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Stand: 08.07.2022
Wie hoch ist die aktuelle Goldnachfrage weltweit? Wie setzt sie sich zusammen? Wer kauft am meisten? Wie hat sich die Nachfrage nach Gold entwickelt, wie verändert? Aktuelle Zahlen, Analysen und Hintergründe hier.
Goldnachfrage: Zahlen, Analysen, Hintergründe
Das Wichtigste in Kürze:
  • Gesamtnachfrage nach Gold weltweit 2021: 4.021 Tonnen
  • Zunahme gegenüber Vorjahr um fast 10 %
  • Gestiegene Nachfrage in fast allen Sektoren
  • Plus bei Schmuck, Münzen & Barren, Industrie sowie Zentralbanken
  • Einzig ETF-Nachfrage verzeichnet Rückgang
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Aktuelle Goldnachfrage 2021

Die weltweite Goldnachfrage betrug 2021 insgesamt 4.021 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr 2020 bedeutet dies einen deutlichen Zuwachs um fast 10%.

Diese Zahlen veröffentlichte Ende Januar 2022 das World Gold Council (WGC), die Lobbyorganisation der Goldminenindustrie mit Sitz in London.(1). Deren jährliche Gold Demand Trends sind regelmäßig publizierte Reports mit wichtigen Zahlen und Fakten zum globalen Goldmarkt.

Als wesentliche Ursache für den Anstieg der globalen Goldnachfrage sehen die Analysten des World Gold Council eine einsetzende Erholung von den Folgen der Corona-Pandemie. Im Vorjahr 2020 hatte das Covid-19 Virus für einen deutlichen Einbruch bei der Goldnachfrage gesorgt. Viel davon wurde in 2021 kompensiert. Die in vielen wichtigen Industrieländern gestiegene Inflation tat ein Übriges.

Nachfrage nach Sektoren

Bei der Gesamtnachfrage wird unterschieden nach vier Segmenten. Demzufolge gliederten sich die 4.021 Tonnen der Gesamtnachfrage in 2021 wie folgt auf:

  • 2.221 Tonnen Goldnachfrage stellt der Sektor Schmuck
  • 1.007 Tonnen Goldnachfrage stellt der Sektor Investment
  • 463 Tonnen Goldnachfrage stellen die Zentralbanken
  • 330 Tonnen Goldnachfrage stellt der Sektor Industrie & Technik
Goldnachfrage weltweit aktuell Aktuelle Goldnachfrage: Anteile nach Sektoren (ohne OTC-Geschäfte)

Veränderung nach Sektoren

Prozentual am höchsten war der Nachfragezuwachs in 2021 bei den Zentralbanken. Sie verbuchten in der Summe ein sattes Plus von 82% gegenüber dem Vorjahr. Absolut gesehen wirkte sich jedoch der Zuwachs der Schmuckindustrie am stärksten aus. Hier betrug das Nachfrageplus 67%. Auch der Sektor Industrie & Technologie hatte erhöhten Goldbedarf.

Gegen den Trend verlief die Entwicklung im Investmentsektor. Im Vergleich zum Vorjahr war hier in der Summe ein deutlicher Rückgang der Nachfrage von -43% zu verzeichnen. Allerdings muss hier differenziert werden.

Münzen & Barren hui, ETFs pfui

Im Bereich Investment werden zwei Unterbereiche unterschieden. Deren Entwicklung verlief in 2021 gegenläufig:

  • Münzen und Barren: Bei physischem Gold gab es in 2021 mit 1.180 Tonnen Nachfrage ein deutliches Plus von 280,8 Tonnen, was umgerechnet einem Zuwachs von + 31% entspricht
  • ETFs: Bei börsenhandelbaren Finanzprodukten auf Gold, auch "Papiergold" genannt, war ein massiver Nachfrageeinbruch zu verzeichnen, was die Netto-Bilanz ins Negative drehte. Goldbesicherte ETFs und ETCs (= Exchange Traded Funds, Exchange Traded Commodities) verzeichneten einen Abfluss von 173 Tonnen Gold. 2020 stand hier noch ein Plus von 874 Tonnen zu Buche.

Unterm Strich ergibt das für den Investmentsektor:
1.180 t (Münzen & Barren) - 173 t (ETF) = 1.007 Tonnen.
Umgerechnet entspricht das einem Minus von - 43 %.

