Stand: 26.08.2019  35 Kommentare

Seit Juni kennt der Goldpreis nur eine Richtung: Nach oben. Am Montag, den 26. August 2019, hatte der Goldpreis in Euro Intraday ein neues zwischenzeitliches Allzeithoch markiert. In den Tagen darauf wurde dann auch per Tagesschlusskurs das Euro-Allzeithoch mehrfach nach oben verschoben (siehe Tabelle). Gold ist also hierzulande teuer wie noch nie. Anleger fragen sich: Was tun?

Nun wird Goldpreis bekanntlich in Dollar notiert. Goldkurse in anderen Währungen sind hiervon abgeleitet. In Dollar ist der Goldpreis allerdings noch ein Stück entfernt von seinen historischen Höchstständen. Der Grund sind Wechselkursveränderungen. So lag beim letzten Goldpreis-Allzeithoch in 2011 der Euro-Dollar-Kurs bei etwa 1,40 Dollar/Euro. Heute liegt er bei etwa 1,11. Der Wechselkurs erklärt also den Unterschied zwischen Allzeithoch in Euro und Allzeithoch in Dollar.

Allzeithochs im Überblick

Zeitpunkt Allzeithoch in EUR Allzeithoch in USD
28.08.2019 (Schlusskurs): 1.391,19 EUR
29.08.2019 (Schlusskurs): 1.391,32 EUR
04.09.2019 (Schlusskurs): 1.411,23 EUR
Sept. 2019 (Intraday): 1.413,12 EUR
Historische Werte:    
02.10.2012 (Schlusskurs): 1.379,08 EUR
06.09.2011 (Schlusskurs): 1.908,79 USD
2012 (Intraday): 1.388,62 EUR
06.09.2011 (Intraday): 1.920,65 USD

Alle Anleger, die – egal wann – Gold in Euro nahe am Spotpreis gekauft haben, sind somit aktuell mit Gewinn investiert. Allein seit Jahresanfang 2019 hat Gold in Euro um 22 % zugelegt, Gold in Dollar um 19 %.

Goldpreis in Euro - Allzeithoch (All-Time-High; ATH) 2019

Weltweiter Trend

Bemerkenswert daran ist auch, dass nach Angaben des World Gold Council im Laufe des Jahres 2019 Gold in über 20 weiteren Währungsräumen ein Allzeithoch erreicht hat, wie etwa dem britischen Pfund, dem japanischen Yen, der türkischen Lira, der indische Rupie oder dem argentinischer Peso.

GOLD.DE Nutzerzahlen ebenfalls auf Rekordniveau

Mit dem verstärkten Interesse an Gold stiegen auch die Nutzerzahlen auf GOLD.DE. Sie bewegen sich für die Monate Juli und August auf absolutem Rekordniveau. Dabei ist zunächst zum Sommerbeginn die Bereitschaft, Gold und vor allem Altgold zu verkaufen, überproportional gestiegen. Viele Anleger nutzen offenbar die Gunst der Stunde auch, um ihr Gold zu “versilbern” und damit Gewinne zu realisieren.

Seit August ist wiederum deutlich mehr Nachfrage auf der Käuferseite zu registrieren. Die beliebte 1 oz Goldmünze Krügerrand kostet aktuell um die 1380 Euro – wer diesen verkaufen möchte, erhält derzeit bei den auf GOLD.DE gelisteten Händlern bis zu 1375 Euro.

Zu beobachten ist auch, dass die Aufgelder für den Krügerrand gestiegen sind, was meist ein Zeichen dafür ist, dass der Nachschub für die Händler etwas ins Stocken gerät. Im Ankauf wird der 1 oz Krügerrand teils 5 Euro über Spot zurückgekauft.

Beliebte Münzen und Barren im August:

Unter den Top 3 der beliebtesten Goldmünzen waren im letzten Monat der Krügerrand (1 oz), gefolgt von Maple Leaf (1 oz) und dem Goldeuro (1/2 oz). Bei den Goldbarren führt beim Käuferinteresse der 100 Gramm Barren vor dem 1 oz und 10 Gramm Barren. Die Zahlen sind repräsentativ. GOLD.DE ist Deutschlands größtes Vergleichsportal für Edelmetalle.

