Stand: 03.05.2017 von © Gold.de Redaktion AB 1 Kommentare

Die größten? Nein, die pure Anzahl an entwendeten Kilogramm oder gar Tonnen ist nicht das alleinige Kriterium unserer Top 10 der Golddiebstähle. Denn was "groß" ist, liegt im Auge des Betrachters. Und da sind manchmal auch kleine Ereignisse groß.

Wir sind also in die Weiten des www abgetaucht, haben die Tiefen des medialen Blätterwaldes durchforstet und dabei jede Menge clevere, dumme, freche, kuriose, kleine, und, ja, auch große Golddiebstähle gefunden, die wir hier gern präsentieren. Denn eines haben sie gemeinsam: Spektakulär sind sie alle.


Die größten Golddiebstähle

Von Robin Hood bis Ocean Eleven:
Gangster, Piraten, Gold, Moneten

Doch bevor wir hier den Sieger küren, ein kleiner Exkurs. Was wäre die Literatur-, Musik- oder Filmgeschichte ohne spektakuläre Räubereien? Keine Frage: Das Thema Diebstahl findet großen Widerhall in Kunst und Kultur. Vor allem, wenn Gold gestohlen wird. Schließlich gilt es als Inbegriff von Wert schlechthin. Die spannendsten Werke sind immer die, wo wir uns mit dem Räuber identifizieren. Im angloamerikanischen Sprachraum gibt es dafür sogar einen expliziten Begriff: "Heist Movie". Also Gaunerkomödien, wo die Diebe auch Sympathieträger sind.   

Warum funktioniert das? Eigentum eignet sich vorzüglich als Projektionsfläche für jedwede Form von Sozialromantik. Wenn eine Gesellschaft als ungerecht empfunden wird, dann ist der Schritt nicht weit, Sympathien für diejenigen zu entwickeln, die von denen nehmen, die (zu) viel haben. Der klassische Bankraub ist hierfür das Paradebeispiel.
Die Realität freilich sieht anders aus. Meist verläuft ein Goldraub nämlich brutal und mit bösen Folgen für die Betroffenen. 

Nichtsdestotrotz: Eine gewisse Faszination hat wohl jeder schon mal verspürt, wenn über einen spektakulären Raub berichtet wurde und keine Personen zu Schaden gekommen sind.

Die Top 10 der Golddiebstähle

Hier also unser Ranking. Beginnend mit Platz 10 arbeiten wir uns hoch bis zum größten Golddiebstahl aller Zeiten.

Platz 10: Wo gehobelt wird, da fallen Goldbarren

Herbst 2013: Beim Umbau der Filiale eines bekannten Bankhauses in Düsseldorf fehlen auf einmal jede Menge Goldbarren. Banküberfall? Oder doch eher Baustellenüberfall?
Unser Ranking: Ja, so eine Baustelle kann schon unübersichtlich sein. Der Dreck, der Lärm, die Arbeiter. Wenn dann auf einmal Gold aus dem Tresorraum fehlt, will es keiner gewesen sein. Und das auch noch auf der Kö. Bis heute fehlt jede Spur.
Der Wert des abhanden gekommenen Goldes war allerdings überschaubar. Wir vergeben Platz 10.

Platz 9: Das Kreuz mit dem Kreuz

Borghorst ist ein kleines Städtchen im Münsterland. Die Gegend ist platt, die Kirchen sind katholisch. Eines Tages im Oktober 2013 fehlt das Stiftskreuz aus der Nikomedeskirche. Erwähnenswert deshalb, weil dieses vergoldete Kreuz als eine der bedeutendsten mittelalterlichen Goldschmiedearbeiten gilt. Versicherungssumme: Mehrere Millionen Euro.
Unser Ranking: Verdächtige wurden alsbald ermittelt. Das Kreuz freilich blieb bis auf weiteres verschwunden. Bis es nach ein paar Jahren über einen Mittelsmann wieder zurückgegeben wurde. Kurios daran ist, dass der reine Goldwert des Kreuzes kaum der Rede wert ist. Da hatte wohl jemand falsche Informationen. Oder Gewissensbisse. Oder auf Haftminderung gehofft. Wir sehen dafür Platz 9.

Platz 8: Abholgold auf Bestellung

Im Herbst 2016 wird ein Goldhändler in Berlin brutal überfallen. Die Beute: Goldbarren im (damaligen) Wert von über 1 Millionen Euro. Frech: Die Täter hatten vorher per Telefon die Goldbarren bestellt.
Unser Ranking: Ja, man hat’s schon schwer als Goldräuber. Wachen, Tresore, Logistik - das will alles geplant sein. Doch was ist mit dem Risiko, ob das Objekt der Begierde überhaupt vorhanden ist? Richtig, am besten vorher anrufen und bestellen. Dumm nur, dass Handys Spuren hinterlassen. Verdächtige wurden daher schnell ermittelt. Platz 8 für diesen dusseligen Golddiebstahl.

