Gold: 2.212,18 € 0,02 %
Silber: 26,64 € -0,08 %
Stand: 11.01.2024
Wo liegen die Limits aktuell, wie war die Entwicklung? Die Regelungen in Deutschland und anderen europäischen Ländern im Überblick.
Das Wichtigste in Kürze
  • Bargeld-Obergrenze: Bis zu dieser Grenze darf bar bezahlt werden
  • Nicht zu verwechseln mit Barzahlung ohne Identitätsnachweis
  • Regelungen in Deutschland noch vergleichsweise liberal
  • In vielen anderen Ländern strengere Bestimmungen
Bargeld Obergrenzen

Was heißt eigentlich "Bargeld Obergrenze"?

Damit ist das Limit gemeint, bis zu dem Bargeldzahlungen allgemein erlaubt sind. In Deutschland sind die Regelungen noch vergleichsweise liberal. Ob Autokauf, hochwertige Unterhaltungselektronik oder das neue Ledersofa: Bezahlt wird oft und gern in bar. Viele andere Länder sind deutlich restriktiver.

Unterschied Bargeld Obergrenze - anonyme Barzahlung

Von der allgemeinen Obergrenze für Bargeldzahlungen zu unterscheiden ist die anonyme Barzahlung. Letztere meint jene Summe, bis zu der bar bezahlt werden kann ohne dass ein Verkäufer oder Händler verpflichtet ist, die Identität des Zahlenden festzustellen. In der Regel erfolgt dies über die Vorlage des Ausweises. Häufig liegt die Grenze für anonyme Barzahlung deutlich tiefer als bei der allgemeinen Bargeld Obergrenze.

Anonymes Tafelgeschäft bei Edelmetallen

Beim anonymen Kauf von Edelmetallen wie Gold oder Silber ist die Grenze oftmals noch enger gezogen. Wer für eine höhere Summe Edelmetalle gegen bar kaufen will, kann das natürlich tun, aber dann ist der Edelmetallhändler verpflichtet, die Identität des Käufers festzustellen. Mehr: Gold anonym kaufen - was erlaubt ist, was nicht

Bargeld Obergrenzen in Deutschland

  • Es gibt keine allgemeine Höchstgrenze für Bargeldzahlungen
  • Wer Beträge über 9.999.- Euro in bar bezahlen möchte muss sich aber ausweisen
  • Bei Gold oder Edelmetallen gilt Ausweispflicht bereits ab 1.999.- Euro
  • Immobilien dürfen nicht bar bezahlt werden

Man kann/darf also also in Deutschland mit Ausnahme von Immobilien alles bar bezahlen. Ab der genannten Obergrenzen muss man aber seine Identität nachweisen.

Bargeld Obergrenzen in Europa

Die folgende Liste beinhaltet nur eine sehr allgemeine Auflistung der wichtigsten Regelungen ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Im Detail gibt es praktisch immer Ausnahmen. Tipp: Im Zweifel helfen die Botschaft / das Konsulat des betreffenden Landes weiter!

