Stand: 27.02.2015  3 Kommentare

Der Goldschatz-Fund in Israel ist ein aktuelles Beispiel für ein seltenes Ereignis - zwar sind viele historische Goldbestände wie Stalins Goldschatz, das Bernsteinzimmer oder das Raubgold der Japaner bis heute verschollen, doch spektakuläre Goldfunde in den vergangenen Jahren können dennoch einer Hand abgezählt werden. Und wenn Hobbytaucher oder Teilzeit-Goldgräber doch auf einen Schatz stoßen, gehen sie meist leer aus.

Der große Goldrausch ist inzwischen mehr als 150 Jahre alt - doch auch im Jahr 2015 machen sich Schatzsucher rund um den Globus auf die Suche nach dem großen Goldschatz. Gerade erst haben Hobbytaucher vor dem antiken Hafen von Caesarea (Israel) 2000 Goldmünzen aus der Ära der Fatimiden im elften Jahrhundert entdeckt. Der Fund war neun Kilo schwer und von unschätzbarem Wert. Die Schatzsucher hielten die Münzen zuerst für Spielgeld, inzwischen steht jedoch fest: Die Goldmünzen sind echt. Und noch ein Detail ist klar: Die Goldsucher in Israel werden eine Würdigungszeremonie und eine Kopie einer Goldmünze als Anerkennung erhalten - eine geringe finanzielle Vergütung ist nicht sicher.

Rechtslage in Deutschland: Goldschatz muss gemeldet und abgegeben werden

Auch in Deutschland darf der Finder einen historischen Schatz nicht behalten und muss ihn der jeweiligen Denkmalbehörde melden. Schon im Sachsenspiegel, einer mittelalterlichen Gesetzessammlung, heißt es: "Jeder Schatz, der tiefer in der Erde vergraben ist, als ein Pflug geht, gehört in die Verfügungsgewalt des Königs". Die gezielte Suche nach archäologischen Funden erfordert sogar eine Genehmigung nach dem Denkmalschutzgesetz.

Denkmalschutz wird von Bundesländern unterschiedlich geregelt

Und dieses ist Ländersache. So hat beispielsweise Nordrhein-Westfalen dieses Gesetz zuletzt im Jahr 2013 weitreichend geändert und unter anderem das so genannte "Schatzregal" eingeführt. Zuvor wurden historisch wertvolle Funde jeweils zur Hälfte zwischen Finder und Grundeigentümer geteilt (Hadrianische Teilung nach § 984 BGB ). Seit 2013 müssen die Funde den Denkmalämtern gemeldet und abgeben werden. Dies gilt für archäologisches Kulturgut und somit auch für historische Goldmünzen. Und die Meldepflicht ist in allen 16 Landes-Denkmalschutzgesetzen festgeschrieben.

Finderlohn nur in einzelnen Ländern möglich

Unterschiedlich geregelt ist dagegen die Möglichkeit der Vergabe eines Finderlohns. In Baden-Württemberg sind im Denkmalschutzgesetz keine Regelungen zum Finderlohn enthalten, in Nordrhein-Westfalen wird dagegen ein Finderlohn gewährt. Diese kann jedoch einbehalten werden, wenn der Schatz bei unerlaubten Nachforschungen gefunden wurde. Damit unterscheidet sich die Rechtsprechung in Deutschland stark von anderen Ländern in Europa: In Großbritannien dürfen Finder seit 1996 ihren Schatz behalten, der Staat darf jedoch ein Kaufangebot machen.

Schlupfloch für Schatzsucher: Bayern bildet Ausnahme

Unter Schatzsuchern beliebt ist ein ganz bestimmtes Bundesland: Bayern hat als einziges Bundesland in Deutschland kein Schatzregal bestimmt und die Hadrianische Teilung nach § 984 BGB aufrecht erhalten. So enthält das bayerische Denkmalschutzgesetz keine Regelung zur Übergabe des Fundes in das Eigentum des Landes. Also werden Grundstückseigentümer und Finder je zur Hälfte Eigentümer. Und so kommt es gelegentlich vor, dass Funde aus anderen Bundesländern nach Bayern gebracht werden, um dann zu behaupten, dass sie aus bayerischem Boden entnommen wurden.

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Kommentare [3]
  • von Goldsucher | 25.09.2015, 10:19 Antworten

    Wenn Gesetze nur für den Vorteil des Gesetzgebers ausgehandelt werden, da nennt man das Vorteilsnahme. Da passiert nichts! Die großen stecken sich die Taschen voll, die Kleinen hängt man dafür auf. Wo ist hier eine demokratische Sichtweise!? Ein ehrlicher Finder sollte immer die Häfte dessen bekommen, was er findet. Bayern macht hier echt eine Ausnahme und ich begrüße das! Und wenn das nicht generell in allen Bundesländern eingeführt wird, so bin auch ich fürs Einschmelzen. Ein Gesetz das nur für eine Seite Vorteil bringt ist kein Gesetz!

  • von Tom Hofmann | 03.03.2015, 19:54 Antworten

    Lehrt also die Erfahrung, nichts melden, alles einschmelzen und neu gießen.

  • von Bürger?: Depp + Rupfgans der Politiker? | 28.02.2015, 17:26 Antworten

    Gute Information - wenn ich was finde, halte ich die Klappe oder geh auch nach Bayern! Die Habgierigen und Neider der Behörden reissen sich´s unter den Nagel, der Finder schaut blöd aus der Wäsche! - und das soll rechtens und gerecht sein???

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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"