Gold: 1.752,56 € -1,24 %
Silber: 21,49 € -1,47 %
Stand: 29.11.2022 von Jörg Bernhard
Gold kann wieder glänzen, nachdem es sich seit dem Ende September bei 1.622 Dollar markierten Jahrestief bislang um fast neun Prozent erholt hat. Deutlich höher fiel mit plus 31 Prozent der Rebound beim Goldminenindex NYSE Arca Gold BUGS (HUI) aus.
Goldkauf und Goldmineninvestment im Vergleich

Hohe Hebelwirkung gegenüber dem Goldpreis

Damit verzeichnete das indirekte Goldinvestment via Goldminen eine um den Faktor 3,4 stärkere Erholung als das gelbe Edelmetall.

Selbst bei DAX und Dow fiel das Plus deutlich geringer aus.

Der NYSE Arca Gold BUGS Index (Kürzel: HUI), bei dem BUGS für Basket of Unhedged Gold Stocks steht, korreliert besonders stark mit dem Goldpreis, da bei diesen Unternehmen ein steigender Goldpreis stets mit steigenden Umsätzen einhergeht.

Chance auf eine Aufnahme in den Index haben Gesellschaften, die ihre künftige Goldproduktion nicht im großen Stil auf Termin verkauft, also abgesichert (gehedged) haben. Aktuell besteht der Aktienindex aus 24 Mitgliedern, von denen das nachfolgend aufgeführte Trio über ein Gesamtgewicht von fast 39 Prozent kommt:

  • Newmont Mining Corp (14,7 Prozent)
  • Barrick Gold Corp (14,2 Prozent)
  • Franco-Nevada Corp (9,8 Prozent)

Trotz der jüngsten Outperformance kann man dem Goldminenindex unter langfristigen Aspekten erhebliches Nachholpotenzial attestieren.

Dies belegt vor allem das HUI/Gold-Ratio. Diese Kennzahl setzt nämlich den Goldminenindex in Relation zum Goldpreis. Ein niedriger (hoher) Wert lässt somit Goldminen preiswert (teuer) erscheinen.

Aktuell errechnet sich ein HUI/Gold-Ratio in Höhe von 0,13.

Zur Erinnerung: In den vergangenen 25 Jahren schwankte es zwischen 0,1 und 0,64. Damit dürfte eines klar sein: Unter historischen Gesichtspunkten kann man Goldminenwerte aus dem NYSE Arca Gold Bugs-Index – verglichen mit dem Goldpreis – gegenwärtig als extrem günstig einstufen.

Was bei Goldminen zu beachten ist

Da Goldminenaktien mit dem Goldpreis stark korrelieren, bietet sich ein Investment in den NYSE Arca Gold BUGS-Index vor allem für mutige Goldoptimisten an, da ein solches indirektes Goldmineninvestment dem Goldpreis in gehebelter Form folgt – nach oben, aber auch nach unten.

Angesichts des niedrigen HUI/Gold-Ratio eröffnet sich derzeit zwar die Chance auf eine Outperformance des Goldminensektors, weil damit aber zugleich ein höheres Verlustrisiko verbunden ist, sollten Goldminen in erster Linie als Beimischung bzw. interessante Bereicherung der Edelmetallkomponente eines Portfolios angesehen werden.

Dass der Kauf der Goldminenaktien als deutlich riskanter anzusehen ist, zeigen die in der nachfolgenden Tabelle aufgeführten Kennzahlen eindrucksvoll auf. Während zum Beispiel der Goldpreis in diesem Jahr relativ moderate Schwankungen in einer Bandbreite von 26,4 Prozent verzeichnet hat, kommt der NYSE Arca Gold BUGS-Index mit über 95 Prozent auf einen deutlich höheren Wert.

Außerdem übertrifft die historische 250-Tage-Volatilität (Kursschwankungsintensität) des Goldminenindex mit 47 Prozent die vergleichbare Risikokennzahl des Goldpreises (17,4 Prozent) um den Faktor 2,7.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ein diversifiziertes Goldmineninvestment erfordert ein deutlich robusteres Nervenkostüm als der „ganz normale Goldkauf“.

Goldpreis versus Goldminenindex

Goldpreis NYSE Arca Gold BUGS
aktuell (USD): 1.762,00 226,05
Performance 2022: -3,3 % -12,7 %
Jahrestief (USD): 1.622,12 172,86
Jahreshoch (USD): 2.049,85 338,04
Tradingrange 2022: 26,4 % 95,6 %
250-Tage-Volatilität: 17,4 % 47,0 %
Quellen: gold.de; tradingview.com, tradingeconomics.com; Stand: 28.11.22

Ausblick für die laufende Woche

Der charttechnische Ausbruch aus dem seit März gebildeten Abwärtstrendkanal hat die Stimmung an den Goldmärkten deutlich aufgehellt und ein klares Kaufsignal generiert. Sollte nun auch noch die im Bereich von 1.800 Dollar angesiedelte 200-Tage-Linie markant überwunden werden und die Durchschnittslinie nach oben drehen, wäre dies als klares Trendwechselsignal zu interpretieren.

Neue Impulse könnte die Krisenwährung am Mittwoch erfahren, wenn US-Notenbankchef Jerome Powell die gegenwärtige Marktlage bewerten wird.

Außerdem stehen die jährlichen Inflationsraten für Deutschland (Dienstag) und die Eurozone (Mittwoch) zur Bekanntgabe an. Laut von Trading Economics veröffentlichten Umfragen unter Analysten sollen sich diese von 10,4 auf 10,3 Prozent bzw. von 10,6 auf 10,4 Prozent reduziert haben.

Daneben wird mit Spannung die Datenflut vom US-Arbeitsmarkt erwartet.

Deren Höhepunkt bildet wie gewohnt der Monatsbericht des US-Arbeitsministeriums (Freitag). Laut Analystenprognosen soll die Arbeitslosenrate bei 3,7 Prozent verharren und die Zahl neu geschaffener Stellen von 261.000 auf 200.000 gesunken sein.

Grundsätzlich dürfte das Motto gelten: Je schwächer der Arbeitsmarkt, desto geringer die Zinssorgen, was sich letztendlich positiv auf den Goldpreis auswirken könnte.

Autor: Jörg Bernhard
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von DieWahrheit | 01.12.2022, 20:30 Antworten

Gold wird mit einer Ration von 116 zu eins in Aktien verkauft. Also Papiergold. Was bedeutet dies? 116 Goldaktien sind nötig um mit einer! ECHTEN Unze gedeckt zu sein. Jetzt stellen Sie sich einmal vor, alle wolten ihre Goldaktien in Gold ausbezahlt bekommen. Hier läuft ein radikaler Betrug!!!! Der auch noch legal ist. Holt euch euer echtes Gold und vergesst Papiergold. Danach können wir von Preisen von zu 5.000 € bis 6.000 € je Unze erhalten. Oder Sie lassen sich weiterhin betrügen.

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