Gold: 2.181,03 € 0,00 %
Silber: 27,63 € 0,00 %
Stand: 21.07.2023 von Florian Grummes
Nachdem der Silberpreis ab dem 5. Mai ausgehend von 26,12 US-Dollar bis zum 23. Juni bis auf 22,09 US-Dollar um 15,4 % gefallen war, gelang in den letzten vier Wochen eine mehr als ansehnliche Erholung. Dabei konnten sich die Silbernotierungen schon bis auf 25,26 US-Dollar vorarbeiten und so den Großteil der vorangegangenen Verluste recht zügig wieder aufholen.
Silber – Rücksetzer könnte nochmal eine Einstiegschance bringen

Besonders beeindruckend ist dabei die Tatsache, dass der Silberpreis fast eine Woche vor dem Goldpreis sein Tief fand und damit dem gesamten Edelmetall-Sektor seit der letzten Juniwoche voraus läuft.

Dies ist zwar eine etwas überraschende Entwicklung, für den mittelfristigen Ausblick ist diese Silber-Stärke aber durchaus sehr positiv zu bewerten.

Kurzfristig ist die Luft nach der Rally der letzten vier Wochen allerdings etwas dünn geworden. So kommen die Edelmetallnotierungen seit Donnerstagvormittag bereits ein gutes Stück zurück und deuten damit einen Rücksetzer an.

Noch weisen allerdings sowohl der Gold- als auch der Silberpreis auf ihren Tagescharts jeweils eine bullisch eingebettete Stochastik auf, wodurch der Aufwärtstrend zusätzlich verstärkt bzw. festgezurrt wird.

Solange das so bleibt, sollten Rücksetzer sehr überschaubar und kurzlebig bleiben.

Hinzu kommt der schwache US-Dollar, der zwar einerseits die Gewinne für europäische Edelmetall-Anleger drosselt, andererseits den Edelmetallkursen auf US-Dollar-Basis jedoch Flügel verleiht.

Beim Greenback bildet sich zunehmend ein übergeordneter Abwärtstrend, welcher an den Währungsmärkten selten nach nur wenigen Wochen abrupt endet. Wir könnten uns daher mittelfristig und sicherlich mit Umwegen einen Euro/US-Dollar bei 1,20 vorstellen.

Dies dürfte für einen explosiven Anstieg bei den Gold- und Silberpreisen sorgen.

Silberpreis in US-Dollar – Rücksetzer in Richtung 23 bis 24 US-Dollar

Silber in US-Dollar, Tageschart vom 21.Juli 2023Silber in US-Dollar, Tageschart vom 21.Juli 2023. Quelle: Tradingview & GOLD.DE

Auch wenn wir vor vier Wochen völlig richtig auf die neuen Chancen am Silbermarkt fokussiert und detailliert die Möglichkeit eines unmittelbaren Trendwendepunktes benannt hatten, wäre rückblickend wohl noch mehr antizyklischer Optimismus angebracht gewesen.

Schließlich konnte sich der Silberpreis seitdem sehr deutlich um 14,35 % erholen. Dabei schlangen sich die Notierungen zunächst noch rund zwei Wochen um die langsam steigende 200-Tagelinie (22,86 US-Dollar), bevor es dann ab dem 12. Juli mit zwei großen grünen Tageskerzen zügig zwei Etagen nach oben ging.

Nach der scharfen Erholung steigt nun allerdings kurzfristig die Wahrscheinlichkeit für einen Rücksetzer.

Zwar ist die Tages-Stochastik aktuell noch halbwegs ungefährdet bullisch eingebettet, auf den kürzeren Zeiteinheiten sind aber erste Verkaufssignale aktiv. Aufgrund der saisonal günstigen Phase für die Edelmetalle gehen wir jedoch nur von einem kurzen „reinigenden Gewitter“ aus.

Dieser Rücksetzer sollte sich daher idealerweise und spätestens zwischen der 50-Tagelinie (23,55 US-Dollar) und der schnell steigenden 200-Tagelinie (22,86 US-Dollar), bzw. im Bereich zwischen ca. 23 bis 24 US-Dollar fangen.