Gründe für das Allzeithoch

Als Gründe für die Goldhausse werden vor allem genannt: der Handelsstreit zwischen den beiden führenden Wirtschaftsmächten USA und China, die Ungewissheit, wie die weltweite Verschuldung sich weiter entwickelt, sowie die Aussicht auf weiter sinkende Zinsen. Das Thema Strafzinsen verunsichert zusätzlich die Anleger.

Der Silberpreis hängt der Rekord-Goldpreisentwicklung noch hinterher. Mit aktuell 15.90 Euro je Feinunze liegt dieser noch weit unter seinen Höchstständen von über 32,69 Euro (Schlusskurs-Basis), die im Jahr 2011 erreicht wurden. Ein Blick auf das Gold-Silber-Ratio von aktuell 86 lässt einen Silberkauf daher attraktiv erscheinen.

Anleger fragen: Was tun?

Kann man jetzt noch Gold kaufen? Schließlich gilt unter Investoren eine Binsenweisheit: Nach jeder Kursrallye folgt ein Rücksetzer. Ist Gold also überbewertet? Wie hoch ist das Risiko, dass, wer Gold jetzt kauft, zu teuer einsteigt?

Mit einer größeren Korrektur ist nach dieser fulminanten Kursrallye in den nächsten Tagen oder Wochen sicher zu rechnen. Technisch und fundamental sind aber weitere Höchststände gut möglich. Zudem sollten bei der Beantwortung dieser Frage einige grundlegende Dinge über Gold nicht vergessen werden:

  • Es gibt grundsätzlich keinen falschen Zeitpunkt beim Goldkauf. Vorausgesetzt, man handelt nach der Theorie des “Cost Average Effektes”, und achtet darauf, dass der Gesamtanteil von Gold in der individuellen Vermögensplanung passend ist. Experten empfehlen einen Anteil von 5-15 %. Cost Average Effekt bedeutet: Man investiert in regelmäßigen Zeitabständen stets eine gleiche oder ähnlich hohe Anlagesumme. Steht der Goldpreis hoch, bekommt man also für den Betrag X automatisch weniger Gold, und umgekehrt. Untersuchungen belegen, dass auf Dauer derjenige besser fährt, der nach dieser Theorie investiert.

  • Ein “gestiegener Goldpreis” spiegelt den Kaufkraftverlust von Papier- und Giralgeld wieder, welcher durch die ständige Inflationierung der Notenbanken einher geht. Gold dagegen kann nicht künstlich vermehrt werden.

  • Der eigentliche Sinn des Gold sollte darin bestehen, langfristig Vermögen abzusichern und weniger auf kurzfristige Renditechancen zu spekulieren. Besser als jede andere Anlageklasse sichert Gold Vermögen auch durch Krisenzeiten hindurch. Angesichts der weltweiten Verschuldung und den daraus resultierenden möglichen Problemen sehen sowieso viele Experten einen grundsätzlichen Paradigmenwechsel bei der Geldanlage weg von Finanzprodukten hin zu Sachwerten. So etwa spricht sich Finanzexperte und Bestsellerautor Marc Friedrich in seinem aktuellen Video klar für Gold und Silber aus:

Alles Argumente, die zeigen: Wer physisches Gold mit einem langen Planungshorizont kauft, der macht grundsätzlich nichts falsch.

Allzeithoch und Wechselkurse

Der Goldpreis wird in Dollar notiert. Anleger hierzulande unterliegen daher grundsätzlich diesem Wechselkurs-Risiko. Allerdings nur in der Theorie, denn in der Regel bleibt der Privatanleger sowohl beim Kauf wie Verkauf stets in der Währung Euro. Steigt der Goldpreis in Dollar und legt auch der Dollar gegenüber dem Euro zu, dann machen Anleger im Euroraum theoretisch doppelten Gewinn. Entsprechendes gilt umgekehrt: Fällt der Dollar stärker als der Goldpreis in Euro steigt, dann machen Anleger theoretisch Verlust, wenn sie Gold gegen Euro kaufen.

