Stand: 06.11.2019 0 Kommentare

Wie hoch ist die aktuelle Goldnachfrage weltweit? Wie setzt sie sich zusammen? Wer kauft am meisten? Wie hat sich die Nachfrage nach Gold entwickelt? Hier alle Antworten!


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Goldnachfrage aktuell

Aktuelle Goldnachfrage weltweit

Goldnachfrage in 2018: Das Wichtigste in Kürze
  • Gesamtnachfrage 2018: 4345,1 Tonnen. Somit Steigerung gegenüber Vorjahr um rund 4%
  • 2018 auffallend hohe Goldnachfrage durch Notenbanksektor
  • Goldnachfrage im Sektor "Münzen und Barren" ebenfalls 4 % gestiegen
  • Goldnachfrage im Sektor "ETFs" stark gefallen
  • Nachfrage in den Sektoren "Schmuck" und "Technologie" unverändert

Aktuelle Goldnachfrage 2018

Die weltweite Goldnachfrage betrug 2018 insgesamt 4345,1 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr 2017 bedeutet dies eine Steigerung um rund 4 %. Diese Zahlen veröffentlichte Anfang 2019 das World Gold Council (WGC), die Marketing-Organisation der Goldminenindustrie. Deren Gold Demand Trends sind regelmäßig veröffentlichte Reports mit wichtigen Zahlen und Fakten zur aktuelle Goldnachfrage.

Bei der Gesamtnachfrage selbst wird unterschieden nach Sektoren. Im Jahr 2018 teilten sich die 4345,1 Tonnen wie folgt auf:

  • 2200,0 Tonnen Gold entfielen auf den Sektor Goldschmuck
  • 1159,1 Tonnen Gold entfielen auf den Sektor Investment
  • 651,5 Tonnen Gold entfielen auf den Sektor Zentralbanken
  • 334,6 Tonnen Gold entfielen auf den Sektor Industrie und Technik

Bei der Investmentnachfrage werden dabei zwei weitere Unterbereiche unterschieden: Physische Goldbarren und Goldmünzen, sowie börsengehandelte Gold-ETFs. Im Detail unterteilten sich die 1159,1 Tonnen der Nachfrage für Investmentgold in 2018 wie folgt:

  • 1090,2 Tonnen Münzen und Barren
  • 68,9 Tonnen ETFs

Quelle: World Gold Council

Entwicklung Goldnachfrage

Jahr Schmuck Barren und
Münzen
ETFs Technologie Zentralbanken Gesamt
2005 2.721,0 t 418,1 t 211,1 t 440,4 t -663,4 t 3.127,2 t
2006 2.301,4 t 429,8 t 258,7 t 471,7 t -365,4 t 3.096,2 t
2007 2.424,9 t 437,5 t 259,6 t 477,7 t -483,8 t 3.116,0 t
2008 2.306,2 t 917,9 t 325,0 t 464,7 t -235,4 t 3.678,3 t
2009 1.816,3 t 832,3 t 644,6 t 414,4 t -33,6 t 3.674,0 t
2010 2.051,4 t 1.201,8 t 420,8 t 459,9 t 79,2 t 4.213,0 t
2011 2.090,8 t 1.493,4 t 236,9 t 427,0 t 480,8 t 4.729,0 t
2012 2.133,8 t 1.299,0 t 306,6 t 379,1 t 569,3 t 4.687,8 t
2013 2.669,1 t 1.700,8 t -915,9 t 354,3 t 625,5 t 4.133,7 t
2014 2.461,4 t 1.002,2 t -183,1 t 346,4 t 590,5 t 4.217,4 t
2015 2.388,6 t 1.047,0 t -128,3 t 332,0 t 576,5 t 4.215,8 t
2016 2.053,6 t 1.048,7 t 546,8 t 323,4 t 389,8 t 4.308,7 t
2017 2.200,9 t 1.045,2 t 206,4 t 332,6 t 374,8 t 4.159,9 t
2018 2.200,0 t 1.090,2 t 68,9 t 334,6 t 651,5 t 4.345,1 t
Goldnachfrage Entwicklung

In der Gesamtschau der letzten Jahre zeigt sich bei der Entwicklung der weltweiten Goldnachfrage zunächst ein kontinuierlichen Anstieg, bis dann 2011 das bisherige All Time High erreicht wurde mit 4729 Tonnen. Erwähnenswert: 2011 war auch das Jahr, indem der Goldpreis in Dollar seinen bisherigen Höchststand markierte.


Danach erfolgte ein leichter Rückgang. Seitdem hat sich die Goldnachfrage auf konstant hohem Niveau konsolidiert.



