Stand: 21.11.2017 4 Kommentare
Staatsverschuldung USA
19.868.556.113.486 USD
Schulden pro Kopf 61.555 $

USA Staatsverschuldung Entwicklung

Die Staatsschulden der USA betragen im Jahr 2016 19,8 Billionen USD, was 107,49% vom Bruttoinlandsprodukt entspricht. Umgerechnet entfallen heute auf jeden US-Bürger 61.362,00 USD und die Zahl steigt weiter an.

Staatsverschuldung USA von 1939 - 2015

Im Folgenden wollen wir Ihnen einen kurzen Überblick verschaffen, wie sich die Staatsverschuldung der Vereinigten Staaten seit der Gründung entwickelt hat, welche Faktoren das ungebremste Ansteigen begünstigen und wie mögliche Folgen aussehen können. Abschließend werden die US-Zahlen kurz mit denen aus China und Deutschland verglichen.

Die Geschichte der US-Staatsverschuldung

Die Staatsverschuldung der USA weist im Laufe der Geschichte regelmäßig kriegsbedingte Anstiege auf. Die Amerikanische Revolution hatte besonders im Norden hohe Schulden zur Folge, die der damalige Finanzminister Alexander Hamilton mit Hilfe der Staatskasse zu tilgen gedachte - sehr zum Missfallen der südlichen Staaten. Das System der Staatsanleihen entstand und führte in der Amtszeit Thomas Jeffersons zum Erwerb Louisianas und der Finanzierung der Britisch-Amerikanischen Kriege 1812.

Als Folge des Bürgerkrieges erreichten die Staatsschulden die bis dahin höchste Summe von 2,7 Mrd. USD. Der Wert sollte sich durch die Beteiligung am Ersten Weltkrieg auf 25,5 Mrd. USD erhöhen. Zwar erholte man sich in der Folgezeit ein wenig von den gestiegenen Ausgaben, unter Roosevelt folgte jedoch ein erneuter Anstieg. Als Gründe hierfür sind die "Great Depression" und der Zweite Weltkrieg zu nennen: durch die Wirtschaftskrise sanken zunächst die Steuereinnahmen und standen gestiegenen Sozialleistungen gegenüber. Die drastischen Ausgaben für den Zweiten Weltkrieg gipfelten schließlich in einem Anstieg der Schuldenlast auf insgesamt 251 Mrd. USD im Jahre 1945 (112% des BIP). Nach Kriegsende folgt eine Phase der Ruhe zusammen mit einer Expansion der amerikanischen Wirtschaft, die Auswirkungen auf das internationale Machtgefüge haben wird.

Die USA avancierten im weiteren Verlauf der Geschichte zu einer bedeutenden Gläubigernation und hielten etliche Anleihen der vom Krieg gebeutelten europäischen Staaten. Im Abkommen von Bretton Wood wurde zudem der Wert einer Unze Gold mit 35 Dollar festgelegt und damit das Britische Pfund als Leitwährung abgelöst.

Staatsverschuldung der USA 2014-2016

Mit Ende des Zweiten Weltkrieges war das Interesse vieler Staaten an Investitions- und Konsumgütern groß und den durch den Vietnamkrieg und schwankende Ölpreise sinkenden Goldreserven standen nunmehr gestiegene Dollarreserven gegenüber. Die defizitäre Handelslage vergrößerte die Auslandsverschuldung zusätzlich. Die drohende Inflation im eigenen Land und die Angst vor einem Ansturm auf die Reserven veranlasste Präsident Nixon im Juli des Jahres 1971 dazu, das "Gold-Fenster" zu schließen: Dollar konnten nicht länger gegen Gold eingetauscht werden und das Bretton-Wood-System brach zusammen. Im Jahr 1973 betrug die Staatsverschuldung 466 Mrd. USD und dank dem Zusammenbruch der Goldbindung waren einer fortlaufenden Verschuldung kaum Grenzen gesetzt.

Begleitet von einem wirtschaftlichen Aufschwung und den Worten des damaligen Vorsitzenden der Fed, Alan Greenspan, schaffte der amtierende Präsident Clinton nur ein Jahr nach seiner Wiederwahl den Weg vom Staatsdefizit zum Überschuss.

Greenspan hatte die Verschuldung als eines der wichtigsten politischen Themen bezeichnet und beim folgenden Amtsantritt von George W. Bush rechnete der Senat mit einem kompletten Abbau aller Schulden bis 2006.

