Stand: 15.08.2017 0 Kommentare

Goldnuggets sind natürlich vorkommende, einzelne Goldstücke die sich durch Umwelteinflüsse wie Wind, Regen oder Strömungen ohne Zutun des Menschen aus goldhaltigen Gesteinsformationen gelöst haben. Die meisten Nuggets wurden und werden in oberflächennahen Goldlagerstätten, den sogenannten Goldseifen, gefunden. Diese Goldseifen sind häufig auf dem Gebiet ehemaliger Flussverläufe anzutreffen. Das größte jemals gefundene Nugget erhielt den Namen "Welcome Stranger". Es wurde 1869 in Australien entdeckt und wog mehr als 70 kg.

Wie viel wiegen Goldnuggets?

Die kleinsten, relativ häufig anzutreffenden Nuggets wiegen nur wenige Bruchteile eines Gramms und haben einen Durchmesser von weniger als einem Millimeter. Dem stehen auf der anderen Seite des Spektrums die sehr seltenen und deshalb besonders beeindruckenden Funde von Goldnuggets gegenüber, die 50, 60 und oder sogar 70 kg und mehr auf die Waage bringen. Die große Zeit der spektakulären Nuggetfunde war die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, als in Kalifornien, Alaska und Australien entdeckte Goldvorkommen einen Goldrausch nach dem anderen auslösten.

Wie rein sind Goldnuggets?

Die Reinheit der Nuggets ist relativ hoch. Sie reicht in der Regel von 20,5 bis 22 Karat oder etwa 83 bis 92 Prozent. In Australien beträgt der Goldgehalt häufig sogar mehr als 95 Prozent. Bei den Unreinheiten der Goldnuggets handelt es sich ebenfalls um Metalle, häufig um Kupfer oder Silber. Ist der Silberanteil in einer natürlichen Gold-Silber-Legierung hoch, bezeichnet man sie auch als Elektron oder Elektrum.

Zum Vergleich der Reinheit: Die berühmten Goldmünzen Krügerrand und Sovereign haben einen Feingehalt von 91,67 Prozent. Bei Feingoldmünzen wie dem Maple Leaf liegt der Goldanteil bei 99,99 Prozent und bei modernen Goldbarren zwischen 99,95 und 99,99 Prozent. Goldschmuck aus Deutschland enthält meist deutlich weniger Gold als die natürlichen Nuggets. Typische Feingehalte sind 18 Karat (75 Prozent), 14 Karat (58,5 Prozent) und 8 Karat (33,3 Prozent).

"Welcome Stranger" - das größte und schwerste Goldnugget aller Zeiten

Mit einem Gewicht von ca. 72 Kilogramm führt "Welcome Stranger" die Liste der größten und schwersten jemals gefundenen Nuggets an. Der goldene Gigant wurde am 5. Februar 1869 von den Goldsuchern John Deason und Richard Oates in Moliagul im australischen Bundesstaat Victoria entdeckt.

Welcome Nugget - gefunden 1858 in Australien

Welcome Nugget - gefunden 1858 in Australien

Das riesige Nugget ans Tageslicht zu befördern, erforderte nicht viel Mühe, denn es steckte nur 3 cm tief im Boden nahe einer Baumwurzel. Deason und Oates erhielten damals 9000 britische Pfund für den Goldklumpen. Heute (Stand März 2016) läge der reine Goldwert von "Welcome Stranger" bei rund 2,8 Millionen Dollar oder etwa 2,5 Millionen Euro. Im 19. Jahrhundert, als viele der größten und schwersten Nuggets entdeckt wurden, kam niemand auf die Idee, die riesigen Goldbrocken wegen eines potentiellen Sammlerwerts zu erhalten.

Welcome Stranger Nugget

Welcome Stranger Nugget

Das Nugget "Welcome Stranger" wurde zum Beispiel zunächst in drei Teile gespalten, dann eingeschmolzen und in Form von Goldbarren an die Bank of England verschickt. Aus dem nur wenige Jahre zuvor entdeckten und fast ebenso schweren Nugget "Welcome" prägte die brtische Royal Mint Sovereigns. Das größte heute noch existierende Nugget ist das "Canaã Nugget" mit einem Gewicht von gut 52 kg. Es wurde erst 1983 in der brasilianischen Serra Pelada Mine gefunden und kann in einem brasilianischen Museum bewundert werden.

