Stand: 14.07.2017 von Markus Miller 12 Kommentare

Nach wie vor sind viele Marktteilnehmer der Ansicht, dass die kryptographischen Währungen die auf der Blockchain- Technologie basieren nur etwas für Internet-Freaks oder rein für technisch affine Anwender geeignet sind. Das ist aus meiner Sicht ein großer Trugschluss. Neben führenden Unternehmen wie Apple oder Amazon erforschen längst auch die großen Notenbanken die Einführung digitaler Währungen.

Mehr als 90 Notenbanken erforschen die Blockchain-Technologie

Hinter einer Blockchain, was mit „Blockketten-Technik" übersetzt werden kann, steht einfach ausgedrückt ein Register, in dem alle Transaktionen verzeichnet werden. Vergleichbar mit einem digitalen Order- oder Kassenbuch.

Dieses Register wird von einer Vielzahl von Rechnern dezentral verwaltet. Das macht die Technik fälschungssicher. Im übertragenen Sinne zu herkömmlichen Währungen ersetzt die unabhängige Blockchain somit die Bank. Die bekannteste Kryptowährung auf Blockchain-Basis ist der Bitcoin.

Nach Angaben des World Economic Forums (WEF) beschäftigen sich mittlerweile mehr als 90 Notenbanken mit Forschungsprojekten zu Digitalen Währungen, basierend auf einer Blockchain.

Die Europäische Zentralbank hat Ende letzten Jahres bekannt gegeben, dass sie gemeinsam mit der Bank of Japan (BoJ) die Blockchain-Forschung betreiben will.

Die Französische Notenbank Banque de France hat im Juli letzten Jahres mit der intensiven Blockchain-Forschung begonnen.

Die Deutsche Bundesbank erforscht die Einsatzmöglichkeiten digitaler Münzen

Auch die Deutsche Bundesbank erforscht bereits seit mehreren Jahren die Einsatzmöglichkeiten der Einführung digitaler Münzen. Als Zahlungsverkehrsinstrument, beispielsweise für Wertpapiertransaktionen.

Auch hier wird die Blockchain-Technologie genutzt. Dazu gibt es sogar ein Pilotprojekt, das gemeinsam mit der Deutschen Börse ins Leben gerufen wurde. Das Ziel ist es, eine „Digital Coin“ zu implementieren, die den Wertpapierhandel schneller, günstiger und gleichzeitig sicherer macht.

Norwegen und Schweden sind auf dem Weg zur digitalen E- Krone

Die älteste Notenbank der Welt ist nicht etwa die berühmt-berüchtigte Federal Reserve (FED) aus den USA, sondern die Sveriges Riksbank

Auch auf Deutschland werden diese Entwicklungen der totalen Digitalisierung des Geldes in der nahen Zukunft zukommen. Die Skandinavischen Länder Finnland, Dänemark, Schweden und Norwegen könnten aus meiner Sicht die ersten Länder sein, die Bargeld - mittel bis langfristig - komplett abschaffen.

Dafür sprechen auch aktuelle Entwicklungen bei der Norge Bank. Das ist die Notenbank in Norwegen. Jon Nicolaisen, der stellvertretende Vorsitzende der Norge Bank bestätigte aktuell intensive Forschungen zur Einführung einer digitalen „E-Krone“. Genau wie Bargeld können derartige Instrumente übrigens sehr wohl auch anonym sein.

Nicolaisen sagte wörtlich: „Private digitale Währungen, die dem Nutzer ein gewisses Maß an Anonymität bieten, gibt es bereits. Diese Währungen können sogar im Falle eines Zusammenbruchs des Bankensystems weitergenutzt werden. Was benötigt wird ist lediglich eine intakte Internetverbindung.“

In Bezug auf die Aussagen von Jon Nicolaisen möchte ich noch ergänzen, dass eine intakte Internetverbindung nicht einmal zwingend erforderlich ist. Ich habe selbst schon einmal mit Bitcoin in der totalen Provinz Kanadas, fern jeglicher Zivilisation bezahlt, ohne jegliche Internetverbindung.

Edelmetalle versus Cryptocoins: Der Limitierungsvergleich!

Ich weiß, dass viele unter Ihnen den Kryptowährungen sehr kritisch gegenüberstehen. kryptographische Währungen und Zahlungstechnologien gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Weil Cryptocoins keinen realen Wert haben, wie beispielsweise die Edelmetalle Gold oder Silber. Es gibt allerdings sehr wohl Gemeinsamkeiten zwischen Gold, Silber und den Cryptocoins.

Ebenso schließen sich Edelmetalle und kryptographische Verschlüsselungen nicht aus, da es längst ein alternatives Geldsystem gibt, dass beide Welten miteinander vereint. Dieses goldgedeckte Geldsystem habe ich meinen Lesern von Kapitalschutz vertraulich bereits vor Jahren erstmalig vorgestellt.

