Stand: 28.02.2021 von © Gold.de Redaktion / AB
Gold oder Euro: Welche Kaufkraft entwickelt sich besser? Um diese Frage zu beantworten, hat GOLD.DE den Gold-Mac-Index "GMI" entwickelt, eine Kennzahl, welche anhand des Big Mac die Entwicklung der Kaufkraft vergleicht. Im Vergleich zum Vorjahr ist der GMI 2021 erneut gestiegen.
GMI 2021 stark gestiegen
 Aktueller GMI, Stand Januar 2021:
4,49
Gold-Mac-Index © von GOLD.DE

Mit einem Wert von 4,49 ist der Gold-Mac-Index 2021 gegenüber dem Vorjahr kräftig gestiegen. Im Januar 2020 lag der GMI noch bei 4,01. Dies entspricht einer Steigerung um fast 12 %. Oder anders: Gold kaufte im Vergleich zum Euro 12 % mehr Big Macs. Die Kaufkraft von Gold hat im Vergleich zum Euro also einmal mehr stark zugenommen.

Was ist der GMI?

  • Kennzahl, die anhand des bekannten Burgers Big Mac die Kaufkraftentwicklung von Gold und Euro vergleicht

  • GOLD.DE veröffentlicht den GMI hier an dieser Stelle einmal jährlich Ende Februar

  • Referenzpunkt des untersuchten Zeitraums ist der April 2002 mit Indexwert exakt "1" (Parität). Gold und der Euro haben dieselbe Kaufkraft bezogen auf den Big Mac

  • Liegt der Wert über "1", dann hat sich die Kaufkraft von Gold besser entwickelt

  • Liegt der Wert unter "1", dann hat sich die Kaufkraft des Euro besser entwickelt

  • Je weiter der Wert von "1" entfernt ist, desto deutlicher der Unterschied in der Kaufkraftentwicklung

Gold-Mac Index GMI GMI-Entwicklung 2002 - 2021 © von GOLD.DE. Grün markiert die Paritätslinie.

Entwicklung GMI in Zahlen

Jahr GMI Wert
2002 1 (Parität, Index)
2003 0,89
2004 0,98
2005 1,04
2006 1,33
2007 1,42
2008 0,62
2009 1,95
2010 2,29
2011 3,21
2012 3,75
2013 3,69
2014 2,67
2015 3,14
2016 2,95
2017 3,29
2018 3,20
2019 3,31
2020 4,01
2021 4,49

Theoretischer Hintergrund

Wie kommt man dazu, Kaufkraft Berechnungen zu Gold und Euro mithilfe eines Burgers anzustellen? Inspiriert hat uns der sogenannte Big-Mac-Index von Pam Woodall, Redakteurin des renommierten britischen Wirtschaftsmagazins The Economist.

1986 brütete sie über einem Artikel zum Thema Wechselkurse und Kaufkraft des Geldes. Kompliziertes Thema, dachte sie. Wie bitte schön soll man das dem Leser leicht verständlich nahe bringen? Ein Index musste her.

Woodalls Überlegung: Wenn man etwas vergleichen will, dann braucht es einen Standard. Geht man nun von der Theorie der Kaufkraftparität aus, wonach ein gleiches Produkt überall auch gleich viel kosten muss - warum dann nicht den Big Mac als Referenz? Den McDonalds Burger gibt es schließlich auf der ganzen Welt, mit (annähernd) demselben Gewicht und denselben Zutaten. Gesagt, getan, die Idee nahm ihren Lauf und wurde rasch populär.

Seither ermittelt das Magazin “The Economist” regelmäßig die Preise eines Big Mac in den verschiedenen Währungen, rechnet diese in den aktuellen Dollarkurs um und veröffentlicht das Resultat als Big-Mac-Index, um so einen Indikator für die Kaufkraft einzelner Währungen darzustellen. Welche Währung ist im Vergleich zum Dollar überbewertet, welche unterbewertet?

Nun hatte uns aber nicht die Bewertung der Kaufkraft diverser Währungen interessiert. Wir wollten wissen, inwieweit Gold seinem Ruf als universelles und wertstabiles Tauschmittel gerecht wird im direkten Vergleich mit dem Euro.

