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Stand: 10.06.2024 von Jörg Bernhard
Der jüngste Einbruch des Goldpreises wurde auf zwei Entwicklungen zurückgeführt und ließ das gelbe Edelmetall unter die Marke von 2.300 Dollar abstürzen. Verantwortlich hierfür waren der robuste US-Arbeitsmarkt und die chinesische Notenbank.
Chinas Gold- und Devisenreserven im Blick

China hat für den Monat Mai keine Goldkäufe gemeldet

An den Goldmärkten hat sich in den vergangenen Monaten die Ansicht durchgesetzt, dass vor allem die Goldkäufe der Notenbanken für die Allzeithochs der Krisenwährung Gold verantwortlich waren. Vor allem der chinesischen Zentralbank wurde ein starkes Goldinteresse nachgesagt, schließlich will die (gemessen an der Wirtschaftsleistung) zweitstärkste Wirtschaftsnation der Welt ihre starke Abhängigkeit von der „Noch-Weltleitwährung“ Dollar bereits seit Längerem reduzieren und hat deshalb ihren Bestand an US-Staatsanleihen massiv zurückgefahren.

Laut Daten des US-Finanzministeriums hielten die Chinesen im März dieses Jahres US-Anleihen im Wert von 767,4 Mrd. Dollar.

Nur zur Erinnerung: Zwölf Monate zuvor beliefen sich die Bestände auf über 869 Mrd. Dollar und im Februar 2022, als die russische Armee die Ukraine überfallen hat, befanden sich sogar US-Bonds im Wert von mehr als einer Billion Dollar im Besitz Chinas.

Es ist davon auszugehen, dass sich dieser Trend fortsetzen wird.

Das chinesische Regime bedroht nicht nur Taiwan, sondern auch andere asiatische Nachbarstaaten wie z.B. Japan oder die Philippinen.

Russland hat übrigens allein im Jahr 2018 seinen Bestand an US-Staatsanleihen von 96,9 Mrd. auf 13,2 Mrd. Dollar reduziert. Sollten die Chinesen hinsichtlich Taiwan nach demselben Muster wie die Russen verfahren, droht derzeit keine unmittelbare Invasion der Nachbarinsel an – in Sicherheit sollte sich das demokratische Taiwan aber auf keinen Fall wiegen, schließlich würde ein Wahlsieg von Donald Trump für das geopolitische Machtgefüge höchstwahrscheinlich nichts Gutes für den Rest der Welt bedeuten.

Interpretation der chinesischen Goldreserven

Das am Freitag bekannt gewordene Pausieren der chinesischen Notenbank beim Aufstocken ihrer Goldreserven hat dem gelben Edelmetall zwar einen Dämpfer verpasst, sollte aber nicht überbewertet werden.

Im Mai gab es im globalen ETF-Sektor zwar erstmals seit elf Monaten wieder Zuflüsse zu vermelden, ob der Zuwachs in Höhe von 8,2 Tonnen für das im Mai erzielte Rekordhoch verantwortlich war, darf jedoch bezweifelt werden.

Es wäre nicht das erste Mal, dass die Chinesen lieber heimlich, still und leise ihren Goldbesitz aufstocken, schließlich haben viele Goldexperten gerade die Goldkäufe der Notenbanken als Ursache für den Höhenflug bei Gold ausgemacht.

Es wäre nicht das erste Mal, dass die Chinesen keine „offiziellen Goldkäufe“ melden und dennoch ihre Goldreserven massiv aufstocken (siehe Grafik).

Entwicklung der chinesischen Goldreserven

Dies war nämlich in den Jahren 2003 bis 2008 sowie von 2010 bis 2014 der Fall.

Keine Goldkäufe wurden auch für 2017, 2020 und 2021 gemeldet. In diesem Jahrtausend haben die Chinesen eine Vervielfachung der Goldbestände auf 2.264 Tonnen veröffentlicht, allerdings wird vermutet, dass die tatsächlichen Bestände deutlich höher ausfallen, schließlich hat das Land laut World Gold Council allein von 2010 bis 2022 mehr als 5.200 Tonnen Gold gefördert.

Ausblick für die laufende Woche

Obwohl sich der Goldpreis am vergangenen Freitag massiv verbilligt und damit sein im Vormonat erzieltes Allzeithoch in der Spitze um mehr als 150 Dollar unterschritten hat, müssen sich Goldbesitzer auf lange Sicht keine großen Sorgen machen.

Unter fundamentalen Gesichtspunkten hinterlässt der Krisen-, Vermögens- und Inflationsschutz weiterhin einen ausgesprochen guten Eindruck. Ein Verkauf macht lediglich im Falle von Geldnot oder bei Liquiditätsbedarf Sinn, falls Fiat-Währungen oder andere verkaufenswerte Anlageklassen nicht vorhanden sein sollten.

In den kommenden Tagen sorgt u.a. die Charttechnik für erhöhte Spannung, schließlich befindet sich unterhalb der Marke von 2.300 Dollar eine wichtige Unterstützung.

Bleibt sie unverletzt, könnten „Schnäppchenkäufe“ einsetzen.

Am Mittwoch dürfte dann zum einen die Bekanntgabe aktueller Inflationszahlen für erhöhte Spannung sorgen. Zum anderen steht am Mittwochabend aber auch die Zinsentscheidung der Fed auf der Agenda. In diesem Zusammenhang dürften sich die Investoren vor allem für die Langfrist-Prognosen der Fed und die anschließende Pressekonferenz besonders stark interessieren.

Autor: Jörg Bernhard
Freier Wirtschaftsjournalist
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