Stand: 11.11.2016 von © Gold.de Redaktion MA/GW 1 Kommentare

Bereits seit dem Jahr 2006 laufen die Vorbereitungen zur Ausbeutung einer der größten bekannten Goldlagerstätten der Welt. Doch jetzt hat der kanadische Goldminenbetreiber Seabridge Gold im betreffenden Konzessionsgelände abermals neue und umfangreiche Goldfunde bekannt gegeben. Und es könnten sogar noch mehr werden. Eines ist bereits jetzt schon klar: Die künftige KSM Goldmine im Norden der Provinz Britisch-Kolumbien wird in der Liga der weltweit zehn größten Goldminen mitspielen.

Seit etlichen Jahren geht das nun schon so. Im Jahrestakt revidiert der kanadische Goldminenbetreiber Seabridge Gold die Zahlen über den Umfang der Goldvorkommen in seiner zukünftigen KSM Goldmine nahe der kanadischen Stadt Stewart unweit der Grenze zum südlichen Alaska - und zwar stets markant nach oben. Zwar ist schon lange klar, dass es dort viel Gold gibt, sehr viel sogar. Doch es scheint immer mehr und mehr zu werden. Ob etwa in den Jahren 2013, 2014 oder 2015: Jedesmal gaben die geologischen Untersuchungen gleich ein paar Millionen Unzen Gold mehr als im jeweiligen Vorjahr her.

Doch in diesem Jahr wurde bislang schon dreimal nach oben korrigiert. Anfang März teilte das Unternehmen Seabridge Gold mit, dass sich die bestätigten Reserven gegenüber dem Vorjahr um 3,2 Millionen Unzen auf insgesamt 11,3 Millionen Unzen Gold (ca. 351,5 Tonnen) erhöht hatten. Doch schon Mitte September gab man bei KSM Goldmine erneut per Pressemitteilung einen mehr als dreifachen Anstieg der bestätigten Reserven auf insgesamt 38,8 Millionen Unzen Gold (mehr als 1.200 Tonnen) bekannt. Mit dieser Zahl stiegen die dortigen Goldvorkommen bereits in die Riege der größten noch unerschlossenen Goldlagerstätten der Welt auf.

Seabridge Gold: Gewaltige Goldmine hat mehr als 1.500 Tonnen Gold

Doch damit noch lange nicht genug. Denn nicht mal einen Monat später, am 6. Oktober, war die Sensation perfekt.. An diesem Tag verschickte Seabridge Gold die Meldung, man habe anhand einer geänderten Strategie die Menge der Goldförderung auf sage und schreibe 49,8 Millionen Unzen Gold (ca. 1.549 Tonnen) erhöhen können. Das entspricht einem Anstieg um knapp 350 Tonnen innerhalb nur eines Monats. Doch auch diese Menge könnte noch steigen, denn noch ist die Exploration für die künftige Goldmine nicht abgeschlossen. Im Gegenteil, gerade geht sie sogar in eine neue Runde.

Am 11. Oktober schob der Goldminenbetreiber die Mitteilung hinterher, man habe von der Provinzregierung nun die Lizenz erhalten, einen mehr als zwei Kilometer langen Explorationsstollen zu bohren. Mit dem wolle man direkten Zugang zu den Lagerstätten in bis zu 1.800 Metern Tiefe erhalten, hieß es. Ob dadurch jetzt abermals zusätzliche Goldvorkommen bestätigt werden können oder nicht - eines ist jetzt schon klar: Ab dem Tag, an dem diese gewaltige Goldmine die kommerzielle Goldförderung aufnimmt, wird sie in der Liga der zehn größten Goldminen der Welt mitspielen.

Block Caving Methode: Lebensdauer der Goldmine beträgt 51 Jahre

Zudem werde es der Explorationsstollen letztlich auch ermöglichen, die Förderstrategie der künftigen Goldmine vom zunächst angedachten Tagebau auf die so genannte "Block Caving Methode", die unter Tage stattfindet, umzustellen, teilte Seabridge Gold weiter mit. Dies bringe nicht nur einen erhöhten Ertrag an Gold und anderen Metallen mit sich, sondern werde zugleich auch einen bei weitem geringeren ökologischen Fußabdruck zur Folge haben. Vor allem die Abraumbilanz über die auf insgesamt 51 Jahre veranschlagte Lebensdauer der Goldmine wird den Angaben zufolge um satte 81 Prozent auf insgesamt 2,5 Milliarden Tonnen sinken.

Allerdings erfordert die Ausbeutung solch großer Erzkörper mit Hilfe der Block Caving Methode umfangreiche Vorbereitungen in Form von großangelegten Baustellen unter Tage, wobei ein gewaltiges Stollensystem unterhalb des auszubeutenden Erzkörpers geschaffen werden muss, das ausreichend Platz für große Minenfahrzeuge bietet. Auf diese Weise wird der Erzkörper von unten nach oben abgebaut, wobei die Erze von der Decke des immer größer und höher werdenden Blocks abgesprengt werden, herabfallen und durch den Zugangsstollen an die Oberfläche verbracht werden. Die Vorgehensweise kann anhand dieses animierten Videos nachvollzogen werden.


