Stand: 04.04.2017  1 Kommentare

Sie haben ein hübsches Schmuckstück, eine Kette oder einen Goldring gefunden? Glückwunsch! Wir zeigen, wie Sie Ihren Goldfund zu Geld machen können. Und wir sagen auch, was Sie auf keinen Fall dürfen.

Schlüssel oder Geldbeutel gelten als Klassiker unter den Fundgegenständen, die tagtäglich in Straßenbahnen, Umkleidekabinen oder Regengullis gefunden werden. Uns hat interessiert, wie oft Goldschmuck verloren geht. So waren nach unseren eigenen Recherchen allein im BVG Fundbüro Berlin im März 2017 insgesamt 33 Schmuckstücke registriert zur Abholung*. Wenn man diese Zahl bundesweit hochrechnet, dann stehen die Chancen also gar nicht schlecht, glücklicher Finder einer Brosche, einer Armbanduhr oder eines goldenen Ohrringes zu werden.

Alles über Wertermittlung, Finderlohn - und wann Sie sogar verkaufen dürfen

Was sagt die Rechtssprechung?

Abgeben ist Pflicht! Das ist gesetzlich geregelt im BGB §§ 965 ff.. Wer dies unterlässt, der verstößt gegen geltendes Recht. Über die Folgen sollte man sich im Klaren sein. Das kann bis zum Vorwurf der Unterschlagung oder Hehlerei reichen.

Wo muss ich abgeben?

Abgegeben wird der Fund beim Eigentümer. Ist dieser unbekannt, dann muss das Fundstück bei Empfangsberechtigten “angezeigt” werden. So heißt die Abgabe eines Fundes im Juristendeutsch. Empfangsberechtigt sind Fundbüros oder die Polizei; bei öffentlichen Gebäuden auch der Betreiber oder der Hausmeister. Hier landen dann auch die Gesuche.

Wann ist “Behalten” erlaubt?

Nur Beträge unter zehn Euro müssen nicht angezeigt werden.

Wie hoch ist der Finderlohn?

Meldet sich der Eigentümer, dann hat der Finder Anspruch auf Finderlohn. Entgegen der weit verbreiteten Ansicht stellt die Auszahlung des Finderlohnes also keine Nettigkeitsgeste dar. Bei Werten bis 500 Euro beträgt der Finderlohn 5 %; ist der Wert des gefundenen Gegenstandes höher, dann sind es 3 %. Bei Behörden oder öffentlichen Verkehrsmitteln besteht erst ab einem Wert von 50 Euro Anspruch auf Finderlohn. Und der Finderlohn ist in diesem Falle auch nur halb so hoch.

Tipp: Achten Sie darauf, nach der Abgabe auch etwas Schriftliches als Bestätigung zu bekommen. Ihre Adresse sollten Sie ebenfalls hinterlassen. Zudem kann es nicht schaden, von Zeit zu Zeit beim Fundbüro nachzufragen, ob der Fund bereits abgeholt wurde.

Wann darf die Kette endgültig behalten werden?

Wenn Sie den Fund ordnungsgemäß angezeigt haben und sich nach einer Frist von sechs Monaten niemand gemeldet hat, dann dürfen Sie sich über den kleinen Schatz freuen.

Was tun, wenn ich rechtmäßiger neuer Eigentümer bin?

Die Frage mag zunächst überflüssig klingen. Doch wenn Sie Schmuck, wie etwa einen Armreif, einen Ehering oder eine Goldkette gefunden haben, dann ist es durchaus sinnvoll, sich Gedanken über einen Verkauf zu machen. Denn in den seltensten Fällen treffen gefundene Schmuckgegenstände den Geschmack des Finders. Und das Fundstück kann auch bedenkenlos verkauft werden.

Goldkette verkaufen: So geht´s

Die erste Frage ist natürlich: Was ist meine Goldkette wert? Um zu erfahren, was beim Verkauf ungefähr erwartet werden darf, brauchen Sie nur eine gute Küchenwaage oder eine Briefwaage. Damit ermitteln Sie das Gewicht. Die Spezialwaagen von Juwelieren und Goldhändlern messen zwar genauer, aber für den Hausgebrauch reicht es. Und die Gewichtsangabe in Gramm dürfte sowieso für die meisten geläufiger sein als eine Angabe in Unzen.

Dann muss noch die Feinheit des verwendeten Goldes abgelesen werden. Die Feinheit wird in Tausendteilen angegeben und findet sich als Hinweis in Form einer kleinen Prägung, genannt Stempel oder Punzierung. Ein typischer Wert wäre etwa “585”. Bei einer Halskette aus 585er Gold besteht also etwas mehr als die Hälfte des Gewichtes aus Gold. Um genau zu sein: 585 von 1000 Gewichtsanteilen. Hier finden Sie weitere Informationen zu Punzen, Feinheiten und Goldlegierungen.

Haben Sie Gewicht und Feinheit, dann müssen diese Werte nur noch in unserem Goldpreisrechner eingetragen werden. Dieser zeigt dann den tagesaktuellen Goldpreis an. Jetzt sind Sie gut gerüstet und können in aller Ruhe hier online vergleichen, welcher Händler den besten Goldpreis für Altgold zahlt. Mit diesem wickeln Sie dann Ihr Geschäft ab.

Wie verläuft der Verkauf?

Haben Sie einen Händler mit einem für Sie attraktiven Angebot gefunden, dann treten Sie mit diesem in Kontakt. Sie schicken ihm das Schmuckstück zu, zusammen mit dem Begleitschreiben. Der Händler wird dann prüfen, ob die Goldkette echt oder unecht ist, und dann ein Angebot unterbreiten mit dem exakten Preis. Eine Reinigung der Goldkette ist nicht nötig.

Goldkette gefunden? Wertermittlung, Finderlohn und Rechtslage
Goldkette gefunden: Das sind die Schritte bis zum Verkauf

Ist es nicht besser, beim Juwelier im Ladengeschäft zu verkaufen?

Der Gang zum Juwelier ist eigentlich nur nötig, um auszuschließen, dass es sich nicht doch um Preziosen von besonders hohem Schmuckwert handelt. Denn in solchen Fällen ist mehr drin als nur der reine Anteil an Gold.

In vielen Fällen machen aber Juweliere nur das, was jeder Gold- oder Edelmetall-Ankäufer macht: Den Goldanteil der Kette ermitteln, Tageskurs ausbezahlen, Gold einschmelzen oder zu einer Scheideanstalt schicken. Allerdings: Eine Vergleichsmöglichkeit mit aktuellen Händler-Tageskursen bekommen Sie nicht im Ladengeschäft.


* Quelle: //fundsuche02.kivbf.de/MyApp.asp?wci=Suche1

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Kommentare [1]
  • von Rudi Richtig | 07.04.2017, 07:18 Antworten

    Der Finderlohn ist nicht 3 %! Sondern die 5% bis 500 und das darüber wird mit 3 % berechnet. Wenn sie schon so was schreiben dann bitte Richtig
    Ist auch in § 971 Absatz 1 BGB geregelt!

    [ Anmerkung der Redaktion: Steht bereits so im Text! ]

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