Stand: 30.10.20193 Kommentare

Manche Goldanleger stellen sich besorgt die Frage: Kommt ein Goldverbot? Wenn ja - wann? Und was kann ich dagegen tun? Alle Antworten hier.

Lesen Sie hier:

    Goldverbot - Kommt es? Was kann ich tun?
Das Wichtigste in Kürze
  • Goldverbot umgangssprachlich für: Zugriff des Staats auf Goldbesitz
  • Übertriebene Sorge unberechtigt, da unpopulär und schwer durchführbar
  • Bisher betraf es nur Anlagegold. Schmuck war also ausgenommen
  • Unter allen Anlageklassen bietet Gold den besten Schutz vor staatlichem Zugriff
  • Wer dennoch vorbeugen will: Gold anonym kaufen und dann verstecken

Was ist ein Goldverbot?

Als Goldverbot wird umgangssprachlich ein Vorgang bezeichnet, wo Goldbesitz entweder reguliert wird, oder der Staat in irgendeiner Form hierauf Zwangsabgaben erhebt. Die Geschichte zeigt, dass Goldverbote vor allem in Zeiten prekärer Staatsfinanzen verhängt wurden als "Ultima Ratio", also als letzter Ausweg. Und sie kamen in einer Epoche zum Einsatz, wo über den Goldstandard der Wert von Papiergeld noch an Gold gekoppelt war.

Inwieweit der Besitz von Gold allgemein den Verfechtern des Papiergeldes ein Dorn im Auge ist, darüber kann nur spekuliert werden. Denn wer Gold besitzt, ist immun gegen Negativzins-Politik und Geldentwertung.

Was passiert bei einem Goldverbot?

Es gibt nicht DAS Goldverbot. Goldverbote können in unterschiedlicher Form auftreten, mit unterschiedlichen Folgen. Maßnahmen können sich beziehen auf den Goldhandel oder den Goldbesitz. Sie können reichen von punktuellen Restriktionen, etwa in Form von Handelsbeschränkungen oder Mengenbegrenzungen, bis hin zu umfassenden Besitzverboten, wo Gold an den Staat verkauft werden muss zu einem festgesetzten Preis. Auch die Sanktionen können unterschiedlich sein, von einfachen Geldstrafen bis hin zu Haftstrafen.

Goldverbot USA

Goldverbote in der Geschichte

Goldverbote gab es öfters in der Geschichte, quer durch alle Länder und Epochen.

Das geschichtlich wohl bekannteste Goldverbot erfolgte in den USA am 1. Mai 1933. Per Verordnung musste innerhalb von 14 Tagen alles private Gold an staatliche Annahmestellen verkauft werden zu einem fixen Goldpreis von 20,67 Dollar je Unze. Ausgenommen war nur Goldschmuck, sowie Gold bis zu einer Freigrenze von 100 Dollar. Pikant: Neun Monate später, also am 31. Januar 1934, setzte die US-Regierung einen neuen Goldpreis fest mit 35 Dollar je Feinunze.

Um das US-Goldverbot richtig einzuordnen, sollte dieser Wert aber auf heutige Tage übertragen werden. Und da relativiert sich das Ausmaß der Maßnahme doch deutlich. Denn 100 Dollar entsprachen zum Zeitpunkt des Inkrafttretens fast 5 Unzen Gold. Oder anschaulich: Das sind immerhin 5 Krügerrand Goldmünzen.

In Deutschland bekannt sind die Goldverbote aus dem Jahre 1923 sowie aus der Zeit des Nationalsozialismus.

Foto: Goldverbot USA - Verfügung des US-Präsidenten aus dem Jahre 1933.
Auch bekannt als "Executive Order 6102"

Kommt ein Goldverbot?

Bevor man diese Frage stellt, sollte man sich vergegenwärtigen, dass grundsätzlich jede Anlageform Ziel staatlicher Zwangsmaßnahmen sein kann. Jeder Staat wird erst die Erfolgsaussichten alternativer Maßnahmen prüfen, bevor er ein Goldverbot erlässt. Denn Goldverbote sind unpopulär, schwer durchsetzbar, und relativ uneffektiv. Zudem ist Gold das kleinste Asset unter allen Vermögensklassen. Aktuell gibt es wenig Grund zur Sorge.

