Gold: 2.240,86 € 0,87 %
Silber: 29,74 € 2,69 %
Stand: 03.05.2024 von Florian Grummes
Nachdem der Goldpreis von seinem Tiefpunkt bei 1.985 US-Dollar am 14. Februar innerhalb von zwei Monaten um 446 USD bzw. rund 22,5 % scharf angestiegen war, ist die Rallye in den letzten drei Wochen deutlich ins Stocken geraten. Ausgehend vom neuen Allzeithoch bei 2.431 USD sorgten schnelle Gewinnmitnahmen in Form von zwei großen Abwärtsschüben zuletzt für Katerstimmung.
Gold – Rücksetzer in Richtung des Ausbruch-Niveaus

Zwar bewegt sich der Goldpreis mit Preise um 2.305 US-Dollar immer noch deutlich über seinem Stand zum Jahresauftakt (2.063 US-Dollar), es mehren sich jedoch die Zeichen für eine Trendwende und damit wohl auch für eine ausgedehnte Korrektur.

Auffällig ist, dass die Kauf-Begeisterung in China zuletzt deutlich nachgelassen hat und vor allem die Verkäufer derzeit die Preise an der Shanghai Gold Exchange machen. Damit haben auch die Papier-Jongleure an den westlichen Goldbörsen leichteres Spiel.

Natürlich muss der Ehrlichkeit halber auch erwähnt werden, dass nach der sechseinhalb Monate währenden Rally von 1.810 bis auf 2.431 US-Dollar (+34,3 %) eine Korrektur nur gesund und völlig normal wäre.

Gold Saisonalität vom 3.Mai 2024Gold Saisonalität vom 3. Mai 2024. Quelle: Seasonax

Die saisonale Komponente liefert zudem eine rote Ampel, denn ab dem späten Frühling geht der Edelmetall-Sektor statistisch betrachtet fast immer in eine größere Korrektur über. Sollte sich diese an früheren Ausbruch-Rallyes orientieren, wäre in den kommenden Wochen ein Rücksetzer bis in die Ausbruchszone zwischen ca. 2.075 und 2.150 US-Dollar zu erwarten.

Goldpreis in US-Dollar – Vorübergehende Erholung möglich

Gold in US-Dollar, Tageschart vom 3.Mai 2024Gold in US-Dollar, Tageschart vom 3. Mai 2024. ©GOLD.DE

Nachdem der Goldpreis binnen zwei Monaten um 446 US-Dollar bzw. 22,5 % nach oben gestürmt war, kam am Freitag, den 12. April spätnachmittags, recht unvermittelt die erste Klatsche der Bären.

Schnell und ohne Gegenwehr rutschte der Goldpreis um fast 100 US-Dollar innerhalb von gerade einmal vier Stunden bis auf 2.334 US-Dollar nach unten.

Trotzdem konnten die Bullen in der folgenden Handelswoche nochmal zum Gegenschlag ausholen. Mit 2.416 US-Dollar wurde das neue Allzeithoch aber leicht verfehlt. Am darauffolgenden Montag konterten die Bären mit der nächsten Attacke und trieben die Goldkurse mit 2.291 US-Dollar zielstrebig auch unter die runde Marke von 2.300 US-Dollar.

Von dieser Attacke hat sich der Goldpreis bislang trotz einiger Versuche nicht mehr erholen können.

Stattdessen scheiterte die Gegenbewegung bei 2.352 US-Dollar und führte im nächsten Schritt erneut zu fallenden Kursen und einem kleinen Doppeltief bei 2.285 US-Dollar.

Zwar ist die Tages-Stochastik mittlerweile klar überverkauft und eine Reaktion nach oben wäre nicht überraschend. Bislang sieht eine mögliche Bodenbildung im Bereich um 2.280 US-Dollar aber eher schwach aus und die Bullen wirken kraft- und mutlos.

Die heute veröffentlichten US-Arbeitslosenzahlen sorgten trotz schwächer als erwartet ausgefallenen Daten auch nur für ein kurzes Zucken am Goldmarkt. Mit einem neuen Tief bei 2.277 US-Dollar haben die Bären stattdessen den Goldpreis endgültig unter ihre Kontrolle gebracht und dürften nun alles daran setzen, die Korrektur in Richtung der Ausbruch-Niveaus zwischen ca. 2.075 und 2.150 US-Dollar in den kommenden Wochen fortzuführen.

Goldpreis in Euro – Nur schwache Unterstützung um 2.120 Euro

Gold in Euro, Tageschart vom 3.Mai 2024Gold in Euro, Tageschart vom 3. Mai 2024. ©GOLD.DE

Auch in Euro gerechnet legte der Goldpreis ab Mitte Februar eine fulminante Rallye aufs Parkett. Ausgehend von 1.852 Euro verteuerte sich die Feinunze in der Spitze um 23,45 % bis auf 2.286 Euro.

Zwischenzeitlich sind die Kurse aber auch hier klar zurückgekommen und bemühten sich in der ersten kleinen Unterstützungszone zwischen 2.120 und 2.140 Euro vergeblich um eine Stabilisierung.

Die überverkaufte Lage könnte zwar eine Erholung bis in den Bereich um 2.200 Euro ermöglichen, bislang fehlt dafür aber jegliche Indikation.

Vielmehr ist der Abstand zur langsam steigenden 200-Tagelinie (1.888 Euro) jedoch beträchtlich und schreit geradezu nach einer größeren Korrektur. Sollte sich der bisherige Rücksetzer schrittweise zu einer größeren Korrektur auswachsen, wäre ein Wiedersehen mit der 200-Tagelinie im Bereich zwischen ca. 1.950 und 2.000 Euro denkbar.

Erst hier würden sich dann auch wieder gute Nachkauf- bzw. Einstiegskurse präsentieren.

Zusammenfassung: Gold - Rücksetzer in Richtung des Ausbruch-Niveaus

Das Kursgeschehen der letzten drei Wochen spricht mittlerweile eindeutig für den Beginn einer Korrekturphase am Goldmarkt. Zwar wurde unser Kursziel bei 2.535 US-Dollar leicht verpasst und Silber hat bislang auch nicht wirklich aufgetrumpft, die Art und Weise wie sich der Goldpreis aber seit Mitte April verhält, macht uns äußerst skeptisch.

Sollte die im Oktober begonnen Rallye bei 2.431 US-Dollar ihren Hochpunkt gefunden haben, dürften die nächsten Wochen im Zeichen einer üblen Korrektur stehen. In der Vergangenheit führten derartige Korrekturen über kurz oder lang zurück an das Ausbruchsniveau, welches sich dieses Mal im Bereich zwischen 2.075 und 2.150 US-Dollar bewegt.

Auch angesichts der bis in den Juli hinein ungünstigen saisonalen Komponente, heißt es jetzt einfach geduldig abzuwarten.

Autor: Florian Grummes
Technischer Analyst, Edelmetallexperte

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