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Stand: 06.07.2022 von © Gold.de Redaktion AB/SH
Was hilft, was nicht? Gibt es Zuschüsse, wenn ja - wo? Gibt es sinnvolle Maßnahmen, die gar nichts kosten? GOLD.DE informiert: So machen Sie Ihr Haus einbruchsicher! Dazu räumen wir mit einigen hartnäckigen Irrtümern auf und verraten einen Tipp speziell für Goldbesitzer.
Einbruchschutz: Diese Tipps machen Ihr Haus sicherer
Das Wichtigste in Kürze
  • Türen und Fenster besonders neuralgische Punkte
  • Hier empfiehlt sich Standard DIN EN 1627 ff.
  • Oft KfW Förderung möglich
  • Fahrlässiges Verhalten oft Einladung zum Einbruch
  • Tipp: Gold verstecken als Alternative zum Safe
Tipps zur Einbruchsicherung Einbruchschutz: Was ist sinnvoll, was nicht?

Warum Einbruchschutz?

Zwar vermeldet die polizeiliche Kriminalstatistik für 2020 und 2021 jeweils rückläufige Zahlen bei Wohnungseinbruch-Delikten(1), dennoch ist ein guter Einbruchsschutz sinnvoll. Denn Vorbeugen ist besser als der Ärger hinterher. Auch wenn die Versicherung zahlt, so bleiben nicht selten psychische Folgeschäden wie etwa Angstzustände, an denen die Opfer eines Einbruches jahrelang leiden.

Fenster

Fenster sind die bevorzugte Einstiegsvariante für Einbrecher. Dazu zählen auch Dachfenster und Kellerfenster.

Standard heute sind einbruchemmende Fenster nach DIN EN 1627 ff. Rahmen, Glas, Beschläge und Griffe sind dabei so konstruiert, dass sie Einbrechern ihr Vorhaben schwer machen. Zusätzliche Hochschiebesicherungen für Rolläden sind eine weitere Sicherheitsmaßnahme.

Darüberhinaus empfehlen sich für das Erdgeschoss Fenstergitter. Diese werden außen in der Hauswand verankert. Das kostet natürlich, dafür können solche Gitter aus kunstvoll verziertem Schmiedeeisen ein schöner Blickfang sein.

Auch bei bei Kellerfenstern an Einbruchsicherung denken. Gibt es eine Lichtschachtabdeckung, dann darauf achten dass diese verriegelbar ist.

Türen

Ist bei Einfamilienhäusern die Haustür meist noch relativ massiv gebaut, sieht das bei größeren Wohnanlagen oder Mietshäusern oft anders aus. Viele Wohnungstüren lassen sich leicht aufhebeln. Ist nicht abgeschlossen, dann kann sogar eine ganz normale EC-Karte zum Öffnen der Wohnungstür reichen. Was auch nicht vergessen werden darf: Balkontüren, Terassentüren oder Kellertüren sind ebenfalls potentielle Schwachstellen.

Steht eine Nachrüstung an, so sollte daher auch bei Türen darauf geachtet werden, dass sie die einbruchhemmenden Standards nach DIN EN 1627 ff. erfüllen. Türblatt, Zarge, Schloss und Beschlag sind dabei so ausgeführt, das sie möglichst wenig Angriffspunkte für Räuber bieten.

Querriegelschlösser über die ganze Türbreite sind ein weiterer sinnvoller Einbruchschutz, wie auch ein Zusatzschloss mit Sperrbügel.

Alarmanlagen & Überwachungskameras

Gilt guter mechanischer Schutz von Fenstern und Türen allgemein als sehr wirksam, müssen bei Alarmanlagen & Überwachungskameras Kosten und Nutzen individuell abgewägt werden.

Professionelle Alarmanlagen sind teuer und benötigen fachgerechten Einbau. Manche Systeme, auch Einbruchmeldeanlagen (EMA) genannte, sind über einen Fernwarnruf mit einem Wachschutz verbunden. Auch wenn es eine geraume Zeit dauert, bis der Wachdienst vor Ort ist: Der laute Warnton schlägt die meisten Einbrecher schnell in die Flucht.

