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Stand: 05.11.2021
Was ist ein Goldkonto? Lohnt sich das? Wenn ja, für wen? Oder hat die Sache gar einen Haken? GOLD.DE informiert: Vorteile, Nachteile, Anbieter.
Das Wichtigste in Kürze
  • Verrechnungskonto, über das die Bank Gold kauft oder verkauft
  • Anleger partizipieren somit an der Wertentwicklung von Gold
  • Einzahlung als einmaliger Betrag oder Sparplan
  • Lagerung des Goldes ebenfalls bei der Bank
  • Möglicher Knackpunkt: "Sondervermögen"
Goldkonto

Was ist ein Goldkonto?

In Zeiten von Negativzinsen sind Alternativen für Sparer und Anleger gefragt. Das wissen natürlich auch Banken. "Wir sind eine kontoführende Bank, also lass uns das doch mit Gold kombinieren" – so mag man da mancherorts gedacht haben. Insbesondere bei einigen Filialen der Sparkassen und Volksbanken-Raiffeisenbanken. Denn die bieten schon länger ein sogenanntes Goldkonto an.

Das Prinzip: Interessenten legen ihr Geld wie gewohnt bei der Bank an. Der einzige Unterschied besteht darin, dass das Geld nicht auf einem Sparbuch oder Tagesgeldkonto landet, sondern dass die Bank davon Gold kauft. Der Anleger investiert also in Gold. Steigt der Goldkurs, gibt es Gewinne. Fällt der Goldpreis, hat man Verluste.

Die Einzahlung auf das Goldkonto kann entweder in Form einer größeren Einmalzahlung geschehen oder man macht einen Sparplan mit regelmäßigen kleinen Beträgen. Das Gold selbst bleibt sicher verwahrt in der Bank. Auch ein Verkauf ist in der Regel jederzeit möglich.

Das Goldkonto ist also eine Art Verrechnungskonto, über das die Bank zum aktuellen Goldpreis Gold kauft und verkauft. Die Goldgeschäfte erfolgen zeitnah und in bestmöglich vertretbaren Stückelungen.

Wie bei Anlagegold üblich, ist der Kauf von Gold über ein Goldkonto von der Mehrwertsteuer befreit. Gewinne sind nach einer Haltefrist von einem Jahr steuerfrei. Mehr: Anlagegold und Steuer.

Wer will, kann sich das physische Gold aber auch aushändigen lassen und dann selber zu Hause verwahren.

Vorteile

  • Goldkauf, Goldlagerung und Goldverkauf erledigt bequem die Bank
  • In Verbindung mit einem Sparplan eine bequeme Möglichkeit, monatlich einen kleinen Fixbetrag in Gold anzusparen
  • Kontoführung als solche oft kostenlos
  • In der Regel kann man sich sein Gold auch nach Hause liefern lassen
  • Seriosität: Oft ist man bereits Kunde bei der Filiale. Man kennt sich und kann sicher sein, dass man echtes Gold bekommt

Nachteile

  • Für den Service erhebt die kontoführende Bank je nach Geschäftsbedingungen Gebühren
  • Kein Preisvergleich. Vertragspartner bei Kauf und Verkauf ist einzig der Anbieter
  • Produktauswahl insbesondere bei Münzen meist eingeschränkt
  • Man ist an die Öffnungszeiten der Bank gebunden
  • Auslieferung / Aushändigung des Goldes kostet in der Regel extra
  • Schuldrechtliche Details können je nach Vertrag zum Nachteil des Anlegers sein

Hier müssen Anleger aufpassen

"Das erworbene Anlagegold stellt kein Sondervermögen dar."

Dieser dürre Spruch, nachzulesen versteckt etwa im Info-Bereich der Sparkasse Pforzheim-Calw, hat es in sich. Denn das Gold gilt somit schuldrechtlich gesehen als Eigentum der Bank. Im Fall einer Insolvenz der Bank fließt das Gold also in deren Insolvenzmasse ein. Gläubiger haben dann einen vorrangigen Anspruch; Goldkonto-Anleger müssen schauen, wo sie bleiben. Was das bedeuten kann, findet sich dann im diesem Kleingedruckten des Produkt-Informationsblattes:

"Es besteht die Möglichkeit, dass der Anleger sein gesamtes investiertes Kapital verliert."

Daher Tipp: Fragen Sie genau nach, ob ihr Gold abgesichert ist, falls die kontoführende Bank in Konkurs geht. Nur wenn es explizit als "Sondervermögen" geführt wird, ist Ihr Gold im Falle einer Insolvenz vor dem Zugriff Dritter geschützt.

Fazit

"Da kann ich mir auch selber Gold kaufen und zu Hause aufbewahren."

Wer jetzt so denkt, liegt prinzipiell richtig. Dennoch ist ein Goldkonto eine Überlegung wert für alle, die bequem in Gold investieren wollen. Man muss sich nicht um Kauf, Lagerung, Sicherheit oder Verkauf kümmern.

Der Service freilich kostet. Und es sollte vorab geklärt werden, ob das Gold Sondervermögen ist oder nicht. Die Kosten-Nutzen Rechnung muss also jeder für sich selber anstellen.

Selber Gold kaufen dürfte daher für die meisten die bessere Option sein. Zumal sich auch ein Sparplan in Eigenregie machen lässt.

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Service: Anbieter und Adressen

Die nachfolgende Auswahl erhebt weder Anspruch auf Vollständigkeit noch stellt sie eine Empfehlung dar.

Anbieter Link
Sparkasse Pforzheim-Calw www.sparkasse-pforzheim-calw.de
KT-Bank www.kt-bank.de
VR-Bank Bamberg / Forchheim www.vrbank-bamberg-forchheim.de
Kreissparkasse Göppingen www.ksk-gp.de
Kathrein Bank (Österreich) www.kathrein.at
Haspa www.haspa.de
Volksbank Göppingen www.volksbank-goeppingen.de
Kreissparkasse Böblingen www.kskbb.de
Targo Bank (zusammen mit pro aurum) www.targobank.de
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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"