Welches sind die größten Goldminen der Welt? Der Begriff "Größe" ist bei Goldminen mehrdeutig. Er kann zum Beispiel die räumliche Ausdehnung an der Oberfläche, die Tiefe, die Fördermenge oder die nachgewiesenen Reserven bezeichnen. Im Folgenden finden Sie das Ranking der fünf größten Goldminen nach der Menge des jährlich geförderten Goldes sowie die Spitzenreiter in den Kategorien Tiefe, Golddichte und Goldreserven.

Goldminen: Top 5 nach jährlich gefördertem Gold

Die genannten Fördermengen der Goldminen beziehen sich, sofern nicht anders vermerkt, auf das Jahr 2014. Änderungen sind jederzeit möglich. Der Abstand des usbekischen Spitzenreiters Muruntau zur Konkurrenz ist allerdings so groß, dass der Output mit hoher Wahrscheinlichkeit von keiner anderen Goldmine übertroffen werden kann.

Platz 1: Muruntau

Der Minenkomplex Muruntau befindet sich in der Kies- und Sandwüste Kysylkum in Usbekistan und erreicht eine Jahresförderleistung von etwa 81 Tonnen Gold. Betreiber der Muruntau-Mine ist das staatliche Navoi Mining & Metallurgy Combinat.

Die Goldförderung in Muruntau findet in einem offenen Tagebau von beachtlichen Ausmaßen statt. Die Mine ist ca. 3,35 km lang, 2,5 km breit und 560 m tief. Das Gold liegt in Muruntau größtenteils in konzentrierten Anreicherungen von Quarzgestein vor, die als Gänge oder umgangssprachlich auch als Adern bezeichnet werden.

Die Muruntau-Goldlagerstätte wurde 1958 entdeckt. Der Abbau des Goldes begann 1967 und findet bis heute ohne Unterbrechung statt. Die Muruntau Fördermengen sind ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Inzwischen wird in Muruntau mehr als doppelt so viel Gold gefördert wie im weltweit zweitgrößte Goldminenprojekt Grasberg in Indonesien.

Platz 2: Grasberg

Der Grasberg-Minenkomplex in der indonesischen Provinz Papua und fördert mit rund 35 Tonnen pro Jahr mehr Gold als jede andere Goldmine mit Ausnahme von Muruntau. Das Gold liegt in Grasberg überwiegend in Form einer goldhaltigen Kupferlagerstätte vor, die seit 1988 abgebaut wird. Kupfer ist der primär abgebaute Rohstoff in Grasberg, Gold ist quasi "nur" ein Nebenprodukt, allerdings das wichtigste Nebenprodukt der Förderung.

Das US-amerikanische Bergbauunternehmen Freeport McMoran Copper & Gold ist der größte Anteilseigner der Grasberg-Mine. Des Weiteren sind Rio Tinto (Großbritannien/Australien) sowie die Regierung von Indonesien an dem Projekt beteiligt. Der Abbau von Kupfer und Gold findet in Grasberg traditionell überwiegend im offenen Tagebau statt. Allerdings sind die oberflächennahen Erzvorkommen inzwischen annähernd erschöpft. Voraussichtlich ab 2017 wird der Abbau nur noch untertage in Bergwerken stattfinden.

Platz 3: Pueblo Viejo

Die Goldmine Pueblo Viejo befindet sich in der Dominikanischen Republik, etwa 100 km von der Hauptstadt Santo Domingo entfernt. Die Jahresförderleistung liegt mit 34 Tonnen nur knapp hinter der Grasberg-Mine.

Bei dem Projekt handelt es sich um einen offenen Tagebau, der 1975 den Betrieb aufnahm. Zu Beginn der 90er Jahre wurde die Förderung allerdings wegen der niedrigen Gold- und Silberpreise ausgesetzt und erst 2012 wiederaufgenommen. Betreiber ist die Pueblo Viejo Dominicana Corporation, ein Joint Venture der kanadischen Goldbergbauunternehmen Barrick Gold und Goldcorp.  

Platz 4: Yanacocha

Die Yanacocha-Mine befindet sich in Peru, etwa 800 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Lima in einer Höhezwischen 3.500 und 4.100 Metern. Yanacocha ist die größte produzierende Goldmine Südamerikas, in der allerdings Jahr für Jahr weniger Gold abgebaut wird. Von über 100 Tonnen im Jahr 2005 sank die Produktion bis 2014 auf rund 30 Tonnen. Der Abbau des Goldes findet im Tagebau statt. Betreiber der Mine sind die Bergbauunternehmen Newmont Mining (USA) und Minas Buenaventura (Peru)

Platz 5: Carlin Trend-Komplex

Der Carlin Trend-Minenkomplex in Nevada, umfasst sowohl offenen Tagebau als auch Bergwerke. Insgesamt werden hier pro Jahr 28,2 Tonnen Gold gefördert, mehr als in jeder anderen Goldmine der USA. Der Minenkomplex befindet sich zu 100 % im Besitz von Newmont Mining.