Platz 7: Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Hongkong, 2014: Ein chinesischer Edelmetallhändler erwartet sehnsüchtig eine Lieferung aus Afrika. Eine Tonne Gold hatte er in Ghana bestellt. Doch als er die Kisten öffnet, findet er nur Schrott.
Unser Ranking: Schwerer Diebstahl im Sinne des Wortes! Wobei: Wolfram mit Gold überzogen ist schon ziemlich edler Schrott. Dennoch dumm gelaufen. Für den Verlust von einer Tonne Gold vergeben wir Platz 7.

Platz 6: Gangster? Rapper? Gangsta Rapper!

Was ein echter Gangsta-Rapper ist, der muss was für seinen Ruf tun. Goldklunker kaufen kann schließlich jeder. Vielleicht hat auch Rapper "Xatar" so gedacht, als er 2009 zusammen mit ein paar Komplizen einen Werttransport um seinen goldenen Inhalt erleichterte. Lange Freude an den erbeuteten 1,7 Millionen hatten die Gangsta freilich nicht.
Unser Ranking: Verkleidet als Polizisten bei voller Fahrt auf der Autobahn einen Goldtransporter mit Blaulicht und "Bitte Folgen” stoppen: Nicht schlecht. Und auch wenn die Ganoven gefasst wurden, so dürfte es der Publicity des Rappers nicht geschadet haben. In bestimmten Kreisen jedenfalls. Dafür gibt’s Platz 6.

Platz 5: Nebenverdienst im Krematorium

Auf das Zahngold von Toten hatten es sechs Mitarbeiter des Nürnberger Krematoriums abgesehen. Zwischen 2004 und 2006 hatten sie sich nach Feuerbestattungen entsprechend bedient. Sie wurden erwischt.
Unser Ranking: Die Verurteilung erfolgte nicht wegen Diebstahl, sondern, unter anderem, wegen "Störung der Totenruhe". Leichen gelten nämlich als "herrenlose Sache". Diese juristische Spitzfindigkeit ist uns Platz 5 wert.

Platz 4: Gelegenheit macht Diebe

New York, Herbst 2016: Ein Werttransporter steht für einen Moment unbeaufsichtigt und mit offener Tür mitten in Manhattan herum. Im Laderaum: Ein Eimer voll Gold. Da konnte jemand nicht widerstehen.
Unser Ranking: Mit einem dicken Eimer voll Gold durch Manhattan zu spazieren: Ganz schön dreist. 39 kg: Ganz schön schwer. Sich dabei filmen zu lassen: Ganz schön dumm. Die Klickzahlen bei YouTube jedenfalls sind ganz schön beachtlich. Dafür gibt es Platz 4.

Platz 3: Der Goldesel

Wie bei allen Münzprägeanstalten, so besteht auch bei der Royal Canadian Mint das Geschäft darin, Münzen in Umlauf zu bringen. Gern auch, wenn sie aus purem Gold sind. Umso verwunderlicher der Schwund an Gold, der in den Jahren von 2008 - 2015 bemerkt wurde. Irgendwann flog die Sache auf. Ein Mitarbeiter hatte über all die Jahre hinweg Gold entwendet - in seinem Allerwertesten.
Unser Ranking: Wir wissen nicht, ob dem Mitarbeiter das Märchen vom Goldesel bekannt war, oder ob er sich womöglich davon inspirieren ließ. Jedenfalls finden wir einen A... voll Gold so kurios, dass es fast für einen Spitzenplatz gereicht hätte. Die erbeutete Menge war allerdings relativ überschaubar. Da gibt’s halt doch natürliche Grenzen. Deshalb nur Platz 3.

Platz 2: Filmreifer Coup

März 2017: Über Nacht verschwindet aus dem Berliner Bode-Museum die weltberühmte "Big Maple Leaf" - Goldmünze. Marktwert zu diesem Zeitpunkt: 3,7 Millionen Euro. Bis heute gibt es keine Spur.
Unser Ranking: 
Die Requisiten: Eine Leiter, eine Schubkarre
Die Szene: Ein Museum
Die Handlung: Nachts einsteigen und eine 100 kg Goldmünze klauen
Die Einschätzung: Slapstick pur!
Man kann sich das gar nicht plastisch genug vorstellen. Mal sehen, wann sich Hollywood dieser Story annimmt. Platz 2 für diesen außergewöhnlichen Goldraub.

Platz 1: Dreineinhalb Tonnen Gold per Zufall

London im November 1983: Ein halbes Dutzend schwer bewaffnete Räuber überfallen das Wachpersonal am Tresorraum vom Flughafen Heathrow. Eigentlich wollen sie nur das Bargeld abräumen, welches sie dort vermuten. Doch im Vorraum des Tresors liegen noch ein paar Tonnen Gold herum. Klar, sowas nimmt man auch noch eben mit.
Unser Ranking: Eher zufällig dreieinhalb Tonnen Gold zu erbeuten finden wir extrem kurios. Und extrem lohnend. Volle Punktzahl. Für uns der größte Goldraub aller Zeiten!

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Kommentare [1]
  • von Mitleser | 07.05.2017, 08:05 Antworten

    Der größte Golddiebstahl? Nee, Platz 2 gehört auf Platz 1!
    Meine Meinung….

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