Wie sicher sind Bankschließfächer? Was kosten sie? Ist der Inhalt versichert? Welche Größe sollte ich wählen? Muss ich Auskunft erteilen über den Inhalt? Wie sinnvoll ist es überhaupt, Gold im Schließfach zu lagern? Alle Antworten hier!

Das Wichtigste in Kürze
  • Hoher Schutz gegen Raub für vergleichsweise wenig Geld
  • Man ist gegenüber der Bank nicht zur Angabe des Inhalts verpflichtet
  • Staat kann aber Schließfächer zwangsweise öffnen lassen
  • Vergleich lohnt, da Leistungen und Bedingungen unterschiedlich sind
  • Versicherungsleistung und Größe beachten

Sind Schließfächer zur Gold Lagerung sicher?

Im Schnitt kommt es in Deutschland alle drei bis vier Minuten zu einem Wohnungseinbruch. Nun will nicht jeder einen eigenen Tresor zu Hause. Die Kosten sind erheblich, zudem muss ein Haussafe bestimmte Vorraussetzungen und Zertifizierungen erfüllen zur Wahrung des Versicherungsanspruchs, wie etwa durch die VdS Schadenverhütung GmbH oder den European Certification Body (ECB).

Als Alternative bietet sich ein Bankschließfach an. Die Kosten sind vergleichsweise günstig, zudem sind Einbrüche in Schließfachanlagen von Banken viel seltener als Wohnungseinbrüche. Und wenn es passiert, dann ist der Inhalt des Schließfaches über die Bank versichert. Allerdings empfiehlt es sich vorab genau zu vergleichen. Miete wie die enthaltenen Versicherungsleistungen unterscheiden sich von Bank zu Bank deutlich.

Bankschliessfach für Gold & Silber

Bankschließfächer bieten also hohen Schutz vor Diebstahl. Allerdings sollte man zwei Punkte wissen: Zum einen hat man zwar einen Schlüssel zum Schließfach, aber keinen Schlüssel zur Bank. Im Falle eines Bank-Run (Bankansturm) kann dies durchaus ein Thema sein.

Zum anderen kann der Staat die zwangsweise Öffnung von Bankschließfächern erzwingen bei begründeten Verdachtsmomenten. Außerdem zeigt die Geschichte, dass es in schwierigen Zeiten durchaus Versuche staatlicherseits gab, auf den Besitz der Bürger in Schließfächern zuzugreifen. Aktuell gibt es entsprechende Überlegungen Italiens, wie Finanzexperte und Bestsellerautor Marc Friedrich von der Friedrich & Weik Vermögenssicherung in folgendem Video anschaulich erklärt:

Bieten alle Banken Schließfächer an?

Nein. Schließfächer werden zwar von sehr vielen, aber nicht von allen Banken angeboten. Eine bekannte Ausnahme unter den deutschlandweit tätigen Filialbanken ist zum Beispiel die Postbank. Im Allgemeinen ist das Angebot an Schließfächern gut, allerdings kann es durchaus vorkommen, das einzelne Bankfilialen alle Schließfächer bereits vermietet haben und man sich auf eine Warteliste setzen lassen muss.

Wie groß sollte ein Schließfach für Gold sein?

Wer nur Gold und andere Objekte mit einer vergleichbar hohen Wertdichte einlagern möchten, für den ist das jeweils kleinste Schließfach im Angebot der Bank ausreichend. Abhängig von der einzelnen Schließfachanlage beträgt das Volumen des kleinsten Schließfachs rund drei Liter (etwa das Fassungsvermögen einer kleinen Aktentasche) bis zwölf Liter (etwa das Fassungsvermögen Schulranzens).

Zum Vergleich:

Ein 100-g-Goldbarren hat typische Abmessungen von etwa 50 x 29 x 4 mm und kostet bei einem Goldpreis von 1.000 Euro etwa 3.240 Euro. Die bekannte Goldmünze Krügerrand hat einen Durchmesser von 32,6 mm und eine Dicke von 2,75 mm und kostet bei einem Goldpreis von 1.000 Euro etwa 1.025 Euro.

Wann kann ich auf mein Gold im Schließfach zugreifen?

Der Zugriff ist in der Regel auf die Öffnungszeiten der Bank beschränkt. Eine Ausnahme stellen moderne Schließfachanlagen dar, die man per Karte und gegebenenfalls Eingabe einer PIN rund um die Uhr nutzen kann.