Die Big-Mac-Index Berechnungen vom Magazin "The Economist" waren uns also eine willkommene Steilvorlage, die wir auf Gold angewendet haben: Wie viele Big Macs bekam/bekommt man für Gold, wie viele für Euro?

Die Berechnung

Berechnung Gold-Mac-Index GMI

Beginnend mit 2002 müssen wir zunächst wissen, was der Big Mac im Euroraum jeweils gekostet hat. Dankenswerterweise hat uns das Wirtschaftsmagazin "The Economist" diese Arbeit bereits abgenommen, denn die weltweiten Big Mac Durchschnittspreise werden dort seit Jahren regelmäßig veröffentlicht.

Burgernomics by GOLD.DE

Im nächsten Schritt brauchen wir für die betreffenden Zeiträume den Preis für ein Gramm Gold in Euro. Da der Goldpreis im Gegensatz zum Big Mac Preis täglich schwankt, haben wir unsere umfangreiche Datenbank abgefragt und für die betreffenden Monate jeweils das mathematische Mittel errechnet. Für eine grobe Orientierung sollte das reichen.

Derart gerüstet können wir nun in Erfahrung bringen, wie viele Big Mac man zum jeweiligen Zeitpunkt umgerechnet mit einem Gramm Gold hätte kaufen können:

Datum Preis Big Mac im Euroraum* Preis für 1 g Gold in Euro** Für 1 g Gold gab es somit...
Apr 2002 2,67 € 10,98 € 4,11 Big Mac
Apr 2003 2,71 € 9,72 € 3,59 Big Mac
Mai 2004 2,74 € 10,27 € 3,91 Big Mac
Jun 2005 2,92 € 11,39 € 3,90 Big Mac
Jan 2006 2,91 € 14,58 € 5,01 Big Mac
Jan 2007 2,94 € 15,62 € 5,31 Big Mac
Jun 2008 3,37 € 18,37 € 5,45 Big Mac
Jul 2009 3,31 € 21,33 € 6,44 Big Mac
Jan 2010 3,36 € 25,19 € 7,45 Big Mac
Jan 2011 3,44 € 35,30 € 10,26 Big Mac
Jan 2012 3,49 € 41,13 € 11,79 Big Mac
Jan 2013 3,59 € 40,50 € 11,28 Big Mac
Jan 2014 3,66 € 29,30 € 8,00 Big Mac
Jan 2015 3,68 € 34,40 € 9,35 Big Mac
Jan 2016 4,00 € 32,36 € 8,09 Big Mac
Jan 2017 3,90 € 36,05 € 9,24 Big Mac
Jan 2018 3,95 € 35,10 € 8,89 Big Mac
Jan 2019 4,05 € 36,34 € 8,97 Big Mac
Jan 2020 4,12 € 45,04 € 10,93 Big Mac
Jan 2021 4,25 € 49,26 € 11,59 Big Mac
* Quelle: The Economist, Durchschnittspreise
** eigene Berechnungen, Goldpreis in Euro im Monatsdurchschnitt, gerundet

Nun wollen wir ja einen Vergleich. Und für einen Vergleich braucht es immer einen einheitlichen Ausgangspunkt, eine Referenz. Hierzu nehmen wir 10,98 EUR als Basis. Warum? Unsere GMI Berechnungen beginnen mit April 2002. Dieses Datum ist bewusst gewählt, denn 2002 war das Jahr, wo die Umstellung von DM auf Euro endgültig vollzogen wurde.

Zu diesem Zeitpunkt belief sich der Kurs für 1 Gramm Gold auf 10,98 EUR im Schnitt. Dafür konnte man genau 4,11 Big Mac kaufen. Also ausgehend von diesen 10,98 EUR im April 2002: Wie hat sich die Kaufkraft des Euro im Vergleich zu Gold im Lauf der Jahre verändert?