Top 10 der größten Goldnuggets

Platz Name Gewicht (oz) Gewicht (kg) Fundort Jahr
1. Welcome Stranger 2315,5 72,02 Moliagul, Australien 1869
2. Welcome 2217 68,96 Ballarat, Australien 1858
3. Canaã Nugget 1682 52,32 Serra Pelada, Brasilien 1983
4. Blanche Barkly 1743 54,21 Kingower, Australien 1857
5. Precious 1717 53,40 Berlin, Australien 1871
6. Canadian 1619 50,35 Ballarat, Australien 1853
7. Lady Hotham 1177 36,60 Ballarat, Australien 1854
8. Big Triangle 1158 36,01 Miask, Russland 1842
9. Sarah Sands 1117 34,74 Ballarat, Australien 1853
10. Viscount Canterbury 1114 34,65 Kangderaar, Australien 1870

Die Goldmünze "Nugget / Känguru" der Perth Mint

Acht der zehn größten Goldnuggets wurden in Australien gefunden, davon alleine vier zur Zeit des Goldrauschs von Ballarat in den 1850er Jahren. Aufgrund der historischen Bedeutung, die die Goldsuche für den Staat Australien hat, entschloss sich die Prägeanstalt Perth Mint im Jahr 1986, ihre erste Anlagemünze aus Gold den berühmten Nuggets zu widmen und sie auf den Motivseiten der Münzen darzustellen.

Ab 1990 wechselten die Motive dann von Goldnuggets wie "Welcome Stranger" zu Darstellungen von Kängurus; vermutlich, weil die bekannten Beuteltiere international noch stärker mit Australien assoziiert werden als Goldnuggets. Heute gehören die Nugget / Känguru Goldmünzen zu den günstigsten Anlagemünzen am Markt und erfreuen sich auch im deutschen Handel großer Beliebtheit. Den Tiermotiven für Münzen ist die Perth Mint aufgrund des Erfolges seither treu geblieben, wie der "Koala", der "Kookaburra" oder das seit 2015 geprägte "Känguru" in Silber zeigen.

Problemfall Holtermann-Nugget

"Welcome Stranger" und die weiteren oben aufgeführten Nuggets nehmen sich fast bescheiden aus, wenn man sie einer 1872 im australischen New South Wales entdeckten Masse gegenüberstellt, die manchmal als "Holtermann-Nugget" bezeichnet wird und 3.000 Feinunzen (ca. 93,3 kg) Gold enthalten haben soll. Entdeckt wurde das Gold von Arbeitern in der Star Hope Mine, die daraufhin den Manager, Bernard Otto Holtermann benachrichtigten, unter dessen Aufsicht das Gold dann aus dem Fels gelöst wurde.

Genau deshalb fehlt die Goldmasse aber im Ranking der größten Nuggets: Das Edelmetall war kein separates Stück Gold, sondern zum Zeitpunkt der Entdeckung noch in der quarzhaltigen Ganglagerstätte eingeschlossen. Per Definition ist das "Holtermann-Nugget" damit trotz des Namens kein Nugget.

Goldnuggets aus Deutschland

Auch wenn die Aussicht auf Reichtümer bei der Suche nach Goldnuggets in Deutschland eher gering sind, hat sich das Goldwaschen hierzulande zu einem beleibten Hobby entwickelt. Die Chancen, beim Goldwaschen im Fluss mit traditionellen Hilfsmitteln wie der Goldpfanne ein wenig Edelmetall mit nach Hause zu nehmen stehen aber gar nicht schlecht. Allerdings handelt es sich bei dem Gold um Mikronuggets beziehungsweise Goldflitter, die nur wenige Milligramm auf die Goldwaage bringen.

Das größte deutsche Nugget wurde 1576 im Schwarzatal in Thüringen gefunden und im 16. Jahrhundert in einem Schmuckkörbchen verarbeitet. Die deutsche Nummer 2 unter den Goldnuggets stammt ebenfalls aus dem Schwarzatal und wiegt 9,64 g. Das Goldstück wurde 2004 von dem Rentner Heinz Martin zufällig entdeckt, als er mit dem Fahrrad einen Bach durchquerte und ein Funkeln im Wasser bemerkte.

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