Umweltgutachten für Goldmine umfasst 35.000 Seiten

Aufgrund dieser umfangreichen Vorbereitungen und Vorarbeiten ist von Seabridge Gold bisher auch noch kein genauer Termin über den Beginn der kommerziellen Goldproduktion vorgegeben worden. Ansonsten aber hält sich der Goldminenbetreiber mit ausführlichen Informationen über das Projekt keinesfalls zurück. Und zwar auch und gerade was die Auswirkungen auf die Umwelt betrifft. So war allein schon das Umweltgutachten für die KSM Goldmine ein ausgewachsenes Mammutprojekt. Ganze fünf Jahre brauchte das kanadische Ministerium für Umwelt, Energie und Bergbau in Zusammenarbeit mit 20 internationalen Beraterfirmen um den Report anzufertigen.

Heraus kam ein Wälzer der, als er schließlich im Juli 2014 präsentiert wurde, rund 35.000 Seiten umfasste (kurze Zusammenfassung von Seabridge Gold hier). Der für den Goldminenbetreiber wohl wichtigste Satz darin war: "Bei Anwendung der in dem Report geschilderten Maßnahmen zur Schadensbegrenzung ist es unwahrscheinlich, dass das KSM Projekt erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt hat". Das waren äußerst gute Nachrichten für den Betreiber Seabridge Gold, der bereits zum damaligen Zeitpunkt mehrere hundert Millionen Dollar nur für Exploration und Teilerschließung des Konzessionsgeländes ausgegeben hatte

Polymetallische Lagerstätten: Billigste Goldförderung der Branche?

Doch dabei wird es nicht bleiben. Die gesamten Anschubinvestitionen für die neue Goldmine werden mittlerweile auf rund 5,5 Milliarden Dollar geschätzt. Vor zwei Jahren ging man noch von der Hälfte aus. Damals hatte man schon mehr als 150 verschiedene Lizenzen unter Dach und Fach gebracht, doch jetzt werden sicherlich noch weitere dazu kommen. In den Führungsetagen von Seabridge Gold nimmt man das allerdings gelassen. Denn wenn die Goldproduktion dieser Mine erstmal anläuft, dürfte dort die vielleicht billigste Goldförderung der Branche vom Stapel laufen. Warum? Weil es sich um umfangreiche polymetallische Lagerstätten handelt, in denen auch noch Unmengen an Silber und Kupfer anzutreffen sind.

In dem Erzkörper schlummern neben den mehr als 1.500 Tonnen Gold auch noch durchschnittlich 2,7 Gramm Silber pro Tonne Erz, was sich auf geschätzte 253 Millionen Unzen Silber (ca. 7,9 Kilotonnen) summiert. Hinzu kommen laut Mitteilung noch sieben Megatonnen Kupfer, denen es neben dem Silber hauptsächlich zu verdanken sein wird, dass die Gesamtbetriebskosten pro geförderter Unze Gold (All-in-sustaining cost - AISC) während der ersten sieben Jahre lediglich 179 Dollar betragen werden. Selbst über die gesamte Lebensdauer der Goldmine einschließlich der Kosten für deren spätere Schließung werden insgesamt nur 358 Dollar pro Unze Gold anfallen. Äußerst rentabel also.

Über den Goldminenbetreiber Seabridge Gold

Das kanadische Bergbauunternehmen Seabridge Gold mit Sitz in Toronto betreibt beziehungsweise ist die jeweils 100-prozentige Inhaberin von mehreren Goldminen im Projektstadium in Nordamerika. Das größte Projekt nach Reserven ist zweifelsfrei die hier besprochene künftige KSM Goldmine in der kanadischen Provinz Britisch-Kolumbien. In den kanadischen Nordwest-Territorien befindet sich derweil das "Courageous Lake Projekt", das mit Reserven zwischen acht und zwölf Millionen Unzen Gold (ca. 248 bis 373 Tonnen) ebenfalls eine stattliche Goldlagerstätte darstellt.

Erwähnenswert sind zudem noch das "Iskut-Projekt", das sich in nur 20 Kilometern Entfernung zur künftigen KSM Goldmine befindet. Hier werden zwischen sechs und 13 Millionen Unzen Gold (ca. 186 bis 404 Tonnen) vermutet. Das Unternehmen Seabridge Gold wurde im Jahr 1999 gegründet und ist heute sowohl an der Börse von Toronto (TSX:SEA) als auch in New York (NYSE:SA) gelistet. Der Marktwert in New York kratzt dieser Tage an der Marke von 600 Millionen Dollar. Seit Jahresbeginn hat der Goldminenbetreiber damit bereits um gut 35 Prozent zulegen können. Die meisten Zuwächse wurden dabei nach den jüngsten Bekanntgaben realisiert.

Kommentar zum Artikel schreiben
Sicherheitsfrage: wie viele Münzen sehen Sie?
Fragen über Fragen
Kommentare [1]
  • von Hallogold | 11.11.2016, 21:27 Antworten

    Toll

Copyright © 2009-2018 by Gold.de - Alle Rechte vorbehalten

Konzept, Gestaltung und Struktur, sowie insbesondere alle Grafiken, Bilder und Texte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Missbrauch wird ohne Vorwarnung abgemahnt. Alle angezeigten Preise in Euro inklusive MwSt. (mit Ausnahme von Gold), zzgl. Versandkosten, sofern diese anfallen. Verfügbarkeit, Abholpreise, Goldankauf und nähere Informationen über einzelne Artikel sind direkt beim jeweiligen Händler zu erfragen. Alle Angaben ohne Gewähr. Sie betrachten die Seite: Gold.de - Gold und Silber kaufen im Preisvergleich

Handcrafted with in Baden-Württemberg, Germany