Nach der geologischen Formation Carlin Trend, im Deutschen auch Carlin-Diskordanz, ist der Carlin-Typ der Goldlagerstätten benannt, der sich durch eine sehr feine Goldanreicherung in Karbongestein ausgezeichnet. Das Gold ist in diesen Lagerstätten überwiegend an Pyrit gebunden.

Die tiefste Goldmine

Die tiefste Goldmine ist die Mponeng-Mine in der North West Province in Südafrika. Das Bergwerk hat sich den Spitzenplatz lange mit der benachbarten Tau Tona-Mine bei einer Tiefe von 3,9 km teilen müssen. Beide Minen werden von AngloGold Ashanti betrieben. Erweiterungen haben die Rekordtiefe in Mponeng inzwischen allerdings über die 4-km-Marke hinaus ausgedehnt, während die Operationen in der Tau Tona Mine inzwischen wieder näher an der Erdoberfläche stattfindet.

Die Goldmine mit den größten Reserven

Hinsichtlich der Reserven ist Grasberg mit 3.304 Tonnen nach wie vor die weltweit größte Goldmine. Allerdings ist der Begriff Reserve bei dieser Mengenangabe sehr weit gefasst und umfasst alles im Minendistrikt vorhandene Gold, unabhängig davon ob, die Förderung ökonomisch sinnvoll oder technisch möglich ist. Die abbaufähigen, nachgewiesenen und wahrscheinlichen Reserven in Grasberg lagen Ende 2014 nach Angaben von Freeport McMoran bei 28,5 Millionen Feinunze oder 886 Tonnen.

Goldmine mit der höchsten Golddichte

Die Goldmine, in der das meiste Gold pro Tonne gefördert wird, ist die von Klondex Mines betriebene Fire Creek-Mine in Nevada mit einer Golddichte von bei 44,1 g/t. Auf dem zweiten Platz liegt die kanadische Macassa-Goldmine mit 22,2 g/t und auf dem dritten Platz die Kedrovka-Mine in Russland mit 22,0 g/t. Bei den drei Spitzenreitern handelt es sich ausschließlich um untertägige Bergwerke. Der Tagebau mit der höchsten Golddichte von 18,2 g/t ist Avlayakan in Russland.

Goldfonds

Der Überbegriff Goldfonds umfasst alle Fonds, die direkt am Goldkurs partizipieren (Indexfonds) oder Unternehmen beinhalten, die an der Goldförderung beteiligt sind (Goldminen). Den Fonds sind jeweils eine ISIN, eine 12-stellige Buchstaben-Zahlen-Kombination, zugewiesen, anhand derer das Wertpapier eindeutig identifiziert werden kann.

Als bekanntester und größter Goldfonds der Welt gilt der SPDR Gold Trust.

Weitere beliebte Goldfonds:

  • Evy Hambro – BGF World Gold Fund (ISIN: LU0055631609)
  • C-QUADRAT Gold & Resources Fund (ISIN: AT0000A07HF4)
  • Stabilitas Pacific Gold+Metals (ISIN: LU0290140358)
  • DJE - Gold & Ressourcen (ISIN: LU0159550077)

Welches die besten Goldfonds sind, ist stark von den jeweiligen Fondsmanagern bzw. deren Auswahl an Minenwerten abhängig.

Goldminen-Indexfonds (ETFs)

Ein Indexfonds bildet den Kursverlauf eines Index ab. Dabei kann es sich um einen Leitindex wie den deutschen DAX, einen sehr viel breiter aufgestellten Marktindex wie den US-amerikanischen S&P 500, aber auch um einen branchenspezifischen Index handeln, der zum Beispiel Goldminenwerte enthält. Die beiden wichtigsten Indices des Goldminensektors sind der NYSE Arca Gold BUGS Index oder "HUI" und der Philadelphia Gold and Silver Index oder "XAU".

Der "HUI" - NYSE Arca Gold BUGS Index

Der im Jahr 1996 mit einem Basiswert von 200 Punkten aufgelegte NYSE Arca Gold BUGS Index  oder "HUI" ist ein reiner Kursindex. Das bedeutet: Dividendenzahlungen fließen nicht in die Performance mit ein. Der Wert des Index wird in US-Dollar berechnet. Der "HUI" enthält derzeit 15 Goldminenaktien führender Unternehmen wie Newmont Mining, Barrick Gold Goldcorp. und Agnico Eagle Mines. Die Gewichtung der Einzeltitel im Index richtet sich nach der Marktkapitalisierung, also dem Gesamtwert der ausgegebenen Aktien jedes Unternehmens.