Für 1 g Gold gab es... Für 10,98 EUR gab es…
Apr 2002 4,11 Big Mac 4,11 Big Mac
Apr 2003 3,59 Big Mac 4,05 Big Mac
Mai 2004 3,91 Big Mac 4,00 Big Mac
Jun 2005 3,90 Big Mac 3,76 Big Mac
Jan 2006 5,01 Big Mac 3,77 Big Mac
Jan 2007 5,31 Big Mac 3,73 Big Mac
Jun 2008 5,45 Big Mac 3,26 Big Mac
Jul 2009 6,44 Big Mac 3,31 Big Mac
Jan 2010 7,45 Big Mac 3,26 Big Mac
Jan 2011 10,26 Big Mac 3,19 Big Mac
Jan 2012 11,79 Big Mac 3,14 Big Mac
Jan 2013 11,28 Big Mac 3,06 Big Mac
Jan 2014 8,00 Big Mac 3,00 Big Mac
Jan 2015 9,35 Big Mac 2,98 Big Mac
Jan 2016 8,09 Big Mac 2,74 Big Mac
Jan 2017 9,24 Big Mac 2,81 Big Mac
Jan 2018 8,89 Big Mac 2,78 Big Mac
Jan 2019 8,97 Big Mac 2,71 Big Mac
Jan 2020 10,93 Big Mac 2,67 Big Mac
Jan 2021 11,59 Big Mac 2,58 Big Mac
Werte gerundet

Das Ganze bringen wir nun in einen Chart:

Vergleich Kaufkraft Gold Euro

“Burgernomics” by GOLD.DE

Was sagt uns der Vergleich? Im Gegensatz zum Euro, der in Bezug auf den Big Mac im betrachteten Zeitraum über ein Drittel an Kaufkraft verliert, behält Gold nicht nur seine Kaufkraft, sondern sie steigt sogar deutlich. Konnte man im April 2002 für ein Gramm Gold umgerechnet 4,11 Big Mac kaufen, so bekam man im Januar 2021 für dasselbe Gramm Gold 11,59 Big Mac.

Umgekehrt der Euro: Ausgehend von den 10,98 EUR, die man im April 2002 für 4,11 Big Mac hinblättern musste, bekam man für dieselben 10,98 EUR im Januar 2021 nur noch 2,58 Big Mac.

Aber wir sind noch nicht fertig. Ein Index braucht eine griffige Kennzahl. Also teilen wir den Big-Mac Preis in Gold durch den Big-Mac Preis in Euro:

Das Ergebnis ist dann unser Gold-Mac-Index, der GMI

Für das Referenzjahr 2002 bekommen wir eine glatte “1”. Logisch, hier ist ja Parität, da es für 1 g Gold genau dieselbe Menge an Big Mac gibt wie für 10,98 Euro. In den folgenden Jahren liegt der Wert je nach Kaufkraftentwicklung mal unter 1, mal über 1:

Datum Für 1 g Gold gab es... Für 10,98 EUR gab es… GMI**
Apr 2002 4,11 Big Mac 4,11 Big Mac 1
Apr 2003 3,59 Big Mac 4,05 Big Mac 0,89
Mai 2004 3,91 Big Mac 4,00 Big Mac 0,98
Jun 2005 3,90 Big Mac 3,76 Big Mac 1,04
Jan 2006 5,01 Big Mac 3,77 Big Mac 1,33
Jan 2007 5,31 Big Mac 3,73 Big Mac 1,42
Jun 2008 5,45 Big Mac 3,26 Big Mac 1,62
Jul 2009 6,44 Big Mac 3,31 Big Mac 1,95
Jan 2010 7,45 Big Mac 3,26 Big Mac 2,29
Jan 2011 10,26 Big Mac 3,19 Big Mac 3,21
Jan 2012 11,79 Big Mac 3,14 Big Mac 3,75
Jan 2013 11,28 Big Mac 3,06 Big Mac 3,69
Jan 2014 8,00 Big Mac 3,00 Big Mac 2,67
Jan 2015 9,35 Big Mac 2,98 Big Mac 3,14
Jan 2016 8,09 Big Mac 2,74 Big Mac 2,95
Jan 2017 9,24 Big Mac 2,81 Big Mac 3,29
Jan 2018 8,89 Big Mac 2,78 Big Mac 3,20
Jan 2019 8,97 Big Mac 2,70 Big Mac 3,31
Jan 2020 10,93 Big Mac 2,67 Big Mac 4,01
Jan 2021 11,59 Big Mac 2,58 Big Mac 4,49
** Werte gerundet

