Stand: 24.05.2017 0 Kommentare

Wie hoch ist die weltweite Goldnachfrage und wie setzt sie sich zusammen? In welchem Land wird am meisten Goldschmuck gekauft? Welche Zentralbank sind bei staatlichen Goldkäufen besonders aktiv und wie hat sich die Gesamtnachfrage nach Gold in den letzten Jahren entwickelt. Hier finden Sie die Antworten auf diese und zahlreiche weitere Fragen rund um das Thema Goldnachfrage.

Das Wichtigste in Kürze

  • Weltweite Goldnachfrage 2016 bei über 4.000 Tonnen
  • China bei physischer Goldnachfrage führend
  • Goldbarren und Goldmünzen in Deutschland populär
  • SPDR Gold Trust größter Gold ETF

Goldnachfrage weltweit

Die weltweite Goldnachfrage lag im Gesamtjahr 2016 bei 4.308,7 Tonnen. Davon entfielen 2041,6 Tonnen auf die Nachfrage nach Goldschmuck, 322,5 Tonnen auf die Nachfrage für technologische Anwendungen, 383,6 Tonnen auf die Nachfrage der Zentralbanken und 1.561,1 Tonnen auf die Investmentnachfrage, die sich wiederum in zwei Teilbereiche gliedert: Goldbarren und Goldmünzen (1.029,2 Tonnen) sowie börsengehandelte Gold-ETFs und ähnliche Produkte (531,9 Tonnen).

Weltweite Goldnachfrage Stand Mai 2017

Aktuelle Goldnachfrage

Die Goldnachfrage ist in ihrem Volumen und ihrer Zusammensetzungen ständigen Schwankungen unterworfen. Bereits im Verlauf einiger Monate lassen sich oft deutliche Veränderungen feststellen.

Die wichtigste Informationsquelle für die aktuelle Goldnachfrage sind die “Gold Demand Trends” des World Gold Council (WGC), einer Marketing-Organisation der Goldminenindustrie. Die “Gold Demand Trends” erscheinen auf Gesamtjahres- und auf Quartalsbasis. (Beispiel 1. Quartal 2017).

Aktuelle Goldnachfrage

Für die Nachfrage der Zentralbanken sowie der Gold-ETFs werden auf der Webseite des WGC monatliche Updates veröffentlicht. Darüber hinaus gibt der Informationsdienstleister GFMS jährlich den sehr detailierten “Gold Survey” und einmal pro Quartal das “Gold Survey Update und Outlook” heraus.

Entwicklung der Goldnachfrage 2005 - 2016

Jahr Schmuck Barren und
Münzen
ETFs Technologie Zentralbanken Gesamt
2005 2.721,0 t 418,1 t 211,1 t 440,4 t -663,4 t 3.127,2 t
2006 2.301,4 t 429,8 t 258,7 t 471,7 t -365,4 t 3.096,2 t
2007 2.424,9 t 437,5 t 259,6 t 477,7 t -483,8 t 3.116,0 t
2008 2.306,2 t 917,9 t 325,0 t 464,7 t -235,4 t 3.678,3 t
2009 1.816,3 t 832,3 t 644,6 t 414,4 t -33,6 t 3.674,0 t
2010 2.051,4 t 1.201,8 t 420,8 t 459,9 t 79,2 t 4.213,0 t
2011 2.090,8 t 1.493,4 t 236,9 t 427,0 t 480,8 t 4.729,0 t
2012 2.133,8 t 1.299,0 t 306,6 t 379,1 t 569,3 t 4.687,8 t
2013 2.669,1 t 1.700,8 t -915,9 t 354,3 t 625,5 t 4.133,7 t
2014 2.461,4 t 1.002,2 t -183,1 t 346,4 t 590,5 t 4.217,4 t
2015 2.388,6 t 1.047,0 t -128,3 t 332,0 t 576,5 t 4.215,8 t
2016 2.041,6 t 1.029,2 t 531,9 t 322,5 t 383,6 t 4.308,7 t


Goldnachfrage in einzelnen Segementen


Nachfrage nach Goldschmuck

Goldschmuck stellt traditionell den größten Anteil an der Gesamtnachfrage nach Gold. Im Jahr 2016 belief sich die Schmucknachfrage auf 2.041,6 Tonnen, was einem Anteil von rund 47,4 Prozent entsprach. Im Jahr 2005 hatte der Anteil noch bei 87 Prozent gelegen.

Der Rückgang des Anteils  ist neben einem geringeren Verkaufsvolumen vor allem auf den Wechsel der Zentralbanken von Nettoverkäufern zu Nettokäufern von Gold und auf eine höherem Anteil der Investmentnachfrage nach Gold-ETFs, Goldbarren und Goldmünzen zurückzuführen.

