Gold: 2.156,34 € 0,15 %
Silber: 28,07 € 0,75 %
Stand: 04.09.2023 von Hannes Zipfel
Auf der wöchentlichen Terminagenda stehen am Mittwoch die US-Einkaufsmanager-Indizes sowie der Konjunkturbericht „Beige Book“ der US-Notenbank im Fokus. Neben frischen Konjunkturdaten treten im September 2023 zudem einige wichtige Neuerungen und Sonderregelungen in Deutschland in Kraft: von Preisanhebungen bei Coca-Cola-Produkten bis hin zu verlängerten Abgabefristen für die Einkommenssteuererklärung. Auch E-Auto-Subventionen laufen aus.
Wichtige Neuerungen ab September

Weitere Termine in der KW 36, die speziell für Edelmetall-Anleger interessant sind:

  • Montag: USA u. Kanada: Feiertag (Labor Day), Sentix-Investorenvertrauen Eurozone für Sept. (10:30 Uhr | akt.: -21,5 Punkte | e: -20 Punkte | Aug.: -18,9 Punkte), EZB-Präsidentin Christine Lagarde äußert sich zur Geldpolitik und den Aussichten für die Inflation sowie die Konjunktur im Euroraum (15:30 Uhr)
  • Dienstag: Einkaufsmanager-Index Dienstleistungen für Deutschland im Aug. (9:55 Uhr |e: 47,3 Punkte | Juli: 52,3 Punkte | Diffusions-Index: Werte unter 50 Punkte bedeuten Kontraktion)
  • Mittwoch: Einkaufsmanager-Gesamtindex für die USA im August (15:45 MESZ | e: 50,4 | Juli: 52,0), Einkaufsmanager-Index Dienstleistungen für die USA im August (15:45 MESZ | e: 51,1 | Juli: 52,3), aktueller Konjunkturbericht der US-Notenbank „Beige Book“ (20:00 Uhr MESZ)
  • Donnerstag: US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die KW 35 (14:30 Uhr MESZ | e: 235k | KW 34: 228k),
  • Freitag: Verbraucherpreis-Index für Deutschland im August ggü. Vorjahresmonat (endgültige Daten | 8:00 Uhr | e: 6,1 % | erste Schätzung: 6,2 %), Terminmarktdaten der US-Aufsichtsbehörde CFTC für Gold und Silber; COT-Report | 22:30 Uhr MESZ)

Weitere Daten-Termine, Details zu den Prognosen sowie historische Zeitreihen finden Sie hier.

Goldpreis stabil – Silberpreis scheitert erneut mit Ausbruchsversuch

Die Edelmetallpreise starten unauffällig in die neue Woche, wohingegen der Reigen an Konjunkturdaten die Kurse in der vergangenen Woche gehörig durcheinanderwirbelte.

Am Ende konnte sich der Goldpreis am Spot-Markt in US-Dollar pro Feinunze (31,1g) trotz gestiegener Renditen am Kapitalmarkt mit einem Kursplus von 1,3 Prozent aus der KW 35 verabschieden und beginnt die neue Woche erneut leicht im Plus mit 0,2 Prozent (Stand: Montag, 10:00 Uhr).

In Euro gerechnet verteuerte sich das gelbe Edelmetall wegen der leichten US-Dollar-Schwäche sogar um knapp 1,6 Prozent.

Der Silberpreis gab hingegen in US-Dollar seine zwischenzeitlichen Gewinne von 3,6 Prozent auf knapp über 25 US-Dollar pro Feinunze vollständig wieder ab und beendete die Woche mit einer Wertveränderung knapp unter der Nulllinie.

In Euro reichte es für ein hauchdünnes Wochenplus von 0,11 Prozent.

Damit ist bereits der zweite Ausbruchsversuch über den seit Anfang Mai dieses Jahres laufenden Abwärtstrend gescheitert:

Silberpreis in US-Dollar pro Feinunze

Was auf die Märkte in dieser Woche zukommt

Wegen des Feiertags „Labor Day“ bleiben die Märkte in den USA und Kanada (dort sind viele Minen-Aktien gelistet) am Montag geschlossen.

Wichtig werden dann für Edelmetall-Anleger die am Mittwoch zur Veröffentlichung anstehenden ISM-Einkaufsmanager-Indizes für die USA (Gesamt-Index und v. a. der Dienstleistungs-Index mit der Unterkomponente „bezahlte Preise“).