Nachfolgend werfe ich einen kurzen Blick auf die Gemeinsamkeit zwischen einer weiteren, attraktiven Kryptowährung und Edelmetallen in Bezug auf die natürliche bzw. mathematische Limitierung.

Der Litecoin gehört zu den Top 10 der Kryptowährungen

Der Litecoin ist eine Kryptowährung, die viele Vorteile des Bitcoin übernommen hat. Technisch ist das Litecoin-System beinahe identisch umgesetzt wie das Bitcoin-Konzept. Analog zum Bitcoin kann jeder Litecoin beispielsweise ebenfalls in 100.000.000 Untereinheiten aufgeteilt werden.

Nach Marktvolumen ist der Litcoin derzeit die Nr. 4 unter den Cryptocoins. Hinter Bitcoin, Ethereum und Ripple. Litecoin ist ein weltweites, komplett dezentralisiertes Zahlungsnetzwerk, dessen Quellcode jedem Entwickler offensteht, ohne zentrale Behörden.

Litecoin unterscheidet sich von Bitcoin allerdings unter anderem durch eine höhere Flexibilität wie beispielsweise schnellere Transaktionsbestätigungen und eine verbesserte Speichereffizienz.

Wenn der Bitcoin digitales Gold ist, sind Litecoins digitales Silber

Edelmetalle sind ein natürlich begrenzter Rohstoff. Sie können nicht durch Menschenhand künstlich geschaffen werden. Auf unserer Welt gibt es in der der Erdkruste rund 20 Mal mehr Silber als Gold. Ähnlich ist es auch bei den Cryptocoins. Nicht auf Basis natürlicher Ressourcen, sondern auf Grundlage mathematischer Algorithmen.

Die vorprogrammierte Limitierung ist bei Litecoin viermal so hoch wie bei Bitcoin.

Nämlich 84 Millionen Litecoins gegenüber lediglich 21 Millionen Bitcoins. Mit umfangreicher Unterstützung in Handel und Gewerbe sowie einem erheblichen Handelsvolumen und Liquidität ist Litecoin mittlerweile eine bewährte Ergänzung zum Bitcoin. Im übertragenen Sinne könnte man festhalten: Wenn der Bitcoin digitales Gold ist, sind Litecoins digitales Silber.

Bitcoinpreis 1 Jahres Chart

Unser Geldsystem der Zukunft wird auf kryptographischen Schlüsseln basieren

Ich bin davon Überzeugt, dass unser Geldsystem der Zukunft auf der technologischen Basis kryptographischer Währungen und der Blockchain-Technologie basieren wird. Der Bitcoin (BTC) ist dabei heute der uneingeschränkte Marktführer und auch mein Basis-Investment.

Der Blick auf weitere Kryptowährungen macht dennoch Sinn, weil es gerade auch in diesem hochinnovativen Segment nicht sicher ist, dass der First Mover sich monopolartig durchsetzt.

Leider gibt es aber auch immer mehr Pseudo-Kryptowährungen, die reine Pyramidensysteme darstellen und die früher oder später allein durch ihre Ausgestaltung zum Scheitern verdammt sind. Hier heißt es: Finger weg! 


Markus Miller
Geschäftsführer
GEOPOLITICAL.BIZ S.L.U.
www.geopolitical.biz

Gold und Silber versus Bitcoin und Cryptocoins!
Markus Miller (GEOPOLITICAL BIZ S.L.U.) - Markus Miller ist Herausgeber von GEOPOLITICAL.BIZ. Das Unternehmen beschäftigt sich mit Wirtschaftsjournalismus, Kapitalschutz, "finanzieller Selbstverteidigung" und verfügt über eine umfangreiche Experten-Datenbank. Zum Netzwerk gehören Fachexperten, Medien und Spezialisten aus den Bereichen Geopolitik, Business, Wirtschaft, Finanzen, Kapital, Recht und Steuern.
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Kommentare [12]
  • von Christian G | 14.07.2017, 12:32 Antworten

    Cryptowährungen haben als Investment einen großen Nachteil... Jedes mal, wenn ich von so einer Währung höre und die jeweiligen Charts anschaue, sind diese kurz davor um 500 bis 1000 % gestiegen. Als ob Spekulanten darauf warten, dass durch Neueinsteiger der Kurs nochmal beflügelt wird. Die meisten hängen derzeit in einer Seitwärtsbewegung fest...

    Technische Gefahr: Scrammling und Jamming, kurz EWF. Cybercrime nicht zu vergessen.
    Die physische Gefahr bewerte ich aber mal nicht, da auch bei EM ein gewisses Maß an Besitzrisiko (Diebstahl) besteht.

  • von GD | 14.07.2017, 13:50 Antworten

    In den 90ziger Jahren waren Digital-Armbanduhren der absolute Trend, wer keine besaß, war ein ewig Gestriger. Und Heute? Wirklich wertvolle Uhren waren und bleiben analog?

