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Stand: 26.04.2021 von Hannes Zipfel
Die letzte April-Woche wartet mit einer vollgepackten Agenda auf, die das Potenzial hat, erhöhte Schwankungen in die Edelmetallpreise zu bringen. Neben wichtigen Daten zur Konjunktur dürfte für Anleger vor allem die US-Notenbanksitzung am Mittwoch sowie Zahlen zur Inflation von großem Interesse sein.
Goldpreis: Ereignisreiche Woche steht bevor

Kann der Goldpreis seinen Ausbruch bestätigen?

In der letzten Woche schaffte der Goldpreis in US-Dollar erneut den Ausbruch aus der seit August vergangenen Jahres bestehenden Konsolidierungsflagge. Die psychologisch bedeutende runde Marke von 1.800 US$/Unze konnten die Notierungen aber noch nicht im ersten Anlauf überwinden. Ob der Ausbruch nach oben dieses Mal, anders als im Januar 2021, von nachhaltiger Natur ist, könnte sich bereits in der aktuellen Woche entscheiden.

Goldpreis in Dollar je Unze bis April 2021

Ifo-Index, Inflationsdaten, US-Notenbanksitzung und Quartalszahlen

Bereits heute Vormittag wurde mit dem ifo-Geschäftsklimaindex einer der wichtigsten deutschen Konjunkturindikatoren veröffentlicht. Mit 96,8 Punkten konnte zwar ein weiterer leichter Anstieg gegenüber dem Stand vom März mit 96,6 Punkten vermeldet werden, die Erwartungen lagen mit 97,8 Punkten gleichwohl deutlich höher.

Vor allem nach wie gestörte Lieferketten und zum Teil stark gestiegene Preise für Rohstoffe, Vorleistungs- und Investitionsgüter trübten die Stimmung der befragten Unternehmen ein. Von seinem historischen Tiefststand vor genau einem Jahr bei 74,2 Punkten konnte sich der ifo-Index gleichwohl deutlich auf ein 22-Monats-Hoch erholen.

In dieser Woche werden außerdem noch die aus deutscher Sicht wichtigen Daten zum Konsumentenvertrauen (Mittwoch), den Arbeitslosenzahlen (Donnerstag), den Verbraucherpreisen (Freitag) sowie zum Bruttoinlandsprodukt (Freitag) veröffentlicht.

Die größten Impulse für die Edelmetallpreise dürften gleichwohl aus den USA kommen. Hier stehen neben den Daten zur Inflation (PCE) noch die Sitzung des Entscheidungsgremiums (FOMC) der US-Notenbank am Mittwoch sowie zahlreiche Quartalsergebnisse an. In dieser Woche geben ein Drittel aller S&P 500 Unternehmen ihre Zahlen bekannt.

Die Mischung aus immensen konjunkturpolitischen Stimuli, steigenden Preisen und euphorischen Aktienmärkten stellt die Notenbanker der USA vor Herausforderungen. Der Markt erwartet dennoch keine Mäßigung der extrem laxen Geldpolitik. Auf rhetorischer Ebene könnten aber erste Hinweise auf eine zukünftig etwas abflauende Geldflutung durch die Fed Unruhe in die Edelmetallmärkte bringen.

Die wichtigsten Termine dieser Woche

Montag

Bereits heute Morgen wurde der aktuelle Investing.com-Gold-Index mit einem Stand von 52 Punkten veröffentlicht. Ein Wert über 50 bedeutet, dass über die Hälfte der befragten Händler Long-Positionen auf Gold halten, also auf steigende Preise setzen. In der Vorwoche lag der Index bei 48,9 Punkten. Werte über 70 signalisieren eine "Überkauft"-Situation.

Dienstag

Im Anschluss an die Sitzung des Notenbankrates wird die Bank of Japan am Dienstagmorgen neben ihren geldpolitischen Entscheidungen (keine Änderung erwartet) auch Daten zur Verbraucher-Inflation und ihren Quartalsbericht veröffentlichen.

