Gold: 1.871,94 € -0,05 %
Silber: 21,28 € -0,05 %
Stand: 28.11.2023 von Hannes Zipfel
Saisonal untypisch können die Preise für Gold und Silber seit Mitte November dynamisch zulegen. Beiden Edelmetallen ist es im Zuge ihrer Aufwärtsbewegung gelungen, wichtige psychologische bzw. charttechnische Marken zu überwinden. Der Drang der Preise nach oben hält dabei weiter an.
Goldpreis bricht aus - Silber und Minenaktien folgen

Gold mit ungewöhnlicher Stärke

Am Dienstag konnte der Goldpreis sowohl die psychologisch wichtige 2.000er-Marke in US-Dollar als auch die massive Widerstandslinie bei 2.008 US-Dollar pro Feinunze (31,1g) deutlich hinter sich lassen und zudem den Horizontalwiderstand bei 2.022 US-Dollar pro Unze überwinden.

Aktuell notiert der Preis des gelben Edelmetalls sogar schon über der Marke von 2.030 US-Dollar pro Unze. Die nächste Widerstandszone wartet im Bereich ab 2.040 US-Dollar:

Grafik-Nr-1-Goldpreis-in-USD-28-11-23

Normalerweise ist der November der zweitschlechteste Monat für die Entwicklung des Goldpreises in der Weltleitwährung. Nicht so in diesem Jahr. Mit dazu beigetragen haben die geopolitischen Turbulenzen und v. a. die rekordhohe Nachfrage der Zentralbanken (hier stechen China und die Türkei besonders hervor).

Grafik-Nr-2-Saisonalitaet-Goldpreis-in-USD-28-11-23

Ein weiterer wichtiger Grund für den Anstieg der zinslosen Edelmetalle ist der Rückgang bei den Renditen am Kapitalmarkt. Sich eintrübende Wirtschaftsdaten weltweit sowie rückläufige Inflationsraten erhärten den Verdacht, dass 2024 eine Rezession in den großen Volkswirtschaften (G7-Staaten) bevorsteht und die Zentral- und Notenbanken gezwungen sein werden, eine wieder laxe Geldpolitik zu vollziehen (Zinssenkungen und Ankauf von Staatsanleihen).

Bereits bei der jüngsten Auktion von US-Staatsanleihen mit zwei- und fünfjähriger Laufzeit am Montag musste die US-Notenbank (Fed) wieder als Käufer auftreten, weil die Auktionen v. a. von nicht amerikanischen Investoren schlecht angenommen wurden.

Das ist de facto schon wieder eine expansive Geldpolitik.

Zumal der Kapitalmarkt ohnehin von deutlichen Zinssenkungen im kommenden Jahr 2024 ausgeht.

Daher erklärt sich auch der Anstieg des Silberpreises, der als überwiegend in der Industrie nachgefragter Rohstoff eigentlich konjunktursensibel ist. Aber das weißglänzende Edelmetall ist mittlerweile gegenüber Gold sehr preiswert und damit leistbarer. Geldpolitische Stimuli durch die Zentralbanken wirken daher doppelt positiv.

So konnten die Notierungen des Silbers bereits aus der trendbestätigenden Flaggenformation nach oben ausbrechen. Anders als Gold hat Silber aber deutlich mehr Horizontalwiderstände auf dem Weg zu neuen Allzeithöchstständen nach oben zu überwinden:

Grafik-Nr-3-Silberpreis-in-US-Dollar-28-11-23

Gleichwohl profitiert das weißglänzende Edelmetall mit einem relativ zum Gold sehr kleinen Handelsvolumen stark von einer sich wieder ausweitenden Geldmenge und der "Einpreisung" (Vorwegnahme) von Zinssenkungen.

Daher zeigt sich die Aufwärtsbewegung bei Silber gegenüber dem „großen Bruder“ Gold aktuell deutlich dynamischer:

Grafik-Nr-4-Goldpreis-vs-Silberpreis-in-USD-pro-Unze-28-11-2023

Minenaktien wachen auf

Bisher verlief das Börsenjahr 2023 für Anleger, die in Minen-Aktien engagiert sind, sehr enttäuschend. Während Gold und Silber mittlerweile zweistellige Renditen in Euro aufweisen und das gelbe Edelmetall jüngst ein neues Allzeithoch auf Tages- und Wochenschlusskursbasis feiern konnte, verharrten die Minen-Aktien-Indizes im negativen Terrain.

Doch nun scheinen die Anteile an Bergbaugesellschaften zunehmend in den Fokus der Anleger zu geraten und bauen preislich an der Börse ordentlich Momentum gegenüber den Edelmetallen auf, die sie fördern. So, wie es in der Vergangenheit immer wieder zu beobachten war (XAU = Philadelphia Gold and Silver Sector Index; HUI = NYSE Arca Gold Bugs Index):

Grafik-Nr-5-Gold-vs-SIlber-vs-HUI-vs-XAU-28-11-23

Sollte es dem Goldpreis gelingen, das auch in US-Dollar nicht mehr allzu weit entfernte Rekordhoch bei 2.063 US$/Unze auf Tagesschlusskursbasis und 2.080 US$/Unze intraday zu übertrumpfen, dann könnten die Minen-Indizes noch deutlich mehr Aufmerksamkeit und damit auch Mittelzuflüsse erfahren.

Goldpreis in Euro nahe Allzeithoch

In der Gemeinschaftswährung fehlen dem Goldpreis nur noch knapp unter drei Prozent bzw. aktuell ca. 50 Euro pro Feinunze, um einen neuen Preisrekord zu erreichen.

Grafik-Nr-6-Goldpreis-in-Euro-nahe-Allzeithoch-28-11-23

Da sich parallel zum Überwinden des alten Preishochs in Euro bei Gold auch eine große Chartformation (aufsteigendes Dreieck) lehrbuchmäßig nach oben auflösen würde, bestünde Anfang kommenden Jahres erhebliches weiteres Aufwärtspotenzial auch unter charttechnischen Aspekten.

Autor: Hannes Zipfel
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von solider Anleger | 30.11.2023, 21:54 Uhr Antworten

Schön wenn die Seelen der, seit über 10 Jahren, geschundenen Silberanleger etwas getröstet und ihre großen Verluste geringer werden.

von Goldene Gans | 29.11.2023, 12:10 Uhr Antworten

Gut dass ich viel, sehr viel davon besitze ????????????

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