Für den Service-Sektor wird in Gänze eine weitere Abkühlung erwartet, die Preise könnten jedoch weiter steigen – eine ungute Mischung, aber positiv für v. a. für Gold (Stagflation).

Daneben veröffentlichen die USA verschiedene weitere Wirtschaftsindikatoren aus der zweiten Reihe, darunter Daten zu den Auftragseingängen in der Industrie für Juli (e: -2,5 % ggü. Juni), zum Außenhandel, zum IBD/TIPP-Wirtschaftsoptimismus, zu den wöchentlichen Arbeitslosenanträgen (leichter Abstieg erwartet) sowie die Arbeitsproduktivität für das zweite Quartal 2023.

Der Wert des S&P Global Services PMI für August steht ebenfalls auf der Agenda. Dieser Einkaufsmanager-Index war zuletzt leicht rückläufig und notierte nur noch leicht über der Expansionsschwelle von 50 Punkten. Er gibt Aufschluss über die Entwicklung des immer mehr an Bedeutung gewinnenden Dienstleistungssektors:

S&P Global: Services Purchasing Managers' Index

Die Bank of Canada (BoC) wird auf ihrer Sitzung am Mittwoch die Zinssätze wahrscheinlich auf dem aktuellen Niveau von 5,0 Prozent p. a. belassen (siehe folgende Grafik, Bekanntmachung um 16:00 Uhr MESZ).

Canada / Target for the ON Rate

Die kanadischen Geldpolitiker wollen, wie ihre US-Kollegen, zunächst eine abwartende Haltung einnehmen, um die Auswirkungen der bisherigen Straffung der Geldpolitik auf den Preisdruck und die Konjunktur zu beobachten. Vor allem am kanadischen Immobilienmarkt hatte sich zuvor eine gigantische Blase gebildet.

In Europa warten die Anleger auf die endgültigen Zahlen zum BIP des Euroraums für das zweite Quartal und die endgültige Inflationsrate für Deutschland am Freitag für August (siehe Tabelle ganz oben).

Unterdessen wird erwartet, dass die Industrieproduktion in Deutschland den dritten Monat in Folge und in Frankreich den zweiten Monat in Folge zurückgegangen ist. Darüber hinaus ist es wahrscheinlich, dass die Einzelhandelsumsätze im Euroraum im Juli auch den zweiten Monat in Folge rückläufig waren.

Zu den weiteren Daten auf der Agenda gehören die Handelsbilanz Deutschlands sowie die Inflationsrate der Türkei.

In Großbritannien werden vor allem zwei Statistiken mit Spannung erwartet: Die endgültigen S&P Einkaufsmanagerindizes für August und der Halifax House Preisindex. Der Rückgang der Hauspreise im Vereinigten Königreich hatte zuletzt mit -5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr an Dynamik gewonnen (Quelle: Nationwide Building Society):

U.K. Hauspreis-lndex

In China werden eine Reihe von Handelsdaten für August weitere Einblicke in die jüngste Rohstoffnachfrage des Landes sowie Daten zum Einkaufsmanagerindex veröffentlicht. In Japan warten Anleger auf aktualisierte Leistungsbilanzzahlen.

Was ändert sich im September?

Aus finanzieller Perspektive sind vor allem drei Neuerungen wichtig:

  1. Nach eigenen Angaben hat die Coca-Cola GmbH Deutschland ab 1. September für alle ihre Produkte die Preise im hohen einstelligen Prozentbereich angehoben (z. B. für Coca-Cola, Sprite, Fanta, Vio Bio Limo, Apollinaris Wasser, Lift Apfel-Schorle etc.).

  2. Wegen der Pandemie muss zudem auch in diesem Jahr die Steuererklärung für das Vorjahr nicht wie üblich bis zum 31. Juli beim zuständigen Finanzamt eingehen, sondern erst am 30. September. Da dies aber ein Samstag ist, wird automatisch der 2. Oktober (Montag) zum letzten Abgabetermin.

  3. Und vor allem für Unternehmen, Freiberufler und Selbstständige wichtig: Ab September streicht die Bundesregierung den sogenannten „Umweltbonus“ bei dem Kauf gewerblich genutzter Elektroautos. Nur noch Privatpersonen können einen Antrag auf die Subvention stellen.

Wer das Geld vom Staat bekommen möchte, muss nachweislich sowohl Fahrzeugkäufer beziehungsweise Leasingnehmer als auch Fahrzeughalter sein. Privat geleaste E-Autos dürfen dann nicht mehr für gewerbliche Zwecke genutzt werden.

Autor: Hannes Zipfel
Ökonom
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