Es werden nur Unternehmen aufgenommen, die selbst Gold fördern und ihre Jahresproduktion nicht oder nur in geringem Umfang "hedgen", also zum Zweck der Preisabsicherung oder Kapitalbeschaffung am Terminmarkt verkaufen. Der Namensteil des Index "BUGS" verdeutlicht diese Konzept bereits. Es steht für "Basket of Unhedged Gold Stocks" (etwa: "Korb mit nicht abgesicherten Goldminenaktien").

Die im "HUI" enthaltenen Minengesellschaften erhalten für Ihr Gold bei steigendem Goldpreis also mehr Geld als Konkurrenten, die stärker auf Terminkontrakte setzen. Bei einem fallenden Goldpreis gilt das Gegenteil: Der weitgehende Verzicht auf die Absicherungsgeschäfte führt zu Mindereinnahmen. Zu den Indexfonds, die den "HUI" nachbilden, gehören der ComStage NYSE Arca Gold BUGS UCITS ETF und der RBS Market Access NYSE Arca Gold BUGS Index UCITS ETF.

Die Buchstaben "UCITS" in beiden Fonds stehen für "Undertakings For The Collective Investment Of Transferable Securities". Das bedeutet, stark vereinfacht gesagt, dass die Fonds den Regularien innerhalb der Europäischen Union entsprechen und deshalb auch für Anleger in Deutschland geeignet sind. Viele ETFs sind in Deutschland zwar prinzipiell handelbar, steuerlich aber deutlich schlechter gestellt als "UCITS"-Fonds.

Die Zusammensetzung des HUI (Stand März 2016)

Unternehmen Firmensitz
Agnico Eagle Mines Ltd. Toronto, Kanada
Alamos Gold, Inc. Toronto, Kanada
AngloGold Ashanti Ltd. Johannesburg, Südafrika
Barrick Gold Corp. Toronto, Kanada
Compañia de Mínas Buenaventura S.A.A. Lima, Peru
Eldorado Gold Corp. Vancouver, Kanada
Goldcorp Inc. Vancouver, Kanada
Gold Fields Ltd. Johannesburg, Südafrika
Harmony Gold Mining Company Ltd. Randfontein, Südafrika
Kinross Gold Corp. Toronto, Kanada
New Gold, Inc. Vancouver, Kanada
Newmont Mining Corp. Greenwood Village, USA
Randgold Resources Ltd. Saint Helier, USA
Sibanye Gold Ltd. Westonaria, Südafrika
Yamana Gold, Inc. Toronto, Kanada

Der Philadelphia Gold and Silver Index, "XAU"

Der Philadelphia Gold and Silver Index oder "XAU" ist wie der "HUI" ein reiner Kursindex, enthält allerdings 30 statt 15 Aktien und ist damit deutlich stärker diversifiziert. Zahlreiche Gesellschaften wie Goldcorp. und Barrick Gold sind in beiden Indices gelistet. Neben Goldminenaktien sind im "XAU" auch Silberminenwerte enthalten.

Eine wirklich saubere Trennung ist allerdings kaum möglich, da in vielen Minen sowohl Gold als auch Silber gemeinsam mit anderen Metallen abgebaut werden. Manchmal sind beide Edelmetalle nur ein Nebenprodukt. Die berühmte Grasberg-Mine in Indonesien beispielsweise ist eine der ergiebigsten produzierenden Goldminen der Welt, generiert aber den Großteil der Einnahmen mit dem Abbau von Kupfer. Der Betreiber dieser Mine, Freeport-McMoRan, gehört ebenfalls zu den gelisteten Unternehmen im "XAU".

Ein weiterer Unterschied zwischen "XAU" und "HUI" besteht in der Aufnahme von Unternehmen, die streng genommen gar keine Minenwerte sind. Zu diesen Werten zählt zum Beispiel Silver Wheaton. Das Unternehmen fördert weder Gold noch Silber, sondern kauft seinerseits den Bergbauunternehmen komplette Jahresfördermengen zum Festpreis ab.

Der "XAU" kann in Deutschland leider nicht als Fonds, sondern nur in Form von Zertifikaten gehandelt werden. Wer sich für diese Option entscheidet sollte ein einfaches Indexzertifikat ohne Laufzeitbegrenzung und einer Partizipation an der Preisentwicklung des Index von 1:1 wählen.