Land Gesetzliche Obergrenze für Barzahlungen
Belgien Gesetzliche Obergrenze bei 3000 Euro. Diese Einschränkung gilt nicht für Zahlungen zwischen Verbrauchern. Dazu diverse Sonderregelungen
Bulgarien Gesetzliche Obergrenze bei 9.999 Bulgarischen Lew (ca. 5.100 Eur)
Dänemark Keine gesetzliche Obergrenze für Zahlungen zwischen Privatpersonen
Estland Keine Höchstgrenzen
Finnland Keine gesetzliche Obergrenze; aber auch keine Verpflichtung zur Annahme von Bargeld für Händler
Frankreich Bargeld Obergrenze 1.000 Euro für in Frankreich ansässige Steuerzahler, bei Steuerausländern, 15.000 Euro. Diverse Sonderregelungen
Griechenland Gesetzliche Obergrenze bei 500 Euro
Island Keine gesetzliche Obergrenze
Irland Keine gesetzliche Obergrenze
Italien Obergrenze für Barzahlungen 5.000 Euro
Kroatien Gesetzliche Obergrenze 10.000 Euro.
Lettland Gesetzliche Höchstgrenze für Barzahlung 7.200 EUR
Litauen 5000 EUR Höchstgrenze für Barzahlung
Luxemburg Keine Höchstgrenze für Barzahlung. Ab 10.000 EUR aber Identitätsnachweis
Malta 10.000 Höchstgrenze für Barzahlung, gilt aber nur für bestimmte Fälle
Niederlande Keine Höchstgrenze für Privatpersonen. Ab 10.000 EUR aber Identitätsnachweis. Bei "verdächtiger Zahlungen" bereits ab 2000 Euro Meldepflicht an die Behörden
Norwegen Keine Obergrenze bei Zahlungen zwischen Privatpersonen. Diverse Ausnahmen aber im gewerblichen Bereich
Österreich Keine Höchstgrenze für allgemeine Bargeldzahlungen. Für anonymen Goldkauf gilt die Obergrenze von 9.999.- EUR
Polen 15.000 PLN (ca. 3300 Euro) bei Zahlungen zwischen Gewerbetreibenden
Portugal Gesetzliche Obergrenze 3.000 Euro. Diverse Sonderregelungen
Rumänien Gesetzliche Obergrenze 50.000 Rumänischen Leu (RON) bei Zahlungen zwischen Verbrauchern. Diverse Sonderregelungen
Slowakei 15.000 EUR Obergrenze
Slowenien Unternehmen dürfen nur bis 5000 EUR bar annehmen
Spanien Zahlungen an Unternehmen: Bis max. 1000 EUR. Bei steuerrechtlichen Ausländern 10.000 EUR.
Schweden Keine gesetzliche Obergrenze. Händler können aber Annahme von Bargeld verweigern
Schweiz Keine gesetzliche Grenzen. Ab 100.000 CHF Barzahlung sind Händler aber verpflichtet, die Identität des Käufers festzustellen. Bei Edelmetallkauf ab 15.000 CHF
Tschechien Obergrenze 270.000 tschechischen Kronen pro Tag (ca. 10.509 Euro)
Ungarn Keine gesetzliche Obergrenze für Verbraucher. Sonderregelungen bei Gewerbetreibenden
Vereinigtes Königreich Keine gesetzliche Obergrenze
Zypern Keine Höchstgrenze für Barzahlungen

Stand: Ende 2023, Auflistung nach Ländern alphabetisch sortiert. (1) Angaben ohne Gewähr

Bargeld Mitnahme beim Grenzübertritt

Beim Übertritt über eine Grenze gibt es ebenfalls Regelungen für Bargeld. Verzollt werden muss Bargeld nicht. Ab 10.000 EUR sind Bargeldbeträge aber (auf Nachfrage) meldepflichtig. Beim Grenzübertritt ins EU-Ausland muss zudem ein spezielles Zoll-Formular ausgefüllt werden.

Relevant aus Sicht von Edelmetall-Anlegern ist dabei, dass Anlagegold beim Grenzübertritt wie Geld behandelt wird. Der bürokratische Begriff hierfür lautet: "Barmittel".

Silber und andere Edelmetalle gelten dagegen als "Gleichgestellte Zahlungsmittel" mit abweichenden Zollregelungen.

Mehr: Geld, Gold & Zoll: Was ist erlaubt beim Grenzübertritt, was nicht?

Limits und Kosten beim Bargeld abheben

Das Limit beim Bargeld abheben ist in Deutschland nicht einheitlich geregelt und hängt vom Kreditinstitut und vom Kartentyp (Visa Card, Girocard / EC-Karte etc.) ab.

Bei der Hausbank sowie den dazu gehörenden Bankautomaten ist Bargeldabhebung in der Regel kostenlos. Auch viele Supermärkte bieten inzwischen diesen Service kostenlos an. Wer bei fremden Banken oder im Ausland Bargeld abheben möchte, muss aber meist mit Kosten rechnen.

Warum gibt es überhaupt Obergrenzen?