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Kommentare [35]
  • von Goldhamster | 27.08.2019, 10:40 Antworten

    In einer Zeit da die Moral und die Sitten verfallen, die Sozialsystem durch wenig leistungsbereite Zuwanderer überdehnt werden, ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann Gold des letzte Mittel für eine Auswanderung oder Vermögenssicherung sein wird.

    • von durchschnittsmensch | 01.09.2019, 11:52 Antworten

      sind es nicht jene gierigen Anleger und Kurstreiber, die dem Moralischen verfall vorschub leisten?
      Im Fall VK sogar kriminell - aber sich immer noch gutfühlend...
      Die wirklich sozial engagierenden sind fast immer die einfachen Leute, die nicht die "Sorge" haben vlt. zuwenig Zinsne auf das angehaufte zu bekommen - und sowiso ihr Vermögen ins Ausland schaffen (Schumi/Müller undund)
      Diese Kaptalisten sollten gehen -oder enteignet und vertrieben werden- dann würde es sozial besser werden ! 100pro!
      Die Unter- und Mittelschicht leistet etwas, die Oberschicht kostet die Allgemeinheit nur (bis auf wenige Aushahmen)
      Und das Engagement der "haves and the more haves" ist fast immer eine art Lobbyismus für die eigenen Interessen.

      • von Graf von Henneberg | 03.09.2019, 12:48 Antworten

        Stellt sich die Frage wem nach der Kapitalistenenteignung die Wirtschaft gehören soll? Etwas Volkseigentum? Oder Staateigentum, bei dem Politiker wie z.B. der Herr Habeck die Wirtschaftsunternehmen führen? Was wird mi den Handwerksbetrieben und kleinen Unternehmen -> das sind genaugenommen alles Kapitalisten. Oh weh, sehr verehrter Herr "Durchschnittsmensch".
        Nach Ihren Worte sind die "einfachen Leute" diejenigen, welchen es egal ist von der Geldpolitik benachteiligt (beschi…n) werden. Der Michel freut sich also, daß sein Erspartes auf dem Konto schwindet. Aha.

  • von bling bling | 02.09.2019, 00:46 Antworten

    hallo "durchschnittsmensch",

    den kommentar "Kaptalisten sollten gehen -oder enteignet und vertrieben werden- dann würde es sozial besser werden !" kann ich nicht nachvollziehen.
    was ist an enteignung oder vertreibung sozial?
    wenn sie jetzt meinen bislang gepachteten acker einfach so bekommen, um darauf getreide anzubauen, kann ich sie dann von dem so hergestellten brot enteignen?
    ich sehe da schon reparationen im anmarsch.

  • von Mr.Silver | 28.08.2019, 18:01 Antworten

    Ein kurzes Statement zum Gold. Nachdem viele Indikatoren auf überkauft stehen und der COT Report nach Korrektur schreit, denke ich, das im September eine harte Korrektur bis auf 1370 Dollar kommen kann. Danach sollte der Goldpreis wieder Auftrieb bekommen.

  • von Mr.Silver | 27.08.2019, 09:34 Antworten

    Eine Währung zeigt uns immer wie gut es um das Land steht. Klimaquatsch Nullzins, und Zuwanderungspolitik zeigt uns wohin der Weg weiter gehen wird. Die EU wird bald bankrott sein, unser Geld verfallen, weil wir das Zepter der Regierung Leuten anvertrauten, die mit diesen Aufgaben total überfordert sind. Personen die keinen Flughafen in Berlin fertigbekommen wollen jetzt das Klima retten. CO2 Steuer, ein absolutes Absurdum. Über 90 % der Leute plappern alles nach. Stell alles in Frage, ist der erste Grundsatz der Mathematik. Die Schulbildung abgesackt auf ein Sonderschulniveau. Die Schüler haben verlernt logisch zu denken. Kopfrechnen geht gar nicht mehr. Probieren Sie es mal bei Ihren Kindern aus. Made in Germany ist für die Tonne. Was soll aus den Schulschwänzern mal werden. Superstar, Model, You Tube Kanal Betreiber.

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