Die Zusammensetzung des "XAU"

Unternehmen Firmensitz
Agnico Eagle Mines Ltd. Toronto, Kanada
AngloGold Ashanti Ltd. Johannesburg, Südafrika
Barrick Gold Corp. Toronto, Kanada
Compañia de Mínas Buenaventura S.A.A. Lima, Peru
Coeur Mining Inc. Chicago, USA
Eldorado Gold Corp. Vancouver, Kanada
First Majestic Silver Corp. Vancouver, Kanada
Freeport-McMoRan Inc. Phoenix, USA
Goldcorp Inc. Vancouver, Kanada
Gold Fields Ltd. Johannesburg, Südafrika
Gold Resource Corp. Colorado Springs, USA
Harmony Gold Mining Company Ltd. Randfontein, Südafrika
Hecla Mining Company Coeur d'Alene, USA
Iamgold Corp. Toronto, Kanada
Kinross Gold Corp. Toronto, Kanada
McEwen Mining Inc. Toronto, Kanada
New Gold Inc. Vancouver, Kanada
Newmont Mining Corp. Greenwood Village, USA
NovaGold Resources Inc. Vancouver, Kanada
Pan American Silver Corp. Vancouver, Kanada
Primero Mining Corp. Toronto, Kanada
Randgold Resources Ltd. Saint Helier, USA
Royal Gold Inc. Denver, USA
Sandstorm Gold Ltd. Vancouver, Kanada
Seabridge Gold Inc. Toronto, Kanada
Sibanye Gold Ltd. Westonaria, Südafrika
Silver Standard Resources Inc. Vancouver, Kanada
Silver Wheaton Corp. Vancouver, Kanada
Stillwater Mining Company Littleton, USA
Yamana Gold Inc. Toronto, Kanada

Goldminenfonds

Goldminenfonds sind Aktienfonds, die sich aus den Aktien von Goldminen-Gesellschaften und ähnlichen Unternehmen zusammensetzen. Bei aktiv gemanagten Fonds erfolgt die Auswahl der einzelnen Werte durch die Fondsverwaltung. Daneben sind ETFs beziehungsweise Indexfonds erhältlich, die die Preisentwicklung eines Goldminenindex nachbilden. Die Preise für Goldminenfonds entwickeln sich im Allgemeinen ähnlich wie der Goldpreis, tendieren dabei aber zu deutlicheren Schwankungen.

Physisches Gold oder Goldminenfonds - was ist besser?

Betrachtet man längere Zeiträume, die für Gold und Goldminenfonds sowohl Phasen der steigenden als auch der fallenden Preisentwicklung beinhalten, schneidet Gold gegenüber den Fonds deutlich besser ab, wie die folgende Gegenüberstellung zeigt:

Gold performt langfristig besser als Minenwerte

Von Ende 1999 bis Ende 2015 stieg der "HUI" von 74.03 Punkten auf 111,18 Punkte. Das entspricht einer Performance von 50,18 Prozent oder einer durchschnittlichen Rendite von 2,57 Prozent im Jahr. Im selben Zeitraum legte der Londoner Goldpreis von 290,25 Dollar um 265,98 Prozent auf 1062,25 Dollar zu. Die Performance entspricht einem mehr als dreimal höheren jährlichen Rendite von 8,45 Prozent.

Aktiv gemanagte Goldminenfonds

Aktiv gemanagte Goldminenfonds sind klassische Aktienfonds. Zu den bekannten Vertretern gehört zum Beispiel der BGF World Gold Fund, der Falcon Gold Equity Fund oder der Craton Capital Precious Metal Fund. Der Fondsverwalter dieser und ähnlicher Fonds übernimmt für die investierten Anleger die Aktienauswahl sowie die Kauf- und Verkaufsentscheidung für jeden einzelnen Titel. Sieht die Fondsverwaltung fallende Kurse für die Minenaktien im Portfolio, können auch über einige Zeit Bar-Reserven gehalten werden oder es erfolgt ein vorübergehendes Investment in festverzinsliche Wertpapiere.

Der Vorteil eines aktiv gemanagten Fonds besteht gegenüber der Geldanlage in eine einzelne Minenaktie in der Streuung des Risikos. Ist beispielsweise die wichtigste Goldmine eines Unternehmens von einer Umweltkatastrophe, einem Streik, unvorhergesehenen technischen Schwierigkeiten oder negativen Neueinschätzungen der vorhandenen Reserven betroffen, wirkt sich dies mit hoher Wahrscheinlichkeit negativ auf den Aktienkurs des Unternehmens aus.

