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Stand: 01.06.2024 von © GOLD.DE Redaktion
Katzengold – ein Begriff, der oft Neugier weckt. Viele haben davon gehört, doch nur wenige wissen genau, worum es sich handelt, welchen tatsächlichen Wert Katzengold besitzt und wie es zuverlässig erkannt werden kann. GOLD.DE liefert fundierte Informationen rund um das Thema Katzengold, seine Eigenschaften und seine Bedeutung im Vergleich zu echtem Gold.
Katzengold: Welchen Wert hat es wirklich?
Das Wichtigste in Kürze
  • Katzengold ist kein echtes Gold
  • Es ist Pyrit, ein häufig vorkommendes Mineral
  • Schmucke Steine haben durchaus etwas Wert
  • Test: Reiben auf weißem unglasiertem Porzellan oder Anritzen
KatzengoldKatzengold. Der mineralogische Fachbegriff lautet Pyrit

Was ist Katzengold?

Katzengold klingt irgendwie ulkig. Hat es was mit Katzen zu tun? Ist es Gold? Oder ist es am Ende nur ein bedeutungsloses Spaßwort? Viele Fragen - viele Antworten!

Die wichtigste Antwort zuerst: Katzengold ist ein Mineral aus der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“. Pyrit ist der mineralogische Fachbegriff. Umgangssprachlich wird er auch Eisenkies oder Schwefelkies genannt. Es handelt sich um ein in der Natur recht häufig vorkommendes Gestein, das kristallin aufgebaut und undurchsichtig ist. Katzengold gehört zu den härteren Mineralen mit einer Mohshärte über 6 (Gold: 2,5 bis 3).

FeS2 lautet die chemische Formel; kubisch modifiziertes Eisen(II)-disulfid die vollständig ausgeschriebene Bezeichnung.

Man nehme also ein Teil Eisen und zwei Teile Schwefel, fertig ist das Mineral.

Die Antwort für Goldsucher

Katzengold ist kein Gold und enthält auch kein Gold. Punkt. Deshalb heißt Katzengold umgangssprachlich auch Narrengold. Denn nur ein Narr lässt sich täuschen.

Wegen seiner Farbe und seiner Eigenschaften sind in der Geschichte der Menschheit dennoch schon viele Schatzsucher auf das "Fake-Gold" hereingefallen.

Da Pyrit deutlich härter ist als Gold lässt es sich von echtem Gold unterscheiden: da Gold sehr weich ist, kann man es leicht ritzen, zum Beispiel mit einem Kupferstück (Härte ~3) oder sogar mit dem Fingernagel (Härte ~2,5 | je nach Person).

Goldschürfer, die in früheren Zeiten noch nicht über moderne Geologie-Technologien verfügten, konnten so schnell und unkompliziert das echte von dem "Möchtegern-Gold" durch Testritzen unterscheiden.

Die Antwort für Katzenfreunde

Nein, Katzengold hat nichts, aber auch gar nichts mit Katzen zu tun. Woher der begriffliche Zusammenhang mit Katzen kommt, ist nicht wirklich eindeutig. Manche Sprachforscher meinen, dass der Begriff abgeleitet ist aus dem althochdeutschen “Kazzungold”. Dies bedeutete “goldgelbes Kirschharz“ und meinte Funde, die metallisch-gülden schimmerten und daher irgendwie wertvoll aussahen, aber kein echtes Gold waren.

Die Antwort für Kirchenhistoriker

Andere Quellen leiten das Wort “Katze” ab aus dem mittelalterlichen Begriff “Ketzer”. So wurden damals Menschen bezeichnet, die einem Irrglauben anhingen. Was damals gleichbedeutend war mit allem, was außerhalb der offiziellen katholische Lehre stand. Meist endete das auf dem Scheiterhaufen. Der Ketzer war also jemand, der falsch dachte. Etwas “ketzern” bedeutete, etwas zu fälschen. Übersetzt hieße "Ketzergold" also "Falschgold".

Die Antwort für Schatzsucher

Wer auf der Jagd ist nach einem wertvollen Goldschatz, den müssen wir enttäuschen. Einen Wert im Sinne von teuer oder eines seltenen Edelmetalls hat Pyrit nicht.

Aber auch wenn Katzengold nichts anderes ist als ein Klumpen Eisen und Schwefel, heißt das nicht, dass es gar keinen Wert hat. Hobby-Geologen und Mineraliensammler schätzen Aussehen und Struktur mancher Steine. Ein schöner Pyrit Stein kann im heimischen Vitrinenschrank schon ein Hingucker sein.

Ein ca. 300 Gramm schwerer Klumpen mit erkennbarer Würfel-Struktur kostet aktuell ca. 50 Euro (4x7x5,6 cm | z. B. als Briefbeschwerer oder Tischdeko).

