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Stand: 12.10.2021
Nach dem Geld drucken kommt Gold drucken: Was für einige noch wie Science-Fiction klingen mag, ist vielerorts schon Realität. 3D-Druck mit Gold, Silber oder Platin ist technisch längst möglich und eröffnet ganz neue Möglichkeiten.
Gold aus dem 3D-Drucker
Das Wichtigste in Kürze
  • 3D-Drucktechnik auch für Edelmetalle anwendbar
  • Ausgangsmaterial ist Edelmetall in Pulverform
  • Druck per Laser-Hightech
  • Gold aus dem 3D-Drucker v.a. für Schmuckbranche interessant

Was ist ein 3D-Drucker?

3D-Druck, auch als additive Fertigung bezeichnet, gilt vielen schon länger als "the next big thing". Bekannt ist die Technik zwar schon seit Jahrzehnten, aber richtig angekommen ist 3D-Druck bei Industrie wie Privatanwendern erst seit einigen Jahren. Manches ist noch nicht ganz ausgereift, aber die Technologie entwickelt sich in großen Schritten.

Die Vorteile liegen auf der Hand. Grundlage ist eine CAD- oder CAM-Datei (= Computer Aided Design oder Computer Aided Manufacturing), die vom 3D-Drucker eingelesen wird. Aus dieser Datei wird dann ohne weitere Umwege das gewünschte Objekt hergestellt, indem Schicht für Schicht das Endprodukt aufgebaut wird. Kein Werkzeugbau ist nötig. Stattdessen vernetztes Arbeiten, kurze Produktionszeiten oder ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten. Interessant ist die Technik auch für Unikate oder kleine Stückzahlen allgemein.

Da der Schichtaufbau dreidimensional erfolgt, ist theoretisch jede Form druckbar, vom kleinsten Werkstück bis hin zum kompletten Haus. Auch beim Ausgangsmaterial sind die Fortschritte bemerkenswert. Was sich über eine Düse ausgeben lässt und physikalisch in eine dauerhafte Form gebracht werden kann, eignet sich prinzipiell für den 3D-Druck. Und so findet inzwischen fast jedes Ausgangsmaterial Verwendung. Ob Kunststoff, Keramik, Beton, Metall oder Lebensmittel - es gibt fast nichts, was nicht dreidimensional druckbar wäre.

3D-Druck mit Gold und anderen Edelmetallen

Natürlich kann man auch Edelmetall drucken. Ausgangsmaterial sind Edelmetalle oder Legierungen in Pulverform. Dann wird gedruckt mittels Laser-Hightech. Da diese Technik aufwändig ist, sind es hier größere und spezialisierte Unternehmen, die diese Technik als Service anbieten. Dazu zählt etwa Heimerle + Meule, GOLD.DE Nutzern vor allem als Hersteller von Goldbarren bekannt. In Zusammenarbeit mit dem englischen Tochterunternehmen Cooksongold kommt hier das Direct Metal Laser Sintering Verfahren (DMLS) zur Anwendung.

Auch C. Hafner, ebenfalls als renommierter Barrenhersteller bekannt, ist auf diesem Gebiet tätig und bietet seinen Service als Laser Metal Fusion (= LMF) an.

Eine weitere und auch einfachere Möglichkeit besteht darin, dass per 3D-Druck nur ein Prototyp hergestellt wird. In der Regel besteht er aus Kunststoff oder einem wachsähnlichen Material. Dieser Prototyp dient dann als haptisches Anschauungsobjekt und dann weiter als Vorlage für die Herstellung einer Gussform. In diese Gussform wird dann das Gold oder Edelmetall ganz klassisch gegossen. Streng genommen wird also bei diesem Verfahren Gold als solches nicht gedruckt. Es werden aber die Möglichkeiten der 3D-Drucktechnik genutzt.

Neue Designmöglichkeiten für Goldschmuck

Juweliere und Goldschmiede haben die Möglichkeiten der neuen Technik längst erkannt. Es sind Formen und Strukturen möglich, die in ihrer Komplexität mit klassischen Goldschmiedetechniken so nicht machbar wären wie etwa Hohlräume und filigrane Verstrebungen. Und so entstehen aus Gold, Silber oder Platin mit Hilfe von 3D-Druckverfahren ganz neue Designs für Ringe, Ketten, Armbänder oder Goldschmuck allgemein.

Deshalb sehen viele in der Schmuckbranche die 3D-Drucktechnik auch nicht als Untergang einer alten Handwerkszunft, sondern als Bereicherung. Expertenwissen wird also weiter nötig sein. Entwürfe am PC wollen fachkundig gestaltet, gedruckter Schmuck per Hand nachgearbeitet werden.

Münzen und Barren aus dem 3D-Drucker?

Möglich wäre das natürlich. Nun haben aber Münzen und Barren im Gegensatz zu kompliziert verschachtelten Schmuckunikaten oder verschlungenen Kunstskulpturen keine komplexe dreidimensionale Geometrie, auch wenn manche Münzprägungen sehr aufwändig sind. Man wird also Herstellungskosten weiter mit spitzer Feder rechnen, vor allem bei einfachen Gegenständen oder Serienfertigungen in großen Auflagen.

Gedrucktes Edelmetall wird daher klassische Techniken wie Gießen und Prägen nicht komplett ersetzen können.

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von ich | 12.10.2021, 18:20 Antworten

Macht bei Schmuck nicht neben den Materialwert nicht auch die Handwerkskunst den Preis? Dann müsste Schmuck also billiger werden, bzw. sich nur noch am Materialwert orientieren. Schade, Fortschritt macht alles Charakterloser.

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