    Ich möchte Geld anfassen können, alles Andere ist sehr fragil und im Krisenfall droht zudem auch noch Totalverlust.

  • von Graf von Henneberg | 14.07.2017, 16:08 Antworten

    Was für Zeug? Virtuelles Geld? Und alles mit englischen Begriffen. Es ist schon schlimm genug mit dem bedrucken Papier, an dessen Werthaltigkeit das Volk glauben soll. Es gibt nur 2 reale Werte auf dieser Welt: Edelmetalle und Boden (Acker und Wald). Mehr nicht.

    • von Christian G | 14.07.2017, 17:44 Antworten

      Maschinen (einfache, ohne komplizierte Elektronik) und Werkzeuge nicht zu vergessen. Generator und langlebiger Sprit macht das Leben auch angenehmer... Und man ist König, wenn man der einzige in der Gegend ist und alle zu einem kommen müssen

  • von Sascha S. | 14.07.2017, 16:42 Antworten

    Aber was bringt gebundenes Kapital in Form von Gold wenn dieses nicht mehr liquidierbar zu machen ist. Es gab bereits Zeiten in denen der Besitz und Handel mit Gold verboten war. Dies kann wieder kommen. Dezentrales Kapital in Form einer globalen Währung wie Bitcoin ist nicht durch einen einzelnen Staat oder eine Staatenunion zu unterbinden.

    • von Christian G | 14.07.2017, 17:40 Antworten

      Goldverbot: Silber kaufen (Ratio derzeit sehr gut)
      Liquidieren: In der Krise eine schlechte Idee. Lieber die dann "gültigen" Zahlungsmittel benutzen. Notfalls muss man eben arbeiten, um an diese zu kommen. Blöd für die, die vor der Krise von Kapitalerträgen lebten.
      Dezentrales Geld: Immer so gut und frei verfügbar wie YouTube und Google in China...

  • von Wolfgang M Brezina | 14.07.2017, 23:58 Antworten

    Soweit ich was dem Fernsehen weiß, kann man inÖsterreich schon BITCOINS kaufen und das wirft natürlich 1000 fragen auf!?!?
    Eine davon kann ich damit Geld in einer Art ICloud parken, ohne dass jemand prüfen kann,
    Wieviel Bitcoins ich habe?
    Kann ich Bitcoins zur Anonymen Geldanlage nutzen??
    Ja es gäbe Fragen über Fragen, aber zunächst nur diese ZWEI!!

    • von Markus Miller - www.geopolitical.biz | 15.07.2017, 00:56 Antworten

      @ Herr Brezina, ja das ist richtig. Seit dem 10. Juli können in Österreich in 1.800 Postfilialen Bitcoins erworben werden und drei weitere Cryptocoins (Dash, Ethereum und Litecoin). Zu Ihrer zweiten Frage: Auch die anonyme Verwahrung ist möglich, hier empfehle ich aber keine Cloud-Lösung, also eine Online-Wallet, sondern eine Offline-Wallet. Hierzu habe ich auf meinem Portal auch bereits einen Beitrag veröffentlicht zum Theme: Der Tresor für den Bitcoin: http://blog.geopolitical.biz/der-tresor-fuer-den-bitcoin/

  • von kendall | 15.07.2017, 02:03 Antworten

    Guter Artikel, danke dafür.
    Es wäre schön, wenn mehr Edelmetallfreunde sich unvoreingenommen mit Kryptowährungen auseinandersetzen würden :-)

  • von dodocool | 15.07.2017, 06:39 Antworten

    Find ich super mehr Inhalte zu Kryptowährungen auf Gold.de!
    Für mich gehört das mittlerweile recht gut zusammen. Toll wäre noch eine Ethereum Preis Seite wie die Bitcoin Seite, da ich die Darstellung besonders gelungen finde.

    Vielen Dank für den tollen Artikel und hoffentlich auf mehr Inhalte dieser Art.

  • von Volker | 24.07.2017, 12:58 Antworten

    Aus der DDR kommend habe ich die Erfahrung gemacht, wer da D-Mark besitzte, hatte Zugang zu all den Dienstleistungen und Gütern, die man für die offizielle Mark fast nicht bekommen hat. Und der Besitz von DM war den Bürgern der DDR verboten, es gab eine Umtauschpflicht in Forum-Schecks. Und das trotz der Staatssicherheit, weil die auch mit DM handelten. Die wollten ja auch die begehrten Waren. Und vor diesem Hintergrund finden es sehr viele, selbst hier, nicht wichtig, in EM zu investieren?

    • von Graf von Henneberg | 24.07.2017, 15:49 Antworten

      Ihr Parallelum zwischen den Forum-Schecks und dem virtuellem Geld ist durchaus zutreffend (man hat es aber selber erleben müssen). Deshalb ausschließlich Edelmetalle.

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