Die Antwort für Schmuck-Interessierte

Katzengold hat für die Schmuckherstellung keine wirkliche Bedeutung. Denn aufgrund seiner Eigenschaften ist es schwer zu verarbeiten. Pyrit ist härter als Gold und kaum formbar. Außerdem: Wer möchte schon seiner besseren Hälfte ein Schmuckstück schenken, das unter dem Namen Narrengold bekannt ist. Besonders schöne Stücke können natürlich trotzdem getragen werden. Meist dann in natürlicher Form, etwa als Anhänger oder Amulett.

Nachteil: Anders als das unvergängliche gelbe Edelmetall Gold, das nicht korrodiert, bildet Pyrit bei der Verwitterung giftige Schwefelsäure, was zu Vergiftungen, Verätzungen oder der Versauerung von Böden oder Gewässern führen kann.

Die Antwort für Esoteriker

Wir schieben jetzt mal alle Duft- und Nebelkerzen beiseite, die die Sinne trüben könnten, sagen "OMMMM" und stellen fest: Wer an die Heilwirkung von Pyrit glaubt, der darf das gern tun. Pyrit wird in diesen Kreisen gern als Heilstein getragen, etwa als Pyritsonne in Gestalt eines Umhängers.

Eine medizinische Wirksamkeit ist bis auf die oben beschriebenen Verwitterung durch Korrosion nicht belegt.

Vorkommen

Wer beim Spazierengehen die Augen offen hält, dem dürften die mehr oder weniger golden schimmernden Steine schon aufgefallen sein. Gerne auf Kiesbänken oder an Flussufern. Katzengoldvorkommen sind gar nicht so selten, oft findet man Exemplare sogar frei liegend.

Das kristalline Mineral kommt zudem häufig in Würfel- oder Oktaeder-Form in Sedimentgesteinen, Kohleflözen oder hydrothermalen Lagerstätten vor.

Gold hingegen findet man in fließenden Gewässern (z. B. Rhein-Gold), auch Seifenlagerstätten genannt, in unter- oder überirdischem Gestein (Quarzgestein), den sogenannten Primärlagerstätten oder sogar in Wüsten, wo das edle Metall durch Wind und Wetter freigelegt wird.

Welchen Wert hat Katzengold?

Katzengold ist also kein echtes Gold, sondern das häufig vorkommende Pyrit. Der Wert von Katzengold ist also rein ideeller und ästhetischer Natur. Es geht also darum, wie viel jemand bereit ist zu zahlen, weil ihm ein Exemplar besonders gut gefällt. Besonders schöne Exemplare haben durchaus ihren Preis. Tipp: Besuchen Sie Mineralienbörsen und ähnliche Fachmessen!

Katzengold erkennen: Einfache Tests für Laien

Katzengold kaufenPyrit: Der goldene Schimmer macht eine Unterscheidung für Laien schwierig

Wer als Laie auf Pyrit stößt, für den ist es gar nicht so einfach, Katzengold von echtem Gold zu unterscheiden. Und ein professionelles Prüflabor hat man in den seltensten Fällen beim Goldwaschen dabei. Woran kann man also Katzengold erkennen?

Hierfür gibt es einen einfachen und bewährten Katzengoldtest, den sogenannten Keramik- oder Reibtest: Dabei wird das verdächtige Material über unglasiertes, weißes Porzellan gerieben – beispielsweise über die raue Unterseite eines Tellers oder einer Fliese. Entsteht dabei ein dunkler oder gräulicher Strich, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht um echtes Gold. Auch sichtbare Kratzer im Porzellan können ein Hinweis auf Katzengold sein.

Dieser einfache Test ersetzt selbstverständlich keine professionelle Analyse oder einen wirklichen Goldtest, kann jedoch zur schnellen Ersteinschätzung hilfreich sein.

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von Anonymisiert | 07.01.2026, 10:51 Uhr Antworten

Ich weiss nicht, warum sich so hartnäckig das Gerücht hält, das Gold "weich" sei.
Jeder der mit 14 oder 18 Karat Gold arbeitet weiß, dass dem nicht so ist.
Silber ist dagegen tatsächlich ein schönes und fügsames Material,- man kann es nicht vergleichen, mit dem störrischen Gold!
Aber trotzdem mache ich Schmuck für mich immer in Gold,- weil es einfach unvergleichlich ist.

von Rastaman | 06.12.2024, 18:09 Uhr Antworten

Habe Katzengold selber schon gefunden. Eisen und Schwefel sind Hauptbestand dessen selber, andere Beimengungen wie zb. Quecksilber fallen weiß aus. Beispiel Kiruna in Schweden. Der Geschichte nach hat ein einheimischer Pyrit gefunden und schätzen lassen vor langer zeit. Es war kein Gold sondern Eisen.

von SVEN | 16.09.2023, 13:06 Uhr Antworten

Hallo, Katzengold kommt aus dem Mittelalter, Kertzer (Täuscher,Schwindler). Ich habe mein Stein in den Bergen vom Ahrntal, Südtirol gefunden.

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