Bankschließfächer bieten dem Besitzer von Goldbarren und Goldmünzen eine praktische und vergleichsweise günstige Möglichkeit, das Edelmetall - meist mit Zugriffsmöglichkeit innerhalb der Banköffungszeiten - einzulagern . Die Kosten sowie die in der Miete enthaltenen Versicherungsleistungen können sich von Bank zu Bank deutlich unterscheiden. Ein Vergleich aller in Frage kommenden Anbieter vor Ort ist deshalb in jedem Fall sinnvoll. Die wichtigsten Fragen zum Thema Goldlagerung im Bankschließfach hat Gold.de hier für Sie zusammengestellt und beantwortet.

Sind Schließfächer zur Gold Lagerung sicher?

Im Schnitt kommt es in Deutschland alle drei bis vier Minuten zu einem Wohnungseinbruch. Der Einbruch in Schließfachanlagen von Banken ist - zumindest vergleichsweise - selten und endet noch seltener mit dem endgültigen Verlust des eingelagerten Eigentums. 

Um eine ähnlich hohe Sicherheit für Gold in den eigenen vier Wänden zu gewährleisten, ist die Anschaffung eines Tresors nötig. Für die Wahrung des Versicherungsanspruchs sollte der Tresor entweder durch die VdS Schadenverhütung GmbH oder den European Certification Body (ECB) zertifiziert sein.

Bankschliessfach für Gold & Silber

Bieten alle Banken Schließfächer an?

Nein. Schließfächer werden zwar von sehr vielen, aber nicht von allen Banken angeboten. Eine bekannte Ausnahme unter den deutschlandweit tätigen Filialbanken ist zum Beispiel die Postbank. Im Allgemeinen ist das Angebot an Schließfächern gut, allerdings kann es durchaus vorkommen, das einzelne Bankfilialen alle Schließfächer bereits vermietet haben und Sie sich auf eine Warteliste setzen lassen müssen.

Wie groß sollte ein Schließfach für Gold sein?

Wenn Sie nur Gold und andere Objekte mit einer vergleichbar hohen Wertdichte einlagern möchten, ist das jeweils kleinste Schließfach im Angebot der Bank sehr wahrscheinlich ausreichend. Abhängig von der einzelnen Schließfachanlage beträgt das Volumen des kleinsten Schließfachs rund drei Liter (etwa das Fassungsvermögen einer kleinen Aktentasche) bis zwölf Liter (etwa das Fassungsvermögen eines mittelgroßen Wassereimers).

Zum Vergleich: 

Ein 100-g-Goldbarren hat typische Abmessungen von etwa 50 x 29 x 4 mm und kostet bei einem Goldpreis von 1.000 Euro etwa 3.240 Euro. Die bekannte Goldmünze Krügerrand hat einen Durchmesser von 32,6 mm und eine Dicke von 2,75 mm und kostet bei einem Goldpreis von 1.000 Euro etwa 1.025 Euro.

Wann kann ich auf mein Gold im Schließfach zugreifen?

Der Zugriff auf Ihr Gold ist in der Regel auf die Öffnungszeiten der Bank beschränkt. Eine Ausnahme stellen moderne Schließfachanlagen dar, die Sie per Karte und gegebenenfalls die Eingabe einer PIN rund um die Uhr nutzen können.

Weiß die Bank von dem Gold im Schließfach?

Die Einlagerung von Gold, anderen Wertgegenständen oder Dokumenten im Bankschließfach erfolgt diskret. Sie sind gegenüber der Bank nicht zur Bekanntgabe des Inhalts verpflichtet und werden dazu auch nicht aufgefordert. 

Es ist möglich, dass Ihr Schließfach erst durch einen Vorschließmechanismus freigegeben wird, der nur von einem Bankmitarbeiter betätigt werden kann. Auch in diesem Fall wird der Mitarbeiter jedoch nicht neben Ihrem Schließfach stehen, wenn Sie etwas entnehmen oder hinzufügen.

Wie hoch ist die Miete für ein Bankschließfach pro Jahr?

Für ein kleines Schließfach können Sie von einer Miete zwischen 25 und 65 Euro im Jahr ausgehen. Es empfiehlt sich, zunächst bei Ihrer Hausbank nach einem Schließfach zu fragen. Oft sind Schließfächer nur für Kunden nutzbar, so zum Beispiel bei der Deutschen Bank, der Commerzbank und der HypoVereinsbank. 

In anderen Fällen kann zwar jedermann ein Schließfach mieten, doch werden Bestandskunden der Bank bessere Konditionen angeboten. Eine vollständige Gleichbehandlung aller Schließfachnutzer ist nur bei wenigen Banken üblich.

Ist mein Gold im Schließfach versichert?

In der Miete des Schließfachs kann bereits eine Versicherung des eingelagerten Inhalts enthalten sein. Die maximale Versicherungssumme wird von den einzelnen Banken in sehr unterschiedlicher Höhe festgelegt. 

Sie kann mehr als 100.000 Euro, aber auch nur 1.000 Euro betragen. Ist keine Versicherungsleistung in der Schließfachmiete erhalten oder soll die Versicherungssumme erhöht werden, ist der Abschluss einer zusätzlichen Versicherung nötig. Entsprechende Policen bietet die Bank in der Regel selbst an. 

Die Kosten für die Zusatzversicherungen liegen meist nicht über und teilweise deutlich unter 2 Euro im Jahr je 1.000 Euro Versicherungssumme. Allerdings werden fast immer Mindestbeträge durch die Bank festgesetzt. Darüber hinaus ist bei vielen Hausratversicherungen die Versicherung von Schließfachinhalten möglich.

Sollte ich den Inhalt des Bankschließfachs dokumentieren?

Ja. Führen Sie eine Bestandliste für den Schließfachinhalt und heben Sie alle mit dem Golderwerb in Zusammenhang stehenden Dokumente wie Lieferbescheinigungen, Rechnungen oder sonstige Kaufbelege auf. 

Auch den Goldkauf von privat an privat sollten Sie sich grundsätzlich schriftlich vom Verkäufer bestätigen lassen. Tritt der Versicherungsfall durch Diebstahl oder Einbruch ein, müssen Sie Goldbesitz und Goldlagerung möglichst lückenlos nachweisen können. 

Dies gilt auch bei Schadenersatzforderungen gegenüber der Bank nach § 280 BGB, wenn die Bank den Verlust des Goldes zu verschulden hat.

Wann ist ein Schließfach für die Goldlagerung eher nicht sinnvoll?

Sie sollten die Kosten, die Ihnen durch Lagerung und Versicherung Ihres Goldes entstehen, immer auch im Verhältnis zu dessen Wert beurteilen. 

Wenn Sie zum Beispiel Gold im Wert von 2.000 Euro besitzen und 50 Euro für ein Schließfach bezahlen, muss der Goldpreis Jahr für Jahr 2,5 Prozent steigen, nur damit Sie keinen effektiven Wertverlust erleiden. Wenn Sie andererseits beabsichtigen regelmäßig Gold zu kaufen, eignet sich ein versichertes Bankschließfach besonders gut. 

Je mehr Gold Sie besitzen desto geringer sind als Anteil des Werts gerechnet die Kosten für Lagerung und Versicherung.

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Kommentare [2]
  • von Winkler | 11.12.2016, 17:30 Antworten

    Hallo Vorsicht! die Schließfächer bei den Banken sind alles andere als sicher!!!

  • von Holly | 03.01.2017, 18:16 Antworten

    Niemals BSF, das Finanzamt kann jederzeit darauf zugreifen!!

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