Stand: 13.04.2017  3 Kommentare

Frage: Wo bewahren Sie den Krügerrand auf? Wo die wertvolle Kamera? Wo das Bargeld? Wenn Sie nun antworten: "Im Bankschließfach”, dann brauchen Sie nicht weiterzulesen. Für alle anderen: Hier die besten Tipps, wie Sie ihr Haus vor Einbrechern schützen. Wir zeigen, wo es Zuschüsse gibt, welche Maßnahmen gar nichts kosten, und wir klären auch einige hartnäckige Irrtümer auf.

Sie kommen schnell, sie kommen heimlich, und oft mit brachialer Gewalt: Einbrecher haben es vor allem auf Wertvolles wie Geld, Schmuck oder Gold abgesehen. Für die Opfer ist es mehrfach schlimm, denn Einbruch bedeutet nicht nur finanziellen Schaden. Die Wohnung ist verwüstet; dazu kommt der Aufwand für die Schadensanzeige bei Versicherungen und Polizei. Doch vor allem sind es psychische Probleme, die in der Folge bei den Opfern zu einer massiven Einschränkung der Lebensqualität führen können. Viele leiden noch jahrelang an Angstzuständen.

Sicherheit wird oft vernachlässigt

Die Mehrheit aller Deutschen verfügt nicht über ein Schließfach im Tresorraum einer Bank. Bankschließfächer empfehlen sich vor allem bei größeren Vermögenswerten.

Die meisten von uns haben aber Wertgegenstände, deren Verlust zwar schmerzlich wäre, aber nicht existenzbedrohend. Sei es die kleine Goldmünzen-Sammlung, etwas Schmuck, etwas Bargeld – alles Dinge, über man gern verfügen möchte, ohne jedes Mal zur Bank zu müssen. Solche Wertgegenstände lassen sich auch gut zu Hause aufbewahren. Vorausgesetzt, man beachtet ein paar grundlegende Sicherheitsregeln.

Warum Einbruchschutz?

Statistik Wohnungseinbrüche in Deutschland

Von 2006 bis 2015 ist die Anzahl von Wohnungseinbrüchen deutlich angestiegen. Meldete die Statistik für das Jahr 2006 noch 106.000 polizeilich erfasste Fälle, so wurden im Jahr 2015 167.000 Einbrüche registriert.* Wohnungseinbruch passiert dabei besonders häufig in Großstädten. Aber auch das Häuschen im Grünen ist nicht vor Langfingern gefeit.

Beim Diebesgut verzeichnen Schmuck, Uhren und Bargeld den stärksten Zuwachs - wen wundert’s. So betrug bei Bargeld die Steigerung in diesem Zeitraum 48,6%; bei Schmuck und Uhren waren es sogar über 50 %. **

Was kostet Einbruchschutz?

Wer nur an teure Alarmanlagen, Fenstersicherungen oder Videoüberwachungssysteme denkt, der liegt zwar nicht falsch, übersieht aber, dass es viele Maßnahmen gibt, die gar nichts kosten. Es sind simple Verhaltensregeln, die wirklich jeder umsetzen kann, und die auch effektiv vorbeugen. Manche Vorkehrungen kosten nur kleines Geld; zudem gibt es Förderungen der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau).

Und wer schon länger mit dem Gedanken spielt, sich einen Hund anzuschaffen: Viele halten ja einen Hund für den besten Einbruchschutz überhaupt.

Einbruchschutz Förderung nutzen

Die KfW fördert eine Vielzahl von Maßnahmen, die den Einbruchschutz in Bestandsgebäuden verbessern. Insbesondere Türen, Fenster, Überwachungs- und und Alarmsysteme sind grundsätzlich förderungsfähig. Die KfW Förderung gibt es in Form von Krediten und Zuschüssen; bis zu 1500 Euro sind drin (Stand: März 2017). Nähere Informationen finden Sie hier: www.kfw.de

Tipps zur Einbruchsicherung
Einbruchsicherung muss nicht viel kosten: Auch kleine Maßnahmen helfen viel

Kostenlose Tipps

  1. Haus immer abschließen
    Auch wenn Sie nur für fünf Minuten mal eben was besorgen wollen. Gelegenheit macht Diebe.
  2. Keine gekippten Fenster
    Sowas ist eine Einladung für jeden Räuber.
  3. Kein Ersatzschlüssel unter der Fußmatte
    Das ist grob fahrlässig. Oder wo würden Sie zuerst suchen?
  4. Zurückhaltung in sozialen Netzwerken
    Der nächste Urlaub, eine längere Geschäftsreise? Es muss doch nicht alles gepostet werden. Zwielichtige Gestalten nutzen heutzutage auch Facebook & Co, wenn sie Gelegenheiten ausbaldowern wollen.
  5. Zugezogene Gardinen
    Das sorgt auch tagsüber dafür, dass neugierige Blicke in die Wohnung unterbunden werden
  6. Ein gutes Nachbarschaftsverhältnis
    Das ist nicht nur angenehm, sondern auch hilfreich. Sind Sie länger abwesend, dann wird der Nachbar gern ein Auge auf Ihr Haus haben.
  7. Hohe Hecken vermeiden
    Täter arbeiten gern im Verborgenen. Mit etwas Phantasie lassen sich Sichtschutz-Alternativen finden, wie etwa Seitenmarkisen oder Sonnenschirme.
  8. Keine Leitern und Werkzeuge herumliegen lassen
    Massive Geräte wie Spaten und Spitzhacke gehören in den abgeschlossenen Keller. Stellen Sie potentiellen Tätern nicht auch noch das Werkzeug für den Einbruch zur Verfügung.
  9. Briefkasten leeren (lassen)
    Auch das kann Anlass zu Spekulationen geben
  10. Kostenlose Beratung der Polizei nutzen
    Die Beamten der kriminalpolizeilichen Beratungsstellen kommen auch gern zu Ihnen nach Hause. Mehr Infos hier: www.polizei-beratung.de

