Gold: 2.240,69 € 0,86 %
Silber: 29,67 € 2,45 %
Stand: 14.05.2024 von Jörg Bernhard
Was ergibt in der gegenwärtigen Marktphase mehr Sinn, der Abschluss eines Goldsparplans oder ein Einmalinvestment in Gold? Nachfolgend werden beide Alternativen miteinander verglichen. Wie bei jeder Geldanlage wird die Antwort nur die Zukunft zeigen.
Goldsparplan oder Einmalinvestment?

Beide Alternativen im Vergleich

Während beim Einmalinvestment anfangs zweifellos ein höheres Timingrisiko existiert, stehen beim Sparplan die vier Buchstaben FOMO (Fear of Missing Out) für das Risiko – also die Angst, Gewinne zu verpassen.

Gut zu wissen: Wer einen Goldsparplan abschließt, würde bei einer Talfahrt des Goldpreises dank des geringeren Investitionsbetrags in der Anfangsphase vernachlässigbare Buchverluste erleiden und hätte sogar den Vorteil, bei fixer Sparrate sukzessive höhere Goldmengen zu erwerben. Der Cost-Average-Effekt führt generell bei jedem Sparplan zu einer Glättung der Einstiegspreise und bei sinkendem (steigendem) Goldpreis somit zu einer schneller (langsamer) wachsenden Goldmenge.

Für Berufsanfänger oder Anleger mit relativ geringen Kapitalreserven stellt der Goldsparplan häufig die einzige Möglichkeit dar, Goldvermögen in Form von Barren oder Münzen aufzubauen, schließlich bewegen sich die Aufgelder auf den reinen Goldwert erst ab einer Feinunze (31,1 Gramm) im akzeptablen Bereich und diese kosten derzeit bekanntlich deutlich mehr als 2.000 Euro.

Deshalb sollten Goldsparer bei der Auswahl eines Sparplans darauf achten, dass jeder Sparbeitrag sofort in sogenanntes Bruchanteilsgold eingetauscht wird.

Falls Monat für Monat lediglich Geld angespart wird, könnte es nämlich – insbesondere bei steigendem Goldpreis – ziemlich lange dauern, bis das gewünchte Goldprodukt auch tatsächlich erworben wird.

Bei der Auswahl eines konkreten Sparplan-Anbieters, sollten vor einem Vergleich konkreter Konditionen vor allem die Seriosität und die Firmenhistorie gecheckt werden, schließlich gelten Sparpläne in der Regel als Langfristinvestment

Danach sollten Anleger neben den Gebühren für den Sparplan aber auch dessen Flexibilität als wichtiges Kriterium berücksichtigen. Einmalbeträge sowie das Anheben der Sparraten oder das temporäre Aussetzen des Sparplans sollten problemlos möglich sein.

Edelmetallrechner erleichtern den Vergleich

Um Einmalinvestments mit Sparplänen zu vergleichen, bieten sich internet-basierte Edelmetallrechner an. Komfortable Tools, um verschiedene Szenarien durchzurechnen, finden Sie hier oder hier.

Selbst das Beimischen von Silber, Platin und Palladium lässt sich individuell variieren.

Zum einen kann man ermitteln, wie sich in der Vergangenheit Einmalinvestments bzw. Sparpläne konkret entwickelt hätten. Zum anderen kann man aber auch Prognosen für die Zukunft erstellen, indem man gemäß den eigenen Wünschen einmalige oder monatliche Beträge, Anlagebeginn und Anlageende sowie eine angenommene zukünftige Performance vorgibt, um ein Gefühl für das Potenzial von Gold via Sparplan zu erlangen.

Nachfolgend erfahren Sie, wie sich ein Goldsparplan (100 Euro pro Monat) bei einer unterstellten annualisierten Rendite von sechs Prozent (ohne Berücksichtigung von Kosten) entwickeln könnte.

Wichtig zu wissen: Bei dieser Prognose wird ein linearer Aufwärtstrend des Goldpreises unterstellt. Dies bedeutet, dass Jahre mit negativer Performance nicht zu einem beschleunigten Aufbau der Goldmenge führen können.

Entwicklung der Edelmetallanlage

Entwicklung der Edelmetallanlage - Ergebnisse

Weitere Infos über Goldsparpläne finden Sie hier.

Ausblick für die laufende Woche

An den Goldmärkten herrscht in den verschiedenen Marktsegmenten bzw. Regionen derzeit keine einheitliche Stimmung.

Während in Europa bei ETFs, Barren und Münzen Gewinnmitnahmen dominieren, hat der Verkaufsdruck in Nordamerika mittlerweile nachgelassen und asiatische Investoren verspüren sogar trotz des historisch hohen Goldpreises eine starke Kauflaune.

Man darf daher gespannt sein, welche Strategie sich in Zukunft als rentabler erweisen wird.

Ob die Erwartung eines rückläufigen Goldpreises als Verkaufsargument dienen sollte, muss jeder für sich selbst entscheiden. Mit Blick auf den Aspekt „nachhaltiger Werterhalt“ spricht einiges dafür, sich eher von Geld als von Gold zu trennen.

In der zweiten Wochenhälfte dürften sich die Akteure an den Goldmärkten u.a. für die aktuellen Inflationsraten in den USA (Mittwoch) und in der Eurozone (Freitag) stark interessieren. Laut Analystenprognosen sollen sich die Konsumentenpreise jenseits des Atlantiks deutlich stärker verteuern (3,4 Prozent p.a.) als diesseits des Atlantiks (2,4 Prozent p.a.).

So richtig freuen können sich die Europäer darüber aber wahrscheinlich nicht, schließlich weist die US-Wirtschaft (noch) ein etwas dynamischeres Wachstum aus. Dennoch gibt es auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten unzählige Unsicherheitsfaktoren geopolitischer, fiskalpolitischer, geldpolitischer und allgemeinpolitischer Art (Präsidentschaftswahl).

In diesem Umfeld verfügt Gold weiterhin über ein hohes Maß an Attraktivität.

Autor: Jörg Bernhard
Freier Wirtschaftsjournalist
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