Um 16:00 Uhr MESZ gibt das amerikanische Forschungsunternehmen The Conference Board das Verbrauchervertrauen für die USA für den Monat April bekannt. Es wird in Folge der Stimulus-Schecks über 1.400 US-Dollar pro bezugsberechtigter Person ein erneuter deutlicher Anstieg der Konsumentenstimmung erwartet. Der Indexwert soll von 109,7 im Vormonat auf aktuell 113 Punkte ansteigen. Noch im Februar dieses Jahres lag der Wert bei lediglich 90,4 Punkten.

Mittwoch

Um 8:00 Uhr meldet die Gesellschaft für Konsumforschung das GfK-Konsumklima. Der Index gilt als wichtigster Indikator für die Verbraucherstimmung in Deutschland. Für den Monat April wird nach wie vor ein negativer Wert in Höhe von -3,5 Punkten erwartet. Damit würde sich der Index den vierten Monat in Folge erholen. Der absolute Tiefststand wurde vor genau einem Jahr mit -23,1 Punkten gemessen.

Für 14:30 Uhr MESZ sind Daten des Bureau of Economic Analysis zur US-Warenhandelsbilanz angekündigt. Für den März 2021 wird ein neues Rekorddefizit in Höhe von -86,7 Milliarden US-Dollar erwartet. Dies könnte die Weltleitwährung weiter unter Druck bringen, was tendenziell positiv für die Edelmetalle wäre.

Punkt 20:00 Uhr MESZ wird die US-Notenbank (Fed) ihre Zinsentscheidung bekannt geben. Es werden keine Änderungen bei den Zinssätzen und dem Wertpapierankaufvolumen erwartet.

Wichtiger wird die ab 20:30 Uhr MESZ stattfindende Pressekonferenz mit dem Notenbankchef Jerome Powell. Zu dieser Zeit kann es zu erhöhten Schwankungen am Edelmetallmarkt kommen, da Hinweise auf geldpolitische Bremsmanöver der Fed möglich sind.

Donnerstag

Um 09:55 Uhr veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit die Daten zur Veränderung der Arbeitslosigkeit in Deutschland. Für den April wird mit einem weiteren Rückgang um 10k Arbeitslose auf 2,894 Millionen gerechnet. Die Arbeitslosenquote soll bei 6,3 Prozent verharren. In der Statistik nicht berücksichtigt sind u. a. Kurzarbeiter. Deren Anzahl liegt laut Hochrechnungen der Bundesagentur bei ca. 2,1 Millionen Menschen.

Für 14:00 Uhr ist die Veröffentlichung der Daten zu den Verbraucherpreisen in Deutschland durch das Statistische Bundesamt in Wiesbaden angekündigt. Es wird mit einer Veränderung des harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) gegenüber dem April des Vorjahres in Höhe von 2,0 Prozent gerechnet.

Um 14:30 Uhr MESZ folgen die Inflationsdaten für die USA für private Konsumausgaben (PCE) für das erste Quartal 2021. Werte über 1,7 Prozent Jahresteuerung wären eine negative Überraschung. Die PCE-Daten Daten werden von der US-Notenbank stark berücksichtigt und sind auch für den Edelmetallmarkt von besonderem Interesse.

Freitag

Zum Wochenschluss werden um 8:00 Uhr die deutschen BIP-Zahlen für das erste Quartal 2021 durch das Statistische Bundesamt veröffentlicht. Das Bruttoinlandsprodukt soll gegenüber dem Schlussquartal 2020 um 1,5 Prozent schrumpfen und auf Jahresbasis um 3,4 Prozent kleiner ausfallen.

Ebenfalls um 8:00 Uhr gibt Destatis die Veränderung der Importpreise für Deutschland bekannt. Die jährliche Teuerung bei importierten Waren und Dienstleistungen soll von 1,4 Prozent im Februar auf 6,1 Prozent im März nach oben schießen.

Autor: Hannes Zipfel
Ökonom
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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"