Silber in US-Dollar, Wochenchart vom 21.Juli 2023Silber in US-Dollar, Wochenchart vom 21.Juli 2023. Quelle: Tradingview & Gold.de

Im großen Bild bewegt sich der Silberpreis weiterhin klar unterhalb der entscheidenden Widerstandszone um 30 US-Dollar. Bis dorthin haben die Bullen noch jede Menge Arbeit vor sich. Angesichts des neuen Kaufsignals auf dem Wochenchart stehen die Chancen aber gut, dass der Silberpreis in den kommenden Wochen die deckelnden Abwärtstrendlinie um ca. 25,90 US-Dollar sowie den Hochpunkt vom Mai bei 26,12 US-Dollar überwinden wird können.

Damit wäre nicht nur die Serie der tieferen Hochpunkte endgültig beendet, sondern auch der vielversprechende Ausbruch aus dem dreijährigen Konsolidierungsdreieck gelungen. Im Anschluss müsste der Silberpreis spätestens im 4.Quartal auch die Widerstandszone um 30 US-Dollar anpeilen können.

Silber in Euro: Neues Kauflimit unterhalb von 21,75 Euro

Auch auf Euro-Basis konnten sich die Silbernotierungen im Juli bislang deutlich erholen.

Aufgrund des schwächeren US-Dollars bzw. des stärkeren Euros fiel die Erholung mit einem Plus von 11,44 % allerdings nicht ganz so fulminant wie auf US-Dollar-Basis aus. In jedem Fall kamen unsere Kaufsignal vor vier und acht Wochen genau zum richtigen Zeitpunkt, so dass man die günstigen Kurse unterhalb der 200-Tagelinie zwischen 20,20 Euro und 21,00 Euro wunderbar nutzen konnte.

Aktuell sind die Silberkurse bereits etwas davon geeilt. Sollte es jedoch zu dem vermuteten Rücksetzer bis ca. an die 50-Tagelinie (21,64 US-Dollar) oder die 200-Tagelinie (21,42 Euro) kommen, ergäbe sich für Nachzügler nochmals eine gute Einstiegschance.

Wir setzen ein neues Kauflimit bei 21,75 Euro und üben uns in Geduld.

Fazit: Silber – Rücksetzer könnte nochmal eine Einstiegschance bringen

Die rechtzeitig angekündigte Korrektur endete am 23. Juni am Silbermarkt mit einem Tief bei 22,11 US-Dollar und sechs Tage später am Goldmarkt mit einem Tief bei 1.893 US-Dollar. Seitdem liefert eine erste deutliche Erholungswelle bereits einen Vorgeschmack auf die saisonal beste Phase des Jahres, denn von Mitte Juli bis Ende September stehen die statistischen Vorzeichen für den Edelmetall-Sektor auf dunkelgrün.

Wir gehen daher davon aus, dass der Goldpreis mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht nur seine Widerstandszone um 2.075 US-Dollar erneut angreifen wird, sondern dass letztlich auch der Ausbruch auf neue Allzeithochs gelingen wird. Damit wäre ein 12jähriges Konsolidierungs- und Komprimierungs-Muster aufgelöst und es müsste zu einer dementsprechenden energetischen Entladung gen Norden kommen. Kurse um 2.525 US-Dollar bis zum Jahresende halten wir daher für durchaus realistisch.

Auch wenn der Silberpreis Ende Juni als erster gedreht hat, vermuten wir, dass der kleine Bruder des Goldes zunächst nur im Windschatten steigender Goldpreise mit nach oben marschieren wird. Ein Angriff auf die Widerstandszone um 30 US-Dollar sollte im Jahresverlauf aber mindestens gelingen.

Kurzfristig gilt es, jeden Rücksetzer zu nutzen, denn der Zug hat den Bahnhof im Prinzip schon verlassen.

Autor: Florian Grummes
Technischer Analyst, Edelmetallexperte

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