Stand: 08.09.2021
Wie hoch ist die aktuelle Goldnachfrage weltweit? Wie setzt sie sich zusammen? Wer kauft am meisten? Wie hat sich die Nachfrage nach Gold entwickelt, wie verändert? Alle Antworten hier.
Goldnachfrage: Zahlen, Analysen, Hintergründe.

Aktuelle Goldnachfrage

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Das Wichtigste in Kürze:
  • Gesamtnachfrage weltweit 2020: 3.759,6 Tonnen
  • Rückgang um 14 % gegenüber 2019
  • Schmuck- und Notenbankennachfrage deutlich eingebrochen
  • Nachfrage im Investmentsektor stark angestiegen
  • Corona-Pandemie zeigt Folgen auf dem Goldmarkt
Lies hier:

Aktuelle Goldnachfrage 2020

Die weltweite Goldnachfrage betrug 2020 insgesamt 3759,6 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr 2019 bedeutete dies einen deutlichen Rückgang um 14%.

Diese Zahlen veröffentlichte Anfang 2021 das World Gold Council (WGC), die Marketing- und Lobbyorganisation der Goldminenindustrie (1). Deren jährliche Gold Demand Trends sind regelmäßig veröffentlichte Reports mit wichtigen Zahlen und Fakten zum Goldmarkt.

Bei der Gesamtnachfrage selbst wird unterschieden nach vier Segmenten. Diese sind: Schmuck, Investment, Zentralbanken und Industrie. Aufgeteilt nach diesen vier Segmenten unterteilen sich die 3759,6 Tonnen der Gesamtnachfrage in 2020 wie folgt:

  • 1.773,2 Tonnen Gold entfielen auf den Sektor Investment
  • 1.411,6 Tonnen Gold entfielen auf den Sektor Goldschmuck
  • 301,9 Tonnen Gold entfielen auf den Sektor Industrie
  • 272,9 Tonnen Gold entfielen auf den Sektor Zentralbanken
Goldnachfrage weltweit aktuell

Woher kommt das Gold? Hier gibt es im Wesentlichen drei Zuflüsse: Neu gefördertes Gold aus Goldminen, recyceltes Gold sowie Netto Hedging. Für 2020 im Detail:

  • Neu gefördertes Gold: 3.400,8 Tonnen
  • Recyceltes Gold: 1.297,4 Tonnen
  • Netto-Hedging: - 65,1 Tonnen

In der Summe ergibt dies 4.633,1 Tonnen Gold, welches 2020 auf den Weltmarkt kam. Auch das ein Rückgang um 4 % im Vergleich zu 2019. Es wurde also nicht nur weniger Gold nachgefragt, es kam auch weniger Gold auf den Markt.

Goldnachfrage Entwicklung

Mit nur 3759,6 Tonnen unterschritt die Goldnachfrage zum ersten Mal seit 2009 die 4000 Tonnen Grenze. Als wesentliche Ursache für den deutlichen Rückgang der Nachfrage sehen Analysten und Markbeobachter die Corona-Pandemie und deren Auswirkungen.

Das bisherige Goldnachfrage All Time High wurde erreicht im Jahr 2011 mit 4729 Tonnen. Erwähnenswert: 2011 war auch das Jahr, indem der Goldpreis in Dollar in bemerkenswerten Höhen notierte.

Goldnachfrage Entwicklung

Gesamtentwicklung nach Sektoren 2010 -2020

Jahr Schmuck Investment Industrie Zentralbanken Gesamt
2010 2.057,1 t 1.593,1 t 460,7 t 79,2 t 4.190,0 t
2011 2.104,2 t 1.763,4 t 429,1 t 480,8 t 4.777,5 t
2012 2.157,3 t 1.572,8 t 382,3 t 569,2 t 4.681,5 t
2013 2.726,2 t 843,5 t 355,8 t 629,5 t 4.554,9 t
2014 2.533,2 t 917,1 t 348,4 t 601,1 t 4.399,8 t
2015 2.459,8 t 962,1 t 331,7 t 579,6 t 4.333,2 t
2016 2.103,9 t 1.614,1 t 323,0 t 394,9 t 4.435,9 t
2017 2.241,0 t 1.315,4 t 332,6 t 378,6 t 4.267,6 t
2018 2.248,4 t 1.160,4 t 334,8 t 656,6 t 4.400,2 t
2019 2.122,7 t 1.269,2 t 326,0 t 668,5 t 4.386,4 t
2020 1.411,6 t 1.773,2 t 301,9 t 272,9 t 3.759,6 t

Veränderung nach Sektoren Vergleich 2019 - 2020

Sektor Veränderung zum Vorjahr
Goldschmuck - 34 %
Investment + 40 %
Zentralbanken - 59 %
Industrie - 7 %

Quelle: World Gold Council, Gold Demand Trends 2020

Die einzelnen Segmente im Detail

Nachfrage des Goldschmuck-Sektors

Viele Jahre hatte der Goldschmuck Sektor den größten Appetit auf Gold. Dies hat sich in 2020 geändert. Mit 1.411,6 Tonnen nimmt sich die Schmuckbranche zwar noch immer einen großen Teil vom Kuchen, nach dem Investmentsektor ist dies aber nur noch der zweitgrößte Anteil. Corona hat hier tiefe Spuren hinterlassen. Geschlossene Shops, Lockdowns, unterbrochene Lieferketten und ein hoher Goldpreis haben in der Summe zu einer mit - 34 % deutlich rückläufigen Goldnachfrage geführt.