Die dominierenden Märkte für Goldschmuck sind China und Indien. Neben den hohen Bevölkerungszahlen ist auch die Funktion von Goldschmuck in diesen Ländern für die starke Nachfrage verantwortlich. In China und Indien wird Goldschmuck nicht nur als Zierde oder Statussymbol gekauft, sondern auch als eine traditionelle Form des Investments genutzt.

Im Jahr 2016 lag die Nachfrage nach Goldschmuck in China bei 629,0 Tonnen und in Indien bei 514 Tonnen. Zusammengenommen stellten die beiden Länder damit rund 60 Prozent der weltweiten Schmucknachfrage.

Weiter wichtige Märkte für Goldschmuck sind die USA, Saudi Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Mit einer Nachfrage von 10,3 Tonnen spielte Deutschland auf dem globalen Schmuckmarkt nur eine Nebenrolle.

Top 10 Märkte für Goldschmuck

Land Schmucknachfrage*
China** 629,9 t
Indien 514,0 t
USA 118,3 t
Saudi Arabien 56,4 t
Vereinigte Arabische Emirate 43,0 t
Hong Kong 41,4 t
Iran 41,0 t
Türkei 40,0 t
Indonesien 38,4 t
Russland 33,8 t
*Stand: Gesamtjahr 2016, **ohne Hong Kong und Taiwan

Investmentnachfrage

Die Investmentnachfrage umfasst die physische Nachfrage nach Goldbarren, staatlichen Goldmünzen und privat geprägten Medaillen sowie die Nachfrage der Gold-ETFs und ähnlichen börsengehandelten Goldprodukte.

Nach der Schmucknachfrage stellen Goldinvestments den zweitgrößten Teil der Gesamtnachfrage nach Gold. Im Jahr 2016 belief sich die Investmentnachfrage auf 1.561,1 Tonnen oder 36,2 Prozent der Gesamtnachfrage.

Nachfrage nach Goldbarren und Goldmünzen

Die physische Investmentnachfrage nach Goldbarren und Goldmünzen überschritt im Jahr 2010 erstmals 1.000 Tonnen und hat sich seither über dieser Grenze gehalten. Das Allzeithoch wurde im Jahr 2013 mit 1.700,8 Tonnen erreicht. 2016 belief sich die physische Investmentnachfrage auf 1.029,2 Tonnen oder 23,9 Prozent.

Die größten Märkte für Goldbarren und Goldmünzen sind China und Indien, wobei der Spitzenplatz häufig wechselt. Auf dem dritten Platz folgt mit einigem Abstand - Deutschland.

Die wichtigsten Akteure bei der Nachfrage nach Barren und Münzen sind private (Klein)anleger, die sich im Gegensatz zu institutionellen Anlegern durch eine “Schnäppchenmentalität” auszeichnen.

Stark rückläufige Goldpreisentwicklung führt regelmäßig zu starken Ansteigen der Nachfrage, während ein steigender Goldpreis meist Kaufzurückhaltung nach sich zieht.

Top 10 Märkte für Goldbarren und Goldmünzen

Land oder Region Nachfrage
Barren und Münzen*
China 284,6 t
Indien 161,6 t
Deutschland 105,3 t
USA 93,2 t
Thailand 69,7 t
Schweiz 45,7 t
Vietnam 42,9 t
Türkei 29,4 t
Indonesien 21,1 t
Japan 20,0 t
*Stand: Gesamtjahr 2016

Nachfrage nach Gold-ETFs

Börsengehandelte Goldprodukte wie Gold-ETFs (Exchange Traded Funds,) und Gold-ETCs (Exchange Traded Commodities) bilden den nicht physischen Teil der Investmentnachfrage. Die Zuordnung ist ein wenig irreführend, da nur physisch besicherte Produkte in die Nachfrage EInfließen.

Der Käufer von Anteilen an ETFs und ETCs erhält allerdings in der Regel kein physisches Gold, sondern erwirbt und verkauft die Anteile wie Aktien an der Börse. 2016 lag die Nachfrage an ETFs bei 531,9 Tonnen oder 12,3 Prozent der Gesamtnachfrage.

Die Nachfrage nach börsengehandeltem Gold setzt sich aus institutioneller und privater Nachfrage zusammen, wobei die institutionellen Anleger den Ton angeben. Häufig sind gegenläufige Entwicklung zur Nachfrage nach Barren und Münzen festzustellen. Die eher trendfolgend orientierten institutionellen Anleger nutzen eine steigenden Goldpreis für Zukäufe und begrenzen bei einem fallenden Goldpreis ihre Verluste.

