Stand: 11.05.2017 1 Kommentare

Welche Goldmine fördert weltweit am meisten Gold und wo wird das meiste Gold pro Tonne Gestein abgebaut? Welches Land hat beim Output der Minen die Nase vorn und gibt es in Deutschland überhaupt Goldminen? Hier finden Sie die Antworten auf diese und weiter Fragen rund um das Thema Goldminen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Muruntau in Usbekistan ist die größte Goldmine der Welt
  • Mponeng in Südafrika ist die tiefste Goldmine der Welt
  • China fördert das meiste Gold
  • Auch in Deutschland gibt es (historische) Goldbergwerke

Welche Arten von Goldminen gibt es?

Beim Abbau von Gold und anderen Bodenschätzen lassen sich zwei Grundtypen von Minen unterscheiden: Minen im Tagebau und Minen im Untertagebau:

Goldminen im Untertagebau

Goldmine im Untertagebau

Beim Untertagebau werden unterirdische Goldvorkommen mittels verschiedener Grubenbauten erschlossen, von denen Stollen, Schächte, Strecken und Querschläge die wichtigsten sind.

Bei einem Stollen handelt es sich um einen waagerechten Grubenbau mit Öffnung zur Erdoberfläche. Im Gegensatz dazu werden Schächte senkrecht oder schräg in den Untergrund getrieben. Strecken gehen wiederum mehr oder weniger waagerecht von den Schächten aus und können sich weiter in ebenfalls horizontale Querschläge verzweigen.

Die Tiefe dieser oft labyrnthaft verzweigten Grubenbauten kann mehrere Kilometer erreichen. Eindrucksvolle Beispiele solcher of über viele Jahrzehnte erweiterten und vertieften Goldbergwerke sind in Südafrika zu finden, insbesondere in dem 56 Kilometer langen Höhenzug Witwatersrand zu finden.

Goldminen im Tagebau

Goldmine im Tagebau

Wie der Name bereits nahelegt, wird Gold im Tagebau oberflächennah abgebaut. Solche Minen sind meist großflächige offene Bergwerke, die sich über mehrere Quadratkilometern erstrecken können. In Muruntau, der größten Goldmine der Welt, beträgt diese Fläche knapp neun Quadratkilometer. 1.000 Fußballfelder hätten auf diesem Areal bequem Platz.

Beim Abbau des Goldes oder anderer Rohstoffe werden die Sedimentschichten großflächig und oft in Stufen abgetragen, sodass im Laufe der Zeit eine trichterförmige Grube entsteht. Die Tiefe dieser Gruben kann einige hundert Meter erreichen.

Auch der Übergang vom Tagebau zum Untertagebau in derselben Mine kann für den Betreiber sinnvoll sein, wenn in großer Tiefe unter dem Tagebau bedeutende Goldvorkommen entdeckt werden.

Die Chuquicamata-Mine in Chile gehörte zum Beispiel mit einer Tiefe von 850 Metern zu den tiefsten Kupfer-Gold-Minen im Tagebau und soll ab 2019 als Bergwerk untertage betrieben werden. Dabei sind Stollen und Tunnel mit einer Gesamtlänge von 145 Kilometern geplant.

Goldminen: Top 5 nach Fördervolumen 2015

Die genannten Fördermengen der Goldminen beziehen sich, sofern nicht anders vermerkt, auf das Jahr 2015. Änderungen sind jederzeit möglich. Der Abstand des usbekischen Spitzenreiters Muruntau zur Konkurrenz ist allerdings so groß, dass der Output mit hoher Wahrscheinlichkeit auf absehbare Zeit von keiner anderen Goldmine übertroffen werden kann.

  1. Muruntau

    Der Minenkomplex Muruntau befindet sich in der Kies- und Sandwüste Kysylkum in Usbekistan und erreichte 2015 eine Fördermenge von etwa 61 Tonnen Gold. Betreiber der Mine ist das staatliche Navoi Mining & Metallurgy Combinat. Die Goldförderung in Muruntau findet in einem offenen Tagebau von beachtlichen Ausmaßen statt. Die Mine ist ca. 3,5 km lang, 2,5 km breit und 600 m tief.