Die dominierenden Märkte für Goldschmuck sind China und Indien. Neben den hohen Bevölkerungszahlen gilt Goldschmuck dort auch als traditionelle Form des Investments. Schmuck wird dort nicht nur als Zierde oder Statussymbol gekauft.

Größte Goldschmuck Märkte Nachfrage 2020 Veränderung zu 2019
China 415,6 Tonnen - 35 %
Indien 315,9 Tonnen - 42 %

Quelle: World Gold Council, Gold Demand Trends 2020

Weitere wichtige Märkte für Goldschmuck sind die USA, Türkei, Saudi Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Deutschland spielt auf dem globalen Schmuckmarkt nur eine Nebenrolle.

Investmentsektor

Im Vergleich zum Vorjahr 2019 konnte der Investmentsektor mit 1.773,2 Tonnen Goldnachfrage einen deutlichen Anstieg um 40 % verbuchen. Damit zeigt dieses Segment erstmals seit Jahren den größten Goldhunger. Dabei werden zwei Unterbereiche unterschieden:

  • Physisches Gold: Goldbarren, staatliche Goldmünzen und privat geprägte Medaillen
  • Börsenhandelbare Finanzprodukte auf Gold: Goldbesicherte ETFs und ETCs (= Exchange Traded Funds, Exchange Traded Commodities). Auch "Papiergold" genannt

Für den Nachfrageanstieg verantwortlich war allerdings fast ausschließlich Papiergold. Stolze 120 % Nachfragezuwachs vermeldet hier der WGC-Report zum Stichtag Ende Dezember 2020. Mit 3 % deutlicher kleiner fiel der Zuwachs bei Barren und Münzen aus:

Investment Gattung Nachfrage 2020 Veränderung zu 2019
Goldbesicherte ETFs & ETCs 877,1 Tonnen + 120 %
Münzen & Barren 896,1 Tonnen + 3 %
Gesamt 1773,2 Tonnen + 40 %

Quelle: World Gold Council, Gold Demand Trends 2020

Bei Papiergold hatte den mit Abstand größten Anteil der SPDR Gold Trust aus USA mit 1.170,4 Tonnen gehaltenen Goldbeständen. Auf Platz zwei und drei folgen der iShares Gold Trust, ebenfalls USA, mit 525,0 Tonnen sowie der iShares Physical Gold ETC aus Großbritannien mit 234,6 Tonnen. Der deutsche Anbieter Xetra Gold belegt mit 216,0 Tonnen an physischen Goldbeständen Platz fünf im Papiergold-Ranking.

In der Summe belaufen sich damit die insgesamt gehaltenen Goldbestände bei ETFs und ETCs auf 3.751,5 Tonnen - ein neues Rekordhoch.

Mehr: Alles über Gold ETFs & Gold ETCs

Für Münzen und Barren differenziert der Report weiter aus, dass der Nachfragezuwachs in der Summe vor allem auf ein gestiegenes Interesse bei Münzen zurückzuführen sei, insbesondere in der westlichen Welt. Dagegen sei bei Barren die Nachfrage in 2020 insgesamt rückläufig gewesen.

Weiter bemerkenswert die Rolle Deutschlands bei der Nachfrage nach Münzen und Barren: Nach China zeigte Deutschland in 2020 die zweitgrößte Nachfrage weltweit mit insgesamt 163,4 Tonnen.

Nachfrage der Zentralbanken - staatliche Goldreserven

In 2020 sank die Goldnachfrage der Zentralbanken deutlich. Gerade mal 272,9 Tonnen Gold wollten die Währungshüter haben. Im Vergleich zu 2019 ein sehr deutlicher Rückgang um 59 %.

Die Zentralbanken waren von 1989 bis 2008 Nettoverkäufer von Gold und bildeten mit einem Verkaufsvolumen von durchschnittlich 400 bis 500 Tonnen einen wichtigen Teil des weltweiten Goldangebots.

Der Übertritt der Zentralbanken als Gruppe auf die Seite der Goldkäufer fand im 2. Quartal 2009 oder auf Gesamtjahresbasis 2010 statt.

Die USA, Deutschland, der Internationale Währungsfonds, Italien und Frankreich verfügen über die größten Goldbestände, die überwiegend vor oder während der Zeit des Gold-US-Dollar-Standards im Bretton-Woods-System aufgebaut wurden.

Die Nachfrage des staatlichen Sektors im 21. Jahrhundert geht allerdings nicht von diesen Ländern und internationalen Organisationen aus. So treten China und Russland schon seit Jahren als auffallend starke Goldkäufer auf, aber auch viele Schwellenländer wie die Türkei.

Mehr: Goldreserven der Zentralbanken

Nachfrage durch Industrie und Technologie

Rückläufig auch die Nachfrage des industriellen Sektors. Im Vergleich zu 2019 wurde 7 % weniger Gold benötigt. Ursache auch hier konjunkturelle Einbrüche wegen Covid-19. Den mit Abstand größten Appetit auf Gold hat die Elektronikindustrie. Die Nachfrage für zahnmedizinische Zwecke ist wenig bedeutend.

Quellen:
(1) World Gold Council: Gold Demand Trends 2020

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