Sektor Veränderung zum Vorjahr
Zentralbanken + 82 %
Goldschmuck + 67 %
Industrie + 9 %
Investment - 43 %
      > hiervon Barren & Münzen: + 280,8 t (= + 31%)
      > hiervon ETF: negativ (- 173 t, nur Abflüsse)

Goldnachfrage Entwicklung

Das bisherige Goldnachfrage All Time High wurde erreicht im Jahr 2011 mit 4777 Tonnen. Deutlich zu sehen auch der Nachfrage-Einbruch in 2020, als die Corona-Pandemie die Welt fest im Griff hatte:

Goldnachfrage Entwicklung

Gesamtentwicklung: Vergleich nach Sektoren

Jahr Schmuck Investment Industrie Zentralbanken Gesamt
2010 2.057,1 t 1.593,1 t 460,7 t 79,2 t 4.190,0 t
2011 2.104,2 t 1.763,4 t 429,1 t 480,8 t 4.777,5 t
2012 2.157,3 t 1.572,8 t 382,3 t 569,2 t 4.681,5 t
2013 2.726,2 t 843,5 t 355,8 t 629,5 t 4.554,9 t
2014 2.533,2 t 917,1 t 348,4 t 601,1 t 4.399,8 t
2015 2.459,8 t 962,1 t 331,7 t 579,6 t 4.333,2 t
2016 2.103,9 t 1.614,1 t 323,0 t 394,9 t 4.435,9 t
2017 2.241,0 t 1.315,4 t 332,6 t 378,6 t 4.267,6 t
2018 2.248,4 t 1.160,4 t 334,8 t 656,6 t 4.400,2 t
2019 2.122,7 t 1.269,2 t 326,0 t 668,5 t 4.386,4 t
2020 1.411,6 t 1.773,2 t 301,9 t 272,9 t 3.759,6 t
2021 2.221,0 t 1.007,0 t 330,0 t 463,0 t 4.021,0 t

Woher kommt das Gold? Hier gibt es im Wesentlichen drei Zuflüsse: Neu gefördertes Gold aus Goldminen, recyceltes Gold sowie Netto Hedging.

Nachfrage 2021 im Detail

Goldschmuck Sektor mit teils enormen Zuwächsen

Den in absoluten Zahlen größten Appetit auf Gold hatte in 2021 die Schmuckindustrie. Dabei sind seit Jahren China und Indien die dominierenden Märkte. Hier sorgen allein schon die hohen Bevölkerungszahlen für eine gewichtige Nachfrage. Dazu kommt, dass Goldschmuck dort nicht nur als Zierde oder Statussymbol gekauft wird, sondern auch als traditionelle Form des Investments gilt.

Beide Märkte verzeichneten in 2021 einen enorme Zuwächse, insbesondere Indien.

Größte Goldschmuck Märkte Nachfrage 2021 Veränderung zu 2020
China 674,6 t + 63 %
Indien 610,0 t + 93 %

Weitere wichtige Märkte für Goldschmuck sind die USA, Türkei, Saudi Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Deutschland spielt auf dem globalen Schmuckmarkt nur eine Nebenrolle.

Zentralbanken mit großem Goldhunger

Mit einem Plus von 82 % zeigten die Zentralbanken in 2021 prozentual gesehen das größte Nachfrageplus. In der Summe relativiert sich allerdings diese Menge: 463 Tonnen betrug der Anteil der Notenbanken an der globalen Goldnachfrage, was am Gesamtkuchen umgerechnet nur 11,5% sind.

Bemerkenswert: In 2021 traten verstärkt Zentralbanken als Käufer in Erscheinung, die sonst nicht unter den "üblichen Verdächtigen" zu finden sind. Namentlich waren dies die Zentralbanken von Thailand, Indien, Ungarn oder Brasilien.

Geschichtlich gesehen ist festzuhalten, dass alle Zentralbanken in der Summe von 1989 bis 2008 als Netto-Verkäufer auf dem Weltmarkt auftraten. Sie bildeten mit einem Verkaufsvolumen von durchschnittlich 400 bis 500 Tonnen einen wichtigen Teil des weltweiten Goldangebots. Der Übertritt der Zentralbanken als Gruppe auf die Seite der Netto-Käufer fand 2009/2010 statt. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Die USA, Deutschland, der Internationale Währungsfonds, Italien und Frankreich verfügen über die größten offiziellen Goldbestände. Die Nachfrage im 21. Jahrhundert geht allerdings nicht von diesen Playern aus. Stattdessen fallen schon seit Jahren China und Russland als auffallend starke Goldkäufer auf wie auch diverse Schwellenländer.

Mehr: Goldreserven der Zentralbanken

Mehr Nachfrage bei Industrie & Technologie

Im Vergleich zum Vorjahr benötigte der industrielle Sektor 330 Tonnen mehr Gold, ein Plus von 9%. Den mit Abstand größten Appetit auf Gold hat die Elektronikindustrie. Namentlich die Einführung des G5 Standards in der Telekommunikation sowie die Umstellung der Kfz-Branche auf Elektroantrieb waren hier wichtige Faktoren.

Die Nachfrage für zahnmedizinische Zwecke ist wenig bedeutend.

Quellen:
(1) World Gold Council: Gold Demand Trends - Full Year Report 2021

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