der US-Notenbank (20:00 MESZ).
  • Donnerstag: Autozulassungen in Deutschland im März auf Jahresbasis (8:00 Uhr | e: k.A. | Feb.: 5,4 %), US-Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in der KW 15 (14:30 Uhr MESZ | e: 214k | KW14: 211k), Philly Fed Herstellungsindex für April (14:30 Uhr MESZ | e: 0,8 | akt.: 3,2), US-Verkäufe bestehender Häuser im März (16:00 Uhr MESZ | e: 4,2 Mio. | Feb.: 4,38 Mio.), US-Wirtschaftsfrühindikatoren für März (16:00 Uhr MESZ | e: -0,1 % | Feb.: 0,1 %).
  • Freitag: Erzeugerpreise in Deutschland im März auf Jahresbasis (08:00 Uhr | e: k.A. | Feb.: -4,1 %), Terminmarktdaten der US-Aufsichtsbehörde CFTC (COT-Report) für Gold und Silber (21:30 Uhr MESZ).

Details zu den Daten, Prognosen sowie historische Zeitreihen finden Sie hier.

Goldpreis attackiert 2.400-US-Dollar-Marke

Im Zuge der geopolitischen Unsicherheit im Nahen Osten verteuerte sich der Goldpreis erstmals in der Geschichte auf über 2.400 US-Dollar pro Feinunze (31,1g).

Als sich am Freitagnachmittag die Hinweise verdichteten, dass der Iran einen militärischen Vergeltungsschlag direkt gegen Israel verüben würde, stiegen die Notierungen des als sicherer Hafen geltenden Edelmetalls auf in der Spitze 2.430,67 US-Dollar pro Unze an, bevor die Kurse im Anschluss deutlich korrigierten:

Geopolitical Risk Index

Der Silberpreis verfehlte mit in der Spitze 29,79 US-Dollar pro Unze nur knapp die Marke von 30 US-Dollar, die das weißglänzende Edelmetall zuletzt am 1. Februar 2021 touchierte:

Goldpreis in US-Dollar pro Feinunze

Auch der Silberpreis notiert aktuell wieder deutlich unterhalb der Höchstkurse vom Freitag.

Noch besteht die Hoffnung, dass es nicht zu einer Gewaltspirale im Nahen Osten kommt. Eine Garantie dafür gibt es gleichwohl nicht.

Geopolitik macht Edelmetallpreise

Seitdem Überfall Russlands auf die Ukraine und dem Überfall der Hamas auf Israel befindet sich der geopolitische Risikoindex (GRI) wieder auf erhöhtem Niveau.

In der Vergangenheit war die Korrelation zwischen geopolitischen Krisen und dem Drang hin zu sicheren Häfen, zu denen auch Gold und Silber gehören, zu beobachten.

Besonders das den aktuellen Konflikten innewohnende und schwer kalkulierbare Eskalationspotenzial trägt zur Unsicherheit an den Finanzmärkten bei (Der jüngste Angriff des Iran auf Israel ist im Indexstand noch nicht berücksichtigt; Quelle: AMP Bank Ltd.):

Geopolitical Risk Index

Der weiterhin tobende Russland-Ukraine-Krieg mit ungewissem Ausgang, die Territorialansprüche Chinas gegenüber Taiwan sowie der zuletzt eskalierte Nahostkonflikt mit nun direkten militärischen Auseinandersetzungen zwischen dem Iran und Israel hält die geopolitischen Risiken auf einem historisch hohen Niveau.

Gold als Krisenabsicherung

Als Krisenabsicherung kann Gold eine solide Historie vorweisen, was auf das fehlende Kreditrisiko und die negative Korrelation mit Risikoanlagen generell zurückzuführen ist. Aber auch geopolitische Spannungen allein, das zeigen vergangene Konflikte, können die Goldpreisentwicklung beeinflussen, selbst wenn die Veränderung andere Faktoren ausblieb.

Dass der Goldpreisanstieg Ende letzter Woche kein Zufall war und messbar auf den israelisch-palästinensischen Konflikt zurückging, zeigt der Zusammenhang zwischen Nachrichtenlage und Kursveränderung. Lediglich der Kurssturz kurz vor dem Wochenende kann erneut nur durch ungewöhnliche Aktivitäten an den US-Terminmärkten erklärt werden.

Denn Gewinnmitnahmen, ohne dass das befürchtete Risikoszenario bereits eingetreten ist (erst in der Nacht zum Sonntag), ist äußerst ungewöhnlich.

Da sich die globale Bedrohungslage aber alles andere als erledigt hat, bleibt abzuwarten, wie lange der bereits länger anhaltende preistreibende geopolitische Effekt wirkt. Dies hängt von den weiteren Auswirkungen des Konflikts auf die Weltwirtschaft ab (Thema Ölembargos und andere Sanktionen). Und in jedem Fall unterstützt es angesichts der zunehmenden Häufigkeit und Unvorhersehbarkeit geopolitischer Risiken die Argumente für eine konsequente, strategische Allokation in Gold für institutionelle, private und staatliche Akteure.

Die geopolitischen Entwicklungen bleiben auf jeden Fall neben der Inflation und geldpolitischen Trends in den kommenden Wochen und Monaten die entscheidenden Einflussfaktoren auf die Preisentwicklung von Gold & Co.

Autor: Hannes Zipfel
Ökonom
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von Joachim | 18.04.2024, 11:57 Uhr Antworten

Hallo,

Anmerkung bezüglich der DPA Propaganda zu Iran;
1. Iran kündigte seinen Angriff auf Israel bereits 12 Tage vor der Umsetzung an. Der Grund dieser Vergeltung ist zustande gekommen weil Israel am 01.04. in Syrien die Botschaft von Iran angegriffen hatte und dabei hochrangige iranische Militärs getötet haben.

2. Die Drohnen die von Iran eingesetzt wurden waren Stundenlang unterwegs, Israel konnte sich gemütlich auf den Angriff vorbereiten und „Käffchen“ trinken.

Das nennt man Realität und nun zum Gold, die Welt hat ihr Vertrauen in den Dollar sowie im Euro verloren, weil die südlichen Mitbürger den USA jederzeit zutrauen Sanktionen zu verhängen. Besonders dann, wenn diese Länder nicht das umsetzen wollen, was von den imperialen Herrschaften gefordert wird.

Einige Länder in Afrika haben bereits eine eigene Goldgedeckte Währung eingeführt, um den Dollar loszuwerden. Weitere werden folgen.

von Rainer | 17.04.2024, 11:25 Uhr Antworten

Ja, genau das sind die Gründe Warum ich für meine belange Gold Kaufe. Die politische Lage ist Schwierig und auch wenn man immer mehr Gold Recycelt, wird der Goldpreis steigen, weil die Nachfrage immer mehr steigen wird, alleine schon weil z.b. die E-Mobilität immer grösser wird und Gold unverzichtbar ist im Elektronik Bereich generell. Viele wollen ein Mobiltelefon, meckern aber über Gold. So ist es mit allen Bereichen. Ein hoch auf Gold!!!

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