GMI richtig interpretieren

Als wir 2017 an dieser Stelle erstmalig unseren Gold-Mac-Index präsentierten, war es nur eine kleine Rechenspielerei. Doch die große Resonanz hat uns derart überrascht, dass wir seitdem unsere Berechnungen regelmäßig hier veröffentlichen. Inzwischen ist der GMI landesweit bekannt.

In direkter Anlehnung an den Big-Mac-Index wird der Gold-Mac-Index jährlich für den Zeitraum 2002 bis heute berechnet. Dabei konzentriert sich der von Redakteuren des deutschen Informations- und Vergleichsportals "Gold.de" ersonnene Index allein auf die Kaufkraftparität von Gold und der Euro-Währung in Bezug auf den Big Mac.
Xetra-Gold - News Blog Juni 2019, www-xetra-gold.com

Unser GMI erhebt aber keinen wissenschaftlichen Anspruch. Er ist ein anschauliches Gedankenspiel. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und natürlich sind diverse Unschärfe-Faktoren nicht berücksichtigt. An der wesentlichen Aussage ändert das aber nichts:

Gold macht den besseren Job als Wertspeicher.

Mahlzeit!

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von Jon C | 13.09.2020, 13:42 Antworten

Are there any recent updates that take COVID-19 into account and the recent gold price records?

von Viktor Svensson | 06.04.2019, 18:32 Antworten

Hallo liebe Redaktion,
bei euch hat sich ganz offensichtlich der Fehlerteufel eingeschlichen! 4,64 € für einen Big Mac können beim besten Willen nicht stimmen - das springt einem doch förmlich ins Auge. Das wäre ja ein Preissprung von knapp 70 Euro-Cent innerhalb eines Jahres! Habe daraufhin die zu Grunde liegenden Daten analysiert und festgestellt, dass ihr euch auf den USD-Preis des Big Macs für die Euro-Zone bezieht, aber als Währung den Euro nennt. Daraus ergibt sich der hohe und falsche Preis. Richtig wären 4,05 € für die Euro-Zone laut Economist-Daten, wobei der Big Mac tatsächlich bei 4,29 € liegt in Deutschland.
Danke für den sonst interessanten Artikel und viele Grüße, VS

1 Antwort an Viktor Svensson anzeigen
von blingbling | 25.02.2019, 21:02 Antworten

der bigmac mutiert hier zutatenbedingt zu einer dienstleistung bzw. luxusgut. rein kalorisch wäre der vergleich mit einem hamburger einfacher (regelmäßig 1 euro).
mit energiewende, gesundheitsorientierten krankenkassenbeiträgen, und den schadstoffgrenzwerten entwickelt die gesellschaft unverkennbar und auch vernünftiger weise immer mehr eine kalorische weltanschauung. das ist auch eine art globalisierung, denn sie zeigt wie sehr viele völker zugunsten weniger ausgenutzt werden. der kreis schließt sich bei "gold".

von Gottfried | 25.02.2019, 14:20 Antworten

Der Index ist als Orientierungshilfe durchaus brauchbar, als Argumentationshilfe willkommen und vor allem leicht verständlich. Wer sich (beispielsweise) einmal mit den Preisindizes für Einfuhr- und Ausfuhr von Wirtschaftsgütern näher beschäftigt hat, weiß was gemeint ist.

von Bonnie | 05.03.2018, 20:25 Antworten

Artikel war interessant, aber muss er deshalb 4 Wochen ganz oben stehen???
Man könnte ihn mal wieder aus der Leiste nehmen.
Andere interessante Artikel, welche viele Kommentare auslösen sind leider schon nach 2 Tagen verschwunden.

2 Antworten an Bonnie anzeigen

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