Die Anschläge vom 11. September, gefolgt von der kostspieligen Offensive im Kampf gegen den Terror sorgten jedoch erneut für einen kriegsbedingten Anstieg der Staatsschulden, die im Jahre 2009 mehr als 10 Billionen US-Dollar betrugen. Dafür mitverantwortlich war nicht zuletzt die Finanzkrise, die 2007 als Folge der Immobilienblase für ein weltweites Beben sorgte; mit verherenden Folgen für die Investmentbank Lehman Brothers.

Unter dem scheidenden Präsidenten Barack Obama sind die Schulden der USA weiter angewachsen. Trotz eines stetig gestiegenen Bruttoinlandsproduktes ist die Staatsverschuldung der Vereinigten Staaten damit heute so hoch wie nie zuvor - nicht zuletzt aufgrund einer wiederholten Aussetzung der Schuldenobergrenze.


USA Inflationsrate Stand August 2017


Unter dem scheidenden Präsidenten Barack Obama sind die Schulden der USA weiter angewachsen. Trotz eines stetig gestiegenen Bruttoinlandsproduktes ist die Staatsverschuldung der Vereinigten Staaten damit heute so hoch wie nie zuvor - nicht zuletzt aufgrund einer wiederholten Aussetzung der Schuldenobergrenze.

Mögliche Folgen der Staatsverschuldung

Bevor die Obergrenze im Jahre 2013 nach oben gesetzt wurde, kam es zum "Shutdown": da die Regierung ihre Staatsdiener nach Erreichen des Limits nicht länger bezahlen konnte, blieben diese zu Hause oder arbeiteten für den Zeitraum des finanziellen Stillstandes unentgeltlich. Durch ein erneutes Anheben der Obergrenze für die Staatsverschuldung konnte die Pleite erneut abgewendet werden. Sollten die Gläbigerstaaten der Währung jedoch längerfristig das Vertrauen entziehen, können steigende Zinsen zu einem weiteren Problem der Regierung werden. Es müssen weitere Schulden aufgenommen werden, um die laufenden Kosten zu decken. Ein Teufelskreis.

Wenn die Gelder aus dem Ausland zur Deckung der Zinsen nicht mehr reichen müssen Steuergelder eingesetzt werden. Die Folge ist eine Sparpolitik zu Lasten der Bevölkerung.

Aus dem Inland kommt aktuell Hilfe durch die Notenbank, die für 2,7 Billionen USD Anleihen hält. Eine mögliche Erhöhung der Notenmenge durch die Fed hätte hingegen weitreichendere Auswirkungen auf die Wirtschaftskraft der US-Bürger und damit unter anderem auch auf das Exportland Deutschland. Ebenfalls an der Kaufkraft des amerikanischen Volkes interessiert ist China, dass zu den größten ausländischen Gläubigern zählt und von dem Interesse der US-Amerikaner an Produkten "Made in China" profitiert. Insgesamt 2,2 Billionen USD hielten sie 2016 zusammen mit Japan.

Gläubiger der USA

Gläubiger der USA

Gläubiger der USA als Diagramm


Gläubiger Anteil Summe in
Mrd. US-Dollar
Japan
1.108.60
China, Mainland
1.049.30
Ireland
275.20
Cayman Islands
260.60
Brazil
258.30
Switzerland
229.50
Luxembourg
221.00
United Kingdom
211.90
Hong Kong
185.50
Taiwan
183.10
India
118.70
Belgium
113.50
Saudi Arabia
100.10
Singapore
96.80
Germany
86.80
Russia
86.60
Korea
85.00
Canada
81.20
Thailand
71.10
France
69.70
Bermuda
66.80
United Arab Emirates
63.00
Turkey
55.80
Netherlands
54.20
Norway
47.70
Mexico
47.10
Sweden
39.20
Spain
38.30
Philippines
37.80
Italy
37.60
Australia
36.10
Poland
33.90
Kuwait
31.30
All Other
494.20
Vergleich zu den USA aus?

Staatsverschuldung 2016: die Zahlen

Chinas Staatsverschuldung betrug 2016 4 Billionen USD, was einer Schuldenquote von 46,76% entspricht. Damit erreichte das Land seit 2006 einen Höchstwert, der sich in einer Pro-Kopf-Verschuldung von zirka 3000 USD niederschlägt. In den USA war 2016 jeder Bürger mit 65.977 USD verschuldet, Tendenz steigend (zu berücksichtigen sind die unterschiedlichen Einwohnerzahlen beider Länder).