Hintergrund ist der Kampf gegen organisierte Kriminalität, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Dies hat seinen Niederschlag gefunden in den EU-Richtlinien zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, salopp auch Geldwäschegesetz genannt ("GWG"). Jeder Mitglieds-Staat ist verpflichtet, diese Richtlinien auf nationaler Ebene in Gesetze und Regelungen umzusetzen. Auch Nicht-EU Staaten haben das Thema natürlich auf der Agenda. Die Möglichkeiten der Bargeldzahlung wurden so in den letzten Jahren sukzessive eingeschränkt.

Die offizielle Begründung steht aber in der Kritik. Sie wird von vielen als Eingriff in die persönliche Freiheit empfunden.

Mehr zu dieser Diskussion: Bargeldabschaffung - die Diskussion, die Hintergründe

Bargeld: Die Vorteile, die Nachteile

Vorteile

  • Es gehört einem
  • Banken haben keine Verfügungsgewalt darüber (Stichwort Negativzins)
  • Anonymität
  • unabhängig von technischen Voraussetzungen
  • Manchmal Skonto möglich bei sofortiger Barzahlung (Rabatt, Preisnachlass)
  • Man gerät nicht so leicht in die Verschuldungsfalle (Dispo)

Nachteile

  • Beliebt in der kriminellen Schattenwirtschaft
  • Höheres Diebstahl-/Überfallrisiko
  • Viel Kleingeld im Geldbeutel ist unpraktisch
  • Viele Menschen empfinden Bargeld als unhygienischer
  • Auch Bargeld muss besorgt werden (="Geld abheben" am Bankautomat etc.)

Was heißt überhaupt "Bargeld"?

Darunter versteht man Geld, das man anfassen kann und was als gesetzliches Zahlungsmittel definiert ist. Bargeld sind also Münzen und Scheine. Im Gegensatz hierzu steht das Giralgeld oder Buchgeld. Also Geld, was nur als virtuelle Buchung existiert, etwa auf Bankkonten.

Bargeld wird von den Zentralbanken geschaffen und über Geschäftsbanken in Umlauf gebracht. Für Deutschland und den EU-Raum ist das die Europäische Zentralbank (EZB). Sie hat das ausschließliche Recht, Euro-Banknoten auszugeben. Die Ausgabe von Euro-Münzen obliegt den Mitgliedstaaten.

Interessant in diesem Zusammenhang ist übrigens ein immanenter rechtlicher Widerspruch. "Gesetzliches Zahlungsmittel" bedeutet ja, dass jeder, der privat oder gewerblich eine Ware oder Dienstleistung verkauft, verpflichtet ist, Bargeld vom Käufer anzunehmen als Schuldbegleichung. Das Gesetz spricht hier auch von einem schuldbefreienden Annahmezwang. Bei Banknoten ist diese Annahmepflicht unbegrenzt. Bei Münzen auf maximal 50 Münzen begrenzt.

Beispielhaft den Finger in diese Wunde gelegt hat hier der bekannte Wirtschaftsjournalist Norbert Häring, der juristisch durchsetzen will, seine GEZ Gebühr in bar begleichen zu dürfen. Zu den möglichen rechtlichen Folgen spekuliert Häring in seinem Blog wie folgt:

"Es würde bedeuten, dass auch Finanzämter und andere Behörden die Annahme von Bargeld nicht länger verweigern dürfen. Über der Rechtmäßigkeit der in einigen Ländern der EU eingeführten Barzahlungsobergrenzen würde ein sehr großes Fragezeichen auftauchen."

Mehr zum aktuellen Stand hier: Norbert Härings Prozess

Quellen:

  • (1) Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland / Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e. V., www.evz.de
  • (2) Anzeigepflicht beim Grenzübertritt innerhalb EU-Staaten: www.zoll.de
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von WhiteWarrior | 02.08.2021, 18:57 Uhr Antworten

Bargeld ist Freiheit. Die Abschaffung des 500 Euro Scheines war ein Sündenfall der etablierten Politik. Keiner sollte Parteien wählen die diesen Kurs fahren. Das schliesst leider auch die FDP mit ein.