Tipps, die fast nichts kosten

  1. Zeitschaltuhren
    Gibt es in jedem Baumarkt für unter 5 Euro. Damit lassen sich kinderleicht Einschaltzeiten für die Wohnzimmerlampe einstellen. Und bei modernen LED Lampen ist der Energieverbrauch gering. Empfehlenswert, wer länger abwesend ist.
  2. Attrappen von Alarmanlagen oder überwachungskameras
    sind ebenfalls für kleines Geld zu haben. Achten Sie bei Kamera-Attrappen auf Modelle mit blinkendem Licht
  3. Lampen mit Bewegungsmelder
    Sie sorgen im Außenbereich dafür, dass lichtscheue Gestalten vergrault werden. Der Aufpreis für ein Modell mit Bewegungssensor ist überschaubar.
  4. Lichtschachtabdeckungen sichern
    Solche extra Sicherungen kosten nicht die Welt.
  5. Zusätzliche Hochschiebesicherungen für Rolläden
    Auch diese belasten das Budget nicht übermäßig

Tipps, die zwar etwas kosten, sich aber definitiv lohnen

Türen, Fenster und Schlösser sind immer neuralgische Punkte. Das gilt insbesondere bei Altbauten. Achten Sie darauf, nichts zu vergessen, wenn Sie Ihre Einbruchsicherung nachrüsten: Haustür, Terrassentür, Balkontür, Kellertür, alte Klapp-Dachfenster etc.

  1. Einbruchshemmende Schließmechanismen
    Diebe geben schnell auf. Vernünftige Schlösser an alle Türen und Fenstern sind also Pflicht. Besonders empfehlenswert an der Haustür sind Querriegelschloss oder Zusatzschloss mit Sperrbügel. Lassen Sie sich von Fachbetrieben beraten.
  2. Einbruchshemmende Fenster und Türen
    Das beste Schloss nützt nichts, wenn das Glas leicht eingeschlagen werden kann.
  3. Safe
    Haben Sie wertvollere Sachen im Haus, dann ist ein Tresor immer eine gute Anschaffung. Wer viele Goldmünzen oder Goldbarren hat, für den ist so ein kleiner Haussafe Pflicht. Weitere Infos hierzu finden Sie in unserem Einkaufsratgeber Safe
  4. Überwachungs- und Alarmanlagen
    Solch Hightech hält Räuber fern, besonders in Kombination mit Bewegungsmeldern
  5. Gitter vor Fenstern
    Dies betrifft alle Fenster im Keller oder im Erdgeschoss. Wenn es schöne Schmiedearbeiten sind, dann erhöht dies nicht nur die Sicherheit, sondern es bringt auch einen optischen Mehrwert für das Haus

Tipp: Steht sowieso ein Umbau oder eine Modernisierung an, dann lassen sich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Ein kompletter Austausch von Fenster oder Türen sorgt dann nicht nur für mehr Sicherheit, sondern senkt auch Heizkosten.

Und das sind die hartnäckigsten Irrtümer

Vorurteil 1: Einbruch trifft nur Reiche

Falsch. So eine Meinung kann nur haben, wer nicht weiß, unter was für einem Druck Drogenabhängige stehen.

Vorurteil 2: Rolladen runter hilft

Wenig. Fast alle Rollläden können von außen leicht nach oben geschoben werden, wenn sie nicht extra dagegen gesichert sind.

Vorurteil 3: Diebe kommen immer nachts

Falsch. Diebe kommen, wenn niemand da ist. Und das ist auch tagsüber der Fall.

Einbruchschutz: Was ist sinnvoll?

Schon mit einfachen kostenlosen Maßnahmen können Sie die Sicherheit Ihres Hauses deutlich verbessern. Bei größeren Maßnahmen unbedingt eine Einbruchsicherung Förderung beantragen.


Quellen:

* Statista – Wohnungseinbruch in Deutschland
** Statista – Einbruchschäden in EUR

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Kommentare [3]
  • von kaspar hauser | 12.02.2019, 17:43 Antworten

    welches sind diebesten verstecke für geldmgold,schmuck u.s.w.

  • von wollewolle | 13.04.2017, 11:17 Antworten

    Solange die Polizei einem nicht wirklich hilft, die Einbrecher von den hiesigen Gerichten nicht mit entsprechenden Strafen zu rechnen haben, die Politiker nur an die nächsten Wahlen denken aber nicht an dem Wohl der Wählerschaft interessiert sind, wird die Zahl von Einbrüchen weiter steigen.

    Hilfen kann man von staatlicher Seite nicht erwarten, statt dessen wird man von diesem Staat weiter abgezockt (Steuerquote über 50% bei Ledigen).

    Ich frage mich nur, wie das noch weiter gehen soll!!! Der Staat erfüllt nicht seine Pflicht, die aus dem Grundgesetz (Schutz des Eigentum) gegeben ist, man sollte im Gegenzug auch keine Steuern zahlen.

    • von NOCH EINER | 20.04.2017, 20:17 Antworten

      … also was jetzt? Es gibt mehr Einbrüche, weil der Staat abzockt? So ein Unsinn. Und Einbrecher werden sicher nicht abgehalten, weil die Strafen zu gering sind. Fakt ist: Die Schere zwischen Arm und Reich wird nicht nur in D ständig größer, sondern weltweit. Diese Reichtums-Diskrepanz sorgt doch für die Eigentumsdelikte.

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