    Das Gold liegt in Muruntau größtenteils in konzentrierten Anreicherungen von Quarzgestein vor, die als Gänge oder umgangssprachlich auch als Adern bezeichnet werden.Die Muruntau-Goldlagerstätte wurde 1958 entdeckt. Der Abbau des Goldes begann 1967 und findet bis heute ohne Unterbrechung statt.

  2. Grasberg

    Der Grasberg-Minenkomplex in der indonesischen Provinz Papua und förderte 2015 mit rund 42,3 Tonnen pro Jahr mehr Gold als jede andere Goldmine mit Ausnahme von Muruntau.

    Das Gold liegt in Grasberg überwiegend in Form einer goldhaltigen Kupferlagerstätte vor, die seit 1988 abgebaut wird. Kupfer ist der primär abgebaute Rohstoff in Grasberg, Gold ist ein allerdings wichtiges Nebenprodukt der Förderung.

    Das US-amerikanische Bergbauunternehmen Freeport McMoran Copper & Gold ist der größte Anteilseigner der Grasberg-Mine. Des Weiteren ist die Regierung von Indonesien an dem Projekt beteiligt. Der Abbau von Kupfer und Gold findet in Grasberg im Tagebau und im Untertagebau statt. Allerdings sind die oberflächennahen Erzvorkommen inzwischen annähernd erschöpft.

    Für die rund 18.000 Beschäftigten der Mine wurde eigens ein Dorf errichtet, das neben, Schulen und einem Krankenhaus sogar über einen eigenen Flughafen verfügt.

  3. Goldstrike

    Die Goldstrike-Mine ist die größte Goldmine des nordamerikanischen Kontinents und befindet sich im goldreichen Eurekas County im US-Bundesstaat Nevada. Das erste Gold wurde hier im Jahr 1962 entdeckt, der Abbau begann im Jahr 1975.

    2015 wurden in der Goldstrike-Mine 32,8 Tonnen Gold im Tagebau und untertage gefördert. Betreiber ist die kanadische Goldminengesellschaft Barrick Gold.

  4. Cortez

    Die Cortez-Mine befindet sich unweit der Goldstrike-Mine in Nevada und wird ebenfalls von Barrick Gold betrieben. Der Komplex besteht aus zwei offenen Minen und einem Untertagebau. Die Fördermenge der Cortez-Mine im Jahr 2015 belief sich auf 31,1 Tonnen Gold und soll bis 2020 um weitere 10 Tonnen erhöht werden.

  5. Pueblo Viejo

    Die Goldmine Pueblo Viejo befindet sich in der Dominikanischen Republik, etwa 100 km von der Hauptstadt Santo Domingo entfernt. Die Jahresförderleistung lag 2015 bei 29,7 Tonnen Gold.

    Bei dem Projekt handelt es sich um einen offenen Tagebau, der 1975 den Betrieb aufnahm. Zu Beginn der 90er Jahre wurde die Förderung allerdings wegen des niedrigen Goldpreises und Silberpreises ausgesetzt und erst 2012 wieder aufgenommen. Betreiber ist die Pueblo Viejo Dominicana Corporation, ein Joint Venture der Bergbauunternehmen Barrick Gold und Goldcorp.

Die tiefste Goldmine der Welt

Die tiefste Goldmine ist die Mponeng-Mine am Rand des Witwatersrand in der North West Province westlich der südafrikanischen Hauptstadt Johannesburg. Das Bergwerk hat sich den Spitzenplatz lange mit der benachbarten Tau Tona-Mine bei einer Tiefe von 3,9 km teilen müssen.

Beide Minen werden von AngloGold Ashanti betrieben. Erweiterungen haben die Rekordtiefe in Mponeng inzwischen allerdings über die 4-km-Marke hinaus ausgedehnt, während die Operationen in der Tau Tona Mine inzwischen wieder näher an der Erdoberfläche stattfindet.

Die Mponeng-Goldmine wurde im Jahr 1981 errichtet und der südliche Schacht ab 1996 bis auf die heutige Rekordtiefe erweitert. Noch 2007 lag die jährliche Fördermengen der Mine bei 600.000 oz oder rund 18 Tonnen Gold. Bis 2015 sank die Förderleistung auf weniger als 7 Tonnen.