Bargeld ist anonym, nicht zu verfolgen, kostenlos, funktioniert auch bei Stromausfall. Geht die Bank pleite, ist das Bargeld beim Investor zu Hause nicht betroffen. Jeder sollte bar zahlen wo immer es möglich ist.

Ich lehne Bargeldobergrenzen generell ab. Der Staat soll sich aus meinem Leben raushalten, ich regle meinen Krempel selbst.

1 Antwort an WhiteWarrior anzeigen
von Bangster | 21.10.2022, 02:18 Uhr Antworten

Bargeld ist Freiheit so wie dein Smartphone Diskretion ist und alle Daten nur dir gehören. Bargeld ist ein Zahlungsversprechen einer 3. Partei. obwohl das nicht mal mehr auf den EUR -Scheinen steht. Das Buchgeld gehört mit Einzahlung der Bank die selbige gibt nur ein Versprechen es mal bis 100.000 zurückzugeben. In den AGBs steht bei höherer Gewalt z.B: Krieg. Naturkatastrophen, oder Staatspleite wird nicht mehr gehaftet, wie denn auch. Währung in Gold, oder Silber tauschen, oder Dinge von bleibenden Wert, allerdings keine Immobilie, das Beste, wo der Staat sich ,als Eigentümer mit eintragen kann, auch die Bank wird bei steigenden Zinsen mehr Sicherheit in Form von Geld verlangen. Kommt das nicht wird Liquidiert und oft bleiben Schulden über. Das es kommt ist abgemacht nur wann ist die Frage. Bargeld kann bei jeder Einzahlung, um 30% abgewertet werden, oder auf dem Konto geht noch mehr Zwangsanleihen für die Finanzierung der enormen Schulden. Die zukünftigen Kriminellen sind dann eben noch klüger und finden auch ohne Scheine ihren Weg. Tafelgeschäfte sind auch fast sinnlos, wenn ich bei Verkauf meine Identität durch digitales Geld mit übertrage. Die Abschaffung des Bargeldes ist sicher, oder es wird durch Inflation zerstört. Harte Zeiten werden es werden, weil man kaum noch weiß, wie man es richtig macht. Auswandern wäre eine logische Folge und immer Gold dabei, oder auch Silber. Alles andere unterliegt den Zugriffsrechten des Staates. Eigentum haftet durch im Grundgesetz bezeichnete Sozialstaatsklausel und wenn jeder, weil es nicht mehr ausreicht, irgendwie, was vom Staat bekommt und damit auch gleich durchleuchtet wird sind es sehr schlechte Aussichten und viele Sparer werden alles verlieren, war schon immer so, irgendwo müssen ja die Staatsschulden zurückgeführt werden...

von holger | 12.10.2021, 17:00 Uhr Antworten

Kriminelle, die mit Bargeld schmutzige Geschäfte abgewickelt haben gab es immer und zu allen Zeiten, solange es Bargeld gibt. - Aber niemals in der Geschichte kam staatlicherseits jemals jemand auf die Idee deshalb das Geld ganz abzuschaffen - so eine Idiotie blieb wirklich ganz allein unserer Zeit vorbehalten. Gut, die technischen Mittel um das Bargeld zu ersetzen stehen zwar auch erst seit kurzem zur Verfügung aber trotzdem: Würde das Bargeld abgeschafft, dann würde es nicht lange dauern und wir würden wieder Geschichten von Cyberkriminalität, Identitätsdiebstahl usw. lesen, der Mißbrauch würde also nicht aufhören. Wenn man in Rechnung stellt, dass auch Politiker nicht ganz dumm sind, dann bleibt also nur ein Fazit: Der Mißbrauch des Bargelds durch Kriminelle findet zwar in gewissem Umfang zweifellos statt, ist aber trotzdem eher Vorwand, um die absolute Kontrolle und vor allem zukünftige Negativzinsen, spezielle Steuern u.a. durchzusetzen, was mit Bargeld unmöglich wäre.

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