Überwachungskameras gibt es in jedem Elektronikmarkt und können mit etwas Geschick auch selber montiert werden. Wem das nötige Nerdwissen hierzu fehlt, der greift zu Attrappen. Hier zählt aber eher der Abschreckungsfaktor. Wobei gut zugängliche Kameras Einbrechern generell wenig Probleme bereiten. Die werden dann halt "still" gelegt.

Haustresor

Ist der Räuber doch ins Haus gelangt, dann sollte man ihm auch hier sein "Vorhaben" so weit wie möglich erschweren. Wer größere Mengen an Gold, Geld oder Schmuck hat, für den empfiehlt sich ein Haustresor. Sprechen Sie sich aber vorher mit ihrer Versicherung ab, welche Schadenklasse so ein Haus-Safe haben muss und was beim Einbau zu beachten ist. Sind die Voraussetzungen nicht gegeben, greift womöglich nicht der volle Versicherungsschutz. Mehr: Haustresor.

Tipp für Goldbesitzer: Gold eignet sich auch gut zum Verstecken! Es korrodiert nicht und ist kompakt. Ein Versteck ist somit eine gute und meist auch kostenlose Alternative. Mehr: Gold verstecken

KfW-Förderung

Wer die Einbruchsicherheit seiner Immobilie erhöhen will, kann von der KfW (=Kreditanstalt für Wiederaufbau) Unterstützung bekommen. Die KfW vergibt zinsgünstige Darlehen für Modernisierung und Sanierung, wozu auch Maßnahmen zum Einbruchschutz zählen können. Grundsätzlich förderfähig sind einbruchhemmende Türen, einbruchhemmende Fenster und Abdeckungen für Fenster. Auch Alarmanlagen oder Smarthome-Anwendungen mit Einbruchmeldefunktion sind förderfähig.

Über förderfähige Maßnahmen und Modalitäten informiert man sich am besten direkt bei der KfW: www.kfw.de

Update Juli 2022: Viele Fördermittel der KfW sind derzeit bis auf weiteres gestoppt, darunter auch Maßnahmen explizit zum Einbruchschutz. Bewilligte Anträge werden noch bedient, neue Anträge sind bis auf weiteres nicht möglich.

Man sollte sich aber trotzdem auf dem Laufenden halten. Die Regelungen, welche Maßnahmen gefördert werden und welche nicht ändern sich derzeit öfter.

So wären etwa denkbar Maßnahmen zur energetischen Sanierung, falls aus diesem Topf Förderungen möglich sind. Wer also sowieso alte Fenster aus energetischen Gründen tauschen muss schlägt hier gleich zwei Fliegen mit einer Klappe.

Einbruch - Was tun?

Zuerst die Polizei holen. Sie muss das Delikt aufnehmen. Denn das Protokoll ist wichtig für die Versicherung. Dann zeitnah auch der Versicherung den Einbruch melden.

Was zahlt die Versicherung?

Zuständig ist die Hausratversicherung. Je nach gewähltem Tarif kann aber möglicherweise eine Unterdeckung eintreten. Wer also viel und hochwertiges Inventar hat, dazu viele Wertgegenstände wie Schmuck, oder Gold, der sollte mit seiner Versicherung sprechen.

Kleinere Wertsummen sind dagegen in der Regel über die Hausratversicherung abgedeckt. Das gilt auch, wenn diese nicht in einem Safe lagern, sondern etwa nur in einer Schublade.

Vorteilhaft bei der Schadensbegleichung ist es, wenn man der Versicherung Kaufbelege vorlegen kann. Also Kaufnachweise aufbewahren. Das kann übrigens auch bei Goldbarren sinnvoll sein.

Aus demselben Grund empfiehlt sich auch eine Inventarliste.

Und wie ist das bei einer Mietwohnung?

In der Tat stellt sich hier die Frage: Was zahlt der Mieter, was der Vermieter? Zunächst ist die Situation vergleichbar: Werden bewegliche Gegenstände gestohlen oder beschädigt, dann ist das Sache des Mieters bzw. seiner Hausratversicherung. In der Regel sind es ja Gegenstände, die dem Mieter gehören.