Allerdings ist der Goldgehalt mit 8 Gramm je Tonnen Gestein in der Mponeng - Mine so hoch, dass sich kontinuierliche Erweiterungen für den Betreiber Anglogold Ashanti finanziell lohnen und die Goldförderung voraussichtlich noch für mehr als zwei Jahrzehnte fortgesetzt werden kann.

Die Goldmine mit den größten Goldreserven

Die usbekische Muruntau-Mine hat nicht nur die weltweit höchste Fördervolumen aller Goldminen, sonder verfügt nach gegenwärtigem Kenntnisstand auch über die größten Goldreserven. Die Schätzungen gehen allerdings weit auseinander und reichen von 2.500 und bis zu 5.300 Tonnen.

zur Goldreserven Übersicht auf Gold.de

Die Goldmine mit der höchsten Golddichte

Die Goldmine, in der das meiste Gold pro Tonne Gestein gefördert wird, ist die von Klondex Mines betriebene Fire Creek-Mine in Nevada. Die Golddichte beträgt erstaunlichen 44,1 g/t.

Auf dem zweiten Platz liegt die kanadische Macassa-Goldmine mit 22,2 g/t und auf dem dritten Platz die Kedrovka-Mine in Russland mit 22,0 g/t. Bei den drei Spitzenreitern handelt es sich ausschließlich um Goldminen im Untertagebau. Der Tagebau mit der höchsten Golddichte von 18,2 g/t ist Avlayakan in Russland.


Top 5 Fördervolumen nach Ländern (2016)

  1. China

    Das mit Abstand meiste Gold wurde 2016 von Goldminen in China gefördert. Der Output betrug 455 Tonnen. Bekannte Minengesellschaften des Landes sind Zijin Mining, Jianxi Copper und Shandong Gold.

    Ein besonders hohes Potential auf einen zukünfitgen Spitzenplatz unter den chinesischen Goldminen hat die Xiling-Mine in der Provinz Shandong. Der Betreiber Shadong Gold meldete im März 2017 den Fund von 383 Tonnen Gold und vermuteten Reserven von mehr als 500 Tonnen.

  2. Australien

    Die Goldminen in Australien kamen 2016 mit einem Fördervolumen von 277 Tonnen weltweit auf den 2. Platz. Anders als China, das sein Fördervolumen in den letzten zehn Jahren stark erhöht hat, gehört Australien seit langem zu den bedeutendsten Goldförderländern. Die größte Goldminengesellschaft des Landes ist Newcrest Mining.

    Zu den australischen Goldminen mit dem höchsten jährlichen Output zählen die Boddington Goldmine (24,5 Tonnen, 2016), die Kalgoorlie Super Pit Goldmine (23,5 Tonnen, 2016), die Telfer Mine 14.4 Tonnen, 2015/2016).

  3. Russland

    Das Fördervolumen der Goldminen in Russland lag 2016 bei 250 Tonnen. Die wichtigste Goldminengesellschaft des Landes ist Polyus Gold, auf die alleine ein knappes Viertel der russischen Goldförderung entfällt. Weitere wichtige Unternehmen der Branche sind Polymetal International und Petralowsk PLC.

    Die wichtigste Region für den Goldabbau in Russland ist die Krasnoyarsk in Sibirien. Hier befindet sich auch die Goldminen mit den höchsten Fördervolumen in Russland: Olimpiada (23,6 Tonnen, 2015). Nur 25 km von Olimpiada entfernt liegt die Goldmine Blagodatnoye (13,2 Tonnen, 2016) mit einer Förderkapazität von erstaunlichen 186,6 Tonnen.

  4. USA

    Goldminen in den USA förderten 2016 Gold mit einem gesamtgewicht von 209 Tonnen. Drei Viertel des jährlichen Outputs entfallen auf Minen im Tagebau in Nevada. Der Bundesstaat im Südwesten der USA verfügt mit der Carlin-Diskordanz (auch Carlin Trend) über eine der reichhaltigsten Goldvorkommen der Welt. Die größte Goldminengesellschaften des Landes ist der Bergbaukonzern Newmont Mining.

