Gold-ETFs (Exchange Traded Funds) sind physisch besicherte Goldfonds, die wie Aktien oder andere Wertpapiere an Börsen handelbar sind und dabei die Goldpreisentwicklung annähernd 1:1 nachvollziehen. Die Fonds werden weltweit von institutionellen Anlegern sowie vermögenden Privatinvestoren gekauft und auch von Kleinanlegern als Alternative zu Goldmünzen oder Goldbarren genutzt. 

Gold ETF und ETC: Rohstoff Gold als Wertpapier
Rohstoff Gold als Wertpapier: Exchange Traded Funds und Exchange Traded Commodities

Der mit Abstand größte Goldfonds ist der SPDR Gold Trust aus den USA. ETCs (Exchange Traded Commodities) werden wie ETFs an der Börse gehandelt und können auch physisch mit Gold hinterlegt sein. Allerdings sind ETCs Schuldverschreibungen, was sich im Fall einer Insolvenz nachteilig für den Anleger auswirkt. ETF-Anteile sind hingegen bei einer Insolvenz geschützt. Der in Deutschland meistgehandelte Gold-ETC ist Xetra Gold.

Wie funktionieren Gold-ETFs?

Ein Gold-ETF nutzt das Geld der Anleger, um damit Goldbarren zu kaufen, die von einer als Custodian (Verwahrer) bezeichneten Bank gelagert werden. Bei den Goldbarren handelt es sich in der Regel um London Good Delivery Goldbarren mit einem Gewicht von rund 400 Feinunzen (siehe 400 oz Goldbarren) oder ca. 12,4 kg. Der Bestand an gelagerten Barren ist eindeutig identifizierbar, dem ETF zugeordnet und in Form einer detaillierten Barrenliste des Custodian (Beispiel) öffentlich einsehbar.

Das für den ETF verwahrte Gold darf von dem Custodian nicht verliehen oder gehandelt werden. Im Vergleich mit Gold-ETCs oder unbesicherten Zertifikaten bieten die Goldfonds dem Anleger ein höheres Maß an Sicherheit im Krisenfall. Ein einzelner Anteil an einem ETF entspricht typischerweise 1/10 oz Gold. An der Börse werden die Anteile entsprechend Angebot und Nachfrage gehandelt und folgen dabei ziemlich genau der Entwicklung des Spot-Preises für Gold. Käufe und Verkäufe von Anteilen werden durch Käufe und Verkäufe von Goldbarren nachvollzogen.

Dies geschieht nicht einzeln, sondern in Form Blockkäufen und -verkäufen, beim SPDR Gold Trust zum Beispiel mit einem Volumen von jeweils 100.000 ETF-Anteilen, also 10.000 Feinunzen Gold. Ein Verkauf von physischem Gold an Privatanleger durch die Fondsverwaltung ist in der Regel nicht vorgesehen. Wer das Edelmetall physisch besitzen möchte, sollte deshalb statt ETF-Anteilen besser Goldbarren oder Goldmünzen kaufen.

Welche Kosten entstehen dem Anleger beim ETF-Handel?

Die reinen Spreads, also die Differenzen zwischen den An- und Verkaufskursen sind bei ETFs geringer als beim Kauf von physischem Gold. Der SPDR Gold Trust wird zum Beispiel an der US-Börse NASDAQ mit einem Spread von weniger als 0,1 Prozent gehandelt. Allerdings entstehen dem Anleger weitere Kosten. Für Verwaltung des Fonds und die Lagerung des Goldes werden Gebühren von rund 0,4 Prozent pro Jahr fällig. Hinzu kommen, die zwischen einzelnen Anbietern stark schwankenden Kosten für den Broker sowie die von den Börsen erhobenen Börsengebühren (Beispiele).

Anleger, die Gold in Form von ETF-Anteilen besitzen oder sogar aktiv an der Börse handeln möchten, sollten sich in jedem Fall vorab sehr genau über alle im konkreten Einzelfall entstehenden Handelskosten informieren. Ein geringer Spread alleine macht den ETF-Handel noch nicht günstig. Darüber hinaus sind die im folgenden Abschnitt dargestellten steuerrechtlichen Risiken zu bedenken, die deutsche Anlegern beim Handel mit Gold-ETFs eingehen.

Kann man Gold-ETFs in Deutschland handeln?

In Deutschland sind Fonds, die wie ein Gold-ETF nur in einen einzigen Wert investieren, nicht zugelassen. Ausländische ETFs können an den jeweiligen Heimatbörsen und teilweise auch an deutschen Börsen gehandelt werden. Allerdings ist beim Kauf Vorsicht geboten. Falls der ETF die zur steuerlichen Veranlagung notwendigen Informationen nicht oder nur teilweise im Bundesanzeiger veröffentlicht, können erhebliche Nachteile bei der Besteuerung von Gewinnen entstehen. Es gibt zwar inzwischen gerichtliche Urteile, die hier einen Verstoß gegen die Kapitalverkehrsfreiheit sehen, doch bis auf weiteres sollten Anleger vor dem Erwerb ausländischer ETF-Anteile zur Sicherheit einen Steuerberater konsultieren.