Grafik links:
Entwicklung weltweite Goldnachfrage 2005 - 2018
(Angaben in Tonnen)

Nachfrage des Goldschmuck-Sektors

Goldschmuck stellt traditionell den größten Anteil an der Gesamtnachfrage nach Gold. Im Jahr 2018 belief sich die Nachfrage nach Gold für Schmuck und Juweliere auf 2200 Tonnen, was einem Anteil von mehr als der Hälfte der Gesamtnachfrage ausmacht. Im Vergleich zum Vorjahr blieb die Goldnachfrage des Schmucksektors damit nahezu unverändert. Im Jahr 2005 hatte der Anteil noch bei 87 Prozent gelegen.

Die dominierenden Märkte für Goldschmuck sind China und Indien. Neben den hohen Bevölkerungszahlen ist auch die Funktion von Goldschmuck in diesen Ländern für die starke Nachfrage verantwortlich. In China und Indien wird Goldschmuck nicht nur als Zierde oder Statussymbol gekauft, sondern auch als eine traditionelle Form des Investments genutzt.

Im Jahr 2018 lag die Nachfrage nach Goldschmuck in China bei 672,5 Tonnen und in Indien bei 598 Tonnen. Zusammengenommen stellten die beiden Länder damit weit über die Hälfte der weltweiten Goldschmuck-Nachfrage.

Weitere wichtige Märkte für Goldschmuck sind die USA, Saudi Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Goldnachfrage aus Deutschland spielt auf dem globalen Schmuckmarkt nur eine Nebenrolle.

Top 10 Märkte für Goldschmuck Schmucknachfrage
China 672,5 t
Indien 598,0 t
USA* 144,7 t
Vereinigte Arabische Emirate* 52,1  t
Iran* 44,9 t
Süd-Korea* 40,4 t
Hongkong* 40,1 t
Türkei* 39,4 t
Indonesien* 36,2 t
Russland* 34,0 t

Quelle: World Gold Council, Gold Report 2018 / * = Zahlen 2017 (Thomson/Reuters - GFMS)

Investmentsektor

Die Goldnachfrage im Investmentbereich umfasst die physische Nachfrage nach Goldbarren, staatlichen Goldmünzen und privat geprägten Medaillen sowie die Nachfrage der Gold-ETFs und ähnliche börsengehandelte Goldprodukte. Den Löwenanteil hierbei bilden aber Goldbarren und Goldmünzen.

Nach der Schmucknachfrage stellen Goldinvestments den zweitgrößten Teil der Gesamtnachfrage nach Gold. Im Jahr 2018 belief sich der Goldbedarf im Investmentsektor auf insgesamt 1159,1 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr 2017 ein Rückgang in der Gesamtnachfrage, bedingt vor allem durch einen starken Rückgang bei der Nachfrage durch ETFs, den die Zuwächse bei Münzen und Barren nicht ausgleichen konnten.

Investmentsektor: Nachfrage nach Goldbarren und Goldmünzen

Die Nachfrage nach physischem Gold für Goldbarren und Goldmünzen überschritt im Jahr 2010 erstmals 1000 Tonnen und hat sich seither über dieser Grenze gehalten. Das Allzeithoch wurde im Jahr 2013 mit 1700,8 Tonnen erreicht. 2018 belief sich die Investmentnachfrage für physisches Gold auf 1090,2 Tonnen. Somit eine Steigerung um rund 4% gegenüber dem Vorjahr mit 1045,2 Tonnen.

Die größten Märkte für Goldbarren und Goldmünzen sind China und Indien, wobei der Spitzenplatz häufiger mal wechselt. Auf dem dritten Platz folgt mit einigem Abstand Deutschland.

Die wichtigsten Akteure bei der Nachfrage nach Barren und Münzen sind private (Klein)anleger, die sich im Gegensatz zu institutionellen Anlegern durch eine “Schnäppchenmentalität” auszeichnen.

Stark rückläufige Goldpreisentwicklung führt regelmäßig zu starken Ansteigen der Nachfrage, während ein steigender Goldpreis meist Kaufzurückhaltung nach sich zieht.

Top Märkte für Goldbarren und Goldmünzen 2018 Nachfrage
Barren und Münzen
China 304,2 t
Indien 162,4 t
Südost-Asien (Indonesien+Thailand+Vietnam) 131,3 t
Iran 61,8 t
Türkei 37,8 t
Vietnam 35,4 t
USA 28,1 t
UK (Großbritannien) 11,6 t
Quelle: World Gold Council
Investmentsektor: Nachfrage nach Gold-ETFs

Börsengehandelte Goldprodukte wie Gold-ETFs (Exchange Traded Funds,) und Gold-ETCs (Exchange Traded Commodities) bilden den nicht physischen Teil der Investmentnachfrage. Die Zuordnung ist ein wenig irreführend, da nur physisch besicherte Produkte in die Nachfrage EInfließen.