Anstatt also über die Frage Wann kommt ein Goldverbot zu spekulieren, ist es sinnvoller, mögliche Faktoren zu identifizieren, aus denen sich Wahrscheinlichkeiten für ein kommendes Goldverbot ableiten lassen. Solche Faktoren wären etwa:

  • Wie prekär ist die Lage des Staates, damit er zu dieser unpopulären Maßnahme greift?
  • Wie steht es um die praktische Durchsetzbarkeit?
  • Wie schlecht oder gut sind die Erfolgsaussichten alternativer Zwangsmaßnahmen?
  • Wie groß ist die Aussicht, dass ein Goldverbot ein bestehendes Problem auch tatsächlich löst?
  • Wie verbreitet ist der (offiziell bekannte) Gold-Gesamtbesitz in der Bevölkerung?

Es ist also wichtig zu verstehen, dass ein Goldverbot nur eine unter vielen Zwangsmaßnahmen darstellt, die ein Staat ergreifen kann, um in schwierigen Zeiten die Vermögenswerte der Bürger in die Pflicht zu nehmen. 

Andere Maßnahmen wären etwa Sondersteuern, allgemeine Zwangsabgaben und Steuererhöhungen, Einziehung von Auslandsvermögen, Devisenbeschränkungen, oder auch Zwangshypotheken für Immobilien. Alles Beispiele, die es so in der Geschichte auch schon gab. Zwangshypotheken für Immobilien etwa wurden in Deutschland nach dem Ende des 2. Weltkriegs im Rahmen des Lastenausgleichsgesetz erhoben.

Was kann ich tun?

Grundsätzlich gilt: Sollte der Staat Zwangsmaßnahmen auf Vermögenswerte durchsetzen, so ist Gold die Anlageklasse, welche mit Abstand am besten geeignet ist, um sich dem Zugriff zu entziehen.
Man kann Gold anonym kaufen, und man kann es es gut verstecken. Mit Immobilien oder anderen Anlageklassen bei Banken und Depots ist das nicht möglich. Im Übrigen zeigt die Geschichte, dass Goldverbote vor allem für Anlagegold galten. Besitzer von Goldschmuck waren von Goldverboten in der Regel nicht betroffen. Auch bei Sammlermünzen ist ein Goldverbot sehr unwahrscheinlich.

Wie kann man ein Goldverbot umgehen?

Wer ernsthaft ein Goldverbot befürchtet und ganz auf Nummer sicher gehen will, der sollte bereits beim Kauf von Anlagegold darauf achten, keine Spuren zu hinterlassen, und nach dem Kauf das Gold verstecken.

Anonymer Goldkauf gegen Barzahlung ist legal möglich bis 9999.- EUR. Wer dann an eine anschließende Lagerung in einem Bankschließfach denkt, sollte wissen: Schließfächer können per Zwangsmaßnahme geöffnet werden. Besser ist es also, das Gold zu verstecken.

Bei größeren Barren gibt es bekanntlich eine Seriennummer. Wer solche Barren kauft, muss sich aber keine Gedanken machen, ob man über diese Seriennummer identifizierbar ist. Es gibt weder einen Vermerk über die Seriennummer auf der Rechnung, noch muss man sonst einen Datenabgleich befürchten von Seriennummer und persönlichen Daten. Seriennummern werden von Herstellern nur zu internen Zwecken eingeprägt.

Soll derart verstecktes Gold später zu Geld gemacht werden, so ist auch das grundsätzlich möglich. Zwar verlangen Händler beim Ankauf einen Identitätsnachweis, umgekehrt gilt aber auch: Gold kann man über den Preis immer und überall an jeden verkaufen. Ansonsten ist etwas Cleverness gefragt. Gold ist klein und mobil mit einer hohen Wertdichte, und auf der ganzen Welt als Zahlungsmittel akzeptiert.

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Kommentare [3]
  • von Urmel | 07.11.2019, 15:22 Antworten

    sehr gut verständlich geschrieben.
    habe mein gold in das Fundament meines Gartenhaus eingegossen.
    Auser mein Enkel weis niemand davon.
    gruß super Urmel aus dem Ei

  • von Gyntiarios | 02.11.2019, 18:29 Antworten

    Goldverbot! Das absolute Verbrechen von Machthabern! Revolution wie in Frankreich 1789 unvermeidlich und zwingend notwendig!!!

    • von Pit | 04.11.2019, 12:50 Antworten

      So ist es!!!!! Es ist schon 5 vor 12

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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"