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Stand: 23.05.2023 von © Gold.de Redaktion
Trotz der zahlreichen ungelösten Krisen markierte der DAX am vergangenen Freitag mit 16.332 Zählern ein neues Rekordhoch, während zugleich der Volatilitätsindex VDAX-NEW auf den tiefsten Wert seit Ende 2021 zurückfiel.
Vorsichtige Anlegernaturen setzen weiter auf Gold

DAX-Rekord trotz zahlreicher Krisen

Wer aktuell die Entwicklung des DAX analysiert, dürfte angesichts der Rezessionssorgen, hoher Zinsen, der hartnäckigen Inflation und üppiger Lohnforderungen derzeit in Erklärungsnot geraten. Offensichtlich sehen die Investoren derzeit dennoch mehr Chancen als Risiken und verteilen deshalb eifrig „Vorschusslorbeeren“.

Niedrige Volatilitäten (Kursschwankungsintensitäten) suggerieren zugleich ein relativ geringes Verlustrisiko. Unter Investoren genießen Volatilitätsindizes, ein besonders hohes Ansehen, weil diese – im Gegensatz zur historischen Volatilität – nicht auf Kursen aus der Vergangenheit, sondern aktuellen Optionspreisen auf den jeweiligen Basiswert basieren.

Dadurch liefern sie ein besseres Bild, wie an den Terminmärkten die Risiken gegenwärtig eingeschätzt und über Calls bzw. Puts auch tatsächlich „bezahlt“ werden. Interessant dabei: Aktuell fällt der von der Terminbörse Eurex ermittelte VDAX-NEW mit weniger als 16 Prozent etwas niedriger als der CBOE-Goldvolatilitätsindex (aktuell: 17,2 Prozent) aus.

In der Kapitalmarkttheorie müsste man diesen Sachverhalt folgendermaßen interpretieren:

Der Kauf von Gold birgt ein etwas höheres Risiko als ein Investment in den DAX.

Diese Annahme sollte in der derzeitigen Marktlage allerdings nicht zu sehr für bare Münze genommen werden, schließlich vollzieht der VDAX-NEW sowohl auf kurze als auch auf lange Sicht eine relativ wilde Achterbahnfahrt. In diesem Jahr notierte er in der Spitze bei über 30 Prozent, während sein Pendant auf Gold lediglich ein Jahreshoch von 22,8 Prozent markiert hat.

Gold widerstandsfähiger als DAX?

Noch krasser fällt die Diskrepanz bei langfristiger Betrachtung aus. So explodierte der VDAX-NEW aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 innerhalb weniger Wochen von unter 20 auf über 80 Prozent.

Beim Goldvolatilitätsindex war im selben Zeitraum „lediglich“ eine Verdopplung auf fast 33 Prozent registriert worden.

Wichtigster Unterschied: Während sich der deutsche Leitindex während dieser Phase um rund 40 Prozent verbilligt hatte, verzeichnete der Goldpreis einen pandemiebedingten Ausbruch von 1.500 auf über 2.000 Dollar. Lange Rede, kurzer Sinn – dieser vermeintliche Vorteil der niedrigeren Volatilität kann sich beim DAX relativ schnell ins Gegenteil verkehren.

Angesichts der gegenwärtigen Gefahrenlage (Krieg, Rezession, Schulden usw.) drängt sich die Vermutung auf, dass sich bei deutschen Aktien technisches Rückschlagpotenzial und bei der Krisenwährung Gold eher Nachholpotenzial aufgebaut hat.

In den vergangenen zwölf Monaten erzielte der DAX eine Outperformance in Höhe von ungefähr zwölf Prozentpunkten.

Viele charttechnische Indikatoren stehen beim DAX derzeit auf „Kaufen“.

Auf der Charttechnik-Website Tradingview legen zum Beispiel von den insgesamt 26 erfassten Parametern gegenwärtig 15 das „Kaufen“, 10 das „Halten“ und einer das „Verkaufen“ des Index nahe, während bei Gold zehnmal zum Kauf, siebenmal zum Halten und achtmal zum Verkauf geraten wird.

DAX vs. Gold in Euro

Ausblick für die laufende Woche

An den Goldmärkten verhinderten wachsende Sorgen um die Konjunktur und den Bankensektor bislang eine nennenswerte technische Korrektur.

Wie ein „Damoklesschwert“ schwebt aktuell aber vor allem die drohende Zahlungsunfähigkeit der USA über sämtlichen Finanzmärkten und erhöht dadurch die Attraktivität eines Goldvinestments. Vor dem Wochenende führte ein Abbruch der Verhandlungen zwischen Demokraten und Republikanern zu einem kräftigen Rebound beim gelben Edelmetall.

Dieser Reflex scheint durchaus nachvollziehbar zu sein, schließlich dürften weitere Rettungsmaßnahmen relativ schwierig werden, falls der Staat keine weiteren Schulden aufnehmen kann. In den kommenden Handelstagen dürften sich die Marktakteure unter anderem für das anstehende Fed-Protokoll (Mittwoch) und diverse US-Konjunkturindikatoren wie das Update zum BIP-Wachstum im ersten Quartal (Donnerstag) oder die aktuellen Zahlen zum Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter (Freitag) stark interessieren.

Obwohl dem DAX am vergangenen Freitag ein neues Rekordhoch gelungen ist, spricht das allgemeine Marktumfeld nach wie vor für den altbewährten Krisenschutz Gold. Die Wahrscheinlichkeit, dass das gelbe Edelmetall noch in diesem Jahr ebenfalls ein Allzeithoch markieren könnte, ist daher nicht von der Hand zu weisen.

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