Der Käufer von Anteilen an ETFs und ETCs erhält allerdings in der Regel kein physisches Gold, sondern erwirbt und verkauft die Anteile wie Aktien an der Börse. 2018 lag die Goldnachfrage für ETFs bei 68,9 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr 2017 ein deutlicher Rückgang um 67%.

Die Nachfrage nach börsengehandeltem Gold setzt sich aus institutioneller und privater Nachfrage zusammen, wobei die institutionellen Anleger den Ton angeben. Häufig sind gegenläufige Entwicklung zur Nachfrage nach Barren und Münzen festzustellen. Die eher trendfolgend orientierten institutionellen Anleger nutzen einen steigenden Goldpreis für Zukäufe und begrenzen bei einem fallenden Goldpreis ihre Verluste.

Der mit Abstand größte Gold-ETF ist der SDPR Gold Trust aus den USA. Auf dem deutschen Markt führt Xetra-Gold die Liste der umsatzstärkste börsengehandelten Goldprodukte an. International liegt Xetra Gold auf dem 3. Platz.

Top 10 der Gold-ETFs und der Gold-ETCs Stand Mai 2017

Platz Top 10 Gold ETFs & ETCs Land Goldbestände ETFs* (Tonnen)
1 SPDR Gold Trust USA 832,33 t
2 iShares Gold Trust USA 199,85 t
3 Xetra-Gold Deutschland 162,85 t
4 EFTS Physical Gold Vereinigtes Königreich 148,67 t
5 ZKB Gold ETF Schweiz 147,46 t
6 Gold Bullion Securites Vereinigtes Königreich 100,12 t
7 Source Physical Gold P-ETC Vereinigtes Königreich 99,50 t
8 iShares Physical Gold ETC Vereinigtes Königreich 69,39 t
9 Sprott Physical Gold Trust USA 54,66 t
10 Central Fund of Canada Kanada 55,03 t
Stand: Mai 2017

Nachfrage der Zentralbanken - staatliche Goldreserven

Die Zentralbanken waren von 1989 bis 2008 Nettoverkäufer von Gold und bildeten mit einem Verkaufsvolumen von durchschnittlich 400 bis 500 Tonnen einen wichtigen Teil des weltweiten Goldangebots.

Der Übertritt der Zentralbanken als Gruppe auf die Seite der Goldkäufer fand im 2. Quartal 2009 oder auf Gesamtjahresbasis 2010 statt. Mit 651,5 Tonnen an zugekauftem Gold markiert das Jahr 2018 den bisher größten Goldhunger der Notenbanken seit 1971.

Die USA, Deutschland, der Internationale Währungsfonds, Italien und Frankreich verfügen über die größten Goldbestände, die überwiegend vor oder während der Zeit des Gold-US-Dollar-Standards im Bretton-Woods-System aufgebaut wurden.

Die Nachfrage des staatlichen Sektors im 21. Jahrhundert geht allerdings nicht von diesen Ländern und internationalen Organisationen aus. So treten etwa China und Russland schon seit Jahren als auffallend starke Goldkäufer auf. Aber auch viele Schwellenländern nutzen Gold als Mittel der Diversifizierung ihrer Devisenreserven.

Mehr zu Goldreserven sowie die Top 10 der Zentralbanken mit den größten Goldbeständen hier: Goldreserven

Goldangebot

Die Analyse der Goldnachfrage berührt natürlich auch den Punkt: Wie setzt sich das Angebot an Gold überhaupt zusammen? Unter Goldangebot insgesamt versteht man die Summe aus neu gefördertem Gold der Minenbetreiber, recyceltes Altgold, sowie das Hedging (Absicherungsgeschäfte am Terminmarkt) der Minenbetreiber. Im Jahr 2018 lag das Gesamtangebot an Gold auf dem Weltmarkt bei 4490,2 Tonnen. Eine leichte Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Goldangebot Zusammensetzung 2018 im Detail:

  • Neu gefördertes Gold: 3436,9 Tonnen

  • Recyceltes Gold: 1172,6 Tonnen

  • Netto-Hedging: - 29,4 Tonnen

In der Summe bedeutet dies eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Sowohl die Förderleistung der Minen als auch die Menge an recyceltem Gold verbuchte Zuwächse. Mehr zur Goldförderung hier:
Goldförderung, Goldlagerstätten, Top 10 Ländern mit den größten Fördervolumen

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    Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"