Darüber hinaus ist der Totalausfall eines einzelnen Minderwertes aufgrund von Konkurs ist im schlimmsten Fall möglich. Ist die betroffene Aktie, wie in einem Goldminenfonds, Teil eines größeren Portfolios von 10, 20, 30 oder noch mehr Titeln, sind die unternehmensspezifischen Risiken zwar nach wie vor vorhanden, haben aber einen viel geringeren Effekt auf die Performance.

Das Gegenteil ist natürlich ebenfalls richtig. Macht eine Minengesellschaft einen bedeutenden Goldfund, hat die Kosten besonders gut im Griff oder sind die vermuteten Reserven reiner und ergiebiger, als zunächst angenommen, werden die Aktien des Unternehmens voraussichtlich stärker steigen als vergleichbare Papiere am Markt. Von der zusätzlichen Kurssteigerung profitiert der Anleger im diversifizierten Fonds dann nur in abgeschwächter Form.

Ein weiteres grundsätzliches Risiko aktiv gemanagter Fonds liegt in der Fähigkeit des Managements einen Vergleichsindex zu schlagen. Dies gelingt kaum einem Fondsmanager über einen längeren Zeitraum. Aus diesem Grund entscheiden sich viele Anleger dafür, lieber gleich in einen passiven Indexfonds oder ein Indexzertifikat zu investieren.

Goldminenaktien

Goldminenaktien- und fonds zeigen stärkere Preisschwankungen als Gold

Neben der langfristigen Preisentwicklung sollte der Anleger auch die Intensität der Preisschwankungen im Blick haben. Goldminenaktien verzeichnen nach einem Tief in relativ kurzer Zeit oft einem enormen Zuwachs an Wert, der die Gewinne eines Goldinvestments recht deutlich übersteigen kann. Wer clever oder glücklich genug war beim Tief des "HUI" im Oktober 2008 einzusteigen und beim bisherigen Allzeithoch im September 2011 wieder verkaufte, konnte sich nach einer Haltedauer von weniger als drei Jahren über eine stolze Rendite von 324,94 Prozent freuen.

Gold stieg vom Jahrestief 2008 bis zum Jahreshoch 2011 hingegen "nur" um 173,86 Prozent. Dieselbe Neigung zu Preisextremen zeigen die Minenaktien aber leider auch in umgekehrter Richtung. Vom Höchststand 2011 bis zum bisherigen Tief im September 2015 verlor der "HUI" 84,47 Prozent seines Werts. Der Goldpreis ging von seinem Allzeithoch bis zum bisherigen Tief im Dezember 2015 zwar ebenfalls deutlich zurück. Allerdings waren die Verluste mit 44,67 Prozent längst nicht so ausgeprägt wie bei den Minenwerten.

Diese Neigung zur stärkeren Preisschwankungen der Goldminenaktien lässt sich einfach erklären. Der Gewinn einer Goldminengesellschaft ist im Wesentlichen die Differenz zwischen den Förderkosten und dem Verkaufspreis des geförderten Goldes. Muss das Unternehmen für die Förderung zum Beispiel 900 Dollar je Feinunze aufbringen und erhält dafür 1.000 Dollar am Markt, liegt der Gewinn bei 100 Dollar. Steigt der Goldpreis nun um 10 Prozent auf 1.100 Dollar, dann steigt der Unternehmensgewinn um 100 Prozent auf 200 Dollar.

Fällt der Goldpreis hingegen um 10 Prozent von 1.000 auf 900 Dollar reduziert sich der Gewinn um 100 Prozent, sinkt also auf 0. Diese Rechnung gilt in der Praxis nicht absolut, da, wie erwähnt, die meisten Goldminen verschiedene Metalle abbauen und deshalb auch der Silber-, Kupfer- oder Platinpreis für den Gewinn eine Rolle spielt. Dadurch wird das Ergebnis aber eher modifiziert als umgekehrt, da die Preisentwicklung der verschiedenen Metalle langfristig meist ähnlich verläuft.

Goldminenfonds und Goldminenaktien sind tendenziell spekulativer als physisches Gold. Wer weniger risikofreudig ist, fährt mit dem Kauf von Goldbarren oder Anlagemünzen aus Gold wie dem Krügerrand, dem Maple Leaf oder dem Wiener Philharmoniker oft besser.

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Kommentare [1]
  • von M. Ransdorf | 01.02.2017, 15:06 Antworten

    Clondex Mines gibt es nicht.

    [ Anmerkung der Redaktion: Vielen Dank für Ihren Hinweis, wir haben den Artikel nun entsprechend angepasst. ]

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