Anders dagegen die Situation bei Schäden an Türen, Fenstern, Wänden oder Böden. Sie gelten als fest verbaute Bestandteile eines Gebäudes und sind daher Sache des Vermieters. Gibt es hier Einbruchspuren, dann muss der Vermieter reparieren.

10 einfache Tipps, die garantiert helfen

  1. Haus immer richtig abschließen! Selbst wenn Sie nur fünf Minuten weg sind. Also keine gekippten Fenster; auch die Haustür nicht einfach nur zu ziehen
  2. Kein Ersatzschlüssel unter der Fußmatte. Das ist grob fahrlässig. Oder wo würden Sie zuerst suchen?
  3. Ein gutes Nachbarschaftsverhältnis ist für Sie angenehm. Für ungebetenen Gäste weniger
  4. Hohe Hecken vermeiden. Lichtscheue Gestalten arbeiten gern im Verborgenen.
  5. Keine Leitern und Werkzeuge herumliegen lassen. Stellen Sie potentiellen Tätern nicht auch noch das Werkzeug für den Einbruch zur Verfügung.
  6. Im Urlaub keinen überquellenden Briefkasten entstehen lassen
  7. Kostenlose Beratung der Polizei nutzen. Die Beamten der kriminalpolizeilichen Beratungsstellen kommen auch gern zu Ihnen nach Hause. Mehr Infos hier: www.polizei-beratung.de
  8. Zeitschaltuhren: Gibt es in jedem Baumarkt für kleinstes Geld. Unregelmäßiges Licht bei längerer Abwesenheit schreckt Diebe ab
  9. Lampen mit Bewegungsmelder sorgen im Außenbereich dafür, dass lichtscheue Gestalten vergrault werden
  10. Hund anschaffen! Wer eh schon mit dem Gedanken an einen besten Freund spielt...

Die drei größten Irrtümer:

Diebe kommen nachts.

Falsch. Diebe kommen, wenn niemand da ist. Das kann auch tagsüber sein oder während der Ferien.

Einbruch trifft nur Reiche.

Falsch. So eine Meinung kann nur haben, wer nicht weiß, unter welchem Druck Drogenabhängige stehen können.

Polizei ruft man erst nach dem Einbruch.

Falsch. Wer etwas Verdächtiges bemerkt, vorher Bescheid geben. Meist kundschaften Diebe nämlich die Örtlichkeit aus bevor sie zuschlagen. Auch erleichtert es die Arbeit der Behörden ungemein, wenn Räuber auf frischer Tat ertappt werden.


Quellen:

  1. Präventionsportal - Polizei dein Partner
Ihre Meinung zum Thema?
Sicherheitsfrage: Wie viele Münzen sehen Sie?
Fragen über Fragen
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von Chris | 02.06.2021, 23:46 Antworten

"Achten Sie bei Kamera-Attrappen auf Modelle mit blinkendem Licht"
Genau - um diese zu vermeiden. Denn das blinkende Licht ist der sicherste Indikator für eine Attrappe. Merke: "Scharfe" Kameras blinken nicht!

von wollewolle | 13.04.2017, 11:17 Antworten

Solange die Polizei einem nicht wirklich hilft, die Einbrecher von den hiesigen Gerichten nicht mit entsprechenden Strafen zu rechnen haben, die Politiker nur an die nächsten Wahlen denken aber nicht an dem Wohl der Wählerschaft interessiert sind, wird die Zahl von Einbrüchen weiter steigen.

Hilfen kann man von staatlicher Seite nicht erwarten, statt dessen wird man von diesem Staat weiter abgezockt (Steuerquote über 50% bei Ledigen).

Ich frage mich nur, wie das noch weiter gehen soll!!! Der Staat erfüllt nicht seine Pflicht, die aus dem Grundgesetz (Schutz des Eigentum) gegeben ist, man sollte im Gegenzug auch keine Steuern zahlen.

2 Antworten an wollewolle anzeigen
von manu straus | 24.06.2019, 11:34 Antworten

Hallo,
eigentlich wollte ich mich informieren, ob es einbruchhemmende Fenster gibt, und ob es von staatlicher Seite Subventionen für solche Maßnahmen gibt. Wo kann man ein solches Fenster kaufen?
LG
Manu

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