Weiß die Bank von dem Gold im Schließfach?

Die Einlagerung von Gold, anderen Wertgegenständen oder Dokumenten im Bankschließfach erfolgt diskret. Du bist gegenüber der Bank nicht zur Bekanntgabe des Inhalts verpflichtet und wirst dazu auch nicht aufgefordert.

Für den Fall, dass das Schließfach erst durch einen Vorschließmechanismus freigegeben wird, der nur von einem Bankmitarbeiter betätigt werden kann, steht dieser Bankmitarbeiter diskret abseits.

Wie hoch ist die Miete für ein Bankschließfach pro Jahr?

Für ein kleines Schließfach sind Mieten zwischen 25 und 65 Euro im Jahr üblich. Es empfiehlt sich, zunächst bei der Hausbank nach einem Schließfach zu fragen. Oft sind Schließfächer nur für Kunden nutzbar, so zum Beispiel bei der Deutschen Bank, der Commerzbank und der HypoVereinsbank.

In anderen Fällen kann zwar jedermann ein Schließfach mieten, doch werden Bestandskunden der Bank bessere Konditionen angeboten. Eine vollständige Gleichbehandlung aller Schließfachnutzer ist nur bei wenigen Banken üblich.

Ist mein Gold im Schließfach versichert?

In der Miete des Schließfachs kann bereits eine Versicherung des eingelagerten Inhalts enthalten sein. Die maximale Versicherungssumme wird von den einzelnen Banken aber in sehr unterschiedlicher Höhe festgelegt.

Sie kann mehr als 100.000 Euro, oder nur 1.000 Euro betragen. Ist keine Versicherungsleistung in der Schließfachmiete erhalten oder soll die Versicherungssumme erhöht werden, ist der Abschluss einer zusätzlichen Versicherung nötig. Entsprechende Policen bietet die Bank in der Regel selbst an.

Die Kosten für die Zusatzversicherungen liegen meist nicht über und teilweise deutlich unter 2 Euro im Jahr je 1.000 Euro Versicherungssumme. Allerdings werden fast immer Mindestbeträge durch die Bank festgesetzt. Darüber hinaus ist bei vielen Hausratversicherungen die Versicherung von Schließfachinhalten möglich.

Sollte ich den Inhalt des Bankschließfachs dokumentieren?

Ja. Führe eine Bestandliste für den Schließfachinhalt und verwahre auch alle mit dem Golderwerb in Zusammenhang stehenden Dokumente wie Lieferbescheinigungen, Rechnungen oder sonstige Kaufbelege.

Auch den Goldkauf von privat an privat sollte man sich grundsätzlich schriftlich vom Verkäufer bestätigen lassen. Tritt der Versicherungsfall durch Diebstahl oder Einbruch ein, muss Goldbesitz und Goldlagerung möglichst lückenlos nachgewiesen werden.

Dies gilt auch bei Schadenersatzforderungen gegenüber der Bank nach § 280 BGB, wenn die Bank den Verlust des Goldes zu verschulden hat.

Wann ist ein Schließfach eher nicht sinnvoll?

Du solltest die Kosten, die durch Lagerung und Versicherung des Goldes entstehen, immer im Verhältnis zu dessen Wert beurteilen.

Wer zum Beispiel Gold im Wert von 2.000 Euro besitzt und 50 Euro für ein Schließfach bezahlt, dann muss der Goldpreis Jahr für Jahr 2,5 Prozent steigen, nur damit kein effektiver Wertverlust entsteht. Wer andererseits beabsichtigt regelmäßig Gold zu kaufen, für den eignet sich ein versichertes Bankschließfach gut.

Es gilt: Je mehr Gold man besitzt, desto geringer sind als Anteil des Werts gerechnet die Kosten für Lagerung und Versicherung.

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Kommentare [5]
  • von Bernd Elsenhans | 26.10.2019, 20:40 Antworten

    Lagerung bei einer Bank ist sicherlich die SCHLECHTESTE Lösung!!!!

    • von alex | 02.11.2019, 14:26 Antworten

      sie sind sicher

  • von Holly | 03.01.2017, 18:16 Antworten

    Niemals BSF, das Finanzamt kann jederzeit darauf zugreifen!!

    • von michael | 27.11.2017, 22:57 Antworten

      ehrlich?

  • von Winkler | 11.12.2016, 17:30 Antworten

    Hallo Vorsicht! die Schließfächer bei den Banken sind alles andere als sicher!!!

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