Die Staatsschuldenquote der Bundesrepublik Deutschland war 2016 mit 68,2% leicht rüchläufig; insgesamt belaufen sich die aktuellen Schulden auf 2,2 Billionen Euro oder 28.279 Euro pro Bundesbürger. Die im Stabilitäts- und Wachstumspakt (Abkommen von Maastricht) geforderte maximale Schuldenstandquote von 60% ist überschritten. Viele europäische Länder konnten den Staatsbankrott zuletzt nur knapp abwehren. Die Euro-Zone wankt, doch in Übersee gibt man sich gelassen. Solange das Vertrauen in den Dollar - der im Laufe der Zeit schleichend von einer goldgebundenen Währung zum Leitwert für Öl geworden ist - nicht sinkt, können die USA weiter Schulden zur Deckung der Altlasten aufnehmen. China hat jedoch zuletzt großzügig Anleihen abgestoß, um längerfristig die eigene Währung zu stärken.

Die Gesamtschulden aller US-Bundesstaaten beliefen sich im Jahre 2016 auf 3,4 Billionen USD - Spitzenreiter in dieser Liste sind Kalifornien mit 515 Mrd. USD und New York (318 Mrd. USD). Der Prärie-Bundesstaat South Dakota bildet mit 7,7 Mrd. USD das Schlusslicht, knapp vor dem an Kanada grenzenden Vermont (7,8 Mrd. USD).

Verteilung Schulden auf Bundesstaaten

Verteilung Schulden auf Bundesstaaten 


US-Bundesstaat Gesamtschulden
in Mrd. US-Dollar
South Dakota 7.7
Vermont 7.8
Wyoming 9.0
North Dakota 9.9
Montana 10.4
Delaware 11.9
Idaho 12.1
New Hampshire 12.1
Rhode Island 12.3
Maine 13.7
West Virginia 17.3
Alaska 17.3
District of Columbia 18.1
Hawaii 18.3
Nebraska 21.7
New Mexico 23.0
Nevada 24.6
Arkansas 26.5
Utah 27.1
Kansas 28.8
Mississippi 29.7
Iowa 35.3
Oklahoma 35.4
Kentucky 42.9
Alabama 43.4
Connecticut 45.8
Oregon 47.5
South Carolina 48.1
Louisiana 48.6
Missouri 51.9
Indiana 55.1
Arizona 56.0
Colorado 59.8
Tennessee 60.5
Wisconsin 61.5
Minnesota 65.9
Maryland 70.6
Virginia 80.1
Georgia 83.4
Washington 85.8
North Carolina 85.8
Massachusetts 88.9
Michigan 92.8
New Jersey 111.7
Ohio 126.3
Pennsylvania 136.7
Illinois 147.5
Florida 173.2
Texas 249.6
New York 318.1
California 515.2
Gesamte US-Bundesstaaten 3.475.1

Der Großteil der Ausgaben floss dabei in das Gesundheitssystem.

Es bleibt abzuwarten, wie sich unter dem neuen Präsidenten Donald Trump und seinen angekündigten außen- und innenpolitischen Veränderungen (u.a. neue Steuersenkungen) die Gesamtschuld und die korrespondierende Quote verändern wird.

Quellen:
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Kommentare [4]
  • von Beate Kohl | 22.05.2017, 09:04 Antworten

    Warum hat New York so wenig Schulden eyy

    MfG,
    Beate Kohl

  • von Neumann | 28.09.2017, 10:22 Antworten

    In der Grafik zu den einzelnen Bundesstaaten ist ein Fehler aufgetreten: Da steht "Schulden in Billionen US-Dollar". Gemeint sind wohl eher Milliarden.

    [ Anmerkung der Redaktion: Vielen Dank für Ihren Hinweis, die Bezeichnung der US-amerikanischen Billion entspricht der deutschen Bezeichnung Milliarde ]

    • von irgendwo aus dem nirgendwo | 09.10.2017, 11:17 Antworten

      @neumann

      es sollte kein Fehler sein! Denn in amerikanischen Sprachgebrauch (hier wird von US-Dollar gesprochen) werden keine Milliarden genannt sondern die amerikanische Bezeichnung Billionen (auch in Wiki nachzulesen: US-amerikanische Billion hingegen entspricht der deutschen Milliarde)
      einen schönen Tag noch

      • von Anton | 18.11.2017, 11:13 Antworten

        stimmt nicht ganz!! Dann wären die über 20 Billionen $ Staatsschulden der USA ja auch nur Milliarden?? Und zu Milliarden kann man nicht Billionen sagen. Nicht mal in denn USA. Das bei wikipedia stimmt leider nicht.

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