  5. Kanada

    Kanadische Goldminen förderten 2016 eine Menge von 170 Tonnen Gold. Der größte Goldminenkomplex des Landes, die Porcupine Gold Mines in Timmins, Onatrio, ist bereits seit 1909 in Betrieb und kann auf die stolze historische Gesamtfördermenge von knapp 2100 Tonnen Gold zurückblicken.

    Betreiber der Porcupine Gold Mines ist Goldcorp. Das Unternehmen gehörte 2016 mit einer globalen Fördermenge von knapp 90 Tonnen zu den weltweit führenden Goldminengesellschaften.

    Beim Branchenprimus Barrick Gold mit einer globalen Fördermenge von 171 Tonnen handelt es sich gleichfalls um ein kanadisches Unternehmen. Allerdings befinden sich dessen Operationen größtenteils außerhalb Kanadas. Das einzige Projekte von Barrick Gold in Kanadas ist die Helmo-Mine mit einer Förderleistung von rund 7 Tonnen Gold (2016).

Goldminen in Deutschland

Auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland hat der Goldbergbau nie eine große Rolle gespielt. Der Großteil des natürlich vorkommenden Goldes lag (und liegt) in Form von Goldseifen vor, die ohne die Errichtung von Minen gewonnen werden konnte. Dennoch gibt es einige historische Beispiele für Goldminen in Deutschland, die noch zu Beginn des letzten jahrhundert aktiv waren.

Goldminen in Deutschland

  • Goldkronach: Zu diesen Ausnahmen zählt der Goldbergbau im oberfränkischen Goldkronach, der sich bis in das 14. Jahrhundert zurückverfolgen lässt und erst 1925 endgültig eingestellt wurde. Prinzipiell erscheint ein wirtschaftlicher Abbau v in Goldkronach auch heute noch oder wieder möglich. Umfangreiche Explorationen in den 1970er Jahren ergaben Goldgehalte bis zu 18 g/t.

  • Eisenberg: Der 560 Meter hohe Eisenberg in der Nähe des hessischen Korbach gehört zu den bedeutendsten Goldvorkommen Mitteleuropas. Bereits im jahr 1250 wurden die Goldvorkommen urkundlich erwähnt. Die Hochzeit der Goldförderung waren das 15. und 16 Jahrhundert.

    Bei Ende der Förderung im Jahr 1617 waren rund 10 Kilometer Stollen und Strecken in den Berg getrieben worden. Die Gesamtfördermenge belief sich auf damals durchaus beachtliche 2 Tonnen. Immer wieder wurden Versuche unternommen, den Goldbergbau am Eisenberg wiederzubeleben unter anderem von den Brüdern Rauschenberg in den 1920er Jahren.

    Eine Kooperation der Brüder mit der PREUSSAG endete 1931 allerdings mit einer Enttäuschung als ein 60 Meter tiefer Schacht und mehrere Erkundungsstrecken nicht die gewünschten Ergebnisse lieferten.

  • Grube Lampertus: befindet sich auf dem heutigen Stadgebiet von Hohenstein-Ernstthal in Sachsen. Urkundliche Erwähnungen reichen bis in das Jahr 1350 zurück. Die relativ unbekannte Goldmine gehört zu den wenigen deutschen Bergwerken, die auch in vergleichsweise jüngerer Zeit (1781 bis 1910) noch kontinuierlich Gold als wichtigstes Edelmetall förderten. Die Gesamtfördermenge der Grube Lampertus erreichte 52 kg Gold.

    Ein letzter Versuch, die Mine wiederzubeleben, wurde in den 1920er Jahren unternommen, kam aber nie über den Status vorläufiger Untersuchungen hinaus. Heute ist die Mine als Besucherbergwerk für interessierte Touristen geöffnet.

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Kommentare [1]
  • von M. Ransdorf | 01.02.2017, 15:06 Antworten

    Clondex Mines gibt es nicht.

    [ Anmerkung der Redaktion: Vielen Dank für Ihren Hinweis, wir haben den Artikel nun entsprechend angepasst. ]

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