Gold: 1.871,07 € 0,03 %
Silber: 21,05 € 0,14 %
Stand: 27.03.2023 von Hannes Zipfel
Neben einer Reihe wichtiger Zahlen aus der Wirtschaft dürften in dieser Woche auch die Verfallstermine an der COMEX für Optionen und Futures auf Gold und Silber eine Rolle spielen. Gerade jetzt, wo die Notierungen des gelben Edelmetalls mit der charttechnisch und psychologisch relevanten 2.000-US-Dollar-Marke kämpfen.
März-Inflation, GfK-Konsumklima & ifo-Geschäftsklima

Die wichtigsten Termine in dieser Woche:

  • Montag: ifo-Geschäftsklima-Index für März (akt.: 93,3 | e: 91,0 | Feb.: 91,1)
  • Dienstag: US-Verbrauchervertrauen für März (e: 101,1 | Feb.: 102,9), Verfallstag für die April-Optionen auf Gold an der COMEX (USA)
  • Mittwoch: GfK-Konsumklima für April (e: -29,2 | März: -30,5), letzter Handelstag für die Gold- und Silber-Future-Kontrakte (März) an der COMEX
  • Donnerstag: Vorl. Inflationsdaten für Deutschland (VPI) für März ggü. Vorjahresmonat (e: 7,3 % | Feb.: 8,7 %), im Monatsvergleich Feb.'22 auf März'22 (e: 0,7 % | Jan. auf Feb.: 0,8 %).
  • Freitag: Einkaufsmanager-Gesamt-Index China (EMI) für März des nationalen Statistikbüros (e: 54,2 | Feb.: 56,4), Einzelhandelsumsatz Deutschland für Februar ggü. Vorjahresmonat (e: -6,1 % | Jan.: -6,9 %), US-Terminmarktdaten der CFTC zu Gold und Silber (COT-Reports; jetzt wieder aktuell)

Weitere Daten-Termine, Details zu den Prognosen sowie historische Zeitreihen finden Sie hier.

Gold und Silber an wichtigen Marken

Wie erwartet folgt auf die Aufregungen der vergangenen Woche eine Beruhigungsphase. Dazu trägt auch die Übernahme von Teilen der insolventen Silicon Valley Bank (SVB) durch die US-Bank First Citizens bei.

Die Übernahme beinhaltet bestehende Kreditverträge und die Einlagen der zusammengebrochenen SVB.

Andere Vermögenswerte, vor allem Wertpapiere, verbleiben vorerst bei der US-Einlagensicherung FDIC. Bereits heute sollen die 17 Filialen der SVB unter neuen Namen wieder öffnen.

Der Konkursverwalter der SVB rechnet dennoch mit Verlusten von ca. 20 Milliarden US-Dollar.

Da sich an den strukturellen Ursachen der US-Bankenkrise (Mittelabflüsse von Bankeinlagen bei kleinen und mittelgroßen Instituten in vielfach höher verzinste Geldmarktpapiere) nichts ändern wird und die Qualität der Kreditportfolios rezessions bedingt noch deutlich größere Probleme zutage fördern könnte, ist der aktuelle Rückgang beim Goldpreis mit hoher Wahrscheinlichkeit von relativ kurzer dauer.

Aktuell notiert der Goldpreis in US-Dollar bei 1.947 pro Feinunze (31,1 g) am Spotmarkt. Damit ist der erneute Versuch, die 2.000-US-Dollar-Marke zu überwinden, vorerst gescheitert, zumal auch die darunter liegende Unterstützungslinie bei 1.960 US-Dollar aktuell nach unten durchbrochen wurde.

Goldpreis in US-Dollar

Gleichzeitig baut sich die "Überkauftheit" bei Stochastik und RSI (unten im Chart) ab.

Generell ist die Stimmung beim Gold alles andere als überhitzt, sodass die jetzige Bewegung zur Zeit noch als klassische Korrektur klassifiziert werden kann.

In Euro notiert das gelbe Edelmetall momentan mit 1.839 Euro pro Unze lediglich 2,3 Prozent von seinem Allzeithoch vom 8. März 2022 entfernt.

Goldpreis in Euro

Der Silberpreis steht ebenfalls vor einer wichtigen charttechnischen Hürde: dem mittelfristigen Abwärtstrend seit Ende Januar 2021

Silberpreis in US-Dollar

Ähnlich wie bei Gold kühlen sich die Oszillatoren bereits wieder ab und ein weiterer Angriff auf die rot gestrichelte Widerstandslinie ist im Anschluss das wahrscheinlichste Szenario, zumal die Terminmärkte bereits für den Juli 2023 die erste Zinssenkung in den USA erwarten, was dem zinssensiblen Metall im Kielwasser des Goldpreises Auftrieb verleihen könnte.

Anders als das gelbe Edelmetall notiert Silber noch gut 50 Prozent unter seinem Höchststand vom April 2011 (auf Tagesschlusskursbasis).

Silberpreis in Euro

Alle Augen auf die Inflationsdaten

In dieser Woche werden die ersten vorläufigen Inflationsdaten für Deutschland für den noch laufenden Monat März veröffentlicht.

Bedingt durch Basiseffekte und deutlich rückläufige Energiepreise (zumindest an der Terminbörse für Pipeline-Erdgas) wird mit weiter rückläufigen Steigerungsraten, aber in vielen Bereichen mit absoluten Rekordpreisen seit der Gründung der Bundesrepublik gerechnet – v. a. bei Nahrungsmitteln und Dienstleistungen.

Veränderung deutscher Verbraucherpreisindex Halbjahresbasis

Für März wird mit einem weiteren Anstieg der Preise des statistischen Warenkorbs für Konsumenten auf Jahresbasis von 7,3 Prozent nach 8,7 Prozent im Februar gerechnet.

Streiks und Kaufzurückhaltung

Dass die Reallöhne nicht mit den Preissteigerungen mithalten können, spürt man nicht nur an dem„Winter des Unmuts“ mit den größten Massenstreiks seit Jahrzehnten.

Entwicklung der Reallöhne, Nominallöhne und Verbraucherpreise

Auch an der Kaufzurückhaltung im Einzelhandel kann man die Belastungen, die aus der Inflation für die privaten Haushalte resultieren, gut ablesen:

Veränderungsrate deutscher Einzelhandelsumsatz

Die Einzelhandelsumsätze sind nicht inflationsbereinigt und beschreiben den Erlös der stationären Einzelhändler und gelten als wichtiger Indikator für die gesamten Verbraucherausgaben.

Nach einem Rückgang von zuletzt 6,9 Prozent auf Jahresbasis wird mit der Veröffentlichung der Zahlen am Freitag um 8:00 Uhr MESZ mit einem erneuten Rückgang um 6,1 Prozent gerechnet.

Damit stehen die Zeichen in Sachen Arbeitskampf und Konjunkturentwicklung nach wie vor auf Sturm.

Autor: Hannes Zipfel
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