Der mit Abstand größte Gold-ETF ist der SDPR Gold Trust aus den USA. Auf dem deutschen Markt führt Xetra-Gold die Liste der umsatzstärkste börsengehandelten Goldprodukte an. International liegt Xetra Gold auf dem 3. Platz.

Top 10 der Gold-ETFs und der Gold-ETCs Stand Mai 2017

Top 10 Gold ETFs & ETCs

Platz ETF Land Goldbestände ETFs* (Tonnen)
1 SPDR Gold Trust USA 832,33 t
2 iShares Gold Trust USA 199,85 t
3 Xetra-Gold Deutschland 162,85 t
4 EFTS Physical Gold Vereinigtes Königreich 148,67 t
5 ZKB Gold ETF Schweiz 147,46 t
6 Gold Bullion Securites Vereinigtes Königreich 100,12 t
7 Source Physical Gold P-ETC Vereinigtes Königreich 99,50 t
8 iShares Physical Gold ETC Vereinigtes Königreich 69,39 t
9 Sprott Physical Gold Trust USA 54,66 t
10 Central Fund of Canada Kanada 55,03 t
* Stand: März 2017

Nachfrage der Zentralbanken

Die Zentralbanken waren von 1989 bis 2008 Nettoverkäufer von Gold und bildeten mit einem Verkaufsvolumen von durchschnittlich 400 bis 500 Tonnen einen wichtigen Teil des weltweiten Goldangebots.

Der Wechsel der Zentralbanken als Gruppe auf die Seite der Goldkäufer und damit der Goldnachfrage fand im 2. Quartal 2009 oder auf Gesamtjahresbasis 2010 statt. Das seitdem höchste Kaufvolumen verzeichnete der staatliche Sektor im Jahr 2013 mit 625,5 Tonnen, was damals einem Anteil der Gesamtnachfrage von 15,3 Prozent entsprach.

Im Jahr 2016 lag das Volumen bei 383,6 Tonnen und der Anteil an der Gesamtnachfrage bei 8,9 Prozent. Die USA, Deutschland, der Internationale Währungsfonds, Italien und Frankreich verfügen über die größten Goldbestände, die überwiegend vor oder während der Zeit des Gold-US-Dollar-Standards im Bretton-Woods-System aufgebaut wurden.

Die Nachfrage des staatlichen Sektors im 21. Jahrhundert geht allerdings nicht von diesen Ländern und internationalen Organisationen aus, sondern von Schwellenländern, die Gold als Mittel der Diversifizierung ihrer Devisenreserven nutzen.

Dabei spielen China und Russland die wichtigste Rolle als Goldkäufer. Zwischen 2005 und 2017 haben sich die Goldbestände dieser beiden Länder zusammengenommen von weniger als 1.000 Tonnen auf über 3.500 Tonnen erhöht. Im Ranking der größten staatlichen Goldbesitzer belegt China inzwischen den 6. und Russland den 7 Platz.

Top 10 Staatliche Goldreserven

Platz Land Goldreserven (Tonnen) Goldanteil an Gesamtreserven
1. USA 8.133,5 t 75,1 %
2. Deutschland 3.377,9 t 69,4 %
3. IWF 2.814,0 t k. A.
4. Italien 2.451,8 t 69,2 %
5. Frankreich 2.435,8 t 64,2 %
6. China 1.842,6 t 2,4 %
7. Russland 1.680,1 t 16,9 %
8. Schweiz 1.040,0 t 5,8 %
9. Japan 765,2 t 2,5 %
10. Niederlande 612,5 t 64,0 %
* Stand: März 2017

Nachfrage des Technologiesektors

Die Goldnachfrage aus dem Technologiesektor stammt im Wesentlichen aus den drei Bereichen Elektrotechnik, Zahnmedizin und sonstige Industrien. Sie bildet den kleinsten Teil der Gesamtnachfrage nach Gold.

Das Volumen lag 2005 noch bei 440,4 Tonnen oder rund 14 Prozent. Bis 2016  fiel der Goldbedarf des Technologiesektors auf 322,5 Tonnen oder 7,5 Prozent der Nachfrage.

Goldangebot

Zum Goldangebot wird neu gefördertes Gold, recyceltes Altgold sowie das Hedging (Absicherungsgeschäfte am Terminmarkt) der Minenbetreiber gerechnet. Im Jahr 2016 lag das Gesamtangebot an Gold bei 4.570,8 Tonnen und setzte sich wie folgt zusammen:

  • Neu gefördertes Gold: 3.236,0 Tonnen

  • Recyceltes Gold: 1.308,5 Tonnen

  • Netto-Hedging: 26,3 Tonnen

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