Wie funktionieren Gold-ETCs?

Gold-ETCs, also Exchange Traded Commodities (börsengehandelte Rohstoffe) ähneln ETFs in vielerlei Hinsicht. Sie können an der Börse gekauft, verkauft und ohne Laufzeitbegrenzung gehalten werden. Sie sind häufig wie ETFs vollständig mit Gold besichert und vollziehen die Goldpreisentwicklung annähernd 1:1 nach. ETCs weisen allerdings auch einen wesentlichen Unterschied zu den Goldfonds auf. Mit ETF-Anteilen erwirbt der Anleger nämlich Sondervermögen.

Dieses Sondervermögen ist geschützt und fließt im Fall der Insolvenz nicht in die Insolvenzmasse ein. ETCs stellen hingegen kein Sondervermögen, sondern Inhaberschuldverschreibungen dar. Das bedeutet: Der Anleger ist im Fall der Insolvenz des Eminenten Gläubiger, dessen Ansprüche eventuell nur teilweise oder auch gar nicht aus der Insolvenzmasse befriedigt werden können. Ein weiterer kritischer Punkt ist bei vielen ETCs die Eigentumsstruktur der Emittenten.

So ist zum Beispiel die Deutsche Börse Commodities GmbH, die den in Deutschland umsatzstärksten Gold-ECT Xetra Gold auflegt, ein Gemeinschaftsunternehmen, das aus der Deutschen Börse AG und fünf Banken besteht. Das Insolvenzrisiko selbst einer einzelnen Bank ist für einen gewöhnlichen Privatanleger nicht einzuschätzen. Darüber hinaus handelt es sich bei dem zur Besicherung verwendeten Gold oft gar nicht ausschließlich um physische Goldbarren im Eigentum des Emittenten, sondern teilweise um "Buchgold", also um Lieferansprüche auf Gold.

Die genannten Risiken der ETCs sollten nicht als generelle Empfehlung verstanden werden, diese Produkte zu meiden. Der Anleger muss sich aber bewusst sein, dass die grundsätzliche Sicherheit, die der physische Besitz von Goldbarren oder Goldmünzen bietet, bei den börsengehandelten Produkten eben nicht gegeben ist. Wer in ETCs investiert oder mit ETCs handelt, trägt immer ein zwar geringes, prinzipiell aber eben vorhandenes Ausfallrisiko des Emittenten.

Handel mit ETCs, Kosten und Währungsrisiko

Gold-ETCs werden in Deutschland mit hohen Volumen und sehr geringen Spreads vor allem an den Handelsplätzen Xetra und Stuttgart gehandelt. Ein ETC-Anteil entspricht meist 1 g Gold. Die erhobenen Depotgebühren sind günstig und betragen zum Beispiel bei Xetra Gold 0,025 Prozent pro Monat. Eine Order mit einem Volumen von 2.500 Euro kostet über Xetra 2,25 Euro und beim ETC-Handel in Stuttgart 4,48 Euro. Hinzu kommen die Gebühren des Brokers.

Da Gold am Weltmarkt in US-Dollar gehandelt wird, trägt der Anleger beim Kauf von ETCs in Euro ein Währungsrisiko, das allerdings auch bei ETFs oder beim physischen Goldkauf vorhanden ist. Wer sich gegen dieses Risiko absichern möchte, kann zu währungsbesicherten Produkten greifen. Das Ausschalten des Währungsrisikos muss allerdings nicht immer zum Vorteil des Anlegers sein. Fällt der Euro gegenüber dem Dollar, wirkt sich dies tendenziell nämlich wertsteigernd auf ein Goldinvestment in Euro aus. Gibt der Euro gegenüber dem Dollar nach, ist der Effekt bei einem nicht währungsbesicherten ETC allerdings wertsenkend.

Bieten ETCs auch Vorteile gegenüber ETFs?

Ein Vorteil von ETCs wie Xetra Gold oder Euwax Gold gegenüber ETFs aus den USA oder der Schweiz besteht in der Möglichkeit der physischen Inbesitznahme des Edelmetalls. Die Auslieferung ist allerdings mit erheblichen Kosten verbunden, die insbesondere bei kleinen Goldmengen unverhältnismäßig zu Buche schlagen.

Die Auslieferungsoption wurde vom Bundesfinanzhof im Mai 2015 als Begründung dafür herangezogen, dass zumindest im Fall von Xetra Gold nach einem Jahr Haltedauer keine Abgeltungssteuer mehr auf Gewinne zu zahlen ist. Dieser Vorteil gilt unabhängig davon, ob der Anleger tatsächlich physisches Gold erhält oder nicht. Allerdings hat das Bundesministerium der Finanzen den richterlichen Spruch bisher nicht in Form einer Verordnung umgesetzt. Es ist also möglich, dass Banken die Abgeltungssteuer noch abführen. Sollte dies der Fall sein, kann der Anleger mit guten Erfolgsaussichten Einspruch erheben.

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